Inhalt
1. Einleitung 3
2. Die Überlieferungsgeschichte des Gedichttextes. 5
3. Beschreibung von Inhalt und Aufbau des Gedichts. 5
4. Form des Gedichts. 7
5. Sprache des Gedichts. 7
5.1 Wortschatz 7
5.2 Stilfiguren. 8
5.3 Epochenbezug 9
6. Position des lyrischen Subjekts 9
7. Gedichtvergleich 10
8. Zusammenfassung der Ergebnisse unter besonderer Berücksichtigung des
Epochenbezugs 12
9. Literaturverzeichnis. 13
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1. Einleitung
Rainer Maria Rilke
Das Karussell - Jardin du Luxembourg (1907) 1 Mit einem Dach und seinem Schatten dreht sich eine kleine Weile der Bestand von bunten Pferden, alle aus dem Land, das lange zögert, eh es untergeht. Zwar manche sind an Wagen angespannt, doch alle haben Mut in ihren Mienen; ein böser roter Löwe geht mit ihnen und dann und wann ein weißer Elefant. Sogar ein Hirsch ist da, ganz wie im Wald, nur dass er einen Sattel trägt und darüber ein kleines blaues Mädchen aufgeschnallt. Und auf dem Löwen reitet weiß ein Junge und hält sich mit der kleinen heißen Hand, dieweil der Löwe Zähne zeigt und Zunge. Und dann und wann ein weißer Elefant. Und auf den Pferden kommen sie vorüber, auch Mädchen, helle, diesem Pferdesprunge fast schon entwachsen; mitten in dem Schwunge schauen sie auf, irgendwohin, herüber -Und dann und wann ein weißer Elefant. Und das geht hin und eilt sich, dass es endet, es kreist und dreht sich nur und hat kein Ziel. Ein Rot, ein Grün, ein Grau vorbeigesendet, ein kleines kaum begonnenes Profil -. Und manches Mal ein Lächeln, hergewendet, ein seliges, das blendet und verschwendet an dieses atemlose blinde Spiel ...
1 Echtermeyer - Deutsche Gedichte. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Hrsg. von Elisabeth K. Paefgen zs. mit Peter Geist. Berlin: Cornelsen 2005. S. 452 f.
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Das Gedicht „Das Karussell“ wurde 1906 von Rainer Maria Rilke geschrieben. Rilke war einer der bedeutendsten Lyriker der deutschen Sprache. Er wurde am 4.12.1875 in Prag geboren; erst ein Jahr zuvor verloren seine Eltern eine Tochter. Sie starb eine Woche nach ihrer Geburt. Rilke hatte aufgrund dessen eine schwere Kindheit. Aus emotionaler Hilflosigkeit heraus versuchte seine Mutter, ihn gegen seinen Willen in die Rolle seiner verstorbenen Schwester zu drängen. Bis zu seinem sechsten Lebensjahr fand sich Rilke so als Mädchen erzogen. Seine Eltern trennten sich als er neun Jahre alt war. Rilke machte sein Abitur 1895. Ab 1896 studierte er Rechtwissenschaften in Prag und München. Nach einer gescheiterten Beziehung mit Lou Andreas-Salomé heiratete Rilke im Frühjahr 1901 Clara Westhoff. Im Dezember des selben Jahres kam Tochter Ruth (1901-1972) zur Welt. Als Freundin und Beraterin blieb Lou Adreas-Salomé jedoch bis zu Rilkes Tod ein wichtiger Mensch in seinem Leben.
Mit Clara Westhoff blieb er Zeit seines Lebens zusammen. Die Sehnsucht nach der Ferne und gleichzeitige finanzielle Sorgen trieben ihn 1902 nach Paris. Dort lernte er Auguste Rodin kennen. Dieser wurde sein Arbeitgeber. Von den Eindrücken der bildenden Kunst und der Pariser Umgebung beeinflusst entstand 1906 das Gedicht „Das Karussell“. Es wurde 1907 in dem Band „Neue Gedichte“ veröffentlicht.
„Das Karussell“ gehört zu Rilkes Dinggedichten. Das lyrische Ich betrachtet das ewige Kreisen eines Kinderkarussells im Pariser Jardin du Luxembourg - einer Art Vergnügungspark in Paris am Anfang des 20. Jahrhunderts - , welcher als Untertitel des Gedichts dient. Die Darstellung des Gegenstandes lässt das lyrische Ich und seine Selbstreflexion in Dinggedichten in den Hintergrund rücken. Um die Jahrhundertwende bewegt sich Rilke in einer Gegenströmung zum Naturalismus, die an impressionistische und symbolistische Ideen anknüpft. Anders als die Darstellungen der Naturalisten versucht Rilke, Eindrücke des Moments festzuhalten, verwischt durch Bewegung, teilweise reduziert auf Farben und Details. Rilkes Karussell geht aber über die impressionistische Darstellung optischer Eindrücke hinaus: Die Gegenstände verweisen symbolisch über sich hinaus. Beim ersten Lesen des Gedichts fällt vor allem die Auskleidung mit vielen Adjektiven auf. Sofort wirkt das Gedicht sehr lebendig und farbenfroh. Rilke verwendet eine verschlüsselte Beschreibung der Details und eine auf den ersten Blick nur teilweise nachvollziehbare Bildersprache. Bemerkenswert sind weiterhin der sofortige Einstieg in das Geschehen und das ebenso abrupte Ende.
Das Gedicht wurde aus verschiedenen Gründen ausgewählt. Zum einen, weil es sowohl eines der bekanntesten Gedichte der Literatur als auch des Symbolismus ist und deshalb oft im Deutschunterricht in den Schulen eingesetzt wird. Zum anderen, weil das Gedicht im ersten
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Arbeit zitieren:
Julia Staud, 2010, Analyse und Interpretation des Gedichts „Das Karussell“ von Rainer Maria Rilke unter besonderer Berücksichtigung des Epochenbezugs, München, GRIN Verlag GmbH
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