kann durchaus mehrere Jahre umfassen, was vor allem in olympischen Sportarten als Vierjahresplan oder Olympiazyklus durchgeführt wird. In ihm werden vorrangig langfristige Zielsetzungen verfolgt. Der nächst kleinere Zyklus ist der Markrozyklus, ein längerer, regelmäßig wiederkehrender Trainingsabschnitt ähnlicher Aufgabenstellung und Grundstruktur. Er gliedert die Jahresplanung in längere Abschnitte, wie z.B. der Vorbereitungsperiode auf die später noch genauer eingegangen wird. Seine Dauer kann zwischen 6 Wochen und mehreren Monaten betragen, wobei der Makrozyklus in der Praxis häufig als 3- Monatszyklus durchgeführt wird. Weiterhin besteht er aus mehreren Mesozyklen. Diese sind in Grundstruktur und Aufgabenstellung sich wiederholender Trainingsabschnitte mittlerer Länge mit einer Dauer von 4 bis 6 Wochen. Dabei werden in diesem Trainingszyklus gezielte inhaltliche Schwerpunkte wie z.B. eine GA1 Entwicklung gesetzt. Ein Mesozyklus besteht folglich wieder aus mehreren Mikrozyklen. Ein Mirkozyklus setzt sich aus mehreren Trainingseinheiten zusammen und dauert in der Regel 2 bis 7 Tage. Er wird auch als Wochenzyklus bezeichnet und die Beachtung der Wechselbeziehung zwischen Intensität und Umfang im Kontext des klassischen Superkompensationsmodells ist hier von besonderer Bedeutung um ein Übertraining zu vermeiden und effektive Trainingsreize setzten zu können. Die Trainingseinheit ist der kleinste Zyklus, bzw. die kleinste Einheit im Gesamttrainingsprozess und dauert zwischen wenigen Minuten bis hin zu mehreren Stunden. Die Grundbestandteile sind hierbei Einleitung, Hauptteil und Schluss, und es sollte innerhalb einer Trainingseinheit auf eine optimale Anordnung der verschiedenen Trainingsformen (Ausdauer-, Kraft-, Schnelligkeitstraining, und andere Formen) geachtet werden. Die Periodisierungsphasen
Die sportliche Form eines Athleten kann nicht ganzjährig auf einem hohen Niveau gehalten werden bzw. die Trainingsbelastung kann nicht durchgängig im Grenzbereich der individuellen Belastbarkeit bleiben (Weineck 2004). Daher muss die Intensität der Belastungen variiert werden und auf eine intensive Trainingsphase sollte immer eine Entlastungsphase mit geringeren
Intensitäten und Umfängen folgen. Dieser Wandel der Intensitäten und Umfänge erfolgt periodisch und ermöglicht das Erreichen einer optimalen sportlichen Form zu wichtigen Zeitpunkten (Weineck 2004). Eine Unterteilung des Trainings in einen klassischen Jahreszyklus mit drei Perioden (Vorbereitungs-, Wettkampf-, Übergangsperiode) hat sich hierbei bewährt. Diese drei Perioden können sich mehrmals im Jahr wiederholen, wobei auf diesen Sachverhalt im Kapitel ‚Periodisierungsmodelle’ noch näher eingegangen wird.
Die Vorbereitungsperiode hat das Entwickeln der sportlichen Form zum Ziel und besitzt daher eine „aufbauende“ Funktion. Sie wird weiterhin in zwei Phasen unterteilt. In der allgemein vorbereitenden Phase steht eine allgemein- konditionelle Vorbereitung im Mittelpunkt, wobei der Belastungsumfang kontinuierlich ansteigt und höher als die
Belastungsintensität ist. Die speziell- vorbereitende Phase verfolgt die Entwicklung von speziell dominierenden Leistungsgrundlagen und speziellen Leistungsvoraussetzungen der Sportart. Der Trainingsumfang bleibt unverändert hoch, die Intensität ist jedoch wesentlich höher als in der ersten Phase. Da die Wettkampfperiode unmittelbar an sie anschließt erfolgt vor diesem Periodenübergang häufig ein ‚Tapering’ oder ‚Peaking’ als Übergang zur Wettkampfphase. Dabei wird eine stufenweise Verringerung des Trainingsvolumens durchgeführt um die Energiespeicher des Körpers wieder auffüllen und eine Regeneration ermöglichen zu können. Wichtig ist hier, dass lediglich das Volumen reduziert wird, die Trainingsintensität jedoch hoch bleibt. Weiterhin spielt der Zeitraum, in welchem die Reduzierung erfolgt eine große Rolle. Ist er sehr kurz, so ist der Reiz zur Vermeidung des Detrainings nicht groß genug. Bei Spitzensportlern wird daher oft eine exponentielle Reduzierung durchgeführt, wobei über 14 Tage das Trainingsvolumen um 41-60% reduziert wird (www.sport-und-training.de).
In der anschließenden Wettkampfperiode erfolgt der Hauptwettkampf oder die Wettkampfsaison des Athleten. Über die hohen Belastungen der jeweiligen Vorbereitungswettkämpfe wird eine stabile und hohe Form erreicht. Hauptziel ist hier die optimale Ausprägung der komplexen Wettkampfleistung zum
geplanten Leistungshöhepunkt. In der Hauptwettkampfphase ist der Trainingsumfang reduziert, die Intensität kann jedoch punktuell in den Trainingseinheiten nach wie vor sehr hoch sein. Die Regenerationszeiten und die damit verbundene Reduzierung der Trainingsintensität sind individuell auf den Athleten abzustimmen.
Mit dem Übertritt in die Übergangsperiode geht ein Verlust der sportlichen Form einher. Um dem Körper eine ausreichende physische und psychische Erholung zu ermöglichen wird über eine Dauer von ca. 4 Wochen (kann je nach Sportart und Jahresplanung auch länger oder kürzer ausfallen) die Trainingsbelastung, über eine Reduzierung von Trainingsumfang und -Intensität, zurückgenommen. Eine „aktive Erholung“, d.h. die Durchführung von allgemein-entwickelnden Übungen und die Ausübung
sportartunspezifischer Trainingsformen steht im Vordergrund. So können z.B. Ausdauersportler durch Spielsportarten wie Fußball ihre sportliche Grundform erhalten. Weiterhin ist die systematische Anwendung von
trainingsbegleitenden Maßnahmen wie Physiotherapie, Massage oder Saunagängen wie auch Orts- oder Klimawechsel als weitere Unterstützung des Regenerationsprozesses anzuraten. In der Übergangsperiode sollte das Leistungsniveau jedoch nicht zu stark absinken, ein Verlust von 20% wird als Maximum angesehen (Grosser et al. 2008). Andernfalls muss in der anschließenden Vorbereitungsperiode ein verstärktes bzw. umfangreicheres Grundlagentraining erfolgen.
Die drei genannten Periodisierungsphasen gliedern somit das Jahrestraining langfristig in aufbauende, stabilisierende und reduzierende Belastungsphasen. Es ist jedoch auch im Kontext der Mesozyklen mittelfristig auf eine solche Periodisierung zu achten. Dies wird durch die gezielte Schwerpunktsetzung der einzelnen Mikrozyklen erreicht. Auch hier wechseln sich belastungssteigernde, belastungserhaltende und belastungsreduzierende Zyklen ab. Ein Verhältnis von 3:1 wird dabei im Ausdauersport sehr häufig angewendet. Dabei folgt auf 3 belasungsintensive oder belastungsteigernde Mirkozyklen ein belastungsreduzierter Mirkozyklus. Durch dieses Prinzip kann ein Übertraining sehr gut vermieden und gleichzeitig höhere Leistungsspitzen
Arbeit zitieren:
Isabelle Glauner, 2010, Periodisierung und Trainingsplanung im Ausdauertraining, München, GRIN Verlag GmbH
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