weise Ratgeber, wie es im Altertum auch Griechen und Römer taten. Doch auch dabei regiert das Prinzip der Brauchbarkeit: Die Alten sind eben die überlegenen Spurendeuter und Werkzeugschnitzer, sie wissen, wie man das Wild beschleicht, sie kennen Mittel gegen Krankheiten und fehlenden Regen, und sie verkörpern die Tradition der Sitten und Bräuche. Bisher leben die australischen »Aborigines« vom Sammeln und Jagen noch einigermaßen problemlos. Die Alten sind keine Belastung wie bei Völkern mit härteren Existenzbedingungen. Für die moderne Leistungsgesellschaft ist es keine Frage mehr, ob sie sich ihre Alten leisten kann. Das Problem der Betagten liegt jedoch darin, daß sie sich nur ausgehalten, vom wirklichen Leben aber ausgeschlossen fühlen. Frauen finden eher noch eine Aufgabe als Männer. Eine hilfreiche Großmutter wird in jeder Familie gern gesehen, oft ausgenutzt, aber doch wenigstens gebraucht. Die Einsamkeit des Alleinstehenden, der als Rentner nur noch auf seinen Tod wartet, ist jedoch weniger eine Folge mangelnder Altenfürsorge als eines zu geringen Bildungsangebots. Jetzt könnte er sich endlich als freier Mensch fühlen! Aber wer seit der Volksschule nichts mehr gelernt hat, wer als Parkwächter oder Hilfsarbeiter pensioniert wird, der sieht zu wenige Möglichkeiten für eine sinnvolle Beschäftigung oder zum Genuß der Muße. Er hat auch verlernt, wie man lernt; sein Hirn verkümmert wie ein nicht benutzter Arm. Oft wird Hoffnungslosigkeit durch die falsche Vorstellung motiviert, das alternde Gehirn sei gar nicht mehr aufnahmefähig. Zwar bilden sich die Hirnzellen tatsächlich bei zunehmendem Alter langsam zurück. Doch nimmt jeder Mensch noch Hunderte von Millionen Hirnzellen sozusagen »unbelichtet« mit ins Grab. Es blieben ihm also immer noch genügend viele verfügbar, wenn er sie nur benutzen wollte! Außerdem steht die Rückbildung aller anderen Körperfähigkeiten genauso wenig außer Zweifel, ohne daß man ähnlich pessimistische Folgerungen daraus zöge wie in bezug auf das Gehirn. Die Augenlinse verliert ihre höchste Biegsamkeit bereits nach dem zwölften Lebensjahr. Der Gedankenfluß des älteren Menschen ist gebremst. Eine Intelligenzminderung ist damit nicht verbunden. Dafür schöpft der Ältere aus größerer Erfahrung und verfügt über mehr Routine als der Jüngere. Der britische Philosoph Bertrand Russell nahm noch mit 97 Jahren zum politischen Tagesgeschehen Stellung, während Leute mit 65 erklären, sie verstünden nun die Welt nicht mehr. Igor Strawinski komponierte noch mit 87, der Physiker Albert Einstein vermochte auch mit 76 noch anhaltend zu arbeiten. Geistige Regsamkeit braucht sich nicht ausschließlich in großen Werken zu äußern. Wir haben genug Beispiele für aktive ältere Mitbürger in unserer täglichen Umwelt. Wer vielseitig interessiert und geistig aufnahmewillig ist, der ist auch aufnahmefähig. Wer wach am Leben teilnimmt, wirkt zudem viel jünger. So wundert es nicht, wenn die Statistik feststellt, daß Verheiratete länger leben als Junggesellen. Ihre seelische Lage ist ausgeglichener. Unter den Alleinstehenden finden sich mehr Trinker als unter den Eheleuten, neigen mehr Menschen zu Unfällen, ist die Freitodrate höher. Ein weiteres Mittel zur Verlängerung des Lebens ist Arbeit. Arbeit erhält beweglich. Was die Statistik sagt, gibt über Tendenzen Aufschluß. Ob die Aussichten des Einzelnen dem Durchschnitt entsprechen, bleibt offen. Die Medizin kann sagen, was man tun soll, um sich möglichst gesund zu halten. Ob man es dann bleibt, ist erbbedingtes Schicksal und
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Zufall. So gibt es keinen Mangel an Patentrezepten zum Altern. Der Jungbrunnen ist ein uralter Wunschtraum der Menschheit. Aus Wunschträumen ließ sich schon immer Kapital schlagen. 1. Führen Sie eine Selbsteinschätzung ihres Alters durch und beschreiben Sie dabei , was Sie im Vergleich zu anderen , etwa Gleichaltrigen , jung und alt erscheinen läßt .
Wie kann man das Alter eines Menschen bestimmen? Die spontane Antwort darauf wird wohl sein: dumme Frage! Man schaut nach dem Geburtsdatum und weiß damit, wie alt jemand ist. Diese Antwort ist jedoch nur ein Stück weit richtig. Denn Alter ist nicht gleich Alter, und jeder altert auf seine Art und Weise. Mit Gewißheit sehen nicht alle Mitschüler gleich alt aus. Daher unterscheidet man in den Sozialwissenschaften verschiedene Arten von Alter und Altern: Das kalendarische Alter
Diese Art der Altersbestimmung ist die gängigste bei uns. »Ich bin achtzehn Jahre alt«. Damit ist eine Altersbestimmung eindeutig: Alle am gleichen Tag Geborenen sind gleich alt, alle im gleichen Jahr Geborenen sind im gleichen Jahrgang (»die Achtzehnjährigen«), alle innerhalb bestimmter Altersgrenzen gehören zu einer bestimmten Altersgruppe (Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Senioren). Mit dieser Art von Altersbestimmung zählt nicht, ob jemand auch »reif« ist für sein Alter, ob die seinem Alter entsprechenden körperlichen und geistigen Fähigkeiten entwickelt sind. Man geht eben davon aus, daß mit dem Erreichen eines bestimmten Kalenderalters automatisch eine gewisse Reife erworben wird . Das Erreichen eines bestimmten kalendarischen Alters hat Konsequenzen in der sozialen Umgebung: Man erwirbt Freiheiten, Rechte und Pflichten, von einem Menschen wird ein dem Alter entsprechendes Verhalten erwartet (siehe »soziales Alter«). Beispiel: Zum Schuleintritt muß man mindestens sechs Jahre alt sein, bis achtzehn Jahre ist man schulpflichtig, ab achtzehn Jahre wehrpflichtig usw. .. Kindliches Verhalten ist beim 10jährigen selbstverständlich, beim 16jährigen dagegen wird es als »kindisch« bezeichnet. In manchen Berufen (z. B. öffentlicher Dienst) findet man in ähnlicher Form eine Altersberechnung: das Dienstalter. Man ist eine bestimmte Anzahl von Jahren im Dienst, und dies wirkt sich in Bezahlung und Beförderung aus. So wird man z. B. altersbedingt befördert, egal ob man mehr oder weniger gearbeitet hat, ob gut oder schlecht.
Das soziale/soziologische Alter
Die Erwartung der sozialen Umgebung (Familie, Freunde, Arbeitskollegen, Nachbarn, gesamte Gesellschaft) beeinflussen unser Verhalten. Soziales Alter bedeutet nun: Ab einem
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bestimmten Alter darf/muß man dies oder jenes tun, was von der sozialen Umgebung erwartet wird. Die soziale Umgebung gibt Rechte und fordert Pflichten, in Abhängigkeit von dem Erreichen eines bestimmten Alters. Bei uns ist eine Unterteilung in folgende vier Altersgruppen üblich: Kind, Jugendlicher, Erwachsener, alter Mensch. (Dies ist auch eine soziologische Einteilung, denn häufig wird in der Soziologie diese Einteilung als Unterscheidungsmerkmal zwischen verschiedenen Gruppen verwendet.) Mit jedem dieser sozialen Altersstufen sind typische Erwartungen verbunden, und so wurde beim vorangehenden Beispiel aus dem kindlichen Verhalten (= typisch für Kind) ein kindisches Verhalten (= untypisch für Jugendlichen). In vielen einfachen Gesellschaften, in denen man mitunter das kalendarische Alter des Einzelnen nicht genau registriert, zählt nur die Einteilung in soziale Altersstufen. Bei uns dagegen hängt das soziale Alter sehr eng zusammen mit dem kalendarischen Alter, z.B. beim alten Menschen: Der Renteneintritt hängt vom Kalenderjahr ab, mit dem Renteneintritt sind soziale Folgen verbunden: Ab jetzt wird man als alt angesehen. Da vom alten Menschen ein anderes Verhalten erwartet wird als vom jungen, ändert der Betroffene sein Verhalten entsprechend. Bestimmte Verhaltensweisen werden jetzt öfter gezeigt, andere werden völlig gelassen. Der Betroffene übernimmt die Altenrolle . Es gibt jedoch Grenzbereiche, in denen sich soziales Alter und kalendarisches Alter nicht exakt decken: Man kann früher oder später in Rente gehen, man kann als gerade erwachsen gewordener (20 Jahre) noch nach dem Jugendstrafrecht beurteilt werden u.a. Das biologische Alter
Nach dem biologischen Alter schätzen wir jemanden ein, wenn wir sein Kalenderalter nicht kennen und dennoch sein Alter bestimmten möchten: »Er sieht aus wie ein Sechzigjähriger, also wird er wohl um die 60 sein«. Wir geben unser Urteil auf Grund äußerer Merkmale, auf Grund biologischphysiologischer Anzeichen: die Art der Haare, Falten, die Art des Ganges... Der Körper altert, die Körperzellen altern, diese Altersprozesse zeigen sich nach außen in Aussehen, Leistungsfähigkeit, Gesundheit, Verhalten und Einstellung. In Kindheit und Jugend bedeutet Altern Wachstum und Reife (z.B. Geschlechtsreife), im Erwachsenenalter bedeutet es ab einem bestimmten Zeitpunkt Abbau. Dem biologischen Alterungsprozeß ist der Mensch während seines ganzen Lebens unterworfen. Er kann in seiner Geschwindigkeit sehr unterschiedlich sein, ist aber kein unbeeinflußbares Schicksal. Verschiedene Anzeichen des Alterns:
- der Verlust von (nicht mehr ersetzbaren) Nervenzellen kann zu einem Leistungsabbau des Gehirns führen
-der Rückgang der Muskelmasse wird von einer Zunahme des Fettgewebes begleitet
- ab 40 Jahren läßt die Fähigkeit des Organismus nach, Kalzium aus der Nahrung zum Aufbau der Knochen zu verwerten
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- die Kapazität von Lunge und Herz nimmt zwischen dem 25. und 85. Lebensjahr bis zu 50% ab die Immunleistung nimmt im Laufe des Lebens ebenfalls ab und die Produktion von roten und weißen Blutkörperchen geht zurück
- die Fähigkeit hohe Töne zu hören nimmt ebenfalls mit zunehmendem Alter ab
- die obersten noch wahrgenommenen Frequenzen sinken von 20 000 Hz auf 8 000 bis 10 000 Hz
- die Fähigkeit der Linse des Auges, ein Objekt in der Nähe zu fokussieren, nimmt infolge verminderter Verformbarkeit ab
- die Nierenfunktion nimmt ab dem 40. Altersjahr pro Jahr um 1% ab
Dadurch , daß alte Menschen zumeist langsamer reagieren können und ihre Wahrnehmungsfähigkeit nachläßt , sind sie auch besonders im Straßenverkehr gefährdet . Die Unabwendbarkeit des Alterungsprozesses wirkt für viele Menschen angsterregend , insbesondere in einer Art , in der die jugendliche Gestalt als ideal angesehen wird . Beispiel: Mit zunehmendem Erwachsenenalter ändert sich das Aussehen (Faltenbildung, Haarausfall, härtere Haut), es treten körperliche Abnutzungserscheinungen auf (Athrose, Magengeschwür), geistige Fähigkeiten wie Intelligenz und Gedächtnis ändern sich, man wird ruhiger und langsamer, die politische Einstellung wird konservativer, man spricht häufig von »früher« usw.
Das psychologische Alter
»Man ist so alt wie man sich fühlt« drückt die psychologische Altersbestimmung aus. Auf Grund der Selbstbeobachtung ordnet man sich einem bestimmten Alter zu. Die Bestimmung des psychologischen Alters kann dabei losgelöst vom kalendarischen oder sozialen oder biologischen Alter geschehen. Man kann sich also jung fühlen trotz grauer Haare. In der Regel wird man sich jedoch entsprechend der sonstigen Altersbestimmungen selbst einschätzen. Beispiel: Selbst wenn man sich voll arbeitsfähig fühlt, wird man in der Regel ab einem bestimmten kalendarischen Alter in Rente geschickt. Dies ist für viele ein Schock: »So alt bin ich also schon«. Diese psychologische Altersbewertung führt dann zum Feststellen biologischer Anzeichen: Haarausfall, auftretende Müdigkeit und Lustlosigkeit, Krankheitsanfälligkeit. Zudem wird die soziale Bewertung übernommen: Man fragt sich, wozu man jetzt noch gut ist.
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Zusammenfassung
Man kann ein kalendarisches, ein soziales, ein biologisches und ein psychologisches Alter bestimmen. Der Altersprozeß läuft auf jeder dieser vier Ebenen ab, wobei wohl nur das kalendarische Alter unabhängig von den anderen ist. Ansonsten werden biologisches, soziales und psychologisches Alter voneinander beeinflußt und beeinflussen sich gegenseitig. Wenn man an sich noch keine biologischen Altersanzeichen feststellt und sich psychologisch auch noch fit fühlt, bedeutet die soziale Altersbewertung »Pensionierung« noch lange nicht das Ausscheiden aus dem Arbeitsleben. Denn man wird sich dann eben neue Arbeitsfelder suchen (z.B. mithelfen bei den Kindern). Findet man solche neuen Arbeitsfelder nicht, hat dies Auswirkungen auf psychologisches und biologisches Altern: Man wird sich sagen, daß man doch alt ist. Und sofort wird man dann auch am Körper sein Alter spüren.
Ich bin jetzt 19 Jahre alt , kalendarisch gesehen . Vor 3 Jahren beendete ich die Schule mit einem Realschulabschluß . Mein größter Berufswunsch war es schon immer , das ich einen Beruf ergreifen kann in dem ich mich um hilfsbedürftige Menschen kümmere . Aus diesem Grunde wollte ich Kinderkrankenschwester werden . Ich mußte aber einsehen , daß nicht mehr so viele Kinder geboren werden und somit dieser Beruf wenig Zukunft haben wird . Daran anschließend entschied ich mich eine Ausbildung zur Krankenschwester zu absolvieren , eine Zugangs-voraussetzung für die Ausbildung war aber das kalendarische Alter von 17 Jahren . Diese Voraussetzung konnte ich leider noch nicht erfüllen und so besuchte ich eine Berufsfachschule „Sozialpflege “ . Diese Zusatzausbildung dauerte insgesamt ein Jahr inklusive eines Praktikums . Dieses absolvierte ich im Sangerhäuser Krankenhaus . In diesem Praktikum wurde ich zum ersten Mal richtig mit alten und kranken Mitmenschen konfrontiert und ich stellt fest , das der alte Mensch durchaus noch leistungsfähig und aktiv seinen kann . Nach dieser Zusatzausbildung absolvierte ich ein freiwilliges soziales Jahr in dem Allstedter Altenpflegeheim . Am Anfang des sozialen Jahres hatte ich ein wenig bedenken , ob ich es schaffen mit alten Mitmenschen richtig und für sie zufriedenstellend umzugehen . Ich wußte nicht , was mich so im einzelnen genau erwarten würde . Aber es wendete sich alles zum guten und mir viel der Abschied sehr schwer . Und so kam es das ich mich über eine Zeitungsannonce für den Beruf des Altenpflegers interessierte und bewarb . Auf die Fragestellung was macht mich jung , was macht mich alt zu anderen Gleichaltrigen kann man folgendes feststellen .
Im Vergleich zu anderen , 19-jährigen , macht es mich jung das ich noch keine eigene Familie gegründet habe um die ich mich kümmern muß und somit auch entsprechend Verantwortung trage . Ich kann mich voll und ganz auf meine Ausbildung konzentrieren und im Grunde unbeschwert mein Leben genießen . Auch der Faktor der Kleidung und Frisur macht mich jung im Vergleich zu anderen . Meine Kleidung wähle ich so aus , das sie zu meinem Typ und meiner Einstellung paßt . So stelle ich sie so zusammen , das sie mich jung erscheinen läßt und ich nicht in die Gruppe der
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Arbeit zitieren:
Peter Schön, 2002, Soziologie - Die Grundlagen und Entwicklungsformen auf die Generationen bezogen, München, GRIN Verlag GmbH
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