Inhaltsangabe
Einleitung S. 3
1. Zur Person Kardinal Michael von Faulhabers
1.1 Bedeutende Stationen seines Lebens 5
1.2 Kardinal Faulhabers Einstellung zur Demokratie 7
1.3 Kardinal Faulhabers Wahlspruch „Vox temporis - Vox dei“ 8
2. Beziehungen zwischen Kardinal Faulhaber und der amerikanischen Militärregierung in
den ersten Monaten nach Kriegsende (bis Oktober 1945)
2.1 Ausgangssituation 8
2.2 Vorgehensweise der amerikanischen Militärregierung 9
2.3 Vorgehensweise Kardinal Faulhabers 11
2.4 Probleme 13
2.5 Fazit 14
3. Beziehungen zwischen Kardinal Faulhaber und der amerikanischen Militärregierung
nach der Einrichtung des OMGBY
3.1 Ausgangssituation 15
3.2 Probleme 15
4. Zusammenfassung 18
5. Quellen und Literatur 19
6. Anhang 22
2
Einleitung
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage nach den Beziehungen zwischen Kardinal Michael von Faulhaber und der amerikanischen Militärregierung während der amerikanischen Besatzung Bayerns. Ich werde versuchen aufzuzeigen, in welchen Bereichen gegenseitige Beziehungen überhaupt vorhanden waren, auf welchen Gebieten man zusammenarbeitete und in welchen Fragen man unterschiedlicher Meinung war. Dazu werde ich nach einem kurzen Überblick zur Person Kardinal Faulhabers, den Hauptteil meiner Arbeit in zwei Bereiche gliedern: Die Beziehungen in der ersten Phase nach Kriegsende bis zum Oktober 1945 und die zweite Phase, vom Zeitpunkt der Einrichtung des OMGBY bis in das Jahr 1949. Mit einer Zusammenfassung meiner Untersuchungen am Ende dieser Arbeit hoffe ich, diese Fragen beantworten zu können. Um mir einen genauen Überblick zu verschaffen und die Beziehungen von beiden Seiten her beleuchten zu können, habe ich bei meinen herangezogenen Quellen sowohl die Akten der amerikanischen Militärregierung als auch die Akten der kirchlichen Archive benutzt. Auf Seiten der amerikanischen Militärregierung waren dies die Akten des Historical Reports der 3rd Army (HR) und die Akten der Education and Religous Affairs Branch im Bestand des Bayerischen Hauptstaatsarchives, sowie die Akten der Political Adviser, US, (POLAD) im Institut für Zeitgeschichte. Auf kirchlicher Seite diente mir hauptsächlich der Nachlass Kardinal Faulhabers im Erzbischöflichen Archiv München (EAM) und die Akten Kardinal Faulhabers von Ludwig Volk und Heinz Hürten als Quellen. Als unterstützende Literatur schienen mir in erster Linie Bernhard Lehmanns Monographie „Katholische Kirche und Besatzungsmacht in Bayern 1945-1949 im Spiegel der OMGUS-Akten“ und der anlässlich des 50. Todestages von Kardinal Faulhaber erschienene Ausstellungskatalog „Kardinal Faulhaber“ von Thomas Forstner, relevant zu sein.
Der momentane Stand der Forschung in Bezug zu der von mir ausgewählten Fragestellung ist nicht besonders ergiebig. Es gibt zwar sehr viel Literatur die sich mit der Situation der Kirche nach dem Krieg beschäftigt und ebenso viel Material zur amerikanischen Besatzungszeit allgemein, die Beziehungen der amerikanischen Militärverwaltung zur Kirche aber, wird in den meisten Aufsätzen oder Monographien nur knapp angesprochen. Diese Werke beziehen sich zudem auf die Kirche als Ganzes und
3
stellen, mit einigen Ausnahmen, keine Personen in den Vordergrund. Erst mit der Öffnung des Kardinal Faulhaber Archivs im Jahr 2002 und dem Erscheinen des damit verbundenen Ausstellungskataloges, steht ein Werk zur Verfügung, das sich ausschließlich mit dem von mir behandelten Kardinal befasst.
4
1.Zur Person Kardinal Michael von Faulhabers
1.1 Bedeutende Stationen seines Lebens
An dieser Stelle möchte ich keinen vollständigen Lebenslauf Kardinal Faulhabers schildern, sondern gezielt einige, für die Behandlung des Themas der Arbeit interessante, Stationen seines Lebens hervorheben. 1 Bereits von Beginn an stand für Faulhaber fest, sein Leben in den Dienst Gottes zu stellen und ein Theologiestudium zu absolvieren. Da für damalige angehende Theologen ein geleisteter Militärdienst verpflichtend war und er sein laufendes Hochschulstudium nicht unterbrechen wollte, meldete sich Faulhaber im Jahr 1888 als Freiwilliger beim 9. Königlich Bayerischen Infanterieregiment in Würzburg. Dort lernte er militärische Umgangsformen kennen und verschaffte sich tiefere Einblicke in die Funktionsweise und den Aufbau des Militärs. Dieses Wissen war ihm in späteren Verhandlungen und seinem Auftreten gegenüber der amerikanischen Militärverwaltung sehr von Nutzen. Obwohl man Faulhaber in Würzburg eine gute Menschenführung und die Fähigkeit Verantwortung zu übernehmen attestierte, ihm sogar eine Offizierslaufbahn innerhalb der bayerischen Armee in Aussicht gestellt wurde, beendete Faulhaber seinen Militärdienst und trat 1889 in das Würzburger Priesterseminar ein. 2 Eine weitere Station seines Lebens sollte sich hinsichtlich der späteren Besatzung der Amerikaner in Bayern wichtig erweisen. Seine so genannten Bettelreisen in die USA im Jahr 1923 und die Reise zum Eucharistischen Weltkongress nach Chicago im Jahr 1926. Mit diesen Reisen verfolgte Faulhaber das Ziel, die amerikanische Bevölkerung davon zu überzeugen, dass sich Deutschland nach dem verlorenen Krieg immer noch in einer Notlage befände und auf finanzielle Unterstützung angewiesen sei. Faulhaber hielt in fast allen amerikanischen Großstädten Vorträge und kam in mehreren Treffen mit den amerikanischen Bischöfen und Ordensoberen zusammen. Besonders aber ehemalige deutschstämmige Auswandererfamilien sicherten ihm ihre Unterstützung zu. 3 Seine dort geknüpften Beziehungen zu kirchlichen Organisationen und wohlhabenden Privatpersonen
1 Chronologischer Lebenslauf Faulhabers im Anhang
2 Susanne Kornacker: Vom Bäckersohn zum Professor. in: Thomas Forstner (Hrsg.): Kardinal Michael
von Faulhaber. Ausstellungskatalog zum 50. Todestag Kardinal Michael von Faulhabers. S. 115,116.
3 Susanne Kornacker: Hilfe gegen Hunger: Reisen in die USA (1923, 1926). in: Thomas Forstner
(Hrsg.): Kardinal Michael von Faulhaber. Ausstellungskatalog zum 50. Todestag Kardinal Michael von
Faulhabers. S. 221-224.
5
reichten über viele Jahre hinweg. So war es Faulhaber nach Ende des Zweiten Weltkrieges auch möglich, diese damaligen Kontakte in die USA für den Wiederaufbau und die Linderung der größten Not nach dem Zusammenbruch der NS-Diktatur zu mobilisieren. Neben den finanziellen Hilfen brachten Faulhabers Verbindungen in die USA noch zwei weitere vorteilhafte Aspekte mit sich. Zum einen halfen die amerikanischen Spenden die Kluft zwischen Siegern und Besiegten zu überwinden und die Isolation der Deutschen zu vermindern. Zum zweiten steigerten diese von Faulhaber vermittelten Unterstützungen der amerikanischen Bevölkerung und der amerikanischen Katholiken die Akzeptanz und die Wertschätzung der Kirche innerhalb der deutschen Bevölkerung erheblich. 4 Zwei weitere wichtige Ereignisse sollen, auf Grund der großen Bedeutung die ihnen zukam, an dieser Stelle erwähnt werden. Die erste Fronleichnamsprozession nach dem Krieg am 3. Juni 1945 und die Wiedererrichtung der Münchner Mariensäule am 18. November 1945. Unter der Naziherrschaft wurden die Fronleichnamsprozessionen zwar nicht verboten, aber dennoch stark eingeschränkt. Die von Faulhaber angeführte Fronleichnamsprozession vom 3. Juni 1945 stellte mit ihren ca. 25000 Teilnehmern, zudem das erste öffentliche Großereignis in München nach dem Krieg dar. Anhand dieser Prozession lässt sich die der Kirche von der Militärregierung zugekommene Privilegierung erkennen, da Veranstaltungen dieser Größenordnung ansonsten nicht genehmigt wurden. Die wichtigste Aussage aber die dieser Veranstaltung zu entnehmen war, ist dass der Bevölkerung Münchens wieder Mut, Hoffnung auf eine bessere Zukunft und die Kraft zum Wiederaufbau gegeben wurde. 5 Auch die Wiedererrichtung der vor den Luftangriffen in Sicherheit gebrachten Marienstatue und die von Faulhaber am 18. November 1945 vollzogene Weihe der Mariensäule setzten dahingehend ein deutliches Zeichen. 6
4 Bernhard Lehmann: Katholische Kirche und Besatzungsmacht in Bayern 1945-1949. Im Spiegel der
OMGUS-Akten. S. 67.
5 Über die Wirkung dieser Prozession war sich auch die MG im Klaren. Historical Report 3rd Army
13/147 - 2/11.
6 Michael Fellner / Susanne Kornacker: Zusammenbruch und Wiederaufbau. in: Thomas Forstner
(Hrsg.): Kardinal Michael von Faulhaber. Ausstellungskatalog zum 50. Todestag Kardinal Michael von
Faulhabers. S. 420.
6
Arbeit zitieren:
Markus Wagner, 2005, Kardinal Faulhaber und die amerikanische Militärregierung, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Geschichte Europa - Deutschland - Nachkriegszeit, Kalter Krieg: Kardinal Faulhaber und die amerikanische Militärregierung ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Geschichte Europa - Deutschland - Nachkriegszeit, Kalter Krieg: neuer Titel erschienen: Kardinal Faulhaber und die amerikanische Militärregierung
Markus Wagner hat einen neuen Text hochgeladen
Neubeginn unter US-amerikanischer Besatzung?
Hochschulreform in Japan zwisc...
Hans Martin Krämer
The Psychodynamics of Culture: Abram Kardiner and Neo-Freudian Anthrop...
William C. Manson
0 Kommentare