Inhaltsverzeichnis
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1. Einleitung 3
2. Identität 4
2.1 Personale Identität 4
2.2 Kollektive Identität 5
2.3 Identitätsbildung im virtuellen Raum 6
3. Flow Effekt 6
3.1 Charakteristische Aspekte des Flows 7
4. Selbstdarstellung im Internet 7
4.1 Entwicklung sozialer Beziehungen im Internet 8
4.2 Funktionen romantischer Beziehungen im Internet 10
5. Chancen und Risiken virtueller Identitäten 11
5.1 Realitätsverlust und Onlinesucht 11
5.2 Wirkung auf soziale Beziehungen außerhalb des Web 13
5.3 Soziales Lernfeld und weitere positive Auswirkungen 14
6. Fazit 14
7. Literaturverzeichnis 16
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1. Einleitung
Das Internet hat sich zu einem etablierten Medium entwickelt, das auch privat einen immer größeren Stellenwert erreicht. Mittlerweile nutzen weltweit rund 1,5 Milliarden Menschen das Internet [(o.Verf. 2008b)]. Neben dem Bezug von Informationen ermöglichen Chats, Newsgroups oder Soziale Netzwerke die computervermittelte Kommunikation von Personen untereinander. Das Internet eröffnet neue Möglichkeiten zur Identitätsbildung, die ich im Rahmen dieser Arbeit erläutern werde. Im Netz sind virtuelle Identitäten weit verbreitet, denn hier stehen die Anonymität sowie die Textbasiertheit des Mediums im Vordergrund und die Preisgabe von persönlichen Daten ist jedem selbst überlassen.
Da der Begriff der Identität in vielen Disziplinen der Wissenschaft eine widersprüchliche Verwendung findet, werde ich in dieser Hausarbeit nur auf die sozialen sowie psycho-sozialen Identitätskonzepte eingehen und die Entstehung von Identität im virtuellen Raum erläutern. Es ist zu klären, ob und in wie weit virtuelle Identitäten Auswirkungen auf reale Beziehungen haben und welche Chancen und Risiken sich dahinter verbergen. Wirkt die virtuelle Identität auf die reale zurück? Wenn ja, mit welchen Konsequenzen? Werden reale Beziehungen durch virtuelle Freundschaften ersetzt? Es ist nötig, den Begriff der Identität zunächst zu erläutern und zu definieren, bevor Antworten auf die gestellten Fragen gefunden werden können. Des Weiteren ist zu klären, was die User dazu bewegt eine Scheinidentität anzunehmen und in welchem Zusammenhang von einem Flow-Effekt gesprochen werden kann. Besteht die Gefahr von Online-Abhängigkeit und halten virtuelle Romanzen dem Wechsel ins reale Leben stand?
2. Identität
Der Begriff Identität ist ein wissenschaftlicher Grundbegriff. Er ist in vielen Disziplinen der Wissenschaft vertreten und wurde vom Psychoanalytiker Erik Erikson in die Psychologie eingeführt. Bisher gab es eine Reihe empirischer Untersuchungen, nach denen die Meinungen kontrovers auseinandergehen. Zum einen ist er ein unverzichtbarer Begriff des wissenschaftlichen Vokabulars, andererseits wird über die Abschaffung des Begriffes diskutiert (vgl. Straub 2004: 277). Um einen kurzen Überblick zu verschaffen, gehe ich im Folgenden auf die soziologischen sowie sozialpsychologischen Identitätskonzepte ein.
Die Soziologie beschäftigt sich mit der Geschlossenheit des sozialen Systems - das Individuum wird getrennt von der Gesellschaft betrachtet. Die sozialpsychologische Dimension der Identität vergleicht die Persönlichkeitsstruktur mit der Wirkung auf andere Menschen, sowie dem Verständnis der eigenen Identität und der Selbsterkenntnis. Somit setzt sich Identität als Ganzes aus einer Ich-Identität und einer Wir-Identität zusammen. Identität als soziologisches Konzept wird wie folgt beschrieben:
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„Identität ist das Bewusstsein, ein unverwechselbares Individuum mit einer eigenen Lebensgeschichte zu sein, in seinem Handeln eine gewisse Konsequenz zu zeigen und in der Auseinandersetzung mit anderen eine Balance zwischen individuellen Ansprüchen und sozialen Erwartungen gefunden zu haben“ (Abel 2006: 254).
2.1 Personale Identität
Der Begriff Identität wird oftmals gleichermaßen für Individuen als auch für Gruppen verwendet. So wird zwischen personaler und kollektiver Identität unterschieden, die trotz ihrer grundsätzlichen Unterschiede eine Abhängigkeit voneinander aufweisen.
Personale Identität umfasst die „qualitativen Merkmale oder die Form bzw. Struktur des praktischen, kommunikativen Selbstverständnisses einer Person…“ (Straub 2004: 278). Eine Person stellt Identität über sich her, in dem sie ihre Erfahrungen und Wissen über sich selbst verarbeitet. Das Heranwachsen einer individuellen Identität ist eine der wichtigsten Aufgaben im Prozess der menschlichen Entwicklung.
Die individuelle Identität einer Person macht es möglich, diese durch ihre persönlichen Merkmale, wie z.B. körperliche Attribute oder Interessen von anderen Menschen zu unterscheiden. Da jedes Individuum eng mit der sozialen Umwelt verbunden ist, kann der Begriff Identität im Allgemeinen als eine Übereinstimmung von Selbst- und Fremdbild beschrieben werden (Sperber 2006).
Wesentliche Faktoren sind Individualität, Kontinuität, Konsistenz sowie Wirksamkeit. Erikson fasste die vier wichtigen Strukturmerkmale der Ich-Identität wie folgt zusammen:
„Die unmittelbare Wahrnehmung der eigenen Gleichheit und Kontinuität in der Zeit und der Stil eigener Individualität, der aus der damit verbundenen Wahrnehmung resultiert, dass auch andere diese Gleichheit und Kontinuität erkennen“ (Erikson 1998: 18).
Die Individualität umfasst das Streben des Menschen nach Einzigartigkeit und Unverwechselbarkeit. Der Faktor Kontinuität beschreibt die dauerhafte Stabilität der Identität, sodass die Wirkung auf sein soziales Umfeld kontinuierlich die gleiche bleibt. Hierbei wird allerdings nicht unterstellt, dass diese Kontinuität ein Leben lang aufrechterhalten bleibt, sondern vielmehr als eine „temporäre Einheit seines Selbst“ (Straub 2004: 285) verstanden wird. Konsistenz veranschaulicht die dauerhafte Stabilität der Identität, unabhängig von Ort, Zeit und Geschehen. Als vierten Faktor des Identitätskonzeptes steht die Wirksamkeit. Hierbei geht es um die Frage, ob die Personen ihre eigene Identität nach außen hin richtig einschätzen oder glauben, ihre Wirksamkeit beeinflussen zu können (Straub 2004: 284 - 286).
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2.2 Kollektive Identität
Die Bedeutung des Begriffes „kollektive Identität“ variiert bei der Anwendung auf eine einzelne Person oder eine Gruppe. So baut die kollektive Identität, in Bezug auf eine einzelne Person, auf die der personalen Identität auf. Hier vermischen sich die Merkmale der Persönlichkeitsstruktur mit der Wahrnehmung des sozialen Umfeldes. Diese Kombination wird auch als ein „von außen zugeschriebener Merkmalkomplex“ (Köhler 2003: 61) bezeichnet. Bei der kollektiven Identität in einer Gruppe wird die soziale Gemeinschaft gemeinsam als Objekt betrachtet. Es findet eine Identifikation mit Merkmalen dieser sozialen Gruppe statt.
Jan Assmann (1999) definiert kollektive Identität wie folgt: „Unter einer kollektiven oder Wir-Identität verstehen wir das Bild, das eine Gruppe von sich aufbaut und mit dem sich deren Mitglieder identifizieren. Kollektive Identität ist die Frage der Identifikation seitens der beteiligten Individuen. Es gibt sie nicht an sich, sondern immer nur in dem Maße, wie sich bestimmte Individuen zu ihr bekennen (Straub 2004: 299). So überträgt sich also die Identität vom Individuum auf seine Gruppe, jedoch ist der Prozess der Gruppe nie deckungsgleich mit der Identität aller einzelnen Mitglieder. Turner (1987) stellte ein Konzept der sozialen Kategorisierung und Entwicklung der Identitäten in Gemeinschaften auf:
• Individuen streben nach positivem Selbstbild
• Gruppenzugehörigkeit hat Einfluss auf das Selbstbild
• Gruppenmitglieder grenzen sich gegenüber anderen Gruppen ab
• Im Falle nicht möglicher Abgrenzung wird die Gruppe gewechselt (Köhler 2003: 65)
2.3 Identitätsbildung im virtuellen Raum
Über 1,5 Milliarden Menschen nutzen weltweit das Internet [(o.Verf. 2008b)]. Es gibt eine Reihe computervermittelter Kommunikationsmöglichkeiten, die es dem User ermöglichen, seine wahre Identität darzustellen oder eine Online-Identität zu konstruieren. Man spricht von virtuellen Identitäten wenn es darum geht, wie Menschen sich über Chat, Email, in Social Communities oder Online-Rollenspiele präsentieren, wenn sie miteinander kommunizieren. Nach Döring wird zwischen der Selbstmaskierungs- und Selbsterkundungsthese unterschieden.
Menschen haben die Möglichkeit, sich im virtuellen Raum eine Scheinidentität anzulegen und ihre Persönlichkeit zu maskieren. Sie idealisieren ihre Identität nach den gängigen Attraktivitätsnormen oder kreieren ein völlig neues - von der Offline-Identität abgekoppeltes - Selbstbild (Döring 2000a). So besteht auch die Möglichkeit eines Geschlechtertausches (Gender-Swapping), auf den ich im weiteren Verlauf der Arbeit noch zu sprechen komme. Der Selbstmaskierungsthese wird ständig zu Grunde gelegt, dass
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Arbeit zitieren:
Sabrina Stiller, 2009, Internetsucht, München, GRIN Verlag GmbH
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