Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 3
2. Erste Fragen zu diesem Thema 3
2.1. Was bedeutet der Begriff „geheimer Lehrplan“? 3
2.2. Woher stammt der Begiff „geheimer Lehrpan“ ? 5
2.3. Warum ist der „geheime Lehrplan“ so wichtig für die Bildungswissenschaften ? 5
3. Siegfried Bernstein - „Sisyphos oder die Grenzen der Erziehung“ 6
4. Was versteht man unter dem Begriff Erwachsenenbildung? 7
5. Erwachsenenbildung vesus Schulbildung 8
5.1. Gemeinsamkeiten zwischen Erwachsenenbildung und Schulbildung 8
5.2. Unterschiede zwischen Erwachsenenbildung und Schulbildung 8
6. Ist der geheime Lehrplan in der Erwachsenenbildung auch vorhanden / präsent? 10
6.1. Die Wahl des Seminarraums. 10
6.2. Regeln innhalb einer Veranstaltungseinheit 11
6.3. Hierarchische Ordnung innerhalb einer Veranstaltungseinheit 11
6.4. Geschlechterhierarchien und -rollen in der Erwachsenenbildung. 11
6.5. Leistungsbezogene Konkurrenz. 12
6.6. Zertifizierung informellen Lernens - Lebenslanges Lernen. 12
6.7. Selektion in der Weiterbildung 13
7. Der „geheime Lehrplan“ als Inhalt von Seminaren und Vorlesungen. 13
8. Zusammenfassung 14
9. Anhang: Zitate zum Thema „heimlicher Lehrplan“ 15
Literaturverzeichnis 16
2
1. Einleitung
Diese Arbeit wird im Rahmen des Seminars „Curriculare Entwicklung" geschrieben. In dieser Arbeit werde ich mich mit dem Thema „geheimer Lehrplan“ oder auch „heimlicher Lehrplan“ genannt, auseinandersetzen. Ich konzentriere mich dabei auf bestimmte Themenbereiche, da diese Arbeit sonst den vorgegebenen Rahmen sprengen würde.
Zuerst werde ich den Begriff, die Herkunft und die Funktion des „geheimen Lehrplans“ erörtern, sowie auf den Unterschied zwischen Erwachsenenbildung und Schulbildung eingehen.
Danach werde ich mich der Frage zuwenden, ob dieser geheime Lehrplan für die Erwachsenenbildung überhaupt von Bedeutung ist, beziehungsweise Anwendung findet.
Zum Abschluss werde ich meine Ergebnisse noch einmal kurz zusammenfassen und meine daraus gezogenen Schlussfolgerungen kurz darstellen. Als Anhang führe ich noch einige Zitate an, welche das Thema „geheimer Lehrplan“ nochmals kurz behandeln.
2. Erste Fragen zu diesem Thema
2.1. Was bedeutet der Begriff „geheimer Lehrplan“?
Der geheime Lehrplan, oder auch heimlicher Lehrplan genannt, wird definiert als ungewollte Lernziele oder nicht ausgesprochene Lerneffekte innerhalb des Erziehungsprozesses. Diese ungewollten Lernziele sind nicht im offiziellen Lehrplan angeführt. Das Wort „heimlich“ ist bewusst gewählt. Es beinhaltet eine negative Wertung, da der geheime Lehrplan unbewusst stattfindet und nicht beziehungsweise nur sehr selten in der Öffentlichkeit diskutiert wird. Beispiele für den geheimen
3
Lehrplan sind das Verhalten der Lehrenden, die Auswahl der Lehrinhalte sowie unter anderem auch die Sozialisierung der lernenden Personen.
Der geheime Lehrplan umfasst die Eingliederung in die Gesellschaft und somit eine politische und soziale Sozialisation. Eingeübte soziale Regeln werden fortgesetzt um die „gesellschaftspolitischen Vorstellungen im Sinne einer Stabilisierung des status quo“ 1 beizubehalten. Das ruft eine passive Anpassung der Teilnehmer hervor. So gesehen reproduziert die Schule sowie auch andere Weiterbildungsinstitutionen die bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse. Diese Doppelmoral will der geheime Lehrplan aufdecken: denn einerseits wird von der Schule Aufklärung, selbständiges Denken und Emanzipation gefordert, doch auf der anderen Seite ist es unerlässlich sich in die Gesellschaft zu integrieren und sich anzupassen. Im Gegensatz dazu steht der offizielle Lehrplan. Dieser hält die Ziele für die Schule und den Unterricht fest, welche das Lehrpersonal bewusst durchführt. ABBILDUNG 1: Offizieller und „Heimlicher“ Lehrplan 2
1 Böhm, Winfried: Wörterbuch der Pädagogik; 15. überarbeitete Auflage, Alfred Kröner Verlag in Stuttgart,
2000; S. 235
2 Siehe Literaturverzeichnis: Abbildung 1
4
2.2. Woher stammt der Begriff „geheime Lehrplan“?
Der Begriff des „geheimen Lehrplans“ wurde erstmals 1925 von dem österreichischen Psychoanalytiker Siegfried Bernfeld in seinem Buch „Sisyphos oder die Grenzen der Erziehung“ thematisiert. Er machte darauf aufmerksam, dass „die Schule - unabhängig von den Lerninhalten - durch ihre Strukturen erzieht und
diszipliniert.“ 3 Daraus folgt, dass in Lerninstitutionen Verhaltenskonformität und Normierung angestrebt werden; doch dazu später mehr.
In den 1960er Jahren taucht der Begriff wieder auf, unter anderem von Philip W. Jackson. Er benutzt im englischen Sprachraum den Begriff „hidden curriculum“. Anfang der 70er Jahre wurde der Begriff dann häufiger in gesellschaftskritischen Diskursen in den Erziehungswissenschaften verwendet. Der Begriff als solcher wurde in dieser Zeit geprägt. 1975 erschien das Buch „Der heimliche Lehrplan“ von Jürgen Zinnecker. Letztendlich wird der geheime Lehrplan als pädagogisches Phänomen etabliert. Gegenwärtig wird der Begriff „geheimer Lehrplan“ oft mit Themen wie Benachteiligung aufgrund des Geschlechts, der Herkunft oder der Ethnizität verwendet.
2.3. Warum ist der „geheime Lehrplan“ so wichtig für die Bildungswissenschaften?
Die Schule, sowie Institutionen der Weiter- und Erwachsenenbildung vermitteln nicht nur fachliches Wissen, sondern erfüllen auch eine gesellschaftliche Funktion. Somit geht es hier nicht nur um absichtliche Lernprozesse, sondern auch um einen Sozialisationsprozess. Das kann unter anderem das Verhalten in Gruppen implizieren, aber auch Strategien wie beispielsweise Unwissen verheimlichen, unangenehme Arbeiten zu vermeiden oder auch das Wissen wie man Erfolg bei Mitlernenden oder der Lehrperson hat.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Geschlechtersozialisation und -hierarchie in der Schule. Rollenklischees sind in den Schulbüchern zu finden, aber auch in den Unterrichtsfächern selbst. Ab der Volksschule haben Buben dann meistens Werkunterricht und Mädchen gehen in den Hauswirtschaftsunterricht, wo sie nähen, stricken und kochen lernen sollen. Geschlechterrollen werden aber auch vom
3 Bernfeld, Siegfried: Sisyphos oder die Grenzen der Erziehung, Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main; 1973;
S. 28
5
Arbeit zitieren:
Doris Nazarevic , 2009, Der geheime Lehrplan in der Erwachsenenbildung, München, GRIN Verlag GmbH
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