I n h a l t s v e r z e i c h n i
1. EINLEITUNG 2
2. HAUPTTEIL 3
2.1. Geografische Lage. 3
2.2. Gesellschaft 7
2.3. Religion. 12
2.4. Bräuche und Sitten 13
3. SCHLUSS. 15
4. LITERATURVERZEICHNIS. 17
1
1 . E i n l e i t u n g
Die vorliegende Arbeit wird sich mit der Darstellung Indiens als Lebensraum im Epos
Facetten beleuchten, um ein möglichst umfassendes Abbild dieses großen Landes und seiner Bevölkerung im 16. Jahrhundert darlegen zu können. Camões´ berühmtes Werk, das sich aus zehn Gesängen und 1102 Strophen zusammensetzt, wurde vermutlich im Jahre 1556 fertiggestellt, aber erst 1572
erstmalig gedruckt. 1 Es bietet für die angestrebte Analyse vor allem im sechsten und siebten Gesang geeignete Ansatzmöglichkeiten.
Die von Camões gewählte Reihenfolge der Strophen und Verse wird zugunsten einer verbesserten Themenzuordnung aufgegeben, wodurch sich der komplexe Zusammenhang anschaulicher darstellen lässt. Nicht desto trotz sollten nicht bloß die herausgelösten Strophen sondern vielmehr der Epos beziehungsweise zumindest der einzelne Gesang als Ganzes betrachtet werden, damit auch der zwischen den Zeilen übermittelte Inhalt nachvollzogen werden kann. Um einerseits der Zitierpflicht hinreichend nachzukommen, zum anderen um den Leser mühsame Sucharbeit zu ersparen und ihm eine flüssige Lektüre dieser Arbeit zu ermöglichen, werden die behandelten Strophen und Verse unmittelbar explizit herausgestellt werden. Da es bei der Vielfältigkeit an veröffentlichen Exemplaren von darüber hinaus vorkommen kann, dass unnötig verwirrende orthographische Unterschiede auftreten, dienen jene abgesetzten Strophen auch dazu, den Lesern eine gemeinsame und identische Textgrundlage an die Hand zu geben.
Der Hauptteil gliedert sich in die vier Themengebiete Geografische Lage, Gesellschaft, Religion sowie Bräuche und Sitten. Über ihren jeweiligen Inhalt geben die aussagekräftigen Titel bereits eindeutige Informationen. Im ersten Kapitel wird das Land Indien aus geografischer Sicht beschrieben. Man wird vieles über die natürlichen Grenzen des Festlandes erfahren, einzigartige und offensichtliche Charakteristika kennenlernen und Einblicke in die Historie gewinnen. Des Weiteren findet die Aufsplittung des Landes in vereinzelte Ländereien Zugang zu diesem Kapitel. Im darauffolgenden Abschnitt Gesellschaft wird an jene Aufsplittung angeknüpft und sich im Weiteren mit den diversen Bevölkerungsgruppen und ihrem sozialen Zusammenleben auseinandergesetzt werden.
1 http://pt.wikipedia.org/wiki/Os_Lus%C3%ADadas, Stand: 06.01.2010.
2
Im dritten Kapitel Religion wird das Glaubensleben des Königs Perimal im Vordergrund stehen, der sich derart in den Bann des Islams hatte ziehen lassen, dass er sich dazu veranlasst sah, sich von seinem Land abzuwenden. Nebenrangig wird dieses Kapitel die Vielfältigkeit an Glaubensgruppierungen in Indien zur damaligen Zeit behandeln.
Das vierte Kapitel wird näher auf die Gewohnheiten und Brauchtümer der indischen Gesellschaft eingehen. Obgleich natürlich nicht alle Bräuche zur Sprache werden kommen können, so lassen sich doch diverse interessante Einsichten in die vielfältige Kultur Indiens erschließen.
2 . H a u p t t e i l
2 . 1 . G e o g r a f i s c h e L a g e
Bereits bei der ersten Sichtung von indischem Festland gibt Luís Vaz de Camões in ein wichtiges geografisches Charakteristikum des Landes preis: die schon von weither sichtbaren Berge und hoch gelegenen Hügel:
Já a manhã clara dava nos outeiros
Por onde o Ganges murmurando soa, Quando da celsa gávea os marinheiros
2 Enxergaram terra alta, pela proa.
Die Gebirgskette, auf die in dieser Strophe Bezug genommen wird, wird an anderer, späterer Stelle wiederholt aufgegriffen:
Aqui se enxerga, lá do mar undoso,
Um monte alto, que corre longamente, Servindo ao Malabar de forte muro,
3 Com que do Canará vive seguro;
Aus der Sicht des weiten, offenen Meeres wird von einer hohen, langgezogenen Bergkette gesprochen, die Malabar als Schutzmauer vor dem benachbarten Canará diente. Der genaue Verlauf des Monte Gate 4 beziehungsweise des Monte Ghattes
Leitura como V 5 abgebildet ist.
2 De Camões, Luís: Os Lusíadas, Canto VI; estância 92, versos 1-4.
3 Ebd. Canto VII; 21, 5-8.
4 Ebd. Canto VII; 22, 1.
5 Silva, Maria: A Leitura como Viagem, S. 67.
3
Indien wird von Camões als ein sehr großes Land empfunden und als ein solches dargestellt. An zwei Stellen lässt sich dies besonders gut feststellen: 6 .
und
7
Er ist bemüht, die geografische Beschreibung Indiens möglichst detailliert und nachvollziehbar darzulegen. Camões charakterisiert das Festland als
pyramidenförmigen Streifen Land, an dessen Spitze die heutige Insel Sri Lanka vorgelagert liegt:
Sai da larga terra a longa ponta
Quase piramidal, que, no regaço
8 Do mar, com Ceilão ínsula confronta;
Doch es wird noch mehr über die geografische Lage Indiens preisgegeben. In Richtung Norden bildet das Himalaya-Gebirge die natürliche Grenze. An dieser Stelle sei angemerkt, dass Émodo ein veralteter Name eines Berges ist, der zu der
Gebirgskette des Himalayas zählt. 9 Aus der Information mit der vorgelagerten Insel Sri Lanka könnte auch selbstständig schlussgefolgert werden, was Camões bereits zwei Strophen zuvor erklärt: dass Indien im Süden vom Meer begrenzt wird.
10 E para o Norte o Emódio cavernoso
Als geografische Begrenzung im Nordwesten dient der Fluss Indus; der Ganges zeichnet für die nordöstliche Eingrenzung von Indiens Festland verantwortlich: 11
Des Weiteren erfährt man in der 18. Strophe des siebten Gesangs, dass die Flüsse Ganges und Indus im Himalaya-Gebirge entspringen und ihr jeweiliger Strom letztlich im Indischen Ozean mündet:
As fontes saem donde vêm manando
Os rios cuja grão corrente morre
12
6 De Camões, Luís: Os Lusíadas, Canto VII, 17, 2.
7 Ebd. Canto VII, 19, 1. 8 Ebd. Canto VII, 19, 2-4.
9 Dos Santos Alves, Manuel: Dicionário de Os Lusíadas, S. 88. 10 De Camões, Luís: Os Lusíadas, Canto VII, 17, 3-4. 11 Ebd. Canto VII; 17, 1. 12 Ebd. Canto VII; 18, 5-7.
4
Arbeit zitieren:
Johannes Schulte, 2010, Indien als Lebensraum in „Os Lusíadas“ von Luís de Camões, München, GRIN Verlag GmbH
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