Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
Kapitel 1:
1.1 Das deutsche und finnische Bildungssystem im Vergleich 4
1.2 Die finnische Bildungspolitik 6
1.3 Die hohe Selektivität des deutschen Bildungssystem über mehrere
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Kapitel 2:
2.1 Das akademische Fähigkeitsselbstkonzept und wie es die Schüler-
leistungen beeinflusst. Studien und empirische Befundee 9
2.2 Auswirkungen von hohen und niedrigen FSKs 11
Fazit 13
Literaturverzeichniss 14
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Einleitung
Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem finnischen und deutschen Bildungssystem. Es sollen zunächst die grundlegenden Eigenschaften der beiden Bildungssysteme vom Vorschulbereich bis in den Tertiärbereich kurz und knapp skizziert werden, um die grundlegenden Unterschiede deutlich zu machen. Erst seit der PISA Studie im Jahre 2000 ist das finnische und das deutsche Bildungssystem in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geraten. Finnland, weil es eines der besten Bildungssysteme weltweit besitzt und Deutschland, weil es eines der schlechtesten Bildungssysteme der Industrieländern laut OECD besitzt. Dadurch, dass Finnland und Deutschland schon von der Einwohnerzahl und der Gesamtwohnfläche sehr unterschiedlich sind, sollen absolute Zahlen bezüglich Einwohnerzahl sowie Schülerinnen und Schüler einen Vergleich transparenter machen.
Fundamental für die Unterschiede der zwei Bildungssysteme, ist hier zunächst die Bildungspolitik beider Länder zu nennen. Daher soll in einem weiteren Teil der Arbeit auf die Schul- bzw. Bildungspolitik beider Länder eingegangen werden. Der erste Unterschied besteht zunächst darin, dass beide Länder unterschiedlich viel Geld in ihr Bildungssystem investieren. Der zweite Unterschied besteht darin, dass die Anzahl der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund in Deutschland und Finnland sehr variieren.
Ein weiterer Teil dieser Arbeit handelt mit den unterschiedlichen Lernsituationen der beiden Länder. Es soll die Frage geklärt werden wie finnische und deutsche Schülerinnen und Schüler lernen. Wo besteht der Unterschied? Bzw. Gibt es einen Unterschied? In diesem Kontext sollen dann aktuelle Studien der Schulpädagogik zum Tragen kommen. Es soll diskutiert und begründet werden, inwiefern das akademische Fähigkeitsselbstkonzept 1 respektive der soziale / interindividuelle Vergleich des FSKs in dem Land mit dem besseren Schulsystem, erfolgreicher ausgeprägt ist als in Ländern mit dem schlechteren Schulsystem. Im weiteren soll die Studie des Big-Fish-Little-Pond Effect in dieser Arbeit zur Geltung kommen und soll im Kontext der hohen Selektivität des deutschen Schulsystems die Folgen für die Schülerinnen und Schüler zeigen.
1 nachfolgend FSK genannt.
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Kapitel 1:
Das deutsche und finnische Bildungssystem im Vergleich
Bereits im Seminar sind wir konkret auf verschiedene Bildungssysteme innerhalb Europas eingegangen. Besonders positiv hervorgestochen ist das Bildungssystem in Finnland. Finnland hat beispielsweise die niedrigste Schulabbruchquote weltweit, 99,7 % aller Schülerinnen und Schüler absolvieren die Pflichtschule erfolgreich. 2 „Seit Beginn der 1970er Jahre gehen 95 % der jungen Finnen zwölf Jahre zur Schule und das von 8-16 Uhr. [...] In keinem anderen Land der Welt sind die regionalen Leistungsunterschiede so gering wie in Finnland“. 3 Dabei gibt es nicht zwingend riesig große Unterschiede zwischen dem deutschen und dem finnischen Schulunterricht, ganz im Gegenteil in Finnland gibt es genauso oft die So-zialform des Frontalunterrichts wie in Deutschland. Ebenso gibt es gesetzlich vorgeschriebene Lernziele, allerdings bleibt es jedem Pädagogen selbst überlassen, wie er seine Schülerinnen und Schüler ans Ziel bringt. 4 „Es ist keine Seltenheit in finnischen Klassenzimmern: Während eine Pädagogin die Stunde gestaltet, kümmert sich die andere um die Schülerinnen und Schüler, denen es zu schnell oder auch zu langsam geht. Dieses Konzept ist in Deutschland kaum vorstell- und bezahlbar“. 5 Ein weiterer Grund, warum in Finnland Bildung besser funktioniert: Das Ansehen von Lehrerinnen und Lehrern ist traditionell hoch, diese sehen sich nicht als sturen Pauker, sondern als Begleiter von Lernprozessen und Bildungsvermittler. 6
Der wohl größte Unterschied zwischen dem deutschen und finnischen Bildungssystem sind die unterschiedlichen Schulformen. Während Deutschlands Schulsystem in Primar- und Sekundarstufe unterteilt ist, gibt es in Finnland eine Gesamtschule, die als Gemeinschaftsschule zum ersten berufsqualifizierenden Abschluss führt.
2 Vgl. Kansanen, S. 144.
3 Smaxwil, S. 64.
4 Vgl. Smaxwil, S. 64.
5 Ebd., S. 64.
6 Vgl. ebd., S. 65.
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Im folgenden möchte ich das deutsche und finnische Schulsystem im Detail erläutern: In Deutschland beginnt die Schulpflicht mit der Grundschule mit Vollendung des 6. Lebensjahrs. Nach der Grundschule beginnt der Selektionsprozess der Kinder. Schülerinnen und Schüler mit guten und sehr guten Leistungen besuchen das Gymnasium als weiterführende Schule, gute und mittelstarke Schülerinnen und Schüler die Realschule und leistungsschwache Kinder die Hauptschule. An allen drei Schulformen können Hauptschulabschlüsse und die Fachoberschulreife erworben werden. Den Gymnasien und Gesamtschulen ist die Vergabe der allgemeinen Hochschulreife im Sekundarbereich II vorbehalten.
Ein sehr großer Kritikpunkt des deutschen Bildungssystems ist die frühe Selektion. Für Schülerinnen und Schüler, denen eine Gymnasialempfehlung verwehrt bleibt, kann dies weitreichende Folgen haben. Im Alter von 10 Jahren ist es noch zu früh eine Entscheidung bezüglich der weiteren Schullaufbahn zu treffen, die womöglich die gesamte Zukunft eines Menschen verändern kann.
Selektion kennt das finnische Schulsystem nicht. Wie schon erwähnt lernen alle Schülerinnen und Schüler gemeinsam bis zur 9. Klasse an einer Gesamtschule. Den Bereich der Gesamtschule beinhaltet den Primarbereich und den Sekundarbereich I.
Der Vorschulbereich hat einen wichtigen Stellenwert im Bildungssystem. Kinder mit Defiziten im allgemein kognitiven Bereich sollten daher schon vor der Schulpflicht entsprechend gefördert werden. In Deutschland ist dies für Familien aus sozial schwächeren Familien allerdings nicht so einfach möglich. Entsprechende Förderung im Kindergarten bzw. der Kindergartenplatz selbst ist nicht kostenlos. Bei Kindern mit Defiziten ist nunmehr überspitzt gesagt der Geldbeutel der Eltern entscheidend, ob und inwieweit Kinder Sozialisation erfahren können und dürfen. Wenn dann die Schulzeit beginnt, ist es meistens zu spät grundlegende Dinge dem Kind beizubringen, da im Schulalltag primär auf die Vermittlung von Fachwissen gesetzt wird als auf die Erziehung. Die Erziehung eines Kindes geschieht im Elternhaus und nicht in der Schule.
Das finnische Schulsystem agiert bereits im Vorschulbereich ganz anders wie das Deutsche. So kann beispielsweise ab dem dritten Lebensjahr des Kindes ein kostenloser Kindergartenplatz in Anspruch genommen werden. Die fakultative Vorschule schließt sodann an den Kindergarten an und bereitet Kinder auf die Schulpflicht vor. Fairerweise muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass es in Deutsch-land ebenfalls eine gute Vorschulbildung gibt. Eltern müssen allerdings an die je-
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Arbeit zitieren:
Marc Dax, 2010, Die hohe Selektivität des deutschen Bildungssystems, München, GRIN Verlag GmbH
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