INHALTSVERZEICHNIS
Inhalt Seite
1. Einleitung 3
2. Historische Entwicklung 4
3. Entstehung und Ursachen von ADHS 4
4. Diagnostik 6
5. Therapiemöglichkeiten 9
6. Möglichkeiten des Lehrers im Umgang mit ADHS 10
7. Literatur 14
2
1. Einleitung
Immer häufiger werden Lehrkräfte in der Schule mit Kindern konfrontiert, die an einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) leiden oder zumindest einige der Symptome aufweisen. Ahrbeck (vgl. 2007: S. 7) spricht dabei von einer fast explosionsartigen Vermehrung der als hyperaktiv oder aufmerksamkeitsgestört geltenden Kinder. Diese erzeuge bei Eltern, Lehrern und Erziehern Unsicherheit und Verwirrung. Diese Hausarbeit soll sich im Schwerpunkt mit den Möglichkeiten beschäftigen, die die Lehrkraft hat, mit diesen Kindern im Unterricht, aber auch evtl. darüber hinaus, umzugehen. Sie soll die Aufgaben schildern, die einer Lehrperson obliegen, wenn der Verdacht auf ADHS bei einem Kind vorliegt. Aber auch der theoretische Hintergrund von ADHS soll in dieser Arbeit zumindest umrissen werden. So wird in Kapitel 2 kurz auf die historische Entwicklung der Störung in der wissenschaftlichen Forschung eingegangen.
Um als Lehrperson eventuelle ADHS-Fälle zu erkennen, müssen auch die Symptome sowie die Hintergründe zur Entstehung von ADHS bekannt sein. Auf diese Fragen gehe ich den Kapiteln 3 und 4 ein. Die Möglichkeit der Therapie von ADHS divergiert in verschiedene Richtungen. Benz stellt dazu fest:
„Wenn Erwachsene in unserer Gesellschaft über unruhige Kinder diskutieren, wirken sie
selbst alles andere als ruhig. Sie müssen sich entscheiden, welchem von zwei polar
entgegen gesetzten Verstehenszugängen sie folgen wollen, dem biologisch-organischen
Konzept, das von einer Hirnstörung ausgeht und die medikamentöse Lösung für
unabdingbar hält, oder aber dem Konzept von psychosozialen Störungen, das
psychotherapeutische Hilfen für Kind und Umwelt fordert.“ (Benz 2007: S. 95). Um die verschiedenen Therapiemöglichkeiten von ADHS und wie die Lehrperson als Teil einer solchen Therapie helfen kann, geht es in den Kapiteln 5 und 6. Das sechste Kapitel befasst sich außerdem mit den konkreten Möglichkeiten der Lehrkraft, dem ADHS-Kind das Lernen zu erleichtern und in den Unterrichtsverlauf angemessen zu integrieren.
3
2. Historische Entwicklung
Begriff und Konstrukt von ADHS sind wissenschaftsgeschichtlich noch relativ jung. In der englischen Literatur finden sich erste Beschreibungen bei Alexander Crichton Ende des 18. Jahrhunderts und bei George Still zu Beginn des 20. Jahrhunderts (vgl. Perner 2007: S. 76). In der deutschsprachigen Literatur taucht der Begriff der Hyperkinetischen Störung im Jahre 1932 bei Kramer und Pollnow auf (vgl. Steinhausen 2010: S. 13). Die genauere Befassung und Etablierung der Wissenschaft mit den Begriffen Hyperaktivität, Aufmerksamkeitsstörung und Impulsivität begann allerdings erst nach dem 2. Weltkrieg. In den 60er- und 70er-Jahren stand in vielen Ländern zunächst noch der Begriff der Minimalen Zerebralen Dysfunktion im Mittelpunkt der Forschung, ehe insbesondere im nordamerikanischen Raum das Augenmerk mehr auf die deskriptive Psychopathologie und damit auf Verhaltensphänomene als Definition von Störungen statt auf eine ätiologische Sichtweise gelegt wurde (vgl. ebd.).
Der Fokus dieser wissenschaftlichen Entwicklung richtete sich danach zunehmend auf den Aspekt der Aufmerksamkeitsstörung und im Jahre 1980 wurde in der dritten Auflage der US-amerikanischen Klassifikation des Diagnostic and Statistical Manual (DSM) eine Aufmerksamkeitsstörung mit und ohne Hyperaktivität erfasst. In der Internationalen Klassifikation stand weiterhin die Hyperaktivität (Hyperkinetisches Syndrom, seit den 1990er Jahren Hyperkinetische Störung) im Vordergrund. Seit dem DSM-IV von 1994 werden bei ADHS drei Typen unterschieden: ein vornehmlicher Aufmerksamkeitsdefizit-Typ, ein vornehmlich Hyperaktiv-impulsiver Typ und ein kombinierter Typ (vgl. ebd.: S. 13-14).
3. Entstehung und Ursachen von ADHS
In der aktuellen Forschung lassen sich mehrere Ansätze und Ursachen finden, nach denen es zu ADHS kommen kann. Dabei reichen die Erklärungsansätze von ökologischen, biologisch-organischen, bio- bzw. neurochemischen bis zu
4
genetischen Ursachen. Stiehler (vgl. 2007: S. 18) weist darauf hin, dass häufig die These vertreten wird, ADHS werde durch die Fehlfunktion eines Neurotransmittersystems verursacht. So vermuten einige Forscher in diesem Zusammenhang einen Mangel an Dopamin oder Noradrenalin und damit eine verschlechterte Reizübertragung. Andere vermuten dagegen eine Fehlfunktion in der Reizübertragung bei prinzipiell ausreichenden Botenstoffmengen. Darüber hinaus weist Stiehler auf Ansätze hin, die die Entstehung von ADHS auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder einen Mangel an essentiellen Fettsäuren erklären.
Nach Kessler (vgl. 2009: S. 35) konzentrierte sich die Ursachenforschung lange Zeit auf rein organische Faktoren, und dabei vor allem auf hirnorganische Schädigungen. Später jedoch wurden auch andere biologische Erklärungen wie Verzögerung in der Entwicklung, Aktivierungsstörungen oder biochemische Veränderungen in die Diskussion miteinbezogen. Daneben weist Kessler (vgl. ebd: S. 48) auch auf genetische Ursachen hin. So ist aktuell die ätiologische Bedeutung des Dopamin-Transporter-Gens und der Dopamin-Rezeptor-Gene am besten wissenschaftlich belegt. Allerdings ist das Auftreten von ADHS nicht nur auf die Veränderung eines einzelnen Gens zurückzuführen. Eine Wechselwirkung mehrerer Gene und äußeren Faktoren ist wahrscheinlich. Im ökologischen Bereich stehen die Möglichkeiten der Entstehung von ADHS durch allergologische und toxische Faktoren im Mittelpunkt. Allergien gegen bestimmte Nahrungsmittel oder eine entsprechend hohe Sensibilität des Kindes für bestimmte Nahrungsmittel könnten eine Rolle spielen, jedoch seien dabei noch zu viele Fragen ungeklärt (vgl. ebd.: S. 49-50).
Gawrilow (vgl. 2009: S. 25) weist in diesem Zusammenhang auf den mütterlichen Konsum von Alkohol und Nikotin während der Schwangerschaft hin, schränkt jedoch ein, dass kausale Schlussfolgerungen in diesem Zusammenhang nur bedingt gezogen werden können, da ein übergeordneter Faktor (wie z.B. der sozioökonomische Status) sowohl zu vermehrtem Rauchen während der Schwangerschaft als auch zu ADHS führen könne. Die gleiche Problematik ergibt sich bei dem ebenfalls erwähnten Zusammenhang zwischen ADHS und einem niedrigen Geburtsgewicht. Diese Ursache als unabhängiger Risikofaktor scheint jedoch eine eher untergeordnete Rolle zu spielen. Auch Kessler (vgl. 2009: S. 50) greift dieses Thema auf und stellt dazu fest, dass mit dem mütterlichen
5
Arbeit zitieren:
Sören Haß, 2010, ADHS bei Kindern und Jugendlichen, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Kindliche Verhaltensauffälligkeiten - ADS / ADHS
Psychologie - Klinische u. Gesundheitspsychologie, Psychopathologie
Hausarbeit (Hauptseminar), 40 Seiten
Ressourcen und Defizite von Erwachsenen mit ADHS
Psychologie - Klinische u. Gesundheitspsychologie, Psychopathologie
Hausarbeit, 26 Seiten
Erklärungsmodelle für die Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsfor...
Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Hausarbeit, 18 Seiten
Kinder mit ADHS und ihre Betreuung
Pädagogik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden
Seminararbeit, 15 Seiten
ADHS: Ein Ratgeber für Eltern und Lehrer
Psychologie - Entwicklungspsychologie
Hausarbeit (Hauptseminar), 14 Seiten
Pädagogik - Pädagogische Psychologie: ADHS bei Kindern und Jugendlichen ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Pädagogik / Erziehungswissenschaften: neuer Titel erschienen: ADHS bei Kindern und Jugendlichen
Sören Haß hat einen neuen Text hochgeladen
ADHS bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen
Symptome, Ursachen, Diagnose u...
Cordula Neuhaus
Aufmerksamkeits- und Aktivitätsstörungen bei Kindern, Jugendlichen und...
Ein Ratgeber für Betroffene un...
Paul Wender, Frank Badura
Hyperkinetische Störungen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen
Hans-Christoph Steinhausen
Systemische Familientherapie mit Kindern, Jugendlichen und Eltern
Lebensfluß-Modelle und analoge...
Peter Nemetschek
Die Entwicklung der Delinquenz von Kindern, Jugendlichen und Heranwach...
Eine vergleichende Analyse von...
Felix Schulz
Mutismus im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter
Für Angehörige, Betroffene sow...
Boris Hartmann, Michael Lange
0 Kommentare