Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 1
1. 1
2. Die nordamerikanische Stadt 2
2. 2
2.1. Aufbau. 2
2.1. 2
2.2. Merkmale 3
2.2.1. Junges Alter 3
2.2.2. Physiognomische Besonderheiten 4
2.2.3. Funktionsverlust des CBD. 4
2.2.4. Entwicklung von Ghettos und Slums. 5
2.2.5. Gated Communities 5
2.2.5. 5
2.3. Besondere Prozesse 6
2.3.1. Massive Suburbanisierung der Wohnbevölkerung / Bildung von edge cities 6
2.3.2. Invasion und Sukzession 8
2.3.3. Gentrification. 9
2.3.4. Business Improvement Districts. 10
2.3.4. 10
2.4. Klassische Probleme der nordamerikanischen Stadt 11
2.4.1. Fiskalische Probleme. 11
2.4.2. Infrastrukturprobleme 12
2.4.3. Armut und Verfall von Stadtvierteln 13
2.4.3. 13
3. Schlussbemerkung 15
3. 15
4. Literaturverzeichnis. 16
4. 16
5. Anhang 16
5. 16
1
1. Einleitung
Die nordamerikanische Stadt ist ein komplexes System aus vielen dynamischen Prozessen und Problemen. Es soll im Folgenden versucht werden, einen allgemein und lebhaften Über-‐ blick über Physiognomie und Prozesse dieses Stadttypen zu geben. Außerdem werden ver-‐ schiedene Probleme erläutert, bspw. infrastrukturelle und fiskalische. Jedoch bestimmen die Menschen, die in ihr wohnen das Leben und letztendlich auch das Stadtbild. Somit ist es un-‐ abdingbar, einen gesellschaftlichen Einblick zu bekommen, speziell über Probleme wie Ar-‐ mut, sozialer Verfall und Viertelbildung (Ghettoisierung).
In Anbetracht des Rahmens dieser Arbeit lässt sich vermuten, dass sich kein ausführliches, detailliertes Bild der nordamerikanischen Stadt zeichnen lässt. Es gibt zu viele Elemente, die sich gegenseitig beeinflussen, sowohl negative, als auch positive. Somit werden viele ver-‐ schiedene Elemente skizziert, sodass ein Bild dieser Komplexität des Systems entsteht. Es handelt sich in der vorliegenden Arbeit um eine Referatsverschriftlichung im Rahmen des fachdidaktischen Hauptseminars „Ausgewählte Themen der Sek. II“, geleitet von Frau Dr. Karin Richter. Das bedeutet, dass nicht nur der fachliche Teil wichtig ist, sondern ebenso der didaktische. Darum findet sich im Anhang ein Stundenentwurf für eine 13. Klasse für 90 Mi-‐ nuten mit allen Unterrichtsmaterialien. In diesem wird ebenso versucht, die Komplexität einer Stadt (New York) in den Vordergrund zu stellen, um einen gedanklichen Brückenbau in viele Großstädte der USA zu schlagen, d.h. es soll erkannt werden, dass viele dieser Eigen-‐ schaften in anderen US-‐amerikanischen Städten und nicht nur New York vorherrschen ohne dass man jede Stadt einzeln behandelt. „New York - Metropole mit Kontrasten“ lautet das Stundenthema. Im Grunde ist es ein flexibel einsetzbares Stundenthema, dass jedoch wohl am besten im Rahmen der Behandlung der USA passt: „Die USA in der Weltwirtschaft“. Be-‐ vor man die kontinentale und wirtschaftliche Rolle der USA behandelt, bietet sich ein Blick in das Leben einer nordamerikanischen Stadt an, auf dessen Erkenntniswert man gegebenfalls Städte anderer Regionen der Erde in folgenden Stunden vergleichen kann. Im Wesentlichen sollen die Schüler in einem Gruppenpuzzle (spezielle Form der Gruppenarbeit) die verschie-‐ denen Prozesse und Probleme der nordamerikanischen Stadt erläutern.
2
2. Die nordamerikanische Stadt
Im Folgenden soll das Modell der nordamerikanischen Stadt genauer beschrieben und auf verschiedene Probleme hingewiesen werden. Die nordamerikanische Stadt wird mit dem Begriff „US-‐amerikanische Stadt“ gleichgesetzt. Für einen kurzen Überblick über dieses Stadtmodell soll sich an dieser Stelle auf ausgewählte Merkmale, Probleme und Prozesse beschränkt werden.
2.1. Aufbau
Im Kern der nordamerikanischen Stadt (Modell) konzentrieren sich verschiedene Büros, Ge-‐ schäfte und öffentliche Einrichtungen, wie Bibliotheken, Museen und das Rathaus. In diesem so genannten Central Business District (CBD) ist im Wesentlichen der Finanz-‐ und Manage-‐ mentsektor vertreten. 1 In diesem zentralen Geschäftsviertel herrscht die größte Ballung von Gebäuden ohne Wohnfunktion vor und ist charakterisiert durch die höchste Dichte an Ein-‐ zelhandelsgeschäften, Büros und Warenhäusern sowie einen zentralen Knotenpunkt, wo sich Verkehrs-‐ und Transportlinien kreuzen. Dies hat zur Folge, dass sich im CBD auch viele Bus-‐ Terminals, Bahnhöfe und Hotels finden (siehe Abb. 01). 2
An den CBD anschließend beginnt die so genannte Übergangszone (zone in transition), in der für gewöhnlich eine gemischte Nutzung stattfindet. Verschiedene Merkmale dieser Zone sind Warenlager, Apartments, Spezialgeschäfte und ältere Wohnviertel. In dieser Zone fin-‐ den sich außerdem Wohngebiete und Vororte unterschiedlicher Entstehungszeit, Sozial-‐ struktur und ethnischer Zusammensetzung (siehe Abb. 01.) Man spricht hier auch von so genannten Ghettos bzw. Ghettoisierung (Viertelbildung), doch dazu soll später mehr in Be-‐ zug auf Prozesse der nordamerikanischen Stadt eingegangen werden.
An den Übergangsbereich knüpft sich das Stadtumland, oder einfach Umland. Hier ist be-‐ sonders der Forschungs-‐ und Entwicklungsbereich vertreten. Verschiedene Industrie-‐ und Büroparks lassen sich vorfinden. Durch diese Verlagerung der Arbeitsplätze mit verstärkter Nachfrage der Wohnfunktion in Arbeitsplatznähe sind in den letzteren Jahren verstärkt so genannte Edge Cities (Randstädte, oder Trabantenstädte) entstanden, die mehr und mehr an
1 Heineberg, Heinz: Einführung in die Anthropogeographie/Humangeographie, Paderborn 2003, S. 345.
2 Knox, Paul L./Marston, Sallie A.: Humangeographie, Gebhardt, Hans/Meusburger, Peter/Wastl-‐Walter, Doris (Hrsgg.), 4. Aufl., Heidelberg 2008, S. 684.
3
Bedeutung gewinnen und einen Bedeutungsverlust des CBD nach sich ziehen. 3 Es entstehen am Rande dieses Umlandes weitere Apartments und Einzelhäuser, was das Wohnen am Stadtumland möglich macht, wie man in Abb. 01. nachvollziehen kann.
2.2. Merkmale
2.2.1. Junges Alter
Die nordamerikanische Stadt lässt sich anhand einschlägiger Merkmale gut charakterisieren. Zu allererst ist darauf hinzuweisen, dass es sich um eine vergleichsweise junge Stadt handelt,
3 Knox, Paul L./Marston, Sallie A.: Humangeographie, S. 685.
4
deren Entwicklung erst im 17. Und 18. Jh. an der Ostküste der heutigen USA einsetzte und sich im Laufe der westwärts gerichteten Landerschließung nach 1820 fortführte. Nicht zu-‐ letzt ist dieser Prozess auf die verstärkte Industrialisierung und Einwanderung vieler Europä-‐ er im 18./19. Jh. zurückzuführen. 4
2.2.2. Physiognomische Besonderheiten
Typische physiognomische Merkmale, also Merkmale, die sich auf den Auf-‐ und Grundriss der Stadt beziehen, wären zum einen eine hohe Wolkenkratzer-‐/Hochhausbebauung in den Stadtkernen (besonders in den Downtowns mit CBD, seit jüngster Zeit jedoch auch stark in den Edge Cities vertreten). Zum anderen ist das schachbrettartige, orthogonale Straßennetz sehr bezeichnend für die US-‐amerikanische Stadt, was das Stadtbild relativ einförmig macht. Verkehrstechnisch gibt es jedoch noch mehrere Charakteristika, herrschen doch in der In-‐ nenstadt durch die hohe Arbeitsplatzdichte Belastungen der Straßen durch motorisierten Verkehr, der meist nur durch Eisenbahnlinien oder Diagonalstraßen entlastet werden kann. 5 Im Laufe der Flächensanierungen zwischen 1954 und 1974 entstanden im CBD bzw. im CBD-‐ nahen Bereich große Flächen für den ruhenden Verkehr. Diese Parkplatzflächen nehmen heute zwischen rund einem Drittel und zweit Dritteln der jeweiligen Gesamtfläche ein. 6
2.2.3. Funktionsverlust des CBD
Ein weiteres Merkmal ist, wie im Kapitel 2.1. bereits erwähnt, ein voranschreitender Funkti-‐ onsverlust des CBD mit einer Bedeutungsverlagerung auf die Trabantenstädte (Edge Cities). Hier spielt besonders der Prozess der Bevölkerungssuburbanisierung eine Rolle, der u.a. Schrumpfung des CBD einen wirtschaftlichen Verfall und eine Überalterung der Bausubstanz verursacht. Diesem Funktionsverlust wird versucht, mit Revitalisierungsmaßnahmen in Form von neuen Bauprojekten und neuen Funktionalitäten entgegenzuwirken. Beispielsweise
setzte in den letzten Jahrzehnten ein erneuter Hochhausboom (Office Building Boom) ein um die geringe Fläche, die im CBD zur Verfügung steht, möglichst wirtschaftlich effizient zu nut-‐ zen. Darüber hinaus entstehen in CBD-‐Nähe im Rahmen von Mega-‐Projekten neue Enter-‐
4 Heineberg, Heinz: Einführung in die Anthropogeographie, S. 344.
5 Heineberg, Heinz: Einführung in die Anthropogeographie, S. 344.
6 Heineberg, Heinz: Einführung in die Anthropogeographie, S. 346.
5
tainment-‐Komplexe, z.B. Sportarenen und andere öffentliche Bauten wie Civic Center, Kon-‐ gresszentren, Museen, Theater, Hotels und Luxus-‐Wohnanlagen, die so genannten „Gated Communities“. 7 Durch diese oftmals architektonisch interessant gestalteten Projekte und eine praktischere Umgestaltung des Straßennetzes mit Fußgängerzonen und Erschließungs-‐
straßen versucht man, das Stadtbild und somit das Image für die Bewohner attraktiver zu machen und sie wieder in den Stadtkern zu „locken“, bzw. eine Abwanderung in das Umland zu verhindern. Nach außen hin versucht man, die Stadt auch mit anderen Städten konkur-‐ renzfähig zu machen, indem man touristisch attraktive Elemente, bspw. Theater, Sportver-‐ anstaltungen oder Museen einbezieht. Ein weiterer Konkurrenzfaktor ist die Aufwertung zu einer „first class American city“ und einem „Corporate Center“, also einer Stadt mit der höchsten Konzentration von Konzernverwaltungen. 8
2.2.4. Entwicklung von Ghettos und Slums
Ein bekanntes Merkmal der nordamerikanischen Stadt ist die Entwicklung von Ghettos und Slums in den an den CBD grenzenden Downtowns und im Übergangsbereich. Diese inselartig angeordneten Minderheitenviertel haben stets ein hohes Wachstum zu verzeichnen und sind geprägt von hoher Kriminalität, sozialem und baulichem Verfall (Slumbildung), Armut und Verwahrlosung. Der Begriff „Viertel“ ist jedoch mittlerweile kaum noch zutreffend, da einige Ghettos z.B. in Washington D.C. mittlerweile knapp 40% des Stadtgebietes ausma-‐ chen. Insofern ist in der gegenwärtigen Forschung oftmals von „Hyper-‐Ghettos“ die Rede. 9
2.2.5. Gated Communities
Durch die Aufwertung der Innenstadt entstanden seit den 1980er Jahren verschiedene For-‐ men von Gated Communities. Der Begriff stellt bereits heraus, dass es sich um abgeschlos-‐ sene, meist bewachte Wohnanlagen handelt, zu denen man durch das „gate“ (dt.: Tor) nur durch elektronische Kartenerkennung Zugriff hat. Im Allgemeinen bieten sie einer oberen Einkommensgruppe einen sicheres, suburbanes Milieu in Arbeitsplatznähe. In den USA leben mittlerweise schätzungsweise mehr als vier Mio. Menschen in Gated Communities. Die meist
7 Heineberg, Heinz: Einführung in die Anthropogeographie, S. 346.
8 Heineberg, Heinz: Einführung in die Anthropogeographie, S. 346.
9 Heineberg, Heinz: Einführung in die Anthropogeographie, S. 348.
6
übereinstimmende Motivation dieser Communities, sich zu einem Viertel zusammenzu-‐ schließen, ist der Wunsch nach Sicherheit. Laut HEINEBERG sind sie die „Antwort der geho-‐ bene weißen Mittelschicht auf Hyper-‐Ghettos und die Multikulturalisierung der Gesell-‐ schaft“. 10
2.3. Besondere Prozesse
2.3.1. Massive Suburbanisierung der Wohnbevölkerung / Bildung von Edge Cities
In den USA setzte bereits vor dem zweiten Weltkrieg ein Abwandern der Wohnbevölkerung vom Stadtinnern zum Stadtumland ein (Suburbanisierung), was sich im Laufe des 20. Jahr-‐ hunderts massiv verstärkte. 11 Dies hat eine Veränderung der Stadtlandschaft sowie der Raumfunktionen und -beziehungen zur Folge, wie man in Abb. 02. nachvollziehen kann.
10 Heineberg, Heinz: Einführung in die Anthropogeographie, S. 348.
11 Heineberg, Heinz: Einführung in die Anthropogeographie, S. 349.
Arbeit zitieren:
Erik Kurzke, 2010, Die nordamerikanische Stadt - Merkmale, Probleme, Prozesse, München, GRIN Verlag GmbH
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