Inhaltverzeichnis:
1. Einleitung 2
2. Auschwitz als Barbarei 2
3. Manipulativer Charakter 4
4. Wendung auf das Subjekt 6
5. Resümee 9
Literaturverzeichnis 10
1. Einleitung
Die vorliegende Ausarbeitung 1 beruht auf dem Referat „Erziehung nach Auschwitz: Adornos negative Pädagogik“. Im Folgenden wird Adornos These, Erziehung müsse so gestaltet werden, dass sich Auschwitz nicht wiederholt, näher erörtert. Hierfür wird zuerst dargestellt, welcher Zusammenhang nach Adorno zwischen Barbarei und Auschwitz besteht. Im nächsten Schritt wird erklärt, was Adorno unter dem „Manipulativen Charakter“ und der „Wendung auf das Subjekt“ versteht.
2. Auschwitz als Barbarei
Mit dem Satz, „Die Forderung, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung“, beginnt Adorno seinen Vortrag „Erziehung nach Auschwitz“. Angesichts der in Auschwitz begangenen Grausamkeiten scheint es ihm entbehrlich diese Forderung zu begründen. Laut Adorno ist Auschwitz nicht ausreichend in das Bewusstsein der Menschen eingedrungen. Er führt es darauf zurück, dass die Menschen sich mit dem Geschehenen in Auschwitz zu wenig auseinander setzen. Daher besteht die Möglichkeit, dass sich Auschwitz wiederholen könnte. Um dem entgegen zu wirken, müsste nach Adorno die Bildung der Gesellschaft und vor allem die Erziehung der Menschen neu gestaltet werden. Adorno kritisiert die traditionelle Erfassung des Bildungsbegriffs. Er ist gegen die einseitige Wertevermittlung von Erziehenden, die wiederum ein Bestandteil der traditionellen Gesellschaft ist. Erziehung dürfte keine direkten Werte vermitteln. Stattdessen müssen Menschen lernen, frei denken zu können. Erst dieses freie Denken gewährleistet, dass die Menschen nicht bedenkenlos die Welt so nehmen, wie sie ist. Daher lautet die Forderung, wie sie Karl Brose in seinem Beitrag ‚Erziehung zu Frieden und Mündigkeit’ formuliert hat: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ (vgl. Brose, S. 1).
1 Mit der Ausarbeitung wird bezweckt, die grundlegende Sichtweise Adornos zu Auschwitz anhand seiner Beiträge wieder zu geben. Im fortlaufenden Text werden daher nur die Aussagen Adornos als Zitat gekennzeichnet, die besonders hervorgehoben werden sollen.
2
Adorno bestimmt als primäres Ziel der Erziehung die Verhinderung von einem weiteren Auschwitz. Daher müssen nach Adorno die Bedingungen ermittelt werden, die zu dem Geschehen in Auschwitz geführt haben. Hierfür muss die gesellschaftliche Situation betrachtet werden, die damals gegeben war. Denn die Auseinandersetzung mit der damaligen gesellschaftlichen Lage lässt erkennen, welche Gründe Auschwitz ermöglicht haben. Diese Einsicht befähigt die Menschen der Nachgeneration ihre eigene gesellschaftliche Situation näher zu betrachten und gegebenenfalls verändern zu müssen, um die Wiederholung von Auschwitz zu verhindern. Laut Adorno haben nämlich die damaligen gesellschaftlichen Verhältnisse erst dazu geführt, dass Auschwitz, welches er als Rückfall in die Barbarei kennzeichnet, möglich wurde. Er ist Freuds Meinung, dass die Zivilisation ihrerseits das Antizivilisatorische hervorbringt und es sogar verstärkt. Da mit der zunehmenden Zivilisation auch der gesellschaftliche Druck wächst, fühlen sich die Menschen in einer Welt, die einem mehr und mehr vorschreibt, was zu machen ist, eingesperrt. Je stärker der Druck wird, desto mehr versucht der Mensch, dem zu entfliehen. Der gesellschaftliche Druck, oder anders ausgedrückt der Druck ‚des herrschenden Allgemeinen’ (vgl. Adorno 1:1971, S. 91), verfolgt alles, was sich als Besonderes oder Einzigartiges und damit Nicht-Kollektives ausweist. Das Ganze verursacht eine ‚latente Wut’ (vgl. Ahrens, 1998, S. 46), die unkontrollierbar und gewalttätig gegen die Zivilisation ausbricht. Die Wut setzt Energien frei, die zum Rückfall in die Barbarei führen können. Dies zeigt, dass Zivilisation und Barbarei eng miteinander verbunden sind und sich somit auch nicht trennen lassen. Diese Barbarei zu beseitigen ist das Entscheidende, so Adorno, sonst kommt die ganze Menschheit dazu, dass:
„ […] im Zustand der höchstentwickelten technischen Zivilisation die Menschen in einer merkwürdig ungeformten Weise hinter ihrer eigenen Zivilisation [zurückbleiben] - nicht nur, dass sie in ihrer überwältigenden Mehrheit nicht die Formung erfahren haben, die dem Begriff der Zivilisation entspricht, sondern dass sie erfüllt sind von einem primitiven Angriffswillen, einem primitiven Hass oder, wie man das gebildet nennt, Destruktionstrieb, der noch das Seine dazu beiträgt, die Gefahr zu steigern, dass diese ganze Zivilisation , wozu sie von sich aus schon tendiert, in die Luft geht“ (vgl. Adorno 2:1971, S. 120).
Um den Rückfall zu verhindern, darf sich die Gesellschaft nicht davor drücken, die wahren Ursachen des in Auschwitz Geschehenen zu erkennen und sich diese bewusst zu machen. Dass, was geschehen ist, war kein Zufall, sondern „dass es sich ereignete, ist selbst Ausdruck einer überaus mächtigen gesellschaftlichen Tendenz“ (vgl. Adorno
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Arbeit zitieren:
Anastasia Castillo , 2005, Erziehung nach Auschwitz: Adornos negative Pädagogik, München, GRIN Verlag GmbH
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