2
INHALT
Ein Wort zuvor 3
1 Liturgie als kommunikative Zeichenhandlung 4
Der Mensch ist wesenhaft durch seine Leiblichkeit geprägt
Gottes Heilshandeln spricht den Menschen in seiner Leiblichkeit an
Liturgie ist an sinnlich erfahrbare Zeichen gebunden
2 Liturgie als Spiel menschlicher Freiheit 9
Leiblichkeit ist Ort der Gottesbegegnung
Spiel , Feier und Tanz sind Ausdruck der menschlichen Freiheit
Im Spielen feiert der Mensch die ihm geschenkte Liebe
3 Plädoyer für eine leibhaftige Liturgie mit allen Sinnen 15
3
Ein Wort zuvor
„It’s a celebration“ stand als Motto über dem zwanzigsten Weltjugendtag, der 2005 in Köln stattfand.
Der folgende Beitrag versucht, aus zwei Richtungen zu skizzieren, warum christliche Liturgie notwendigerweise leibbezogen ist. Der erste Zugang begreift Liturgie als kommunikative Zeichenhandlung im dialogischen Heilsgeschehen zwischen Gott und Mensch [1]. Der zweite Zugang betont den Charakter der Liturgie als Spiel und Feier [2]. Beide Perspektiven zusammengenommen, zeigen, dass eine leibhaftige Liturgie, die alle Sinne des Menschen anspricht, nicht vom eigentlichen Geschehen wegführt, sondern vielmehr der Antwort des Menschen auf die Heilszusage Gottes einen ganzmenschlichen Ausdruck zu verleihen vermag [3].
4
1 Liturgie als kommunikative Zeichenhandlung
Der Mensch ist wesenhaft durch seine Leiblichkeit geprägt
Der Mensch erfährt sich als leib-seelische Einheit in und durch seine intersubjektiven, in der Leiblichkeit erschlossenen Bedingungen. Dieser ursprünglichen Befindlichkeit, in welche der Mensch immer schon eingelassen ist, kann er nicht entfliehen; gleichzeitig vollzieht und bejaht er diese seine Leiblichkeit immer schon, wenn er sich selbst bestimmt und sich in der ihm aufgegeben Freiheit verwirklicht. Der Leib ist das Realsymbol für den Menschen und seinen Weltbezug. Auf der einen Seite ist der Leib Teil der Welt; mit ihm steht der Mensch in der Welt, gibt seiner selbst Ausdruck und tritt so in Kontakt, in Austausch, in ein Gegenüber mit seiner Umgebung und seinen Mitmenschen. Gleichzeitig ist der Mensch im Leib aber auch bei sich selbst, nimmt durch ihn Eindrücke auf, empfängt Reize, rezipiert seine Umwelt oder fühlt sich dieser ausgeliefert. Dieser Ambiguität von Leib-Haben und Leib-Sein, von Exzentrizität und leiblicher Zentralität, von Ausdrücken und Empfangen, von Aktivitäts- und Passivitätserfahrung kann der Mensch nicht entfliehen. Im Leib verwirklicht sich der Mensch, dieser ist für ihn das Medium seiner Kommunikation. Dem Menschen kommt nur zu Bewusstsein, was ihm leiblich widerfährt. Jedes Verstehen beginnt daher im wahrsten Sinne des Wortes mit dem „Be-Greifen“. Auf der anderen Seite ist für andere nur wahrnehmbar, was der Mensch - bewusst oder unbewusst - auch leibhaftig ausdrückt. Der Mensch kann von daher auch nur unter sinnenhaft erfahrbaren - verbalen wie nonverbalen - Symbolen und Zeichen kommunizieren.
5
Gottes Heilshandeln spricht den Menschen in seiner Leiblichkeit an Auch das Heilshandeln Gottes begegnet dem Menschen leibhaft vermittelt. Besonders deutlich wird dies in Jesus Christus: Er ist das „Ursakrament“, der Ausdruck der Anwesenheit Gottes in der Welt
schlechthin. Aber auch Jesus selbst hat das Heil wiederum an sichtbare Zeichen gebunden, beispielsweise das gemeinsame Mahl mit seinen Jüngern.
Jesus, das eigentliche Mysterium des Heilshandelns Gottes, wirkt in der Gemeinschaft derer fort, die sich von ihm rufen lassen und sich in seinem Namen versammeln. Hier wird die Heilszuwendung Gottes immer wieder von neuem gegenwärtig, sichtbar und aktual wirksam. Zu recht wird daher die Kirche auch als „Grund-“ oder „Wurzelsakrament“ bezeichnet.
Die Feier des Glaubens ist ein kommunikatives Geschehen: Jedes sazerdotale - priesterlich-sakramentale - Tun verwirklicht sich dialogisch: von Gott her zum Menschen hin und vom Menschen her zu Gott hin.
In diesem dialogischen Geschehen - Aktualisierung des zwischen Gott und Mensch bestehenden Bundes - kommt dem katabatischsoterischen Aspekt eine existentielle Priorität vor dem anabatischlatreutischen Aspekt zu: Es ist Gott, der sich zuerst dem Menschen zuwendet und diesen anruft - in der Schöpfung, in der gemeinsamen Heilsgeschichte wie auch in der persönlichen Lebensgeschichte eines jeden Einzelnen.
Der Mensch findet sich in einem Verhältnis zu dem Gott vor, der sich bereits immer schon zu ihm in Beziehung gesetzt hat: in einem Verhältnis, zu dem sich der Mensch in der ihm von Gott geschenkten
Arbeit zitieren:
Axel Bernd Kunze, 2010, "Lasst uns spielen vor Gott ..." - Liturgie und Leiblichkeit, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Theologie - Praktische Theologie: "Lasst uns spielen vor Gott ..." - Liturgie und Leiblichkeit ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Theologie - Praktische Theologie: neuer Titel erschienen: "Lasst uns spielen vor Gott ..." - Liturgie und Leiblichkeit
Axel Bernd Kunze hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare