Angelika Machinek. Eine deutsche Segelfliegerin der Weltklasse
E ine der besten Segelfliegerinnen der Welt war die
erfahrene deutsche Fluglehrerin für Segelflug, Motorflug, Ultraleichtflug und Ballonflug, Dr. Angelika Machinek (1956-2006). Fünf Titel als Deutsche Segelflugmeisterin, zahlreiche Medaillen bei internationalen Segelflug-Meisterschaften sowie viele Segelflug-Welt-rekorde krönten ihre fliegerische Karriere. Ihr Lebensmotto hieß: „Es ist ein grenzenloses Glück, die Welt von oben sehen zu dürfen“. Angelika Machinek kam am 17. November 1956 in Holzminden zur Welt. Bereits im Alter von 14 Jahren begann sie 1971 auf dem traditionsreichen Segelfluggelände Ithwiesen im Weserbergland (Niedersachsen) ihre Segelflugausbildung. Dort wird schon seit 1929 die Fliegerei großgeschrieben. 1973 legte sie die Luftfahrerschein-Prüfung (L I / L II) ab und war danach Jugendleiterin der „Luftsportvereinigung Eschershausen“ („LSV Eschershausen“). 1974 erwarb sie die Motorsegler-Berechtigung und 1979 die Kunstflug-Berechtigung. 1980 absolvierte sie die Fluglehrerprüfung und erhielt die Lehrberechtigung PPL-C (PPL = Private Pilote License). 1982 kam die Ultraleicht-Berechtigung hinzu.
Nach dem Studium der Soziologie und Germanistik in Göttingen (Niedersachsen) legte Angelika Machinek 1981 ihr erstes Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien ab. 1984 wurde sie Ausbildungsleiterin der Ausbildungsgemeinschaft der „LV Göttingen“ und
Angelika Machinek. Eine deutsche Segelfliegerin der Weltklasse „LSV Witzenhausen“. 1985 erhielt sie die Lehrberechtigung PPL-B, wurde Mitglied der Segelflug-Nationalmannschaft und nahm an der 1. Segelkunstflug-Weltmeisterschaft in Mauterndorf (Österreich) teil. 1985 promovierte Angelika Machinek im Fach Neuere Deutsche Literatur in Frankfurt am Main. Danach arbeitete die vielseitig begabte Frau zunächst als Dramaturgin am Theater, dann als Verlagslektorin und zuletzt als selbstständige Immobilien-Kauffrau in Frankfurt am Main.
1986 folgte der Erwerb der Lehrberechtigung PPL-A für Motorflugzeuge und der Schleppberechtigung für Schleppen von Segelflugzeugen. Damals avancierte sie zur Werkstattleiterin für die Wartung und Reparatur von Segelflugzeugen und Motorseglern in Holz- und Gemischtbauweise sowie von Kunststoff-Flugzeugen. 1987 wurde sie Geschäftsführerin im Vorstand des „LSV Witzenhausen“.
1988 konnte sich Angelika Machinek über die „Gold-C mit drei Diamanten“ freuen. Für dieses begehrte Leistungsabzeichen muss man folgende Leistungen erbringen: Diamantstrecke = ein Flug über mindestens 500 Kilometer, Diamantziel = ein Flug von mindestens 300 Kilometer über eine Zielrückkehr- oder Dreieckstrecke in der vorher angemeldeten Reihenfolge (als geschlossener Kurs), Diamanthöhe = ein Höhengewinn von mindestens 5.000 Meter. 1989 erfolgte ihre Berufung zur Prüfungsrätin beim Regierungspräsidium Kassel.
Angelika Machinek. Eine deutsche Segelfliegerin der Weltklasse 1990 erwarb Angelika Machinek die Ultraleicht-Lehrberechtigung. In jenem Jahr nahm sie auch gemeinsam mit Marion Hof mit einem „Kiebitz“ („D-MIAU“) am Amelia-Earhart-Gedächtnis-Flug nach Burry Port (Wales) teil. In Burry Port war die berühmte amerikanische Fliegerin Amelia Earhart (1897-1937) am 18. Juni 1928 nach dem ersten Flug einer Frau über den Atlantik zusammen mit Wilmer („Bill“) Stultz und Louis („Slim“) Gordon gelandet. 1992 ehrte man Angelika Machinek und die legendäre deutsche Fliegerin Elly Beinhorn (1907-2007) im „International Forest of Friendship“ der „Ninety Nines“. Der 1973 von der amerikanischen Pilotin Fay Gillis Wells (1908-2002) angeregte „International Forest of Friendship“ neben dem Lake Warnock in Atchinson (Kansas) wurde am 24. Juli 1978 offiziell eröffnet. Dieser Wald wurde von der Stadt Atchinson und „Ninety Nines“ begonnen. Er ist eine Gedenkstätte für Männer und Frauen in der Luft- und Raumfahrt. Jeder Baum in diesem Wald steht stellvertretend für einen der amerikanischen Bundesstaaten oder für eines der Länder, aus denen die Geehrten stammen. Jeder Baum hat eine eigene Flagge. Ein Pfad durch den Wald enthält Granitplatten mit den Namen von mehr als 1.200 berühmten Persönlichkeiten aus der Luftfahrt wie Amelia Earhart bis zu den Brüdern Orville und Wilbur Wright. 1993 erwarb Angelika Machinek die Nachtflug-Berechtigung (NVFR-Berechtigung), die CVFR-
Arbeit zitieren:
Ernst Probst, 2010, Angelika Machinek - Eine Segelfliegerin der Weltklasse, München, GRIN Verlag GmbH
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