II
Inhalt
INHALT II
ABK ÜRZUNGSVERZEICHNIS IV
ÜBERSICHTENVERZEICHNIS V
1! EINLEITUNG 1
1.1! Problemstellung 1
1.2! Zielsetzung 1
1.3! Vorgehensweise 2
2! WERTSTROMANALYSE 4
2.1! Wertstromperspektive 6
2.2! Verschwendung 7
2.3! Symbole zur Beschreibung des Wertstroms 14
2.4! Aufnahme und Darstellung des Ist-Zustandes 18
2.4.1! Produktfamilienbildung 18
2.4.2! Erfassung des Ist-Zustandes 20
2.4.3! Verbesserungspotentiale 28
3! WERTSTROMDESIGN 30
3.1! Vom Ist- zum Soll-Zustand anhand der Gestaltungsrichtlinien 31
3.2! Umsetzung des Soll-Zustands 41
4! FALLSTUDIE: ANWENDUNG DES WERTSTROMDESIGNS IN EINEM
METALLVERARBEITENDEN UNTERNEHMEN 45
4.1! Wertstromanalyse 45
4.1.1! Auswahl der Produktfamilie 45
4.1.2! Kundenbedarf 46
4.1.3! Arbeitszeit 47
4.1.4! Produktionsplanung 47
4.1.5! Produktionsprozesse 47
4.1.6! Verbesserungspotentiale 52
4.2! Wertstromdesign 54
4.3! Umsetzung des Soll-Zustands 59
Stefan Doliwa - Bachelorarbeit: Wirtschaft / Logistik, Fachhochschule Gelsenkirchen
III
5! FAZIT 64
LITERATURVERZEICHNIS 67
Stefan Doliwa - Bachelorarbeit: Wirtschaft / Logistik, Fachhochschule Gelsenkirchen
IV
Abkürzungsverzeichnis
BZ Bearbeitungszeit DLZ Durchlaufzeit FIFO First In - First Out KVP Kontinuierlicher Verbesserungsprozess LM Liefermenge MV Maschinenverfügbarkeit RZ Rüstzeit TPS Toyota Produktionssystem WBZ Wiederbeschaffungszeit WQ Wertstromquotient WZ Wertschöpfungszeit ZZ Zykluszeit
V
Übersichtenverzeichnis
Abbildung 1: Wertstrom 4
Abbildung 2: Die sieben Arten der Verschwendung nach Toyota 9
Abbildung 3: Verschwendung in einem Wertesystem 13
Abbildung 4: Die drei “Ms 14
Abbildung 5: Symbole des Prozess- und Materialflusses 15
Abbildung 6: Symbole des Informationsflusses 15
Abbildung 7: Allgemeine Symbole 16
Abbildung 8: Die Aufteilung eines Mappings in verschiedene Bereiche 17
Abbildung 9: Darstellung eines Pull-Materialflusses. 24
Abbildung 10: Zeitlinie und ihre Kennwerte im Mapping 27
Abbildung 11: Supermarkt-Pull-System 34
Abbildung 12: Beispiel einer “FIFO-Bahn 35
Abbildung 13: Reduzierung des Steuerungsaufwandes durch
kontinuierlichen Fluss. 36
Abbildung 14: Ausgleich des Produktionsmixes 37
Abbildung 15: Ausgleichskasten (Heijunka) 39
Abbildung 16: Beispiel für Wertstromschleifen 41
Abbildung 17: Ist-Zustand der Fallstudie. 51
Abbildung 18: Ist-Zustand mit eingezeichneten Kaizen-Blitzen. 53
Abbildung 19: Produktionsmix der Artikel 539-K und 539-M 56
Abbildung 20: Soll-Zustand der Fallstudie. 57
Abbildung 21: Schleifen zur Umsetzung des Sollzustandes. 60
Tabelle 1: Beispiel einer Produktfamilien-Matrix 20
Tabelle 2: Wertstrom-Jahresplan 43
Tabelle 3: Produktfamilien-Matrix der Fallstudie. 46
Tabelle 4: Gegenüberstellung der Eckdaten des Soll- und Ist-Zustandes 58
Tabelle 5: Wertstrom-Jahresplan der Fallstudie. 63
Stefan Doliwa - Bachelorarbeit: Wirtschaft / Logistik, Fachhochschule Gelsenkirchen
1
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
Aufgrund der immer weiter fortschreitenden Globalisierung und der sich rasant entwickelnden Kommunikations- und Informationstechniken, müssen sich Unternehmen ebenfalls immer weiterentwickeln, um weiterhin auch wettbewerbsfähig agieren zu können. Kunden verlangen immer mehr Flexibilität und kürzere Lieferzeiten. Gleichzeitig sollen die Produkte bzw. Leistungen nicht teurer werden - ganz im Gegenteil. Ebenfalls darf die Qualität und Zuverlässigkeit darunter nicht leiden. Weiterhin wird es immer leichter, sich global Informationen einzuholen und auch Bestellungen zu platzieren. Dadurch wächst der Konkurrenzdruck stark an, insbesondere auch gegen Konkurrenten aus Billiglohnländern. Auf den Märkten hat sich ein Wandel vom Verkäufermarkt zum Käufermarkt vollzogen. Das stellt Unternehmen vor immer neue Herausforderungen, die es zu lösen gilt, um weiterhin als Produktionsstandort attraktiv zu bleiben. Da Unternehmen auch stets darauf bedacht sind Kosten zu minimieren, wird die Produktion mit großen Losen und möglichst voller Maschinenauslastung bestritten, was in der Regel auch zu hohen Lagerbeständen führt. Dies widerspricht allerdings der Methode des Wertstromdesigns, welche in dieser Bachelorarbeit vorgestellt wird.
1.2 Zielsetzung
Ziel dieser Arbeit ist es, das Vorgehen der Wertstromanalyse und des Wertstromdesigns zu zeigen. Außerdem soll die Arbeit als grober Leitfaden zur Umsetzung dieser Methode dienen. Zur Verdeutlichung werden die Methoden anhand einer Fallstudie angewendet. Weiterhin soll gezeigt werden, welche Stärken diese Methode aufweist und wie sich dadurch
2
Effizienz, Flexibilität und Wirtschaftlichkeit steigern lässt. Es soll ebenfalls dargestellt werden, wie sich einzelne Prozesse miteinander verknüpfen lassen, sodass ein durchgehender Fluss entsteht. Weiterhin ist es das Bestreben dieser Arbeit zu zeigen, wie die Flüsse, Prozesse und Zusammenhänge der Produktion einfach visualisiert werden können. Ein weiteres Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen der Fertigung mit großen Losen, Flexibilität und Verschwendung zu verdeutlichen. Darüber hinaus soll gezeigt werden, wie sich Verschwendungen identifizieren und eliminieren lassen. Zusätzlich soll der Fokus von der punktuellen Verbesserung einzelner Prozesse, zu einer ganzheitlichen Betrachtung vom Lieferanten bis zum Kunden umgeleitet werden.
1.3 Vorgehensweise
Im zweiten Kapitel wird die Wertstromanalyse beschrieben. Dazu wird zunächst gezeigt, was ein Wertstrom ist und wie dieser mit den Lieferanten, der Produktion und den Kunden zusammenhängt. Danach wird die Herkunft der Methode erläutert und gezeigt wie wichtig es ist die Wertstromperspektive einzunehmen. Da es besonders wichtig ist, in der Wertstromanalyse Verschwendungen zu identifizieren und zu eliminieren, werden die verschiedenen Arten der Verschwendung genau betrachtet. Es wird auch beschrieben wie sich die Arten der Verschwendung gegenseitig beeinflussen. Weiterhin wird verdeutlicht, wie klein der Anteil an wertschöpfendem Zeitaufwand im Vergleich zum ganzen Arbeitsaufwand in der Fertigung ist. Danach werden die Symbole, mit denen die Wertstromanalyse und das Wertstromdesign arbeitet, erläutert. Auf einer Übersicht wird gezeigt, wie ein fertiges Wertstrom-Mapping aussieht und in welche Bereiche es sich einteilen lässt. Danach wird beschrieben, wie aus einer Vielzahl von Produkten ein repräsentatives Produkt herausgesucht werden kann, anhand dessen die Wertstromanalyse durchgeführt wird. Dann wird aufgezeigt, wie man sinnvoll bei der Erfassung des Ist-Zustandes mit der Wertstromanalyse vorgeht. Es wird gezeigt, wie man sich vom
3
Kunden aus zum Lieferanten stromaufwärts vorarbeitet und wie man die zuvor erläuterten Symbole einsetzt. Als letzter Schritt der Wertstromanalyse wird erläutert, wie man Verbesserungspotentiale herausarbeitet.
Das dritte Kapitel beschreibt das Vorgehen des Wertstromdesigns. Es wird anhand von sieben Leitlinien beschrieben, wie man zweckmäßig auf Basis des Ist-Zustandes einen Soll-Zustand erarbeiten kann. Dabei wird gezeigt, welche Bedeutung die Taktzeit hat und wie sich eine kontinuierliche Fließfertigung realisieren lässt. Weiterhin wird verdeutlicht, wie Supermarkt-Pull-Systeme zum Einsatz kommen können und wie der
Steuerungsaufwand der Produktion reduziert werden kann. Verdeutlicht wird auch, wie der Produktmix und das Produktionsvolumen ausgeglichen gestaltet werden kann und wie wichtig die Reduzierung der Rüstzeiten und Losgrößen ist. Danach wird erläutert, wie der Soll-Zustand umgesetzt werden kann und mit welchen Informationen ein Wertstrom-Jahresplan erstellt wird.
Im vierten Kapitel wird das zuvor in Kapitel 2 und 3 Beschriebene anhand einer Fallstudie beispielhaft angewendet. Die Fallstudie behandelt ein metallverarbeitendes Unternehmen, das verschiedene Produkte für den Automotive Sektor produziert. Für die Fallstudie wird die Herstellung von Motorhauben ausgewählt und gezeigt, wie sich Durchlaufzeiten, Flexibilität und Lagerbestände optimieren lassen.
4
2 Wertstromanalyse
Unter dem Begriff Wertstrom werden alle Aktivitäten zusammengefasst, die nötig sind, um ein Produkt vom Rohmaterial aus kundenspezifisch zu fertigen und dem Kunden bereitzustellen. 1 Der Wertstrom setzt sich sowohl aus wertschöpfenden und nicht wertschöpfenden Tätigkeiten, sowie Material- und Informationsflüssen zusammen. 2 Somit wird der Fluss durch ein logistisches System beschrieben. Der Wertstrom kann auch über die Grenzen des Unternehmens hinaus, wie in Abbildung 1 dargestellt, über die ganze Supply Chain 3 betrachtet werden. 4
5 Abbildung 1: Wertstrom
Im Rahmen dieser Bachelorarbeit wird jedoch nur der Fertigungsstrom innerhalb der Unternehmensgrenze von Rampe zu Rampe, also vom Wareneingang bis zum Versand an den Kunden betrachtet. 6
Die Wertstromanalyse ist eine Methode, anhand derer der Wertstrom eines Produktes erfasst, beschrieben und grafisch dargestellt werden kann. Die Methode der Wertstromanalyse hat ihre Wurzeln im Toyota
1 Vgl. Rother / Shook (2000), S. 3.
2 Vgl. Lindner / Becker (2010), S. 9.
3 Lieferkette
4 Vgl. Arnold /Furmans (2005), S. 251- 252. 5 Vgl. Rother /Shook (2000), S. 3.
6 Vgl. Arnold / Furmans (2005), S. 251 - 252.
5
Produktionssystem (TPS). 7 Das Toyota Produktionssystem wurde nach dem zweiten Weltkrieg von Toyota entwickelt und geprägt. 8 In der Literatur wird die Wertstromanalyse erstmals im Jahre 1998 von Mike Rother und John Shook in dem Buch „Learning to see“ ausführlich beschrieben. Toyota nutzt diese Methode zur Darstellung von Ist- und Soll-Zuständen bei der Umsetzung bzw. Einrichtung von schlanken Systemen. Der Hauptfokus liegt dabei auf der Einführung von fließenden Produktionsflüssen, der Vermeidung von Verschwendung und der Wertschöpfung. 9
Ziel der Wertstromanalyse ist es, Wertströme zu visualisieren 10 und zu zeigen, an welchen Stellen des Materialflusses ineffiziente
Produktbewegungen stattfinden und es somit zu Verschwendungen kommt. Es gilt zu erkennen, warum der Materialfluss zum Erliegen kommt und die Durchlaufzeiten unnötig verzögert werden. 11 Daraus lässt sich auch das Motto der Wertstromanalyse, „Sehen lernen“, ableiten. 12 Die
Wertstromanalyse ermöglicht eine einfache übersichtliche Darstellung der Material-, Informationsflüsse und Prozesse. 13 Darüber hinaus beschränkt sich die Wertstromanalyse nicht nur auf die Darstellung einzelner Prozesse, sondern betrachtet auch das Zusammenspiel der Einzelprozesse. Dadurch wird der Blickwinkel auf den gesamten Produktionsablauf gerichtet. 14 Dank des relativ groben Grads der Detaillierung ist es möglich das Wesentliche zu sehen, ohne dabei den Überblick zu verlieren. 15 So lassen sich Schwachstellen und Verbesserungspotentiale leicht aufdecken. 16
7 Vgl. Arnold / Furmans (2005), S. 251.
8 Vgl. Womack / Jones / Roos (1990), S. 11.
9 Vgl. Rother / Shook (2000), Einleitung.
10 Vgl. Erlach (2007), S. 33.
11 Vgl. Arnold / Furmans (2005), S. 251.
12 Vgl. Klevers (2007), S. 7
13 Vgl. Lindner / Becker (2010), S. 13.
14 Vgl. Erlach (2007), S. 31.
15 Vgl. Erlach (2007), S. 37.
16 Vgl. Erlach (2007), S. 8
6
Zur schnellen und effizienten visuellen Darstellung des Wertstroms trägt die Verwendung von einheitlichen und einfachen Symbolen bei. Diese werden in dieser Bachelorarbeit in den Kapiteln 2.3 und 2.4 näher erläutert. Dies macht die Wertstromanalyse zu einem ausgezeichneten Analyseinstrument zur Visualisierung eines Ist-Zustandes in der Produktion. 17
2.1 Wertstromperspektive
Ein wesentlicher Kernpunkt der Wertstromperspektive ist die Kundenorientierung. Verschwendungsfreie Produktion und ein synchroner Fluss gehören ebenfalls zum Grundgedanken der Wertstromperspektive. Dazu muss die Produktion ganzheitlich betrachtet werden, um den Anforderungen der Kunden an die Produktion bzw. der einzelnen Prozesse gerecht zu werden. 18 Bei der ganzheitlichen Betrachtung liegt der Fokus nicht mehr allein auf der optimalen Auslastung von Maschinen, sondern es wird die ganze Wertschöpfungskette betrachtet. Dies schließt auch übergeordnete Bereiche wie die Steuerung, Planung und Reduzierung der Verschwendung mit ein. Wichtig dabei ist es, das Wertstrom-Diagramm als eine Aufnahme aus der Vogelperspektive zu sehen. Die Konzentration auf die Optimierung einzelner Prozesse kann durch Maßnahmen an anderen Stellen negiert werden. Deshalb ist die ganzheitliche Betrachtung und Orientierung am Wertstrom wichtig. Oberstes Ziel dabei ist die Steigerung der Wertschöpfung und Eliminierung bzw. Reduktion von nichtwertschöpfenden Tätigkeiten. Das Optimum ist erreicht, sobald nur noch wertschöpfenden Tätigkeiten nachgegangen wird. Dieses Optimum kann in der Regel allerdings nie erreicht werden. Jedoch wird versucht, diesem so nahe wie möglich zu kommen. 19
17 Vgl. Erlach (2007), S. 32
18 Vgl. Erlach (2007), S. 35.
19 Vgl. Klevers (2007), S. 27 - 30.
7
2.2 Verschwendung
In einer Produktion tragen viele Tätigkeiten nicht zur Steigerung des Wertes eines herzustellenden Produktes bei und sind somit nicht wertschöpfend. Für nicht wertschöpfende Tätigkeiten sind Kunden allerdings nicht bereit zu zahlen. Würde ein Unternehmen nur Tätigkeiten ausführen, die der direkten Befriedigung der Kundenbedürfnisse dienen, so würde es rein wertschöpfend handeln. Gelingt es einem Unternehmen das gleiche Produkt allerdings mit weniger Aufwand zu produzieren, so hat es dadurch einen Wettbewerbsvorteil. 20 „Verschwendung dagegen ist der Verzehr von Ressourcen gleich welche Art, durch den keine Wertsteigerung erzielt wird und keine Befriedigung von Kundenwünschen stattfindet.“ 21 Diese verschwendeten Ressourcen können z.B. Maschinen, Material, Personal, Flächen, Energie, Zeit und Geld sein. Meist werden auch mehrere dieser Ressourcen in Kombination verschwendet. 22
Es lassen sich drei Arten von Tätigkeiten differenzieren. Dabei unterscheidet man zwischen wertschöpfenden Tätigkeiten, unterstützenden Tätigkeiten und Verschwendung. 23
Zu wertschöpfenden Tätigkeiten werden in einem Industriebetrieb unter anderem durch das Konstruieren und das Be- und Verarbeiten erreicht. Dazu gehört z.B. das Gießen, Fräsen, Stanzen und Montieren. 24 Unterstützende Tätigkeiten werden auch als wertermöglichende Tätigkeiten bezeichnet. Diese sind zwar selbst nicht wertschöpfend, aber für den Wertschöpfungsprozess unterstützend nötig. Unterstützende Tätigkeiten
20 Vgl.Lindner / Becker (2010), S. 26.
21 Klevers (2007), S. 15
22 Vgl. Klevers (2007), S. 15 - 16.
23 Vgl. Lindner / Becker (2010), S. 26.
24 Vgl. Lindner / Becker (2010), S. 26 - 27.
8
können z.B. das Teile einlegen, das Bereitstellen von Rohmaterial, der Werkzeugwechsel oder Absprachen sein. 25
Alle Aktivitäten, die nicht zur Wertschöpfung beitragen und Ressourcen verschlingen, sind Verschwendung. 26 Beispiele dafür werden im Folgenden detaillierter beschrieben.
Das Finden und Eliminieren von Verschwendung ist ein wichtiger Bestandteil im TPS und spielt auch in der Wertstromanalyse eine wichtige Rolle. 27 Tätigkeiten, die nicht zur Wertschöpfung beitragen, werden im TPS „muda“ bezeichnet. Muda ist japanisch und bedeutet Verschwendung. 28 Verschwendung ist eine Ursache für Probleme in der Gestaltung und Abwicklung der Prozesse. Die Gründe, die Verschwendungen verursachen, gilt es zu finden und zu eliminieren. Toyota hat in diesem Zusammenhang die Gründe für Verschwendungen in ihrem Toyota-Produktionsmodell in sieben verschiedene Arten aufgeteilt, wie in Abbildung 2 zu sehen ist. 29
25 Vgl. Klevers (2007), S. 20-21.
26 Vgl. Lindner / Becker (2010), S. 26 - 27.
27 Vgl. Liker / Meier (2007), S. 96.
28 Vgl. Liker / Meier (2007), S. 64.
29 Vgl. Klevers (2007), S. 19.
30 Abbildung 2: Die sieben Arten der Verschwendung nach Toyota
1. Überproduktion
Die Überproduktion tritt auf, wenn Produkte hergestellt werden, für die noch kein Auftrag vorhanden ist. Daraus resultieren die Verschwendungen von Arbeitskräften, Lagerplätzen und überflüssige Transportkosten aufgrund von überfüllten Warenlagern. 31
2. Wartezeit
Wartezeiten oder Leerlauf zwischen Arbeitsschritten können z.B. durch fehlendes Material, Umrüsten von Werkzeugen, fehlende Arbeitskraft oder fehlende Informationen auftreten. Ebenso ist es möglich, dass vorherige Fertigungsschritte ins Stocken geraten sind und somit der Nachschub zur Weiterverarbeitung fehlt. Dies führt zu Verzögerungen im
Produktionsprozess und einer schlechten Auslastung der Maschinen. 32
30 Vgl. Klevers (2007), S. 20.
31 Vgl. Liker / Braun (2007), S. 66.
32 Vgl. Liker / Meier (2007), S. 67.
10
3. Lager und Bestand
Unnötig hohe Lagerbestände an Rohmaterial, Halbfertigprodukten und Fertigprodukten verlängern die Durchlaufzeit (DLZ), führen zu veralteten Produkten und verursachen unnötig Transport- und Lagerkosten. 33
4. Überflüssiger Transport
Überflüssige Transporte, die ein Mitarbeiter während seiner Arbeit machen muss, sind Verschwendung. Dazu gehören auch Transporte von Rohmaterial, Halbfertigerzeugnisse und Fertigerzeugnisse über kurze Entfernungen und zwischen verschiedenen Lagern oder Prozessen. 34 Diese erhöhen außerdem das Risiko, dass das Material beschädigt oder falsch verteilt wird. 35
5. Ungenügende Prozessgestaltung
Schlechte Organisation der Prozesse kann z.B. in Form von falsch getakteten Prozessen, 36 Einsatz von nicht geeigneten Werkzeugen oder durch Produktion mit zu hoher Qualität auftreten. Daraus resultieren Verschwendungen durch unnötige Bewegungen und nicht ausgenutzten Maschinenkapazitäten. Es kann sogar soweit gehen, dass teilweise zum Füllen von Leerläufen unnötige Arbeiten verrichtet werden. 37
6. Unnötige Bewegungen
Dazu gehören alle unnötigen Bewegungen, die zur Durchführung der Arbeit von einem Mitarbeiter getätigt werden müssen, wie z.B. das Beschaffen von Teilen oder das Auffüllen von Arbeitsmaterialien. Verschwendung ist ebenfalls das Holen und Suchen von Werkzeugen, wenn diese nicht
33 Vgl. Liker / Meier (2007), S. 67.
34 Vgl. Liker / Meier (2007), S. 67.
35 Vgl. Lindner / Becker (2010), S. 29
36 Vgl. Lindner / Becker (2010), S. 29
37 Vgl. Liker / Meier (2007), S. 67.
Arbeit zitieren:
Stefan Doliwa, 2010, Anwendung des Wertstromdesigns in einem metallverarbeitenden Unternehmen, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Auswirkungen von Mindestlöhnen mittels der klassischen und keynesianis...
Hausarbeit, 20 Seiten
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik: Anwendung des Wertstromdesigns in einem metallverarbeitenden Unternehmen ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik: neuer Titel erschienen: Anwendung des Wertstromdesigns in einem metallverarbeitenden Unternehmen
Stefan Doliwa hat einen neuen Text hochgeladen
Tps-Lean Six SIGMA: Linking Human Capital to Lean Six SIGMA - A New Bl...
Hubert K. Rampersad, Anwar El-Homsi
Tps-Lean Six SIGMA: Linking Human Capital to Lean Six SIGMA - A New Bl...
Hubert K. Rampersad, Anwar El-Homsi
Exzellenz und Krisenmanagement...
Jochen Bahnmüller, Harald Balzer, Jens-Knut Fabrowsky
Erfolgsfaktor Kooperation in der Logistik
Outsourcing - Beziehungsmanage...
Hans-Christian Pfohl
Internationalisierung kleiner und mittlerer Unternehmen
Neue Entwicklungen bei Arbeits...
Marhild von Behr, Klaus Semlinger
Internationalisierung deutscher Unternehmen
Strategien, Instrumente und Ko...
Frank Keuper, Henrik A. Schunk
Einführung eines Umweltmanagementsystems in kleinen und mittleren Unte...
Ein Arbeitsbuch
Heinz Meinholz, Helmut Krinn
0 Kommentare