Inhaltsverzeichnis Seite I
Inhaltsverzeichnis I - VIII
Literaturverzeichnis IX - XIX
1. Teil : Die Einführung 1
A. Einführung 1
B. Beschluss des BVerfG 2
I. Ausgangslage 2
II. Bedeutung 2
C. Zielsetzung der Arbeit 4
D. Aufbau der Untersuchung 4
2. Teil: Analyse und Gestaltungsüberlegungen 6
A. Zur Stellung der ErbSt 6
I. Erbschaftsteuer vs. Schenkungssteuer 6
II. Prinzipien des Erbschaftsteuerrechts 6
III. Steuersystematik 7
IV. Vorweggenommene Erbfolge 8
B. Analyse der Reform 9
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I. Relevante Änderungen bei der ErbSt 9
1. Überblick und Systematik 9
a. Begünstigungsvoraussetzungen 9
b. Vergleich der Varianten 9
c. Prüfungsreihenfolge 10
2. Verschonungsregelungen im Einzelnen 11
a. Begünstigte Erwerbe 11
b. Begünstigtes Vermögen 11
aa. Betriebsvermögen 11
bb. Anteile an Kapitalgesellschaften 12
cc. Anteile an Kapitalgesellschaften bei Poolvereinbarung 12
c. Verschonungsabschlag und Abzugsbetrag im Grundmodell 13
d. Tarifbegrenzung 14
e. Verschonungsabschlag im Optionsmodell 14
3. Verwaltungsvermögen 15
a. Motiv 15
b. Zuordnung zum Verwaltungsvermögen 15
c. Öffnungsklauseln 16
d. Verwaltungsvermögenstest 16
aa. Grundlage 16
bb. Anwendungsbereich 17
cc. Maßgabe des Besteuerungszeitpunkts 18
dd. Rechnerische Durchführung 18
e. Ausschluss des jungen Verwaltungsvermögens 19
f. Problembereiche 20
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4. Lohnsummenklausel 21
a. Motiv 21
b. Voraussetzungen 21
c. Relevante Voraussetzungen 22
aa. Begriff der Lohnsumme 22
bb. Abgrenzungsschwierigkeiten 23
cc. Berücksichtigung von Tochtergesellschaften 23
d. Beschäftigte 24
e. Betrieb 24
f. Zeitliche Aspekte 25
g. Befreiung 25
h. Nachversteuerung 25
i. Problembereiche 26
5. Behaltensregelungen und Nachversteuerungskonzept 27
a. Nachversteuerungskonzept 27
b. Nachversteuerungstatbestände 28
aa. Schädliche Verwendung 28
bb. Überentnahmen 29
cc. Reinvestitionsklausel 29
dd. Unschädliche Vorgänge 29
6. Verfahrensrecht und Anzeigepflichten 30
7. Vermeidung der Doppelbesteuerung nach § 35b EStG 31
a. Ziel 31
b. Inhalt und Rechtsfolge 31
8. Zeitliche Anwendung und Wahlrechte 32
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Inhaltsverzeichnis Seite IV
II. Relevante Änderungen bei der Bewertung 33
1. Überblick 33
2. Einzelne Bewertungsmethoden 33
a. Gemeiner Wert als zentraler Bewertungsmaßstab 33
b. Einzelne Bewertungsmethoden 34
3. Konkurrenzverhältnis 36
4. Bewertung von Auslandsvermögen 37
a. Bewertungsmaßstab gemeiner Wert 37
b. Anwendung des § 31 BewG 37
c. Ausländisches Betriebsvermögen 38
d. Anteile an ausländischem Betriebsvermögen 39
e. Anteile an ausländischen Kapitalgesellschaften 40
5. Problembereiche 40
C. Sonderprobleme 41
I. Lohnsummenregelung und Kurzarbeitergeld 41
1. Kurzarbeitergeld 41
a. Wesen und Zweck von Kurzarbeit und Kurzarbeitergeld 41
b. Entwicklung der Kurzarbeit und des Kurzarbeitergeldes 42
c. Rechtsfolgen und Wirkungsweise 44
d. Höhe und Dauer des Kurzarbeitergeldes 44
2. Auswirkungen auf die Lohnsummenklausel 45
a. Überblick 45
b. Auswirkungen auf die Lohnsumme 46
aa. Arbeitslohn 46
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Inhaltsverzeichnis Seite V
bb. Lohnabzugssteuern 46
cc. Kurzarbeitergeld 47
dd. Sozialversicherungsbeiträge 48
c. Fallbeispiel 49
d. Brisanz 51
II. Europäische Grundfreiheiten und Nationales Recht 51
1. Vorbemerkung 51
2. Fallbeispiel 52
3. Europäische Grundfreiheiten 54
a. Vorbemerkung 54
b. Prüfung eines Verstoßes 55
aa. Vorbemerkung 55
bb. Schutzbereich der Grundfreiheiten 56
cc. Sachlicher Anwendungsbereich 57
aaa. Niederlassungsfreiheit 57
bbb. Kapitalverkehrsfreiheit 57
dd. Beeinträchtigung von Grundfreiheiten 59
aaa. Grundfreiheiten als Diskriminierungsverbote 59
bbb. Grundfreiheiten als Beschränkungsverbote 60
(1) Niederlassungsfreiheit 61
(2) Kapitalverkehrsfreiheit 62
ee. Rechtfertigung von Beeinträchtigungen 63
ff. Differenzierung über die Beteiligungsquote 65
c. Schlussbemerkung 67
4. Verfassungsrecht 68
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a. Vorbemerkung 68
b. Allgemeine verfassungsrechtliche Maßstäbe 68
c. Prüfung eines Verstoßes 69
aa. Ungleichbehandlung tauglicher Vergleichsgruppen 69
bb. Rechtfertigung der Ungleichbehandlung 70
cc. Differenzierung über Beteiligungsquote 71
d. Verfassungsmäßigkeit der Reform 71
5. Schlussbemerkung 72
D. Gestaltungsüberlegungen 73
I. Vorbemerkung 73
II. Gestaltungen bei Einzelunternehmen 73
1. Bei der Bewertung 73
a. Auswirkungen der Reform auf die Gestaltung 73
b. Auswahl des Wertermittlungsverfahrens 74
c. Einzelheiten 74
d. Wahl des Betrachtungszeitraums 75
2. Bei der Erbschaftsteuer 75
a. Verwaltungsvermögen 75
aa. Vorbemerkung 75
bb. Veränderung des Verwaltungsvermögensanteils 76
cc. Veränderung des Betriebsvermögensanteils 76
dd. Vermögensauslagerung auf Tochtergesellschaft 76
b. Lohnsummenklausel 77
aa. Beeinflussung der Mindestarbeitnehmeranzahl 77
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bb. Senkung der Ausgangslohnsumme 77
cc. Erhöhung der Mindestlohnsumme 78
c. Reinvestititonsklausel 78
III. Spezielle Gestaltungen 79
1. Beteiligungen an Personengesellschaften 79
a. Vorbemerkung 79
b. Einbezug von ausländischem Betriebsvermögen 80
c. Vermögensverwaltungstest bei Sonderbetriebsvermögen 80
2. Beteiligungen an Kapitalgesellschaften 81
a. Vorbemerkung 81
b. Stimmrechtsbündelung 81
c. Gründung und Übertragung einer Geld-GmbH 83
E. Ausblick 84
I. Erlasse 84
II. Auswirkungen der Finanzkrise 85
III. Rechtfertigung der ErbSt 86
IV. Verfassungsmäßigkeit der ErbSt 87
3. Teil: Kritische Würdigung und Resümee 89
A. Pro 89
B. Contra 89
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Inhaltsverzeichnis Seite VIII
C. Resümee 90
Abbildungsverzeichnis XX -
XXIX
Diplomarbeit Sebastian Stiller ErbStRG
Birk, Dieter Einkommensteuer und Erbschaftsteuer -Gibt es ein inneres System? 2009 Münster
(zitiert: Bearbeiter in Birk, ESt und ErbSt, 2009, S.) ders. Verfassungsfragen im Steuerrecht -Eine Zwischenbilanz nach den jüngsten Entscheidungen des BFH und des BverfG Deutsches Steuerrecht 2009, S. 877 ff. (zitiert: Birk, DStR 2009, 877, S.) Bundestag-Drucksache Gesetzentwurf der Bundesregierung Entwurf eines Gesetzes zur Reform des Erbschaftsteuer- und Bewertungsrechts (ErbStRG) Drucksache 16/7918 vom 28.01.2008 (zitiert: BT Drs 16/7918 v. 28.01.2008, S.) ders. Bericht des Finanzausschusses zum Gesetzentwurf der Bundesregierung Entwurf eines Gesetzes zur Reform des Erbschaftsteuer- und Bewertungsrechts (ErbStRG) Drucksache 16/11107 v. 27.11.2008 (zitiert: BR-Drs. 16/11107 v. 27.11.2008, S.) Cordewener, Axel Europäische Grundfreiheiten und nationales Steuerrecht 2002 Bonn
(zitiert: Cordewener, Europäische Grundfreiheiten und nationales Steuerrecht, S.) Creutzmann, Andreas Unternehmensbewertung im Steuerrecht -Neuregelungen des Bewertungsgesetzes ab 1. 1. 2009
Diplomarbeit Sebastian Stiller ErbStRG
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(zitiert: Bearbeiter in Däubler, TVG, 2. Auflage 2006, §, Rn.) Deutscher Industrie- und Handelkammertag Erbschaftsteuer verunsichert Mittelstand -DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge
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Abgerufen am 31.07.2009 unter www.ihk.de (zitiert: DIHK, DIHK-Report Unternehmensnachfolge 2008, S.) Dillberger, Emanuel Der Verschonungsabschlag des § 13a ErbStG Fest, Timo n. F. als Motiv für einen Personalabbau bei Betriebsausgaben Deutsches Steuerrecht 2009, S. 671 ff. (zitiert: Dillberger/Fest, DStR 2009, 671, S.) Eisele, Dirk Erbschaftsteuerreform 2009
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Diplomarbeit Sebastian Stiller ErbStRG
Herne
(zitiert: Eisele, Erbschaftsteuerreform 2009, S.) Ehlers, Harald Kurzarbeit
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Zeitschrift für Erbrecht und Vermögensnach-
Diplomarbeit Sebastian Stiller ErbStRG
folge 2008, S. 87 ff. (zitiert: Gottschalk, ZEV 2008, 87, S.) ders. Befreiung einer Familiengesellschaft von der Erbschaftsteuer bei Beschäftigung einer bestimmten Zahl von Arbeitnehmern einer Region eines Mitgliedstaats Zeitschrift für Erbrecht und Vermögensnachfolge 2008, S. 92 ff. (zitiert: Gottschalk, ZEV 2008, 92, S.) Griesel, Carmen Erbschaftsteuerreform: Nicht begünstigtes Mertes, Jürgen Verwaltungsvermögen Erbfolgebesteuerung 2008, S. 202 ff. (zitiert: Griesel/Mertes, ErbBtG 2008, 202, S.) Gürsching, Lorenz Kommentar zum Bewertungsrecht - BewG Stenger, Alfons und ErbStG Loseblatt 2009 Köln
(zitiert: Bearbeiter in Bewertungsrecht, §, Rn.) Hahn, Hartmut Gemeinschaftsrecht und Recht der direkten Steuern - Teil I Deutsche Steuerzeitung 2005, S. 433 ff. (zitiert: Hahn, DStZ 2005, 433, Rn.) Handzik, Peter Die neue Erbschaft- und Schenkungsteuer nach der Erbschaftsteuerreform 2008 6. Auflage 2008 Berlin
(zitiert: Handzik, Erb- und SchenkSt nach der ErbSt-Reform 2008, Rz.) Hannes, Frank Erbschaftsteuerreform: Die Besteuerung des Onderka, Wolfgang Erwerbs von Betriebsvermögen - keine Sternstunde der Steuervereinfachung Zeitschrift für Erbrecht und Vermögensnach-
Diplomarbeit Sebastian Stiller ErbStRG
folge 2008, S. 16 ff. (zitiert: Hannes/Onderka, ZEV 2008, 16, S.) Hübner, Heinrich Erbschaftsteuerreform 2009 1. Auflage 2009 München
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(zitiert: WP-Handbuch Band II, Abschnitt, Tz.) Isensee, Josef Handbuch des Staatsrechts Kirchhof, Paul Heidelberg Band V, 2007
(zitiert: Bearbeiter in Isensee/Kirchhof, HStR V, § , Rn.) Knauf, Ute Maria Determinanten und Gestaltungsansätze der internationalen Nachfolgeplanung 1. Auflage 2008 Baden-Baden
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(zitiert: Kellersmann/Treisch, Europäische Unternehmensbesteuerung, S.) Küttner, Wolfdieter Personalbuch 2008 Roller, Jürgen 15. Auflage 2008
Diplomarbeit Sebastian Stiller ErbStRG
München
(zitiert: Bearbeiter in Küttner, Personalbuch 2008, Rn.) Meincke, Jens Peter Kommentar zum Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz
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(zitiert: Meincke, Erbschaftsteuergesetz, §, Rn.) Moench, Dietmar Erbschaftsteuer Albrecht, Gerd 2. Auflage 2009 München
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(zitiert: von Oertzen, Ubg 2008, 59, S.) Onderka, Wolfgang Die Gestaltung der Unternehmensnachfolge nach der Erbschaftsteuerreform Neue Zeitschrift für Gesellschaftsrecht, 2009, S. 521 ff.
(zitier: Onderka, NZG 2009, 521, S.)
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Diplomarbeit Sebastian Stiller ErbStRG
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Deutsches Steuerrecht 2009, S. 253 ff. (zitiert: Scholten/Korezkij, DStR 2009, 253, S.) dies. Begünstigungen für Betriebsvermögen nach der Erbschaftsteuerreform - Verwaltungsvermögen
Deutsches Steuerrecht 2009, S. 147 ff. (zitiert: Scholten/Korezkij, DStR 2009, 147, S.) dies. Nachversteuerung nach §§ 13a und 19a ErbStG als Risiko- und Entscheidungsfaktor Deutsches Steuerrecht 2009, S. 991 ff. (zitiert: Scholten/Korezkij, DStR 2009, 991, S.) Schulz, Peter Der Regierungsentwurf zur Erbschaftsteuer-Althoff, Michael reform: Ausgewählte Zweifelsfragen bei Markl, Richard Verwaltungsvermögen, Lohnsumme und der Begünstigung von Kapitalgesellschaftsantei- Diplomarbeit Sebastian Stiller ErbStRG
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Diplomarbeit Sebastian Stiller ErbStRG
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Kommentar / Band 1 - Art. 1 - 53 EUV + Art. 1 - 80 EGV
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Diplomarbeit Sebastian Stiller ErbStRG
Beschluss des BVerfG Seite 1
1. . T Te ei il l: : Di ie e E Ei in nf fü üh hr ru un ng g 1 D
A. . E Ei in nf fü üh hr ru un ng g A
In den nächsten Jahren steht bundesweit eine kaum überschaubare Anzahl von Unternehmensübertragungen an. Für die unmittelbar Beteiligten - Unternehmer, Unternehmensnachfolger - sowie für ihre Berater stellt dies in aller Regel eine schwierige Herausforderung dar. Oftmals unterbleiben rechtzeitige Planungen und Maßnahmen. Manchmal erfolgen auch frühzeitige Weichenstellungen, die sich nachträglich als problematisch und kaum umkehrbar erweisen. Gut beraten ist deshalb derjenige, der sich frühzeitig mit den bei der Übergabe seines Unternehmens zu beachtenden Aspekten vertraut macht und sich so in die Lage versetzt, langfristige Übergabestrategien zu entwickeln. Das Ergebnis solcher Überlegungen ist dann in aller Regel eine Kombination aus Maßnahmen zur Vermögensstrukturierung (einschließlich der Gestaltung maßgeschneiderter Gesellschaftsverträge), Maßnahmen vorweggenommener Erbfolge (z.B. Schenkungen, gegebenenfalls unter Vereinbarung von Nießbrauchsrechten) und letztwilligen Verfügungen (Testament, Erbvertrag). Neben zahlreichen außensteuerlichen Gestaltungsmotiven stehen bei der Konzipierung einer geeigneten Nachfolgegestaltung regelmäßig die steuerrechtlichen Aspekte im Mittelpunkt der Bemühungen. Nicht zuletzt aus emotionalen Gründen kommt hier der Erbschaftsteuer 1 eine enorme Bedeutung zu 2 . Obwohl der Anteil der Erbschaftsteuer mit ca. 1 % am Gesamtsteueraufkommen relativ gering ist 3 , sind insbesondere Familienunternehmen von der Erbschaftsteuer betroffen 4 . Mit den
1 Im Folgenden sind die Ausführungen zur Erbschaftsteuer vorbehaltlich eines ab-
weichenden Hinweises auch für die Schenkungsteuer zu verstehen.
2 DIHK, DIHK-Report Unternehmensnachfolge 2008, S. 1 f.
3 Jedoch mit steigender Tendenz, vgl. Kassenmäßige Steuereinnahmen nach Steuer-
gruppen mit Aufteilung auf direkte und indirekte Steuern 1970 bis 2008 (Stand
16.06.2009), abgerufen am 31.07.2009 unter
http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_53848/sid_1A77B9CA3B9733EBDED
C799916EBFE05/DE/Wirtschaft__und__Verwatung/Steuern/Steuerschaetzung__ein
nahmen/Steuereinnahmen/0601011a6002.html?__nnn=true.
4 Gesamtausgabe BDI/vbw/Deloitte-Schriftenreihe zur Erbschaftsteuerreform, abge-
rufen am 31.07.2009 unter
Beschluss des BVerfG Seite 2
durch das Erbschaftsteuerreformgesetz 5 zum Jahreswechsel 2008/2009 in Kraft getretenen Änderungen, insbesondere des Erbschaft- und Schenkungsteuergesetzes sowie des Bewertungsgesetzes hat sich die Bedeutung der Erbschaftsteuerplanung für die Nachfolgegestaltung spürbar erhöht.
B. . B Be es sc ch hl lu us ss s d de es s B BV Ve er rf fG G B
I. Ausgangslage
Mit Beschluss vom 7. 11. 2006 hatte das BVerfG das damals geltende Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht für verfassungswidrig erklärt, weil insbesondere die Anwendung des einheitlichen Tarifs des § 19 Abs. 1 ErbStG a. F. auf die sich aus § 12 ErbStG a. F. ergebenden unterschiedlichen Bemessungsgrundlagen gegen den Gleichheitssatz verstoße 6 . Trotz Verfassungswidrigkeit hat das BVerfG entschieden, dass die betroffenen Normen ausnahmsweise bis zu einer Neuregelung weitergelten können, um für eine Übergangszeit einen Zustand der Rechtsunsicherheit zu vermeiden. Gleichzeitig war dem Gesetzgeber aufgetragen worden, eine verfassungsgemäße Neuregelung spätestens bis zum 31. 12. 2008 zu treffen 7 . Dem ist der Steuergesetzgeber kurz vor Fristende mit dem „Gesetz zur Reform des Erbschaftsteuer- und Bewertungsrechts (Erbschaftsteuerreformgesetz - ErbStRG)“ nachgekommen 8 .
II. Bedeutung
Die Neuregelung des ErbStG und des BewG durch das ErbStRG kann man ohne Übertreibung als revolutionär bezeichnen. Nicht nur die
http://www.bdi.eu/download_content/SteuernUndFinanzpolitik/12_Gesamtschriftenr
eihe_Erbschaftsteuer.pdf.
5 Erbschaftsteuergesetz i. d. F. des Erbschaftsteuerreformgesetzes vom 24.12.2008,
BGBl. I 2008 S. 3018 = BStBl. I 2009 S. 140.
6 BVerfG v. 07.11.2006, 1 BvL 10/02, BStBl. II 2007, 192; ZEV 2007, 76; DStR
2007, 235; NJW 2007, 573.
7 BVerfG v. 7. 11. 2006 (Fn. 1), BStBl II 2007, 192, 215; vgl. hierzu auch BVerfG
v. 11. 1. 1995, 1 BvR 892/88, BVerfGE 92, 53, 74, NZA 1995, 752; v. 28. 1. 2003,
1 BvR 487/01, BVerfGE 107, 133, 149, NJW 2003, 737.
8 ErbStRG v. 24. 12. 2008, BGBl I 2008, 3018.
Beschluss des BVerfG Seite 3
Politik wurde von der Klarheit überrascht, mit welcher sich das BVerfG festgelegt hatte. Bewertungsmaßstab für sämtliche Vermögensgegenstände ist der gemeine Wert. Damit gilt die Bewertungskonzeption, die gemäß § 31 BewG bisher nur für das Auslandsvermögen galt, nunmehr für alle inländischen Vermögensarten. Das neue Gesetz verfolgt durchgängig eine Hochsteuerkonzeption, der im Hinblick auf die Steuersätze keine Entlastung gegenübersteht 9 , im Gegenteil: In den Steuerklassen II und III wurden auch die Steuersätze massiv erhöht. Die Auswirkungen der Neuregelungen zeigen sich wegen des Umfangs der Erhöhung der steuerlichen Werte insbesondere bei der Übertragung unternehmerischen Vermögens, da sich die Erhöhung der Freibeträge in der erbschaftsteuerlichen Belastung dort nur marginal auswirkt.
Begleitet wird die deutliche Erhöhung der Steuerbemessungsgrundlage von einer umfangreichen Verschonung für bestimmte Arten von Produktivvermögen 10 . In der politischen Diskussion über die Erbschaftsteuerbelastung der Unternehmensnachfolge wird die Inanspruchnahme der Verschonungsregelungen und die Vermeidung des Nachsteuertatbestands immer als problemlos unterstellt. Dies ist jedoch deutlich differenzierter zu betrachten. Während nämlich unter bestimmten Voraussetzungen weit reichende Steuerfreistellungen gewährt werden, können sich bei Missachtung der gesetzlichen Vorgaben im Einzelfall existenzvernichtende Steuerbelastungen ergeben. Das Erbschaftsteuerreformgesetz enthält vor diesem Hintergrund Risiken und Chancen zugleich.
Aufgrund der vom Gesetzgeber gewählten Konzeption wird künftig jede Unternehmensnachfolgeplanung die Verschonungsregelungen einschließen müssen, da die Erbschaftsteuer andernfalls nur durch Unternehmensverkauf oder -liquidation aufgebracht werden kann. Unternehmer und ihre Berater müssen daher mehr als früher die Vermögensnachfolge langfristig und unter genauer Beobachtung der
9 Hübner, ErbSt-Reform 2009, S. 384 f.
10 Betriebsvermögen i. S. der §§ 95 ff. BewG, Anteile an Kapitalgesellschaften.
Zielsetzung der Arbeit Seite 4
Verschonungsvoraussetzungen planen und - möglichst unter Lebenden - vollziehen.
C. . Z Zi ie el ls se et tz zu un ng g d de er r A Ar rb be ei it t C
Im Rahmen dieser Arbeit sollen die geänderten Rahmenbedingungen hinsichtlich der Erbschaftsteuergesetzgebung infolge der Neufassung des Erbschaftsteuergesetzes für die Übertragung von Unternehmensvermögen dargestellt werden. Die Darstellungen beschränken sich insoweit auf die relevanten Änderungen des Erbschaftsteuer- und Bewertungsrechts. Auf der Begünstigungsebene konzentriert sich die Darstellung insbesondere auf das gesetzliche Novum des Verwaltungsvermögens und auf die Lohnsummenklausel, da diese als Be-günstigungsvoraussetzungen für die Verschonungsoptionen eine erhebliche Rolle spielen. Dem trägt auch der gestalterische Abschnitt Rechnung, da sich ein Großteil der Beratungspraxis im Bereich von Verwaltungsvermögen und Lohnsummenklausel abspielen wird. In Anbetracht der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise gerät insbesondere die Lohnsummenklausel ins Visier der Betrachtungen. Da ein Großteil der Unternehmen das Kurzarbeitergeld in verlängerter und erweiterter Form in Anspruch nimmt, drängt sich eine Diskussion der Auswirkungen auf die Lohnsummenklausel auf. Zudem ist fraglich, inwieweit die Lohnsummenklausel den europarechtlichen und verfassungsrechtlichen Anforderungen entspricht, da es insbesondere wegen der Aufnahme der Mindestbeteiligungsquote zu diskussionswürdigen Ergebnissen kommen kann. Insgesamt wird auf eine abschließende Darstellung der Änderungen verzichtet. Vielmehr sollen die tatsächlichen und möglichen Problembereiche im Bereich der Übertragung von Unternehmensvermögen aufgeworfen, thematisiert und diskutiert werden.
D. . A Au uf fb ba au u d de er r U Un nt te er rs su uc ch hu un ng g D
Nachdem die Problemstellung sowie die Ausgangslage und Zielsetzung dieser Arbeit in diesem 1. Teil dargelegt wurden, soll nun das strukturierte Vorgehen in einzelnen Schritten aufgezeigt werden.
Arbeit zitieren:
Dipl.-Finanzwirt - Dipl.-Wirt.-Jur. Sebastian Stiller, 2009, Erb- und schenkungsteuerrechtliche Behandlung von Unternehmensvermögen nach dem Erbschaftsteuerreformgesetz 2009, München, GRIN Verlag GmbH
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