INHALT
EINLEITUNG 1
I. TEIL
1. Die Physiotherapie-Ausbildung 3
2. Das Lernfeldkonzept als neuer Bestandteil der
Physiotherapie -Ausbildung 3
2.1. Kompetenzorientierung als Leitbegriff des Lernfeldkonzeptes. 3
2.2 Handlungsorientierter Unterricht als didaktischer Grundsatz des
Lernfeldkonzeptes 4
2.3. Fächerintegration als Teilaspekt des Lernfeldkonzeptes 4
2.4. Teamarbeit als wichtige Voraussetzung für die Realisierung
des Lernfeldkonzeptes 5
3. Derzeitige Prüfungsformen in der Physiotherapie-Ausbildung in
Bayern 5
3.1. Schriftliche Prüfungen 5
3.2. Mündliche Prüfungen 6
3.3. Praktische Prüfungen 6
3.4. Die staatliche Examensprüfung 7
4. Die Problemfelder der derzeitigen Ausbildungssituation 7
5. Begriffsbestimmung Lernerfolgskontrolle 8
6. Unterschiedliche Aspekte von Lernerfolgskontrollen 8
7. Funktionen von Lernerfolgskontrollen 9
7.1. Allokationsfunktion 9
7.2. Pädagogische Funktionen: Lerndiagnose und prognose 9
8. Gütekriterien an Lernerfolgskontrollen 10
8.1. Objektivität 10
8.2. Reliabilität. 10
8.3. Validität 11
8.4. Angemessenheit 11
8.5. Trennschärfe 11
8.6. Handhabbarkeit 11
8.7. Transparenz 12
8.8. Sinnhaftigkeit 12
I
II. TEIL
9. Berufliche Handlungskompetenz 13
10. Prinzipien von kompetenzorientierten Lernerfolgskontrollen 14
10.1 Prinzip der Handlungsorientierung 15
10.2 Prinzip der Fächerintegration. 15
10.3 Prinzip der Gruppenleistung 15
10.4 Prinzip der Selbsteinschätzung und der wechselseitigen Beurtei-
lung 15
10.5 Prinzip der Problemorientierung 15
III. TEIL
11. OSCE: Objective Structured Clinical Examination. 18
12. OSCE in der Physiotherapie-Ausbildung? 20
13. Grenzen einer PT-OSCE 24
IV. DISKUSSION 25
V. AUSBLICK 26
VI. LITERATUR. 28
II
ABBILDUNGEN
Abbildung 1: Berufliche Handlungskompetenz ........................................... 14
TABELLEN
Tabelle 1: Kompetenzorientierung derzeitiger schriftlicher Prüfungen ... 16 Tabelle 2: Kompetenzorientierung derzeitiger mündlicher Prüfungen .... 17 Tabelle 3: Kompetenzorientierung derzeitiger praktischer Prüfungen ..... 18 Tabelle 4: Kompetenzorientierung einer PT-OSCE ................................ 24
III
EINLEITUNG
Diese Arbeit im Kontext der Erwachsenenbildung ist auf den Bereich der beruflichen Bildung im sozial-therapeutischen Ausbildungswesen gerichtet. Sie lesen eine Literaturarbeit, die Antworten geben möchte auf die Frage, welche Kriterien und Prinzipien kompetenzorientierte Prüfungsinstrumente in der Physiotherapie-Ausbildung erfüllen müssen. Darüber hinaus wird die Frage diskutiert, ob die OSCE 1 als kompetenzorientiertes Prüfungsinstrument für die Physiotherapie-Ausbildung geeignet ist.
In einigen Bundesländern vollzieht sich derzeit in Anlehnung an das Lernfeldkonzept eine Umstrukturierung der Lehrpläne für die Physiotherapie-Ausbildung. Leitgedanke dieser curricularen Neuordnung ist es, durch kompetenz-und lernfeldorientierte Lehrpläne die berufliche
Handlungskompetenz der Schülerinnen und Schüler stärker als bisher zu fördern. Drehpunkt aller didaktischen Überlegungen ist folglich die handlungs-und kompetenzorientierte Gestaltung zukünftiger Lehr-Lern-Arrangements. Wenn also Lehr-Lern-Arrangements in Zukunft kompetenzorientiert ausgerichtet werden sollen, ist es dann nicht folgerichtig, dass auch die bislang eingesetzten Prüfungsinstrumente auf ihre Kompetenzorientierung hin überprüft und dieser Neuorientierung konsequenterweise angepasst werden müssen? Im ersten Teil meiner Arbeit nehme ich zuerst exemplarisch am Bundesland Bayern Bezug zur Aktualität des Themas, bevor ich die wesentlichen Bestandteile des Lernfeldkonzeptes erläutere. Anschließend beleuchte ich die derzeitigen Prüfungsformen in der Physiotherapie-Ausbildung und zeige die daraus resultierenden Problemfelder auf. Abschluss des ersten Teils bilden die Güte-kriterien, die Lernerfolgskontrollen erfüllen sollten. Im zweiten Teil befasse ich mich vorrangig mit beruflicher Handlungskompetenz und den Prinzipien von kompetenzorientierten Lernerfolgskontrollen. Im Besonderen sollen ergänzende Tabellen das Missverhältnis bisheriger Prüfungsinstrumente zur beruflichen
1 OSCE steht für Objective Structured Clinical Examination
1
Handlungskompetenz und zu den Prinzipien kompetenzorientierter Lernerfolgskontrollen verdeutlichen. Im dritten Teil stelle ich die OSCE als kompetenzorientiertes Prüfungsinstrument vor und diskutiere anhand eines modifizierten Beispiels für die Physiotherapie-Ausbildung die Vor- und Nachteile sowie die Alternativen eines solchen Vorgehens.
In der anschließenden Diskussion finden Sie die Grenzen dieser Arbeit wieder: Ausgeklammert habe ich bei der Bearbeitung meines Themas Überlegungen zu HLQHUQHXHQÄNRPSHWHQ]RULHQWLHUWHQ%HZHUWXQJVNXOWXU³GLHals Follow-up dieser Arbeit diskutiert werden müssen.
Außerdem sollte noch detaillierter in den Nachbardisziplinen nach deren Erfahrungen mit der OSCE geforscht werden, um die Modifizierung auf die Physiotherapie-Ausbildung zu erleichtern.
Neben der OSCE gibt es weitere Prüfungsinstrumente, die kompetenzorientierte Designs aufweisen, vielleicht für die Anwendung in der Physiotherapie-Ausbildung geeignet wären und ebenfalls genauer untersucht werden müssen. Anspruch meiner Arbeit ist es, Ihnen die Hintergründe der aus meiner Sicht längst überfälligen Neuentwicklung kompetenzorientierter Prüfungsinstrumente in Anlehnung an das Lernfeldkonzept zu beleuchten und mit der OSCE einen möglichen Weg für eine neue Prüfungsdidaktik in der Physiotherapie-Ausbildung aufzuzeigen.
2
TEIL I
1. Die Physiotherapie-Ausbildung
Die drei-jährige Physiotherapie-Ausbildung findet bundesweit an Berufsfachschulen für Physiotherapie statt. In Deutschland ist die Physiotherapie-Ausbildung durch das Gesetz über die Berufe in der Physiotherapie (MPhG) und die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Physiotherapeuten (PhysTh-APrV) geregelt (Raps, 2007). In den einzelnen Bundesländern werden das MPhG und die PhysTh-APrV darüber hinaus durch Berufsfachschulordnungen nicht ärztlicher Heilberufe (BFSO HeilB), Lehrpläne und Ausbildungsrichtlinien für Berufsfachschulen für Physiotherapie ergänzt. Aktuell wurde in Bayern der Lehrplan für die Berufsfachschulen für Physiotherapie neu strukturiert mit dem Ziel, das Lernfeldkonzept mit Beginn des Schuljahres 2009/2010 in die Physiotherapie-Ausbildung zu integrieren.
2. Das Lernfeldkonzept als neuer Bestandteil der Physiotherapie-Ausbildung
Mit dem Lernfeldansatz soll es gelingen, Theorie und Praxis in der schulischen Berufsausbildung besser miteinander zu verknüpfen und damit der Anhäufung YRQÄWUlJHP:LVVHQ³ 2 entgegen zu wirken.
Die vier wesentlichen Bestandteile des Lernfeldkonzeptes sind die Anbahnung beruflicher Handlungskompetenz, die handlungsorientierte Unterrichtsgestaltung, die Fächerintegration und die Teamarbeit der Lehrenden (Schneider, 2005, S.90).
2.1 Kompetenzorientierung als Leitbegriff des Lernfeldkonzeptes Lag das Augenmerk der schulischen Berufsausbildung lange Zeit vorrangig auf der Vermittlung von möglichst spezialisiertem Fachwissen, so findet mit dem Lernfeldansatz ein Paradigmenwechsel statt, der den Erweb von beruflicher Handlungskompetenz in den Mittelpunkt der schulischen Berufsausbildung
2 $OVÄWUlJHV:LVVHQ³ZLUGWKHRUHWLVFKHVV\VWHPDWLVFKYHUPLWWHOWHV)DFKZLVVHQEH]HLFKQHWGDV in konkreten berufspraktischen Situationen von den Schülern nicht zur Problemlösung angewen-det wird, obwohl es scheinbar vorhanden ist (Schneider, 2005, S.85; Klemme, 2006, S.56).
3
rückt. Berufliche Handlungskompetenz wird im Lernfeldkonzept als Bereitschaft und Fähigkeit des Einzelnen verstanden, in beruflichen Situationen sach-und fachgerecht, persönlich durchdacht und in gesellschaftlicher Verantwortung zu handeln (Bader, 2004, S.88; Schneider, 2005, S.90). Kompetenz wird durch Wissen und Erfahrung fundiert, durch Werte gebildet, als Fähigkeit angelegt und durch Willen verwirklicht (Schneider, 2005, S.92). Berufliche Handlungskompetenz entfaltet sich in den vier ineinandergreifenden Kompetenzbereichen der Fachkompetenz, der Personalkompetenz, der Sozialkompetenz und der Methodenkompetenz (s. S.12ff). 2.2 Handlungsorientierter Unterricht als didaktischer Grundsatz des Lernfeldkonzeptes
Im handlungsorientierten Unterricht rückt die Art der Vermittlung in den Mittelpunkt des Unterrichtsgeschehens. Erfahrungen, Bedürfnisse und Interessen der Lernenden werden stärker eingebunden und die Schüler 3 werden grundsätzlich an Planungs,- Durchführungs,- und Evaluationsprozessen beteiligt. Die Ablösung von einem stark lehrerzentrierten Unterricht hin zum handlungsorientierten Unterricht fordert von den Schülern aber auch eine höhere Bereitschaft, soziale Beziehungen in Teams einzugehen sowie eine größere Verantwortung für den eigenen, selbstgesteuerten Lernprozess zu übernehmen (Schneider, 2005, S.143; Schewior-Popp, 2005, S.6). Handlungsorientierter Unterricht basiert demnach vermehrt auf schüleraktivierenden Methoden wie dem Rollenspiel, der Fallarbeit, der Gruppenarbeit, der Projektmethode, dem Lerntagebuch oder dem Portfolio.
2.3 Fächerintegration als Teilaspekt des Lernfeldkonzeptes Eine der grundlegenden Neuerungen des Lernfeldkonzeptes ist die partielle Auflösung des Fächersystems zugunsten einer fächerübergreifenden Neustrukturierung der Inhalte. Damit soll primär verhindert werden, dass isolierte Wissens-bestände nicht zusammengeführt werden können und gleichzeitig soll unkoordiniertes Doppellernen vermieden werden (Schneider,
3 Im folgenden wird an Stelle der Doppelbezeichnung Schülerinnen / Schüler die männliche
Form verwendet. Dies dient der besseren Lesbarkeit. Selbstverständlich sind auch Schülerinnen
angesprochen.
4
Arbeit zitieren:
M.A. Petra Fritz, 2009, Kompetenzorientiertes Prüfen im Lernfeldkonzept, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
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