Inhalt
Einleitung 1
I. Geheimbund. 2
1. Definition. 2
2. Funktion der Geheimnisse 2
II. Die Freimaurer 3
1. Begriffsklärung und Definition. 3
III. Geschichte der modernen Freimaurerei in Europa 4
1. Anfänge und Entstehung. 4
2. Verbreitung 5
IV. Ziele 7
V. Hierarchiesystem 8
1. Grade. 8
2. Hochgrade. 9
VI. Organisation. 10
1. „Loge“ - Begriffsklärung und Definition. 10
2. (Einzel-) Logen 11
3. Großlogen 11
VII. Rituale und Symbole 12
VIII. Das Geheimnis. 14
VIIII. Zukunftsperspektive. 14
Schlusswort 15
Anhang. 16
Literaturverzeichnis. 20
1. Aufsätze, Monographien: 20
2. Internetquellen: 21
Einleitung
Geheimbünde - ein Phänomen, das in der damaligen wie der heutigen Zeit immer wieder die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich zieht und bei einem Großteil der Gesellschaft viele Fragen und Rätsel aufwirft.
Durch die gemeinsam verfolgten Interessen und Ziele der Mitglieder sowie deren für außenstehende Personen geheimen Symbole und Rituale bilden sie jeweils eine eigene Gruppe und grenzen sich auf diese Art und Weise bewusst von dem Rest der Gesellschaft ab.
Einer der bedeutendsten und geheimnisumwittertsten Bünde stellt der sogenannte Freimaurerbund dar, der in seiner heutigen Gestalt auf das 18. Jahrhundert zurückgeht und schon zu dieser Zeit einen hohen internationalen Bekanntheitsgrad erreicht hatte. Seine aus den unterschiedlichsten sozialen Schichten stammenden Mitglieder treten als Verfechter der Ideale der Aufklärung „unter Achtung der Würde des Menschen für Toleranz, freie Entwicklung der Persönlichkeit, Brüderlichkeit und allgemeine
Menschenliebe“ 1 ein.
Doch gehen die Freimaurer trotz solch guter Absichten tatsächlich einer „rosigen“ Zukunft entgegen? Eine mögliche Antwort auf diese Frage erhält der Leser am Ende der hier vorliegenden Arbeit.
Zum besseren Verständnis der Thematik wird zunächst definiert, was unter einem Geheimbund allgemein zu verstehen ist und welche Funktion das Geheimnis innerhalb eines solchen Bundes erfüllt.
Daraufhin wird das Thema dieser Arbeit mit der Begriffsklärung und Definition des Freimaurerbundes eingeleitet, die Geschichte der modernen Freimaurerei erläutert, die Ziele des Bundes, dessen Hierarchiesystem und Organisation dargestellt, dessen Rituale und Symbole sowie das Geheimnis beleuchtet und schließlich - wie bereits erwähntauf die Zukunftsperspektive dieser Vereinigung eingegangen.
1 Reinalter, Helmut: Was ist Freimaurerei?, in: Die Freimaurer, 4. Auflage, München 2004 (2000), S. 7.
1
Ein Geheimbund, synonym oft auch bezeichnet als Geheimgesellschaft, ist eine Vereinigung meist männlicher Personen mit gemeinsamen Interessen und Zielen, innerhalb derer die Mitglieder Geheimnisse miteinander teilen, über die ausschließlich sie informiert sind und die für Außenstehende als Nicht - Mitglieder unzugänglich sind. Es lassen sich dabei zwei Arten von Geheimgesellschaften unterscheiden:
Zum einen gibt es solche mit reinem Initiationscharakter 2 , in denen religiöse, magische oder metaphysische Inhalte vermittelt werden, und zum anderen Vereinigungen mit weltlichen Zielen, sprich politischen, gesellschaftlichen oder gar kriminellen. Bei den Geheimnissen von heute noch bestehenden Geheimbünden handelt es sich oftmals „nur“ um besondere Aufnahmeriten und Prüfungen beim Eintritt in den Bund sowie um die Verschleierung von Namen und Symbolen der Eingeweihten, während in früheren Jahrhunderten sogar schon die reine Existenz eines solchen Bundes und dessen Lehre der Geheimhaltung unterlag. Aus diesem Grund ist heute auch oftmals nicht mehr
explizit von Geheimbünden die Rede, sondern bevorzugt von diskreten Gesellschaften. 3
2. Funktion der Geheimnisse
Geheimnisse, die innerhalb eines Bundes existieren, ermöglichen den Mitgliedern zum einen, sich neben der realen, oftmals unerträglichen Wirklichkeit eine zweite, durch Riten und Symbole fremdartig wirkende Welt zu konstruieren, in die sie sich aus dem
Alltag flüchten können. 4
Als in Geheimnisse Eingeweihte haben die Mitglieder außenstehenden Personen gegenüber auch eine besondere bzw. überlegene Stellung inne und erzeugen bei diesen
2 Vgl. Definition „Initiation“, in: www.adlexikon.de/Initiation.shtml, Adilbo Ltd., 31.05.2006: Geheimgesellschaften mit Initiationscharakter sind solche, bei denen Außenstehende meist durch bestimmte Riten in den Kreis der Gruppe eingeführt werden.
3 Vgl. Hutin, Serge: Verschwiegenheit und Prüfungen, in: Sernor, Edwin/ Claude, Tchou: Die großen Geheimbünde, 1. Auflage, Düsseldorf/ Wien 1979, Übersetzung der französischen Originalausgabe „Les sociétés secrètes initiatiques“ 1975, S. 11.
4 Vgl. Simmel, Georg: Das Geheimnis und die geheime Gesellschaft, in: Soziologie. Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung, Gesamtausgabe Band II, Frankfurt am Main 1992 (1908), Kapitel V, S. 272. Vgl. Hutin, Serge: Die Geheimgesellschaften im sozialen Kontext, in: Sernor, Edwin/ Claude, Tchou: Die großen Geheimbünde, 1. Auflage, Düsseldorf/ Wien 1979, Übersetzung der französischen Originalausgabe „Les sociétés secrètes initiatiques“ 1975, S. 50.
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nach Georg Simmel nicht selten „Eifersucht auf das Wissen um eine [andern]
verborgene Tatsache.“ 5
Zum anderen dienen die gemeinsam gehüteten Geheimnisse dazu, sich als im Hinblick auf Ziele und Interessen einheitliche Gruppe von dem Rest der Gesellschaft abzugrenzen und zur Ausbildung eines enormen Gemeinschafts- und Zusammengehörigkeitsgefühl, was eine Erstarkung des Bundes im Inneren zur Folge
hat. 6
Zu guter Letzt lassen Geheimnisse eine Vereinigung für Nichteingeweihte wesentlich attraktiver erscheinen und verführen diese, einer solchen beizutreten. So zitiert Hutin F. T. B. Clavel, einen ehemaligen Freimaurer, wie folgt: „...Um die Neugierigen zu einem Entschluß zu bewegen, fügt man hinzu, die Gesellschaft wahre sorgsam ein Geheimnis,
das nur Freimaurern mitgeteilt werden dürfe...“ 7 .
Der Begriff „Freimaurer“ ist die Übersetzung des aus dem Englischen stammenden Wortes „Freemason“, welches offiziell zum ersten mal 1376 in einer Londoner Urkunde verwendet wurde. Dieser Begriff bezeichnete ursprünglich „den [einer Bruderschaft angehörigen,] qualifiziert ausgebildeten Maurer und Steinmetz, der den freistehenden
Stein kunstvoll bearbeiten konnte.“ 8 9
Die Freimaurerei, die sich auf die mittelalterlichen Traditionen der Maurerzünfte beruft, tritt als eine seit dem 18. Jahrhundert international verbreitete, überwiegend männliche Gesellschaft für die Ideale der Aufklärung Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität ein. Ungeachtet des sozialen Standes und der Bildung vereinen sie Gleichgesinnte innerhalb ihres Bundes und streben im Inneren gemeinsam und durch überkommene rituelle Handlungen die sittliche Vervollkommnung an. In der
5 Simmel, Georg: Das Geheimnis und die geheime Gesellschaft, in: Soziologie. Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung, Gesamtausgabe Band II, Frankfurt am Main 1992 (1908), Kapitel V, S. 274.
6 Vgl. Simmel, Georg: Das Geheimnis und die geheime Gesellschaft, in: Soziologie. Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung, Gesamtausgabe Band II, Frankfurt am Main 1992 (1908), Kapitel V, S. 275, 277.
7 Hutin, Serge: Die Geheimgesellschaften im sozialen Kontext, in: Sernor, Edwin/ Claude, Tchou: Die großen Geheimbünde, 1. Auflage, Düsseldorf/ Wien 1979, Übersetzung der französischen Originalausgabe „Les sociétés secrètes initiatiques“ 1975, S. 58.
8 Reinalter, Helmut: Was ist Freimaurerei?, in: Die Freimaurer, 4. Auflage, München 2004 (2000), S. 8.
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Öffentlichkeit hingegen sehen die Freimaurer ihre wichtigste Aufgabe in dem Verrichten wohltätiger Arbeit sowie der Förderung von Bildung und Aufklärung. Durch die verwendeten Symbole und die Rituale, deren Erlebnis ausschließlich den Mitgliedern selbst vorbehalten ist, birgt diese Vereinigung etwas Geheimnisvolles und Rätselhaftes in sich und wird daher von der Gesellschaft als Geheimbund angesehen. Da jedoch die Existenz des Freimaurerbundes international bekannt ist und diese ihre Gesinnung und Ziele öffentlich preisgeben, ist der Begriff „Geheimbund“ durch den
adäquateren der „diskreten Gesellschaft“ zu ersetzen. 10
Die Anfänge der modernen Freimaurerei in Europa liegen im Mittelalter in „[den] handwerklichen Bruderschaften, auf deren Brauchtum sehr viel maurerisches Gedankengut zurückgeführt werden kann, und [den] Bauhütten, die überall dort
entstanden, wo Dome gebaut wurden.“ 11 Diese Vereinigungen, in denen hauptsächlich Steinmetze, aber auch Maurer und Decker die Mitglieder stellten, waren fast ausschließlich operativ orientiert, d. h. meist lediglich mit dem Bau von Kathedralen beschäftigt. Auf Grund u. a. des Vorwurfes, sie würden geheime Treffen abhalten sowie religiösen und sozialen Aufruhr verbreiten, wurden sie ab dem 16. Jahrhundert
größtenteils aufgelöst. Nur in England vollzog sich eine etwas andere Entwicklung: Dort nahmen etliche Gilden der Steinmetze zunehmend auch bedeutende Persönlichkeiten aus den unterschiedlichsten, nicht - werkmaurerischen Bereichen auf, wodurch sich der Großteil dieser in ihrer ursprünglichen Form um die Mitte des 16. Jahrhunderts auflösten und von der operativen Maurerei zur vergeistigten, spekulativen Form übergingen, die nach englischer Definition „ein besonderes, in Allegorien
9 Vgl. Reinalter, Helmut: Was ist Freimaurerei?, in: Die Freimaurer, 4. Auflage, München 2004 (2000), S. 8. 1 0 Vgl. Bielefeldt, Erwin: Was ist Freimaurerei?, in: Radbruch, Gustav: Vom edlen Geiste der Aufklärung, 1. Auflage, München 1948, S. 45f. Vgl. Reinalter, Helmut: Was ist Freimaurerei?, in: Die Freimaurer, 4. Auflage, München 2004 (2000), S. 7f. Vgl. „Freimaurer“, in: www.unimuenster.de/PeaCon/conspic-site/freimaurer.html, Westfälische Wilhelms - Universität Münster, 02.06.2006 (2006). Vgl. „Freimaurerei“, in: de.wikipedia.org/wiki/Freimaurerei , Vorsitzender der Wikimedia Foundation Inc., Jimmy Wales, 02.06.2006 (17.05.2006). Vgl. „FM allgemein“, in: www.freimaurer.org/faq/, „Vereinigte Großlogen von Deutschland“, 02.06.2006. 1 1 Reinalter, Helmut: Entstehung und historische Entwicklung, in: Die Freimaurer, 4. Auflage, München 2004 (2000), S. 11.
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Arbeit zitieren:
Tanja Horn, 2006, Der Geheimbund der Freimaurer - Darstellung und Zukunftsperspektive, München, GRIN Verlag GmbH
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