Über Wirklichkeitskriterien
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Was ist Wirklichkeit?
2.1. Kritischer Realismus
2.2.Theorien der Wahrnehmung
2.3.Differenzierung verschiedener Wirklichkeitsbegriffe
2.4. Drei Stufen der Wahrnehmung
3. Wirklichkeitskriterien
3.1. Syntaktische Wirklichkeitskriterien
3.2. Semantische Wirklichkeitskriterien
3.3. Pragmatische Wirklichkeitskriterien
4. Schlussfolgerung
5. Literaturangabe
1. Einführung
Wir orientieren uns in einer Welt der subjektiven Erscheinungen, woher nimmt sich dann der/die AlltagsbeobachterIn die Sicherheit, sich in der objektiven Realität zu bewegen und diese zu verändern? Woher nimmt er/sie sich die Sicherheit über die wirkliche Existenz der ihn/ihr umgebenden Welt?
2. Was ist Wirklichkeit?
Nach erkenntnistheoretischen Überlegungen wird zwischen der unmittelbar erlebten Wirklichkeit (der Welt der Erscheinungen - phänomenale Welt) und der transzendentalen Realität (den Dingen "an sich" - transphänomenale Welt) unterschieden. Wir sprechen hier von Realität (= physikalische Welt) und Wirklichkeit (= alle subjektiven Erscheinungen der Realität).
2.1. Kritischer Realismus
I.) Transphänomenale Welt (Makrokosmos): = der 1. Sinn von Wirklichkeit
nach Wolfgang METZGER
1. Physikalische Umwelt Die "Welt an sich"; zu ihr hat der
2. Physiologischer Organismus Mensch keinen direkten Zugang, sondern nur indirekt über seine
phänomenale Welt
II.) Phänomenale Welt (Mikrokosmos): = der 2. Sinn von Wirklichkeit
nach Wolfgang METZGER
3. Die erlebten Vorgänge in der Außenwelt Die uns direkt zugängliche Welt,
4. Die erlebten Körper-Ich-Vorgänge das ist die anschauliche, erlebte Welt (Wahrnehmungen, Gefühle,
Vorstellungen Gedanken, etc.)
Im Kritischen Realismus wird die These vertreten, dass die gesamte vorgefundene Welt - also die Innenwelt, aber auch die wahrgenommene Außenwelt - zu unserer anschaulichen, erlebten Welt, d.h. der phänomenalen Wirklichkeit gehört (Mikrokosmos). Diese ist streng von der physikalischen bzw. transphänomenalen Welt zu unterscheiden (Makrokosmos); diese ist uns niemals unmittelbar gegeben, sondern kann nur indirekt erschlossen und in theoretischen Modellen, z.B. in Form von physiologischen Theorien über den menschlichen Organismus, abgebildet werden. Aus dieser Sicht wird die Welt gleichsam verdoppelt.
Beiden "Arten" von Wirklichkeit, der phänomenalen und der transphänomalen Welt, kommen aus gestalttheoretischer Sicht reale Existenz zu. Die Erlebniswelt des Menschen hat aus wissenschaftlicher Sicht die gleiche Bedeutung, wie die mit naturwissenschaftlichen Methoden gewonnenen Erkenntnisse über die physikalischen, physiologischen oder psychologischen Gegebenheiten. Die unkritische Vermischung beider Wirklichkeiten, die Leugnung der einen oder anderen, oder die Verwechslung der einen mit der anderen Art von Wirklichkeit hat in der wissenschaftlichen Forschung, speziell in der Psychologie, zu schwerwiegenden Fehlschlüssen geführt (METZGER, 1975).
2.2. Theorien der Wahrnehmung
[...]
Arbeit zitieren:
Christian Schönherr, 2002, Über Wirklichkeitskriterien, München, GRIN Verlag GmbH
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