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1. Einleitende Worte und Problemstellung 2
2. Was ist Qualitative Forschung? 2
2.1 Erläuterung 3
3. Lebenswelt und Sinnwelt 5
3.1 Lebenswelt 5
3.2 Sinnwelt 5
4. Gütekriterien der Qualitativen Forschung (QF) 6
5. Interview als Methode der QF 7
5.1 Das Problemzentrierte Interview (PZI) 8
5.2 Instrumente und Gestaltung des PZIs 9
5.2.1 Instrumente 9
5.2.2 Gestaltung 10
6. Persönliche Bewertung 11
7. Literaturangaben/Quellen 13
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1. Einleitende Worte und Problemstellung
„Was ist also Wahrheit? Ein bewegliches Heer von Metaphern, Metonymien, Anthropomorphismen, kurz eine Summe von menschlichen Relationen, die, poetisch und rhetorisch gesteigert, übertragen, geschmückt wurden, und die nach langem Gebrauch einem Volke fest, canonisch und verbindlich dünken: die Wahrheit sind Illusionen, von denen man vergessen hat, dass sie welche sind.“ (Nietzsche, 1873/2000, S. 15)
Wenn wir uns nun dem Herausfinden der Wahrheit, einer allgemeinen und wissenschaftlich verwertbaren Wahrheit, im Kontext von und zwischen Menschen widmen wollen, so stellen wir fest, dass es bestimmter Methoden bedarf, die uns diese Arbeit erleichtern sollen und erst ermöglichen. Ich werde mich im Verlauf meiner Arbeit damit befassen, wie Wissenschaft im erziehungswissenschaftlichen Kontext sich mit einer Methode aus der Qualitativen Forschung behilft, aus Individuen allgemeingültige Wahrheiten zu extrahieren und diese entsprechend auszuwerten.
Wie bereits erwähnt lege ich den Fokus meiner Ausarbeitung auf die Qualitative Forschung - umgenauer zu sein, auf das Problemzentrierte Interview. Hierbei werde ich die grundlegenden Charakteristika und die entsprechende Vorgehensweise dieser Methodik erläutern und auf die Fragestellung eingehen, wie sich eine dedizierte Wissenschaftlichkeit anhand der Kriterien der Quantitativen Forschung feststellen lassen kann, beziehungsweise neue Kriterien eingeführt werden müssen. Um meinen Ausführungen besser folgen zu können, werde ich versuchen, einen kleinen Einblick in die Qualitative Forschung zu geben. Ohne diese Grundinformationen wäre ein schlüssiger Verlauf, beim Lösen der von mir ausgewählten Fragestellung, nicht gänzlich nachvollziehbar. Desweiteren möchte ich ebenfalls einen kurzen Einblick in die Definition und die Differenzierung von Sinnwelten geben, da sich eben die von mir untersuchte Methode des Problemzentrierten Interviews (PZI) mit den Sinnwelten der einzelnen Probanden beschäftigt und somit individuelle Wahrheiten zutage fördert.
2. Was ist Qualitative Forschung?
Im Vorfeld möchte ich einen kurzen Einblick in eine Methode der empirischen Sozialforschung geben. Hierbei möchte ich restriktiv auf die Qualitative Forschung eingehen. Kurz aus dem Grund, da dieses Feld äußerst umfangreich und tiefgründig ist und bei genauerer Betrachtung den Rahmen meiner Arbeit mehr als sprengen würde. Durch die vorherige Abgren-
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zung dieses Teilbereichs der Sozialforschung wird sich das von mir zu bearbeitende Thema einfacher auf die im weiteren Verlauf von mir zu erwähnenden Gütekriterien untersuchen lassen.
2.1 Erläuterung
Abendländische Wissenschaft war, geschichtlich betrachtet, hauptsächlich von Technik und Naturwissenschaften geprägt. Im technologischen Sektor war der Sinn, Arbeitsprozesse der Menschen maschinell zu verbessern und entsprechende Handlungsmuster zu begreifen und zu deuten, bereits in früher Zeit vorhanden. (vgl. Fuhs, 2007, S. 10) Wissenschaft diente demnach dem Erkenntnisgewinn durch Ursache-Wirkungskreisläufe beim Verstehen von Fertigungsverfahren und der verbesserten Bedienbarkeit von neuentwickelten Maschinen. Die Naturwissenschaften bedienten sich demselben Ursache-Wirkungsprinzip im Erforschen von Zusammenhängen in der Physik, Chemie oder Biologie. Hierbei war es von großer Bedeutung, komplexe Vorgänge mathematisch zu begründen und auf die Form einer allgemeingültigen und immerwährenden Modellhaftigkeit zu begrenzen. Die Definition von Naturgesetzen wäre ohne diese Methodik von Messen, Beobachten und numerischer Präsentation nicht möglich gewesen. (vgl. Fuhs, 2007, S. 11)
Im oben genannten Sektor der Naturwissenschaften dienen die Methoden völlig berechtigt dem Erkenntnisgewinn. Ein großes Problem stellt sich nun ein, wenn man Vorgänge beschreiben will, die auf nicht technischer oder naturwissenschaftlicher Basis gründen. Mit diesen Bereichen meine ich die inter- und intrapersonellen Vorgänge in einer Gesellschaft. Nicht alle Fragen lassen sich durch simples Messen von bestimmten Zuständen beantworten. Laut dem großen Mathematiker und Philosophen Blaise Pascal war diese Problematik schon im 17. Jahrhundert, dem Zeitalter der Aufklärung, mehr als präsent und so stellte er fest, dass die Vernunft noch so laut rufen möge, sie könne den Wert der Dinge nicht bestimmen. (vgl. Pascal, 2004) Die quantitativen Methoden sind demnach nicht vollends in der Lage, unsere Welt zu definieren. Dort, wo der Mensch immaterielle Werte sieht und dort, wo es um Emotion und Ästhetik geht, bedarf es einer qualitativen Vorgehensweise um sich diesen Bereichen zugänglich zu machen, da diese nicht rational zu begründen sind. (vgl. Fuhs, 2007, S. 11)
Qualitative Forschung kann man als Ansammlung von verschiedenen Bezeichnungen verstehen, die mit vielerlei Methoden verbunden sind. Wenn man betrachtet, wie viele Publikationen es zu diesem Forschungsansatz gibt, so stellt man fest, dass es offensichtlich keine ein-
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heitliche Begrifflichkeit und keine einheitlich konkludenten Methoden gibt. (vgl. FQS-Link, 2010) Die Qualitative Forschung (QF) hilft dabei, die eben weiter oben im Text genannten Felder zu ergründen. Durch verschiedene Methoden der QF lassen sich Biografien unterschiedlicher Personengruppen erforschen oder Zusammenhänge zwischen erzieherischen Problemen in der Schule verdeutlichen. Es muss erwähnt werden, dass die QF nicht nur in der Pädagogik zu Hause ist, sondern disziplinübergreifend angewandt wird wie zum Beispiel in der Psychologie, der Soziologie, der Volkskunde und in der Psychoanalyse, um nur einige zu nennen. (vgl. Flick et. al., 1995) Als Definitionsversuch kann hierbei so argumentiert werden, dass „Qualitative Forschung […] im weitesten Sinne als eine theoretisch geleitete und metho- dischsystematisch kontrollierte Form der wissenschaftlichen Arbeit an der Grenze zweier Bedeutungswelten verstanden werden [kann].“. (Fuhs, 2007, S. 19) Als Bedeutungswelt ist die Herkunft des Forschers/der Forscherin gemeint, der sich mit einem zu erforschendem Phänomen befasst und die Herkunft des zu forschenden Phänomens an sich. Betrachtet man die Methoden der Qualitativen Forschung beim Versuch, die nicht materiell fassbaren Größen ermitteln zu wollen, wie zum Beispiel dem persönlichen Empfinden bei einer bestimmten Tätigkeit oder dem biografischen Werdegang einer Person, so wird deutlich, dass die Gütekriterien (Validität, Reliabilität, Objektivität) der Quantitativen Forschung nicht vollends übertragbar sind. Es bietet sich somit an aus einem Methodenmix der quantitativen Datenerhebung und der qualitativen Methode seine Forschung zu gliedern. So kann ein unbekanntes Phänomen durch qualitative Exploration untersucht und entstandene Hypothesen durch statistische Modelle untermauert werden.
Wie in der Einführung erläutert, soll dies nur eine kompakte Information darstellen, um meine Fragestellung besser zu bearbeiten. Im weiteren Verlauf werde ich auf die Sinnwelten eingehen, um den Raum der Forschungsfrage zu verdeutlichen. Da sich das Problemzentrierte Interview mit der Darstellung individueller Empfindungen, Lebens- und Wirkräumen von Individuen in einer Gesellschaft befasst, erachte ich es auch für wichtig, zusätzliche Gütekriterien aufzuzeigen.
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Arbeit zitieren:
Rocco Rossi, 2010, Wissenschaftlichkeit in der Qualitativen Forschung?, München, GRIN Verlag GmbH
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