II. Inhalt
1. Das Konzept regionaler Komplementärwährungen - 1 -
2. Komplementär- und Regionalwährungen: Begriffsdefinition, Ziele und Abgrenzung - 1 -
3. Globalisierung - 2 -
3.3 Die Globalisierung des Geldes - 4 -
4. Komplementärwährungen Weltweit - 5 -
5. Komplementärwährungsprojekte in Deutschland - 6 -
5.1 Historische Vorbilder - Das Freigeld Experiment von Wörgl - 7 -
5.2 Aktuelle Projekte - 8 -
5.2.1 Der Chiemgauer - 9 -
5.2.2. Die Tauschringe - 10 -
6. Kritische Würdigung - 11 -
III. Literaturverzeichnis - 13 -
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1. Das Konzept regionaler Komplementärwährungen
Seit der Einführung des Euro 2002, kann man in weiten Teilen Deutschlands seine Einkäufe auch mit so genannter Regionalwährung bezahlen. Vor dem Hintergrund einer zunehmend globalisierten Welt, haben diese Bargeldsubstitute den wesentlichen Zweck, bestimmte Regionen wirtschaftlich zu stärken. Durch den Druck globaler Konkurrenz um Produktionsstandorte und Absatzmärkte, geraten strukturschwache Regionen immer mehr in einen internationalen Verdrängungswettbewerb der mit sozialen und ökonomischen Problemen einhergeht. Die sprichwörtliche Schere zwischen „armen“ und „reichen“ Regionen geht immer weiter auseinander. Auch die zunehmende weltweite Urbanisierung verstärkt diesen Effekt. Dieses Phänomen kann nicht nur in Schwellen- oder Drittweltländern betrachtet werden, denn auch in Deutschland gibt es neben den großen Metropolregionen wie München, Frankfurt und Stuttgart auch viele Strukturschwache Gegenden, wie zum Beispiel weite Teile Mecklenburg Vorpommerns.
Die folgende Arbeit analysiert die zunehmende Globalisierung und das Gegenwirken durch die Verbreitung und Beschaffenheit regionaler Währungen, stellt bestimmte Beispiele heraus und fasst in einem kurzen Fazit die Vor- und Nachteile anschließend zusammen.
2. Komplementär- und Regionalwährungen: Begriffsdefinition, Ziele und Abgrenzung
Grundsätzlich definieren Kennedy und Lietaer Komplementärwährungen als: „Eine allgemeine Übereinkunft innerhalb einer Gemeinschaft, etwas anderes als das offizielle Gesetzliche Zahlungsmittel für den Austausch von Gütern und Dienstleistungen zu akzeptieren.“ 1 Komplementärwährungen dienen als Ergänzung der gesetzlich vorgeschriebenen Zahlungsmittel. Davon abgeleitet stellen Regionalwährungen eine
1 Kennedy/Lietaer (2004), S. 69
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„Form der Komplementärwährung dar, die es zum Ziel hat, mit Hilfe ungenutzter Ressourcen auf regionaler Ebene bislang unbefriedigte Bedürfnisse zu stillen.“ 2 Durch ihre regionale Bezugsebene ist diese Währungsart zwischen lokal angesiedelten Tauschringen und der aktuellen transnationalen- beziehungsweise nationalen gültigen Währung angesiedelt und besitzt eine Gültigkeit für 10.000 bis eine Millionen Menschen. 3 Neben den Regionalwährungen, gibt es noch eine weitere bekannte Form komplementärer Geldsysteme, die der kommerziellen Währungsmittel. Dazu zählen zum Beispiel die Bonusmeilen der Fluggesellschaften, die nicht nur für die Bezahlung von Flügen sondern auch zum Großteil für andere Dinge, wie Restaurants, Hotels, Taxis und Konsumgüter verwendet werden.
Das Hauptziel regionaler Währungsinitiativen ist es, den Kapitalabfluss aus den peripheren hin zu den prosperierenden Regionen zu verhindern. Um dies zu vermeiden sind diese Währungssubstitute auf bestimmte Landstriche und Gegenden begrenzt um regionale Wertschöpfungsketten anzustoßen und zu stabilisieren. Es soll die heimische Wirtschaft gestärkt - und eine gewisse Autonomie vom globalen Markt herbeigeführt werden. Ein weiteres Ziel von Initiatoren solcher Komplementärwährungen ist es, zur Entwicklung eines nachhaltigen Finanzsystems beizutragen und einen effektiven Schutz der regionalen Wirtschaft vor den Schwankungen und Unwägbarkeiten globaler Finanzspekulationen zu erreichen. 4
3. Globalisierung
Globalisierung ist ein relativ neuer Begriff, der einen Prozess beschreibt, den es schon relativ lange gibt. Im Kern erklärt der Ausdruck Globalisierung den ökonomischen Aspekt, dass vormals nationale Märkte zu einem globalen Markt zusammen-
2 ebd.,S. 77
3 Vgl. ebd.
4 Vgl. Kennedy/Lietaer (2004), S. 102
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wachsen. Als Konsequenz dessen, beeinflusst die ökonomische Globalisierung aber auch andere Bereiche. Somit kann Globalisierung, als die globale Verflechtung und gegenseitige Durchdringung von Wirtschaft, Politik, Umwelt, Gesellschaft und Kultur unterschiedlicher Volkswirtschaften beschrieben werden. Das Thema Globalisierung ist derart komplex, dass man es aus unzähligen Betrachtungsweisen erörtern kann. Im Folgenden sollen hauptsächlich die ökonomischen Auswirkungen betrachtet werden, da gerade diese massiv auf regionale Wirtschaftskreisläufe und Geldsysteme Einfluss nehmen.
3.1 Geschichte der Globalisierung
Historisch betrachtet kann man keinen genauen Beginn des Globalisierungsprozesses festmachen. Bereits zur Kolonialzeit wurden knappe Güter, wie Gewürze und Rohstoffe, aus den Kolonien in die Länder der Kolonialherren versendet. Somit kann dies als einer der ersten Schritte der Globalisierung betrachtet werden. Eine starke Zunahme des internationalen Handels entstand in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts speziell durch die starke Verbreitung der Eisenbahn und der Dampfschifffahrt. 5 Durch diese technischen Neuerungen konnte eine deutliche Zeit- und Kostenreduktion herbeigeführt werden. In der Zeit der beiden Weltkriege erlitt die Globalisierung herbe Rückschläge. „Das zuvor so effektive globale Finanzsystem war zerstört, Regierungen flüchteten sich in Protektionismus und wirtschaftlichen wie politischen Isolationismus.“ 6 Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges strebte die Ländergemeinschaft eine erneute Intensivierung ökonomischer und politischer Zusammenarbeit auf internationaler Ebene an. Diese sollte durch die Schaffung diverser Institutionen erreicht werden. Im Währungspolitischen Bereich wurden der Internationale Währungsfond (IWF) und die Weltbank geschaffen. Diese Organisa-
5 Vgl.
http://www.weltpolitik.net/Sachgebiete/Weltwirtschaft%20und%20Globalisierung/Grundlagen/Glo
balisierung.html; 26.11.2010
6 ebd.; 26.11.2010
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Arbeit zitieren:
Lars Strozinsky, 2010, Deglobalisierung durch komplementäre regionale Geldsysteme, München, GRIN Verlag GmbH
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