UNIVERSITÄT TRIER, WS 2000/2001
29.04.2001
Fachbereich I, Pädagogik
Seminar: Grundlagen der Sozialplanung
SUPERVISION
Inhaltsverzeichnis
1. Vorbemerkung 02
2. Einleitung 03
3. Qualität Qualitätssicherung Qualitätsentwicklung 04
4. Supervision 06
4.1 Geschichte der Supervision 06
4.2 Definitionen von Supervision 09
4.3 Supervisionsformen 10
4.3.1 Einzelsupervision 10
4.3.2 Gruppensupervision 12
4.4 Weitere Differenzierungen von Supervision 14
4.5 Externe Interne Supervision 15
4.6 Verfahren und Methoden in der Supervision 16
4.7 Supervision Wer Wie Warum 16
5. Qualitätssicherung durch Supervision 17
6. Qualitätssicherung der Supervision 18
7. Schlussbemerkung 19
8. Literaturverzeichnis 20
1
1. Vorbemerkung
Diese Hausarbeit ist der Versuch das Instrument „Supervision“ vorzustellen. In der Veranstaltung „Grundlagen der Sozialplanung“ habe ich mich für das Thema Supervision entschieden, da ich als Zivildienstleistender mit dieser Methode zum ersten Mal in Kontakt kam, und mich seitdem dafür interessiere.
Bei der Literaturrecherche wurde ich sehr schnell fündig. Es gibt eine Vielzahl von Veröffentlichungen zu diesem Thema. Einerseits hatte ich nun eine sehr große Auswahl, andererseits musste ich nun selektieren, da ich nicht alles verwenden konnte. Ich hoffe dies ist mir gelungen. Sehr überschaubar fand ich das Buch „Supervision: eine Einführung für soziale Berufe“ von Nando Belardi, das ich zur Vorstellung der Supervision (siehe 4.) hauptsächlich genutzt habe. Das Medium Internet hat mir die Bearbeitung dieser Hausarbeit ebenfalls erleichtert. Die „Deutsche Gesellschaft für Supervision“ ist dort mit einer eigenen Homepage vertreten, auf der man dann durch „links“ auf die Seiten vieler Autoren stoßen kann.
2
2. Einleitung
„Eine wachsende Konkurrenz zwischen unterschiedlichen Leistungsanbietern und das Recht der Kostenträger, die Qualität der Leistungen zu überprüfen, haben einen wahren „Qualitäts-Boom“ ausgelöst.“ 1 Politik und Kostenträger fordern vermehrt Nachweise der Effektivität und Effizienz der sozialen Arbeit. 2 Da jedoch in der sozialen Arbeit Qualität sehr schwer nachweisbar ist, müssen Wege und Lösungen gefunden werden, um dem wachsenden Legitimationsdruck der Kostenträger gerecht zu werden. Supervision als Instrument der Innensteuerung 3 und „einst zur Qualitätsverbesserung erfunden“ 4 , trägt bzw. soll dazu beitragen die Qualität von sozialen Einrichtungen zu verbessern, zu sichern und vor allen Dingen weiter zu entwickeln.
Der erste Teil dieser Arbeit gibt einen Überblick über die seit einiger Zeit geführte Qualitätsdiskussion in der sozialen Arbeit, und stellt in diesem Zusammenhang die Begriffe Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung kurz vor. Danach werde ich die Supervision vorstellen, um sie dann anschließend in die Qualitätsdebatte einzuordnen, also wie sie zur Qualitätssicherung und zur Qualitätsentwicklung beitragen kann.
1 Meinhold, Marianne in: Lexikon der Sozialarbeit, 2000, S. 551
2 vgl. Kühl, Wolfgang in: Qualitätsentwicklung durch Supervision, 1999, S. 9
3 „... alle über die Bezahlung hinausgehenden Maßnahmen einer Organisation zur Motivation und Kontrolle von Arbeitsleistungen, die einen Arbeitenden zu einer inneren Lern- und Bewertungsbewegung anregen (z.B. Supervision, Fortbildung, Kollegiale Beratung, Qualitätszirkel, Selbstevaluation). Berker, Peter in Kühl, Wolfgang: Qualitätsentwicklung durch Supervision, 1999, S.78
4 vgl. Kühl, Wolfgang in: Qualitätsentwicklung durch Supervision, 1999, S. 9
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3. Qualität, Qualitätssicherung, Qualitätsentwicklung
Um Qualität in der sozialen Arbeit definieren zu können, müssen Standards festgelegt werden. Betrachtet man sich nun die aktuelle Diskussion, so muss man sich fragen, was im Vordergrund stehen soll - Effektivität oder Effizienz. Das Interesse an Qualität beruht meiner Meinung nach hauptsächlich auf ökonomischen Gesichtspunkten. Die Gelder sind knapp und man will wissen was damit passiert. Durchaus legitim, aber für den sozialen Bereich ist die Einführung neuer sogenannter Qualitätssicherungsmaßnahmen gar nicht so einfach durchzuführen. Viele dieser Modelle kommen ursprünglich aus dem betriebswirtschaftlichen Sektor (Controlling, TQM, Qualitätszirkel, Zertifizierungen usw.) und werden nun einfach in den sozialen Bereich übernommen. Manche sprechen sogar von einer BWL-lisierung sozialer Arbeit. Sicherlich ist der Grundgedanke soziale Arbeit transparenter und nachvollziehbarer zu machen nicht falsch, jedoch sollte man sich stets bewusst sein, das die Bestimmung von Qualität in der sozialen Arbeit weitaus schwieriger ist als in anderen Bereichen.
Zum Begriff Qualität
„Qualität im Sozialbereich ist die positive Bewertung der Beschaffenheit, Nützlichkeit und Güte einer Handlung oder eines Gegenstandes.“ 5 Peter Berker differenziert den Begriff Qualität weiter, in dem er ihn in drei Dimensionen unterteilt:
1. Struktur- oder Rahmenqualität (Gesetze, Leitbilder, Vorschriften, Ressourcen wie Geld, Zeit , Personal);
2. Prozess- oder Verlaufsqualität (Prozess ist eine Abfolge von in Wechselbeziehungen stehenden Mitteln und Tätigkeiten, die Eingaben in Ergebnisse umgestalten);
3. Produkt- oder Ergebnisqualität (Produkt ist das Ergebnis des Zusammenwirkens von Strukturen und Prozessen).
5 Berker, Peter in: Supervision, Heft 31/Mai 1997, S. 22
4
Arbeit zitieren:
Marcus Peter, 2001, Supervision, München, GRIN Verlag GmbH
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