Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Was ist E-Health? 2
3. Die Kommunikation zwischen Arzt und Patient vor dem Hintergrund sich
wandelnder Gesundheits- und Krankheitskonzepte
3
4. Health Communication und das Internet 6
4.1. Sozio. 7
4.2. Stellenwert der Gesundheitskommunikation 9
4.3. Vor- versus 11
4.4. Wie können hochwertige Qualitätsstandards gewährleistet werden? 13
5. Aussichten aufgrund der Delphi-. 15
6.
16
7.
19
Health Communication in the course of time Die Bedeutung des Internets für das
deutsche Gesundheitssystem am Beispiel der Arzt-Patienten-Beziehung
1. Einleitung
Dem Faktor Patient 1 , oder auch Nutzer des Gesundheitssystems, wird in der gesundheitlichen Versorgung eine immer wichtigere Rolle zugeschrieben. In Bezug auf eine immer älter werdende Bevölkerung (vgl. Eisenmenger et al. 2006), einer erhöhten Prävalenz von chronisch degenerativen Erkrankungen (vgl. Tautz 2002) und der Verbreitung von Gesundheitsinformationen über das Internet (vgl. Schmidt-Kaehler 2005) verändert sich infolgedessen auch immer mehr die Kommunikation innerhalb der Arzt-Patienten-Beziehung. Folglich ist dieses Thema aus Public-Health-Perspektive, besonders im Zusammenhang mit möglichen primärpräventiven Ansätzen, von enormer Bedeutung.
Inwieweit sich der Prozess der zunehmenden Informationsflut von Gesundheitsinformationen auf die Gesellschaft und insbesondere auf die Arzt-Patienten-Beziehung in Deutschland auswirkt, soll in dieser Arbeit evaluiert werden.
Hierzu wird im zweiten Kapitel eine kurze Einführung über die definitorische Grundlage von E-Health gegeben um ein fundamentales Verständnis der hier beschriebenen Thematik darzulegen. Im Anschluss (Kapitel 3) wird die Korrelation zwischen dem sich wandelndem Gesundheits- und Krankheiskonzept und der Kommunikation in der Arzt-Patienten-Beziehung erläutert und an einem Schaubild (Abbildung 2) dargestellt. Das vierte Kapitel beschäftigt sich mit der Gesundheitskommunikation im Internet. Zu diesem Punkt werden die sozioökonomische Störfaktoren, die Vorteile versus Nachteile und die Qualitätsstandards ,der internetgestützten Gesundheitskommunikation, sowie der Stellenwert des Internets in der Gesellschaft diskutiert, um im Anschluss einen Experten-Ausblick auf das hier evaluierte Themenfeld zu geben (Kapitel 5). Abschließend (Kapitel 6) wird aus Public-Health-Perspektive ein Fazit abgegeben und ein möglicher Forschungsansatz, der die gegenwärtigen Dynamiken in Bezug auf die Arzt-Patienten-Beziehung, aufgezeigt.
1 Aus Gründen der Übersichtlichkeit wird innerhalb der Arbeit ausschließlich die männliche
Form verwendet.
1
Health Communication in the course of time Die Bedeutung des Internets für das
deutsche Gesundheitssystem am Beispiel der Arzt-Patienten-Beziehung
2. Was ist E-Health?
Der Begriff E-Health wurde zuerst 1997 2 in der Wirtschaft verwendet, bevor er
universelle Definition von E-Health ist bislang noch nicht veröffentlicht, so dass sich dieser Fachausdruck aus mehreren Teilbereichen wie der Telemedizin 3 , dem Online Health, der Cybermedizin 4 und der Consumer Health Informatics 5 zusammensetzt (vgl. Tautz 2002; Warda & Noelle 2002). Eysenbach hat jedoch eine gelungene Definition aufgestellt, in der E-Health
Einstellung und Verpflichtung zu vernetztem und globalem Denken, um die - und (Tautz 2002, S. 25, zitiert nach Eysenbach 2001b, S. 2)
darstellt. Der so neu entstandene Terminus dokumentiert ein gemeinsames Zusammenwirken von Internet und Medizin bei dem für alle Individualakteure der gesundheitlichen Versorgung neue Chancen 6 und auch Risiken zur Prävention und Gesundheitsförderung entstehen (vgl. Tautz 2002). Die Verbreitung von E-Health
vollzogen und stellt folglich eine Schnittstelle der medizinischen Information, der klinischen Medizin, der Evidence- Based Medicine, der Telemedizin und Public Health dar (siehe Abbildung 1) (vgl. Eysenbach 2001a). Diese wechselseitige Interaktivität wird im weiteren Verlauf als Gesundheitskommunikation 7
2
3 dizin geht es vor allem um den (begrenzten, kontrollierten) Austausch klinischer
4
- klinischer, präventivmedizinisch orientierter
5 Die Consumer Health Informatics ist eine Subdisziplin zwischen Medizininformatik und
Public Health und beinhaltet unter anderem die Cybermedizin (vgl. Eysenbach 2001a; Köhler
& Eysenbach 2002).
6 Insbesondere bezogen auf die Arzt-Patienten-Beziehung und das Gesundheitssystem.
7
vermittelten und den indirekten, durch technische Medien vermittelten Austausch von Wissen,
2
Health Communication in the course of time Die Bedeutung des Internets für das
deutsche Gesundheitssystem am Beispiel der Arzt-Patienten-Beziehung deklariert.
Abbildung 1
Cybermedizin (E-Health) als Schnittstelle zwischen Public Health und der klinischen Medizin.
Quelle: Eysenbach 2001a, S. 206 - Abbildung 1, aus Eysenbach et al. 1999, S. 1294.
3. Die Kommunikation zwischen Arzt und Patient vor dem
Hintergrund sich wandelnder Gesundheits-und
Krankheitskonzepte in der Gesellschaft
1900 Lungenentzündungen, Tuberkulose und Gastroenteritis die häufigsten bs und Infolgedessen sind
Abnahmen von akuten und Zunahmen von chronisch degenerativen Krankheiten zu verzeichnen (vgl. Schmidt-Kaehler 2003; Schmidt-Kaehler 2005). Die kurativ orientierte Medizin stößt bei der Behandlung von chronisch degenerativen Krankheiten an ihre Grenzen, so dass die Sichtweise der Salutogenese 8 immer weiter in den Mittelpunkt rückt, um die Prävalenz und Mortalität von Krankheit präventiv zu vermindern. Diese Veränderung hat auch eine starke Auswirkung auf das Kommunikationsverhältnis zwischen Arzt und Patient. Der Patient muss
001, S. 119; ef.
Jazbinsek 2000).
8 Die Aufklärung wie Gesundheit entsteht (das Gegenteil der Pathogenese) (vgl. Antonovsky
1987).
3
Health Communication in the course of time Die Bedeutung des Internets für das
deutsche Gesundheitssystem am Beispiel der Arzt-Patienten-Beziehung
zukünftig 9 ahrgenommen werden, damit eine zielgerechte
Behandlung, Prävention 10 und eine weitere Steigerung der Lebensqualität erfolgen kann (vgl. Tautz 2002).
In Hinblick auf den demographischen Wandel innerhalb der Bevölkerung bis ins
S. 44) aufsuchen und dem deutlichen Anstieg von chronisch degenerativen
Der Prozess Gesundheit ist folglich eine lebenslange Aufgabe, die es innerhalb einer neustrukturierten Arzt-Patienten-Beziehung qualitativ hochwertig zu vermitteln und zu erhalten gilt. Die sich daraus resultierende primär salutogenetischen Therapieform hat zur Folge, dass die Bezeichnungen Arzt und Patient veraltet sind und durch Gesundheitsberater für den en ersetzt werden sollten (vgl.
Tautz 2002), damit eine zeitgerechte Bezeichnung Anwendung findet.
Des Weiteren muss die bislang paternalistisch 11 geprägte Arzt-Patienten-Beziehung aufgegeben und in ein partizipierendes 12 Verhältnis, in dem der Patient engagiert mitentscheiden kann, abgeändert werden (vgl. Schmidt-Kaehler 2005). Diese logische Folge ergibt sich aus den Tatsachen, dass immer mehr Selbsthilfegruppen und Onlineplattformen zum Thema Gesundheit in den letzten
des Patienten (vgl. auch Klemperer 2006) und ein offenes Arzt-Patienten- 02, S.
53), dass sich die Compliance und die Rekonvaleszenz positiv verändert und das aus volkswirtschaftlicher Sichtweise weniger Geld für Gesundheit ausgegeben werden könnte (vgl. Tautz 2002). Nach Hurrelmann treffen ergo zwei
9 Hierunter verstehen sich die Psyche, die soziale Umwelt, die Biographie und die
Lebensumstände des Patienten (vgl. Tautz 2002).
10 Hier in erster Linie Primär- und Primordialprävention (richtet sich nicht an Risikogruppen,
sondern an die Gesamtbevölkerung im gesunden Zustand (vgl. Hurrelmann & Laaser 2006).
11
über Krankheitszeichen zu geben, damit der Arzt das diagnostische und therapeutische
lemperer 2006, S. 3).
12 Hat eine höhere Autonomie der Patienten zufolge (vgl. Tautz 2002), auch als Shared Dicision
Making zu verstehen (vgl. Schmidt-Kaehler 2005).
4
Arbeit zitieren:
B.A. PH Sebastian Sauer, 2007, Health Communication in the course of time, München, GRIN Verlag GmbH
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