Das Zusammenwirken von Lernen und Spielen im Deutschunterricht Seite 2
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Zu didaktisch-methodischen Grundlagen der Spiele 5
3 Lern- und Sprachspiele 8
3. 1 Spiele im Mündlichen 9
3. 2 Spiele zum Lesen 10
3. 3 Spiele zur Rechtschreibung 12
3. 4 Spiele zur Sprachreflexion 14
4 Zusammenfassung 16
Literaturverzeichnis 18
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Einleitung
Wenn zwei Gegenstände zusammenstoßen, macht es Krach! Das ist eine Erkenntnis, die für Erwachsene selbstverständlich, für kleine Kinder aber eine Erfahrung ist, die sie selbst erst machen müssen. Spielend erkunden Kleinkinder ihre Umwelt. Im Vorschulalter ist Spielen Inhalt des täglichen Lebens. Mit der Einschulung beginnt der so genannte Ernst des Lebens. Spielzimmer in Grundschulen machen den Übergang fließend und bieten neben Abwechslung zum Unterricht eine gute Möglichkeit der innerschulischen Entwicklungsförderung. Die Erkenntnisse der modernen Hirnforschung zeigen, dass aktive Erfahrungswerte mit klassischem Spielzeug nachhaltiger sind als bei der passiven Vermittlung, wie sie durch das Fernsehen oder am Computer stattfindet. Mit jeder Erfahrung, jedem Wahrnehmungs-, Denk- und Gefühlsakt gehen flüchtige, wenige Millisekunden dauernde
Aktivierungsmuster im Gehirn einher. Deren Erfahrung verändert langfristig das Gehirn. Und im Gehirn prägt sich besonders gut ein, was über mehrere Sinne hineingelangt. Denn es bleibt eher im Gedächtnis hängen, weil mehr und tiefere Spuren angelegt werden.
„Je mehr Erfahrungen ein kleines Kind macht, desto mehr und deutlichere Spuren bilden sich in dessen Gehirn“ sagt Prof. Manfred Spitzer, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Psychiatrie, Ulm, außerdem Gründer und Leiter des Transferzentrums für Neurowissenschaften und Lernen, Ulm. „Diese Spuren sind es, die uns langfristig zu dem Individuum machen, das wir sind, mit unserer Sprache, unseren Gewohnheiten, Fähigkeiten, Vorlieben; Einstellungen und Kenntnissen: Wenn die Sonne scheint, ist es warm, Honig ist süß und Vogelkirschen sind giftig. All dies muss ein junges Menschenkind lernen, und dies tut es durch Auseinandersetzung mit der Welt, die jedes Kleinkind nicht nur passiv erlebt, sondern aktiv sucht.“ Spielen ist ein gesamtgesellschaftliches Phänomen. Jeder Mensch spielt, jeden Tag. Trotzdem ist Spielen in Teilen der Schule immer noch verpönt. Gespielt wird in der Freizeit, im Kindergarten und vielleicht auch noch in der Primarstufe. In der Sekundarstufe hingegen soll gearbeitet werden und nicht
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gespielt. Übersehen wird hierbei, dass das Spiel seinen Platz in Teilen aller Schulformen haben kann und sollte. So können Spiele den Unterricht bereichern und abwechslungsreicher gestalten. Außerdem ist zeitgemäße Bildung eben mehr als Stoffvermittlung und rezeptiver Wissenserwerb. Moderne Bildung muss auch auf Selbständigkeit, Selbstverantwortung, Methodenbeherrschung, Kreativität, Kommunikationsfähigkeit und soziale Kompetenzen zielen. Eben hier bieten Spiele die Möglichkeit das veränderte Bildungs- und Qualifikationsverständnis in den Unterricht hineinzuführen, es ermöglicht die Schaffung von Räumen für eigenverantwortliches Arbeiten und Lernen in Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit. 1
Diese Arbeit geht auf die Bedeutung des Spiels für die Grundschule und das Zusammenwirken von Lernen und Spielen ein. Aus diesem Grund werde ich zunächst versuchen zu erläutern, was Spielen ist, um den Gegenstand einzugrenzen. Anschließend werde ich ausführen, warum der Mensch spielt, um die elementare Bedeutung des Spiels für den Menschen zu verdeutlichen. Darauf folgt eine Beschreibung, warum man in der Schule spielen sollte und was für Probleme beim Spielen in der Schule auftreten können. Danach werde ich die Frage beantworten, warum man beim Spielen lernt, was für den Einsatz in der Schule natürlich eine wichtige Voraussetzung ist, um darauf Bedingungen an ein Lernspiel und didaktische Kriterien für den Einsatz von Spielen im Deutschunterricht in der Grundschule zu beschreiben. Abschließend werde ich noch
Einsatzmöglichkeiten von Spielen im sprachlichen Unterricht je nach Sprechfertigkeit anführen und deren Funktionen und Ziele analysieren.
1 Klippert 1996, S. 9.
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1 Zu didaktisch-methodischen Grundlagen der Spiele
Die Auseinandersetzung mit dem Begriff „Spiel“ durch Scheuerl (Weinheim 1990) hat seit den 70er Jahren erneut eine lebhafte Diskussion von Pädagogen und Didaktikern ausgelöst, ob und auf welche Art Spiele das Lernen bereichern und unterstützen können.
Dass Spielen und Lernen eng zusammen gehören, wurde nicht erst von den Reformpädagogen Anfang dieses Jahrhunderts erkannt, sondern bereits 1807 von Jean Paul in seiner Schrift „Levana oder Erziehlehre“ 2 beschrieben. Pädagogen und Didaktiker der Gegenwart haben die einengende Lernzielorientierung der 70er Jahre, in denen Spiel nur dann eine Berechtigung hatte, wenn es operationalisierbare Ziele aufwies, inzwischen überwunden. „Lernen“ und „Spiel“ werden nicht mehr als zwei sich ausschließende, sondern sich sogar bedingende Aspekte kindlicher Entwicklung angesehen. Spielen und Lernen haben nach Steffens „im Kindesalter“ eine gemeinsame Wurzel und sind sogar identisch“. Deshalb kann „Spielen zum Lernen führen und ebenso Lernen zum Spielen“. 3 Zum Spiel gehört unbestritten ein Medium, das sich nicht auf sichtbare Materialien beschränken muss. Unsere Sprache - jede Sprache, ob mündlich oder schriftlich, auch die Körpersprache - bietet ein unerschöpfliches Potenzial, mit dem sich Spiel, Kreativität und Lernen auf vielfache Art und Weise verbinden lassen. 4 Sinnvolles Spielen mit Sprache erfüllt in der Schule von heute zwei wichtige Funktionen: Es dient einerseits der „Erprobung sprachlichen Wissens und Könnens“, regt andererseits aber auch das „Entdecken sprachlicher Phänomene“ an. 5
Bereits im frühkindlichen Alter entwickeln Kinder mit ihren kreativen Eigenschöpfungen ein Gespür für den spielerischen Umgang mit Sprache. Sie werden unter anderem auch in rhythmischen Bewegungsspielen mit ihren begleitenden Versen sichtbar und dienen als hervorragende Grundlage
2 „Das Kind probiere sich spielend sein künftiges Leben (…) Das schönste und reichste Spiel ist das Sprechen,
erstlich des Kindes mit sich, und noch mehr der Eltern mit ihm“ (Paul 1963, S. 82f.)
3 Vgl. Steffens 1998, S. 30.
4 Steffens belegt, dass bereits im frühkindlichen Alter Sprache spielerisch verwendet wird. Anreize geben
sowohl Kinderfilme und Hörkassetten als auch Lektüreerfahrungen (S. 17).
5 Vgl. Steffens 1998, S. 50f.
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im Bereich der mündlichen Sprachgestaltung. Anregungen findet man auch in aktuellen Medien, wie Kinderfilmen, Fernsehen und Hörkassetten. Im Bereich der Literatur, speziell auch der Kinderliteratur, lassen sich Spielanregungen finden, die gleichzeitig „Sprachanregungen im Sinne weiterführender sprachlicher und literarischer Angebote“ 6 geben. Zum Bereich „Spielen mit Sprache“ gehören auch das Verändern literarischer Texte 7 sowie die vielfältigen Möglichkeiten, die das Konzept des „handlungs-und produktionsorientierten Deutschunterrichts“ 8 aufzeigt. Spiele zeigen die Berechtigung im Unterricht aber nur dann, wenn sie sich nicht „in einem frei schwebenden Zustand der Beliebigkeit entfalten“. 9 Sie sind bei ihrem sinnvollen Einsatz erstens an eine Handlung und zweitens an das Einhalten von Regeln 10 gebunden, beides gleichermaßen hervorragende wie bindende Eigenschaften. Der Umgang mit Lern- und Sprachspielen sollte aber nicht auf der Handlungsebene stehen bleiben. Es bedarf im Nachhinein auch der Reflexion, um das oft flüchtige Moment der Erkenntnis zu sichern bzw. festzuhalten. Dies ist nur möglich, wenn Kinder versuchen, die im Spiel gewonnenen Einsichten in das Regelwerk „Sprache“ in Worte zu fassen. Das gilt nicht immer für jedes einzelne Spiel und auch nicht im Anschluss an eine einzelne Erprobung. Lässt man eine solche Reflexionsmöglichkeit jedoch grundsätzlich weg oder greift die im Spiel immanenten Möglichkeiten oder situativ aufgetretenen Erkenntnisse und Erfahrungen nicht auf, werden auch Sprachspiele allzu schnell „als oberflächliche Verkleidung des Lernens pervertiert bzw. lediglich als motivationaler Trick benutzt 11 und verfehlen damit ihren Lerneffekt.
Sprache ist insbesondere auch ein Zeichensystem. Die spielerische Auseinandersetzung mit dem Zeichensystem Sprache bedeutet: Sprache wird mit ähnlichen oder anderen Systemen (visuellen, akustischen, haptisch erfahrbaren Zeichensystemen, wie: Bilder, Töne, Materialien) verbunden. Es entstehen neue Ansichten, Einsichten, Erfahrungen, so dass letztlich Sprach nicht als ein starres System erscheint, sondern als ein lebendiges Mittel, das
6 Vgl. Steffens 1998. S. 17.
7 Vgl. Waldmann/Bothe 1993.
8 PRAXIS DEUTSCH 1994, S. 17-25.
9 Vgl. Steffens 1998, S. 26.
10 Vgl. Schwander 1984.
11 Vgl. Steffens 1998, S. 30.
Arbeit zitieren:
Ekaterina Avalon, 2008, Das Zusammenwirken von Lernen und Spielen im Deutschunterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
DOI
Unterrichtseinheit: Der Sperling und die Schulhofkinder
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Unterrichtsentwurf, 11 Seiten
Das Spiel und dessen Funktion im Unterricht
Hausarbeit (Hauptseminar), 14 Seiten
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