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Olivenöls in der Vorbeugung arteriosklerosebedingter Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems zu.
Olivenöl: antiatherogene und kardioprotektive Eigenschaften
Epidemiologische Studien haben belegt, dass eine mediterrane Ernährungsweise das Risiko für die Entstehung kardiovaskulärer Erkrankungen (Arteriosklerose, koronare Herzkrankheit, arterielle Hypertonie etc.) deutlich senkt. Der durchschnittliche Gesamtcholesterolspiegel ist niedriger als bei „westlicher“ Standardernährung. Eine entscheidende Rolle spielt dabei das Olivenöl, das im Mittelmeerraum als Hauptquelle für die Fettzufuhr dient (Deckung von mehr als 15 % des physiologischen Energiebedarfs).
Die Nahrung in den westlichen Ländern enthält in einem hohen Maße gesättigte Fettsäuren (v. a. in tierischem Fett) und mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie Linol- und Linolensäure (v. a. in pflanzlichen Produkten wie Sonnenblumenöl). Olivenöl als Hauptbestandteil mediterraner Ernährung enthält überwiegend Ölsäure, eine einfach ungesättigte Fettsäure. Untersuchungen haben gezeigt, dass der LDL-Cholesterolspiegel signifikant gesenkt werden kann, wenn die gesättigten Fettsäuren in der Nahrung durch ungesättigte Fettsäuren ersetzt werden. Bei Zufuhr hoher Mengen mehrfach ungesättigter Fettsäuren sinkt jedoch auch der (protektive) HDL-Cholesterolspiegel, während er beim Einsatz von einfach ungesättigten Fettsäuren wie der Ölsäure - unabhängig von der zugeführten Mengegleich bleibt oder sogar ansteigt (8). Diese Untersuchungen unterstützen die Ergebnisse epidemiologischer Untersuchungen, denen zufolge die mediterrane Ernährung mit ihrem hohem Anteil an Olivenöl einen günstigeren Einfluss auf den Fetthaushalt und eine höhere protektive Wirkung gegenüber kardiovaskulären Erkrankungen hat als eine Ernährung, die reich ist an gesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren.
Parenterale Ernährung mit Lipidemulsionen: Olivenöl versus Sojabohnenöl
Während Olivenöl hauptsächlich die einfach ungesättigte Ölsäure enthält, ist der Hauptbestandteil von Sojabohnenöl zu 44 bis 62 % die mehrfach ungesättigte Linolsäure (10). In zahlreichen Studien (klinische Studien und Tierversuche) wurden die metabolischen Auswirkungen einer parenteralen Ernährung mit olivenölhaltigen Parenteralia und Lipidemulsionen auf Sojabohnenöl-Basis sowie MCT/LCT-Emulsionen vergleichend untersucht. Zu den Patientenkollektiven gehörten Kinder mit gastroenterologischen Erkrankungen (8; 11; 15), Frühgeborene (7; 13), Erwachsene mit
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benignen intestinalen Erkrankungen (16), Intensivpatienten (4; 17) sowie immunsupprimierte Patienten nach Knochenmarkstransplantation (5) sowie
Verbrennungspatienten (12). Aus Sojabohnenöl hergestellte Standardprodukte wie Intralipid und Lipofundin wurden mit ClinOleic ® verglichen, einer zu 80 % auf Olivenöl und zu 20 % auf Sojabohnenöl basierenden Fettemulsion.
Auswirkungen auf die Lipidperoxidation und Bildung freier Radikale
Die Studien zeigen, dass Lipidperoxidationsvorgänge, bei denen gewebeschädigende, atherosklerosefördernde freie Radikale entstehen, bei der Verwendung von olivenölhaltigen Präparaten ein geringeres Ausmaß haben als beim Einsatz von Fettemulsionen auf Sojabohnenöl-Basis. Dies erklärt sich zum einen aus den Unterschieden in der chemischen Struktur: Da die Ölsäure weniger Doppelbindungen besitzt als die Linolsäure, ist sie weniger anfällig gegenüber peroxidativen Veränderungen (2; 10). Zum anderen enthält Olivenöl einen höheren Anteil an Vitamin E, das über seine antioxidativen Eigenschaften protektiv wirkt gegenüber Lipidperoxidationsvorgängen und der damit verbundenen Produktion freier Radikale. Der Vitamin-E-Plasmaspiegel sinkt im Verlauf einer parenteralen Ernährung mit Lipidemulsionen auf Sojabohnenöl-Basis ab, da bei gesteigerter Lipidperoxidation auch mehr Vitamin E verbraucht wird, während er bei der ölivenölhaltigen Fettemulsion stabil bleibt (11) oder sogar ansteigt (7; 15; 16). Bei chirurgischen Intensivpatienten, die in einem stärkeren Maße einem oxidativen Stress ausgesetzt sind, kam es unter einer Behandlung mit ClinOleic ® zu einer schnelleren Erholung des Vitamin-E-Spiegels als bei der mit einem Sojabohnenöl-Präparat behandelten Vergleichsgruppe (4; 17).
Einfluss auf den Fettsäurenmetabolismus
Linol- und Linolensäure sind essentielle Fettsäuren, die im menschlichen Organismus nicht synthetisiert werden und deshalb mit der Nahrung zugeführt werden müssen. Sie dienen dem Aufbau höherer Fettsäurederivate, wie z. B. der Arachidonsäure, die ihrerseits als Präkursoren von Eikosanoiden (Prostaglandine, Thromboxane, Leukotriene) fungieren. Untersuchungen zur parenteralen Ernährung mit dem olivenölhaltigen Präparat ClinOleic ® zeigen, dass trotz des hohen Ölsäure-Anteils (60 % gegenüber 18 % Linolsäure) eine ausreichende Versorgung mit essentiellen Fettsäuren gewährleistet ist. Neben der Prävention von Mangelzuständen können bestehende Defizienzen an essentiellen Fettsäuren ausreichend korrigiert werden (15). Die Synthese höherer Homologe verläuft
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ungestört, wohingegen bei den sojabohnenölhaltigen Emulsionen durch die hohe Zufuhr von Linolsäure ein hemmender Effekt auf die Produktion von längerkettigen Derivaten zu verzeichnen ist (7; 11; 15).
Wirkungen auf das Immunsystem
Ein Überangebot an mehrfach ungesättigten Fettsäuren führt zu einer Supprimierung des körpereigenen Immunsystems (8; 10). Vergleichende In-vitro-Studien ergaben, dass durch sojabohnenölhaltige Emulsionen die Lymphozytenproliferationsrate signifikant gehemmt bzw. reduziert wird, während sie durch ClinOleic ® aufrechterhalten wird (9). Auch die Freisetzung von Interleukin-2 aus den Lymphozyten wird bei Letzterer im Gegensatz zur Sojabohnenöl-Emulsion nicht beeinträchtigt (9). Ein Tierversuch zeigt, dass die olivenölhaltige Lipidemulsion die Expression des Interleukin-2-Rezeptors an Lymphozyten aufrechterhält, während sie bei der Infusion einer Sojabohnenöl-Emulsion reduziert wird (14). Insgesamt verhält sich ClinOleic ® immunneutral, d. h. die mit der Applikation von Fettemulsionen auf Sojabohnenölbasis einhergehende Immunsuppression ist hier nicht zu beobachten. So wird auch im Tierversuch die bakterielle Clearance unter ClinOleic ® besser aufrechterhalten als unter Emulsionen auf Sojabohnenölbasis sowie unter MCT/LCT-Emulsionen (6).
Zusammenfassung
Bei vergleichbarer klinischer und biologischer Verträglichkeit besitzen olivenölhaltige Parenteralia folgende metabolische Vorteile gegenüber Lipidemulsionen auf Sojabohnenöl-Basis:
1. verminderte Lipidperoxidation mit geringerem Auftreten gewebeschädigender freier Radikale
2. höherer Gehalt an Vitamin E bei günstiger Entwicklung des Vitamin-E-Spiegels im Verlauf der Behandlung
3. ausgewogene Zufuhr essentieller Fettsäuren und ungestörte Synthese höherer Fettsäurederivate 4. Immunneutralität
Neben den bekannten, durch epidemiologische Studien belegten antiatherogenen und kardioprotektiven Wirkungen des Olivenöls sind diese metabolischen Vorteile bei der
Arbeit zitieren:
M.Sc. Sven-David Müller, 2010, Stellenwert von Monoensäuren in der parenteralen Ernährungstherapie, München, GRIN Verlag GmbH
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