Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Begriff der Kultur 2
3 Grundlagen der Kulturfinanzierung 3
3.1 Öffentliche Kulturfinanzierung 4
3.2 Private Kulturfinanzierung 6
4 Gestaltungsmöglichkeiten und Grenzen privater Kulturfinanzierung 8
4.1 Spenden und Sponsoring 9
4.2 Stiftungen 12
4.3 Public Private Partnership 15
5 Fazit 18
Literaturverzeichnis i
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 Zusammenfassung der Kulturfinanzierung 2005 4
Abbildung 2 Entwicklung öffentliche Kulturfinanzierung 2005 - 2007 5
I
1 Einleitung
Kultur ist die Gesamtheit der geistigen und künstlerischen Lebensphilosophie einer Gesellschaft und gibt Sinn und Bedeutung. Sie dient der Kommunikation von Werten und hat damit ihre Daseinsberechtigung in einer Gesellschaft. Kultur selbst ist in Deutschland ein bedeutender Wirtschaftszweig, steht aber durch ihren Finanzbedarf auch in Abhängigkeit von wirtschaftlichen Situationen.
Die seit langem anhaltende Unterfinanzierung der Kommunen und die Auswirkungen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise lassen bei Kulturbetrieben und kulturbezogenen Projekten die Dringlichkeit aufkommen, private Finanzierungsformen stärker auszuschöpfen. Die potentiellen Finanzierungslücken im Kulturbereich sind Anreize, das Konzept der Kulturfinanzierung neu zu gestalten. Kultureinrichtungen stehen vor der Aufgabe, staatliche Budgetkürzungen zu vermeiden und neue Wege der privaten Finanzierung zu beschreiten. Kulturbetriebe müssen individuelle Möglichkeiten der Kooperation und Koordination suchen. Relevant für Kulturbetriebe sind hauptsächlich der Zugang zu Geldgebern und die Dauerhaftigkeit bzw. Nachhaltigkeit der Zuwendungen, um eine verlässliche, krisensichere Finanzierung zu erhalten. Aus Sicht der Geldgeber ist der Wert der Gegenleistung ein Kriterium für die Höhe der Zuwendung. Diese Beurteilungskriterien werden in den jeweiligen Möglichkeiten vorgestellt und bewertet.
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Darstellung von Möglichkeiten der kulturbezogenen privaten Zuwendungen. Dazu wird zuerst auf den Kulturbegriff in Deutschland eingegangen, sowie ein Überblick über die aktuelle öffentliche und private Kulturfinanzierung in Deutschland gegeben. Im zweiten Abschnitt der Arbeit werden verschiedene Arten der privaten Kulturfinanzierung näher beleuchtet. Es werden die derzeitigen Rahmenbedingungen und Vorteile der Finanzierungsformen dargelegt, aber auch die Grenzen und Nachteile erläutert.
Im dritten und letzten Teil der Arbeit wird anhand der ausgearbeiteten Möglichkeiten und Grenzen ein Fazit zur aktuellen Stellung privater Finanzierungsformen gezogen und ein Ausblick für mögliche Entwicklungsschritte gegeben.
2 Begriff der Kultur
Um die wohl einmalige staatliche Kulturförderung in Deutschland zu verstehen, ist es wichtig, die Vielfältigkeit des Kulturbegriffes zu erklären. 1 Kultur ist Kunst, aber auch Lebensart und sie drückt Weltbilder, Brauchtum
2 Kultur soll dabei für jeden
zugänglich sein und sich unabhängig von wirtschaftlichen Zwängen entwickeln können.
Kultur ist folglich keine freiwillige Aufgabe des Staates, sondern kann als eine Kernangelegenheit staatlichen Handelns verstanden werden. Im Rahmen von kulturrelevanten Statistiken der Bundesrepublik Deutschland wird die erweiterte Kulturdefinition der EU zugrunde gelegt, dabei werden folgende Einrichtungen dem Kulturbereich zugeordnet: Theater und Musik, Bibliotheken, Museen, Denkmalschutz und Denkmalpflege, sonstige Kulturpflege, Verwaltung für kulturelle Angelegenheiten, kulturelle Angelegenheiten im Ausland und Kunsthochschulen. Des Weiteren werden kulturnahe Einrichtungen eingeschlossen: Volkshochschulen, sonstige Weiterbildung, kirchliche Angelegenheiten und Rundfunkanstalten und Fernsehen. 3
1 Vgl. Klein (2003), S. 27.
2 Statistische Ämter des Bundes und Länder (2008), S. 9.
3 Vgl. Statistische Ämter des Bundes und Länder (2008), S. 86ff.
3 Grundlagen der Kulturfinanzierung
Die Verwirklichung kultureller Ziele ist vor allem von der Verfügbarkeit der finanziellen Mittel abhängig. Ein sich selbst tragender Kulturbetrieb ist nicht unabhängig von marktwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, deshalb auch ist Kultur selten ein kostendeckener Bereich und bedarf zur Wahrung des Zugangs für jeden Bürger der Finanzierung aus öffentlichen und privaten Quellen.
Die Erhaltung und Förderung von Kultur ist in Art. 20 des Grundgesetzes verankert und kann aus diesem Grund als eine Art der Finanzierungsverpflichtung des Staates verstanden werden. Dennoch wird in den Kommunen und Ländern die Kulturförderung eher als freiwillige Aufgabe verstanden und unterliegt kontinuierlich Budgetkürzungen. Öffentliche Akteure in der deutschen Kulturfinanzierung sind Bund, Länder, Kommunen und die Europäische Union (EU). Private Kulturfinanzierung geht zurück auf Privatpersonen, Unternehmen und Organisationen in Form von Sponsoring und Spenden, Mitgliedsbeiträgen, Eintrittsgeldern und Stiftungskapital, sie kann in Form von Geld, Sachspenden oder aber Zeit erfolgen.
In den folgenden Ausführungen werden speziell die monetären Zuwendungen betrachtet, obwohl der Anteil von Sach- und Zeitspenden aus dem privaten Bereich nicht zu vernachlässigen ist, wie die dargestellte Übersicht zeigt.
Abbildung 1 stellt die Statistiken der Bundesregierung und die Schätzungen des Maecenata Instituts aus dem Jahre 2005 gegenüber und vermittelt eine Wahrnehmung über die Höhe der Gelder und die aktuelle Balance zwischen öffentlicher und privater Finanzierung. Die Betrachtung der Zeitspenden würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen, wäre aber insofern für eine Evaluierung der Situation sinnvoll, da der höchste Ausgabenposten der Kulturbetriebe sehr oft Personalkosten sind.
Abbildung 1 Zusammenfassung der Kulturfinanzierung 2005 4 Neben der hier dargestellten Finanzierungshöhe aus öffentlichen und privaten Quellen muss auch die Verwendung und die Zielrichtung betrachtet werden.
Bewahren des kulturellen Erbes wie auch auf die Förderung neuer, 5 Öffentliche Finanzmittel werden meist in
Aufbau, Erhalt und Weiterentwicklung von Kulturinstitutionen eingesetzt; private Geldmittel gehen meist in projektbasierte Förderung 6 für eine definierte Zeitdauer und für einen definierten Zweck.
3.1 Öffentliche Kulturfinanzierung
Kultur und auch kulturnahe Betriebe werden vorherrschend aus öffentlichen Mitteln finanziert. Der Großteil der Mittel wird von den Kommunen bereitgestellt, mittlerweile fördern aber auch die Länder in ähnlicher Größen-ordnung Kunst und Kultur. 7 Die Ausgaben der öffentlichen Hand im Kulturbereich betrugen im Jahr 2007 rund 8,15 Mrd. Euro 8 , dabei fielen 44,8% auf die Gemeinden, 41,7% auf die Länder und 13,5% auf den Bund. Diese
4 Vgl. Statistische Ämter des Bundes und Länder (2008), S. 17f.; Sprengel et al.(2008), S. 20.
5 Eichel (2001), S. 25.
6 Vgl. Scheytt (2001), S. 35.
7 Vgl. Fuchs (2007), S. 54.
8 Vgl. Deutscher Bundestag (2009), S. 2.
Arbeit zitieren:
Sabine Hannaske, 2010, Grenzen und Möglichkeiten privater Kulturfinanzierung, München, GRIN Verlag GmbH
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