INHALT
Vorwort 3
1. Systematische Einordnung innerhalb der verschiedenen
Musikinstrumente 5
1.1. Historische Einordnungsversuche 5
1.2. Systematik nach Curt Sachs 6
2. Vielfalt in Form und Grösse 8
2.1. Die drei Hauptformen 8
2.2. Die verschiedenen Größen und der Serpent 10
3. Fokus: Die Sonderstellung der Zinken 12
3.1. Abriss seiner geschichtlichen Entwicklung 12
3.2. Klang und Spielweise 15
3.3. Turmmusik und Stadtpfeiferei 18
Literaturverzeichnis 22
VORWORT
„Der Zink ist in der Regel ein aus Holz, seltener aus Elfenbein gefertigtes Blasinstrument mit Grifflöchern, das üblicherweise mit Hilfe eines separaten Kesselmundstücks, nur im Falle des stillen Zinken über das eingedrehte Trichter- oder Kesselmundstück angeblasen wird.“ 1
Mit diesem Satz beginnt der von Lorenz Welker geschriebene Artikel Zink in der großen Enzyklopädie Die Musik in Geschichte und Gegenwart und er definiert die Instrumentengruppe schon recht treffend. In dieser Hausarbeit möchte ich einige Punkte dieser Charakteristik herausheben: Im ersten Kapitel soll der Zink innerhalb der verschiedenen Musikinstrumente eingeordnet werden. Dabei werden im ersten Unterpunkt zunächst einige historische Kategorien vorgestellt, mit deren Hilfe schon wichtige Eigenschaften des Instruments genannt werden können, um dann im zweiten Teil die Systematik und die Erläuterungen aus dem Handbuch der Musikinstrumentenkunde von Curt Sachs (1881-1959) 2 heranzuziehen. Hier soll insbesondere die Frage beantwortet werden, welche Art von Blasinstrument der Zink ist und welche verwandtschaftlichen Beziehungen zu anderen Musikinstrumenten ihn kennzeichnen. Der Zink als eigene Instrumentenfamilie soll im Blickpunkt des zweiten Kapitels stehen. Bauliche Merkmale werden im ersten Gliederungspunkt die drei Formen Krummer, Stiller und Gerader Zink
1 WELKER, LORENZ: Art. Zink, in: Finscher, Ludwig (Hrsg.): Die Musik in Geschichte und Gegenwart (Sachteil, Band IX), Kassel; Basel; London; New York; Prag: Bärenreiter, Stuttgart; Weimar: Metzler: 1996, Sp. 2383.
2 SACHS, CURT: Handbuch der Musikinstrumentenkunde, in: Kretzschmar, Hermann (Hrsg.): Kleine Handbücher der Musikgeschichte nach Gattungen, Leipzig: Breitkopf & Härtel 1930 (Band XII), S. 245-281. Im Vorwort wird darauf hingewiesen, dass in einer Überarbeitung die Hornbostel-Sachs-Systematik die Grundlage für die Anordnung in Curt Sachs’ Handbuch der Musikinstrumentenkunde legt.
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beschreiben und unterscheiden, während im zweiten vorwiegend Kennzeichen wie Stimmlage und Tonumfang die verschiedenen Größen darstellen. Außerdem wird die Sonderform Serpent kurz charakterisiert. Das Hauptaugenmerk meiner Hausarbeit habe ich jedoch auf die Sonderstellung des Zinken gelegt, die ihn in der Zeit seiner weitesten Verbreitung unter anderen Musikinstrumenten hervorgehoben haben. Diese außerordentliche Stellung soll im dritten Kapitel - nach einem kurzem geschichtlichen Abriss - an musikästhetischen und musiksoziologischen Aspekten, zum einen nämlich an seinem besonderen Klang, zum anderen an seiner vorrangigen Verwendung in der Turm- bzw. Stadtpfeifermusik festgemacht werden.
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1. Systematische Einordnung innerhalb der verschiedenen Musikinstrumente
1. SYSTEMATISCHE EINORDNUNG INNERHALB DER
VERSCHIEDENEN MUSIKINSTRUMENTE
1.1. Historische Einordnungsversuche
In den praxisorientierten Lehrwerken des 16. und 17. Jahrhunderts werden schon früh Versuche unternommen, die verschiedenen Musikinstrumente zu systematisieren. Auch der Zink wird dabei in unterschiedlichen Kategorien genannt. In der 1592 erschienenen Prattica di Musica von Lodovico Zacconi (1555-1627) werden die Instrumente in drei Kategorien eingeordnet, die Aussagen über die Spielbarkeit diatonischer bzw. chromatischer Skalen zum einen, zum anderen über den Stimmtypus und zum dritten über die mögliche Ausdehnung des vorhandenen Tonraumes treffen. 3 Aufgrund der Grifflöcher ist der Zink für diatonische Skalen leichter zu verwenden, chromatische Halbtöne sind weniger möglich als bei Instrumenten wie die Organi und Viole, weshalb er in der ersten Kategorie ähnlich den Flauti oder Fifari als weniger perfekt gewertet wird. 4 Bei der zweiten Unterscheidungskategorie wird festgestellt, dass der Zink wegen der Lage seiner Grifflöcher zunächst einmal in die Gruppe von Instrumenten gehört, die in Stimmung bzw. Intonation festgelegt sind, doch wie bei den Fifari, Flauti, Fagotti, Cornamuse u. a. ist es dem Spieler möglich, durch mehr oder minder weites Öffnen der Grifflöcher das Instrument im Zusammenspiel mit anderen anzupassen. 5 Weiter findet der Zink beim dritten
Unterscheidungskriterium seinen Platz bei den Instrumenten, die, im Gegensatz zu anderen Blasinstrumenten wie die Fifari oder Flauti,
3 LEONARDS, PETRA: Historische Quellen zur Spielweise des Zinken, in: Reidemeister, Peter (Hrsg.): Basler Jahrbuch für historische Musikpraxis (Band V), Winterthur: Amadeus Verlag 1982, S. 322.
4 LEONARDS, Quellen, S. 324.
5 Ebenda.
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1. Systematische Einordnung innerhalb der verschiedenen Musikinstrumente
den natürlichen Tonumfang wie bei den Violen und Violinen erweitern können. 6
1.2. Systematik nach Curt Sachs
Die Zinken werden in der Systematik Sachs’ der Hauptgruppe der Trompeten-instrumente zugeteilt, da sie die Tonerzeugung mit den Trompeten genauso wie mit den Hörnern gemein haben: Die Schwingung der Luftsäule wird durch die hohe Lippenspannung verursacht, die den Spielwind nur in periodischen Stößen ins Instrument gelangen lässt. Die Luftsäule bzw. die Röhre ist dabei dafür verantwortlich, welcher Grundton geblasen wird (je länger die Röhre, umso tiefer ist der Grundton); die Lippenspannung jedoch ist Ursache dafür, welcher Oberton erzeugt wird. Das Instrumenten-mundstück ist also bei der Tonerzeugung nur insofern wesentlich, als dass es den Lippen Halt und den richtigen Ansatz sowie den Windstößen eine gewisse Genauigkeit verschafft. 7 Die in der Praxis übliche Bezeichnung als Blechblasinstrumente für diese Gruppe lehnt Sachs ab: Viele Mitglieder der Familie sind gar nicht aus Blech, sondern aus Tierhorn, Elfenbein, Holz oder anderen Materialien, zumal der Stoff der Röhrenwand für den Klang ziemlich unerheblich ist. Auch der Begriff Kesselmundstückinstrumente ist für manche Mitglieder der Instrumentenfamilie nicht bezeichnend, schließlich ist in einigen Fällen ein Trichtermundstück vorhanden, in seltenen Erscheinungen auch gar keins. 8 Genauer ordnet Sachs die Zinken den Hörnern zu. Demnach sind sie also Trompeteninstrumente, die eine bestimmte Biegung und eine stückweise konische Verjüngung der Schallröhre aufweisen, deren Vorfahren man leicht bei den altertümlichen Instrumenten aus Tierhörnern und Elefantenstoßzähnen
6 LEONARDS, Quellen, S. 324.
7 SACHS, Musikinstrumente, S. 247.
8 SACHS, Musikinstrumente, S. 252.
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Christian Kämpf, 2007, Der Zink - Systematische Einordnung, Hauptformen und geschichtliche Sonderstellung, München, GRIN Verlag GmbH
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