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Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung. 4
2 Empowerment- Konzept. 5
2.1 Bedeutung des Empowerment- Begriffs. 5
2.2 Empowerment auf verschiedenen Ebenen. 6
2.3 Empowerment- Prozesse. 7
2.4 Entstehungsgeschichte von Empowerment. 11
3 Empowerment und geistige Behinderung. 13
4 Selbstbestimmung. 14
5 Selbsthilfegruppen 16
5.1 Entstehung. 16
5.2 People- First- Bewegung. 17
5.2.1 Ziele der People- First- Gruppen. 19
6 Fazit. 19
7 Literatur 21
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1 Einleitung
Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass Selbstbestimmung im Leben von Menschen mit geistiger Behinderung keine Selbstverständlichkeit ist. Dabei können sie nicht nur an individuelle, durch ihre Behinderung verursachte Grenzen stoßen, sondern auch auf sozialer Ebene durch andere Mitmenschen 'anecken'. Diese Erfahrungen, die Menschen mit geistiger Behinderung täglich 'ertragen' müssen, haben Auswirkungen auf die Entwicklung ihrer Persönlichkeit. Das Empowerment- Konzept hat die Aufgabe an dieser Stelle einzugreifen und den Menschen mit geistiger Behinderung zu mehr Selbstbestimmung zu verhelfen. Ihnen soll die Möglichkeit gegeben werden, Selbstbestimmung ohne den Verzicht auf notwendige Hilfe zu erleben. Mit der eingangs geschriebenen Aussage des ersten amerikanischen Präsidenten ist ein bedeutendes Element des Empowerment-Konzepts getroffen worden: Das Vertrauen in die Ressourcen und Fähigkeiten der Menschen! Anhand einer genauen Betrachtungsweise des Empowerment- Konzepts, ihrer Bedeutung und den dazugehörigen Empowerment- Prozessen soll eine Basis für Empowerment bei Menschen mit geistiger Behinderung geliefert werden.
Die weiterführenden Kapitel beschäftigen sich vor allem mit dem Themen der Selbsthilfe-Bewegung, der daraus resultierenden „People-First“ Bewegung und der unverzichtbaren Bedeutung von Selbsthilfegruppen.
Die abschließende Stellungnahme soll sich der Frage annähern, ob Selbsthilfegruppen von Menschen mit geistiger Behinderung für den Erfolg von Empowerment- Programmen verantwortlich sind.
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2 Empowerment- Konzept
2.1 Bedeutung des Empowerment- Begriffs
Um dem Thema „Empowerment“ einen Rahmen zu geben, wird an dieser Stelle zunächst der Begriff des Empowerments dargestellt. Generell wird Empowerment aus dem Englischen heraus übersetzt und bedeutet „die Bevollmächtigung, die Ermächtigung, die Übertragung von Verantwortung an Untergebene“(o.V..2009, WWW). Klaus Fischer beschreibt Empowerment in einer Dokumentation der Bundesvereinigung Lebenshilfe als „Fachkonzept zur Stärkung der Persönlichkeit und der Rechte von Menschen mit und ohne Behinderung“(vgl. Fischer 2005, S.6). Empowerment wird hier als ein (selbst)-Bildungsprogramm für Alle angesehen. Auf ähnliche Weise wird Empowerment auch in anderer Literatur beschrieben, so ist meist von einem „Konzept“ die Rede, welches Menschen zur Selbstbestimmung verhilft und Ihnen die Verwirklichung Ihrer Ziele und Vorstellungen für ein autonomes Leben ermöglicht(vgl. Theunissen 2009,S.9/ Theunissen, Plaute 1995, S.8). Das Konzept des Empowerments wird auch als Handlungskonzept angesehen, das nach dem Soziologie- Professor Dr. Norbert Herriger von der Fachhochschule Düsseldorf zum „Fixstern am Himmel der psychosozialen Arbeit „avanciert“ ist“ (Herriger 2009, WWW) 1 Empowerment spielt in der sozialen Arbeit sowie in der Heilpädagogik eine bedeutende Rolle, da es vor allem auch in diesen Bereichen Menschen gibt, die auf Grund ihrer Beeinträchtigung von alltäglichen gesellschaftlichen Prozessen ausgeschlossen werden. So wird ein psychisch erkrankter Mensch, ein armer oder ein geistig behinderter Mensch von „unerfahrenen“ Mitmenschen meist auf seine möglichen Fähigkeiten reduziert, obwohl viel mehr Potential in jedem Einzelnen steckt. An dieser Stelle setzt das Empowerment- Konzept ein. Als Ausgangspunkt dient die Orientierung an einem positiven und optimistischen Menschenbild. Es soll Menschen aus einer Art Ohnmacht herausziehen und Ihnen dabei helfen sich aus genau diesem Stillstand ihres Lebens herauszuentwickeln.
1 Die Ideen des Empowerment werden auch in anderen Teilbereichen genutzt. Wie z.B. in der psychologischen Beratung, in der Organisationsentwicklung und im Personalmanagement (Herriger 2009,WWW).
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2.2 Empowerment auf verschiedenen Ebenen
Nach Georg Theunissen lässt sich Empowerment in vier zentralen Begriffen unterscheiden. An erster Stelle deutet der Begriff des Empowerment auf „Selbstverfügungskräfte“ hin (THEUNISSEN 2009, S.27). Stärken oder spezifische Ressourcen sind gemeint, die es dem Menschen ermöglichen, bestimmte Krisen und Konflikte wie auch Belastungen des Alltags aus den eigenen Stärken und Ressourcen zu bewältigen. Als „empowered person“ bezeichnet Theunissen demnach eine Person, die sich trotz Einschränkungen und Schwächen im gesellschaftlichen Alltag zurecht findet. Desweiteren differenziert Theunissen Bedeutungen von Empowerment. Beispielsweise als politisch ausgerichtete Macht und Durchsetzungskraft (THEUNISSEN 2009, S. 28). Hierbei versuchen Menschen in marginalen Positionen mit Hilfe von politischem Einfluss unabhängig zu werden. Mit der Bezeichnung „Menschen in marginaler Position“ sind weitestgehend diejenigen gemeint, die zum Beispiel einer ethnischen Minderheit angehören, alleinerziehend sind, psychisch erkrankt sind oder eine Behinderung haben. Wie bereits erwähnt, soll in der vorliegenden Arbeit der Fokus auf Menschen mit geistiger Behinderung gelegt werden. Was Empowerment für genau diese bedeutet und in wie fern daraus anhand der Selbstbestimmung der Gedanke für Selbsthilfeorganisationen entstanden ist, wird versucht im weiteren Verlauf der Arbeit zu erörtern.. Für Theunissen bedeutet dies: „Empowerment steht hier für politische Bewusstwerdungsprozesse, politische Aktionen und Erfahrungen von unterdrückten Gruppen, die bislang psychologisch und faktisch durch den Mangel am Zugang zu sozio- kulturellen Ressourcen, gesellschaftlichen Institutionen (z.B. Bildungseinrichtungen) und politischer Entscheidungs- oder auch institutioneller Macht benachteiligt waren“(THEUNISSEN u.a. 2009, S. 28). Kampagnen und Initiativen behinderter Menschen gegen Diskriminierung werden, unter anderem auch, als Beispiele des Empowerment mit einer politisch ausgerichteten Macht genannt. Als dritten Punkt bezeichnet Theunissen Empowerment als einen reflexiven Prozess, in dem die sogenannten Randgruppen der Gesellschaft ihre Angelegenheiten selbst in die Hand nehmen, sich dabei ihrer Persönlichkeit bewusst werden, sich selbst ein Wissen aneignen, um dann schließlich eigene Kräfte zu entwickeln und soziale Ressourcen zu nutzen. Norbert Herriger beschreibt wiederum den Leitgedanken der selbstbestimmten, eigenständig- verantwortlichen Bewältigung des eigenen Lebens durch die „Selbstaneignung von Lebenskräften“(Herriger zit.nach Theunissen 2009, S.28). Schließlich greift Theunissen den Begriff des Empowerment auch als einen im transitiven Sinne gemeinten Begriff auf. „Transitiv“ bedeutet übersetzt „zielend“ oder „verändern“ (o.V. 2009a, WWW). Damit ist aber nicht die Veränderung eines Menschen zu einer „empowered person“ gemeint, sondern lediglich ein Anregen des „Professionellen“ zu neuem Tatendrang. Der Mensch soll nicht von Grund auf in eine bestimmte Richtung gedrängt werden, sondern es sollen Auswahlmöglichkeiten bereit gestellt werden, die jenem dazu verhelfen sich seinen eigenen
Arbeit zitieren:
Diplom Sara Pirs, 2009, Das Empowerment-Konzept und seine Bedeutung für Selbsthilfegruppen am Beispiel der „People-First-Bewegung“, München, GRIN Verlag GmbH
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