INHALTSVERZEIHNIS
VORWORT........................................................................................................................................................... IV
ABBILDUNGSVERZEICHNIS. V
TABELLENVERZEICHNIS V
1 EINLEITUNG 1
1.1 ZIEL DER ARBEIT 1
1.2 METHODISCHES VORGEHEN 1
2 EINFÜHRUNG BULGARIEN 3
2.1 GEOGRAFISCHE LAGE 3
2.2 NATURRAUM, RELIEF UND KLIMA 4
2.2.1 Naturschutzgebiete 4
2.2.2 Flora und Fauna. 5
2.2.3 Das Klima 5
2.3 KULTURERBE BULGARIENS 6
2.4 BEVÖLKERUNG, RELIGION UND SPRACHE 6
2.5 WIRTSCHAFT UND TOURISMUS IN BULGARIEN 7
3 LANDTOURISMUS - DEFINITION, ENTSTEHUNG UND ENTWICKLUNG 9
3.1 WAS VERSTEHT MAN UNTER LANDTOURISMUS? 9
3.2 ENTSTEHUNG UND ENTWICKLUNG DES LANDTOURISMUS 11
3.3 BESONDERHEITEN UND CHARAKTERISTIK DES LANDTOURISMUS 12
3.3.1 Charakteristik des Landtourismus 12
3.3.2 Die positiven Effekte des Landtourismus. 14
3.3.3 Die negativen Effekte des Landtourismus. 15
3.3.4 Perspektiven für die Entwicklung des Landtourismus 17
3.4 DAS KONZEPT FÜR DAS TOURISTISCHE PRODUKT 19
3.4.1 Das touristische Produkt des Landtourismus 19
3.4.2 Hauptelemente des touristischen Produktes 20
3.4.3 Das touristische Erlebnis. 22
4 ENTWICKLUNGSKONZEPT FÜR DEN LANDTOURISMUS IN BULGARIEN. 24
4.1 TENDENZEN UND VORAUSSETZUNGEN FÜR DIE ENTWICKLUNG DES LANDTOURISMUS IN BULGARIEN. 24
4.1.1 Vision für den Landtourismus in Bulgarien 26
4.1.2 Die Rolle der Politik für die Förderung des Landtourismus. 26
4.1.3 Staatliche Tourismusinstitutionen und Branchenassoziationen. 28
4.2 CHARAKTERISTIK DER LANDREGIONEN IN BULGARIEN 30
5 MARKTANALYSE 31
5.1 TOURISTISCHES ANGEBOT 31
5.1.1 Leistungspalette einer Tourismusdestination 31
5.1.2 Das Rhodopa Gebirge als ursprüngliche Ressource. 33
5.1.3 Das soziokulturelle Angebot 38
5.1.4 Allgemeine Infrastruktur 41
5.1.5 Touristische Infrastruktur. 41
5.1.6 Die traditionellen bulgarischen Dörfer - Architekturreservate 43
5.2 NACHFRAGEANALYSE. 45
5.2.1 Touristenankünfte 45
5.2.2 Reisemotive. 47
5.2.3 Analyse und Bedeutung des deutschen Reisemarktes. 49
6 SWOT ANALYSE DES RHODOPA GEBIRGES ALS DESTINATION FÜR LANDTOURISMUS 54
7 MARKETINGZIELE 58
7.1 DER IMAGEAUFBAU 58
7.2 QUALITÄTSVERBESSERUNG 59
7.3 STEIGERUNG DER KUNDENZUFRIEDENHEIT 60
7.4 MOTIVATION DER EINHEIMISCHEN FÜR DAS TOURISTISCHE KONZEPT 60
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8 AKTIONSGRUNDLAGEN DER MARKETING ENTSCHEIDUNGEN 60
8.1 MARKTSEGMENTIERUNGSSTRATEGIE 60
8.2 WETTBEWERBERSTRATEGIE 65
8.2.1 Kostenführerschaftsstrategie 66
8.2.2 Differenzierungsstrategie 67
8.2.3 Fokussierungsstrategie (Nischenstrategie) 68
8.3 POSITIONIERUNGSSTRATEGIE. 68
9 MARKETING - MIX INSTRUMENTE 71
9.1 LEISTUNGSPOLITIK 72
9.1.1 Hervorheben von dem natürlichen Reichtum, der Folklore und der Individualität der Region 73
9.1.2 Qualitätsmanagement der Beherbergungsbetriebe in den Landregionen 74
9.2 PREISPOLITIK 80
9.2.1 Preisbildung 80
9.2.2 Preispolitische Strategien 82
9.2.3 Preisdifferenzierung und Yield - Management. 82
9.3 DISTRIBUTIONSPOLITIK. 84
9.3.1 Distributionsarten. 84
9.3.2 Distributionsentscheidungen für den Tourismusort 85
9.4 KOMMUNIKATIONSPOLITIK. 87
9.4.1 Klassische Werbung. 88
9.4.2 Verkaufsförderung (Sales Promotion) 91
9.4.3 Öffentlichkeitsarbeit (Public Relation) 92
9.4.4 Werbeveranstaltungen. 92
9.4.5 Direktmarketing 95
9.4.6 Die neue Medien und das Internet. 95
9.4.7 Die Mundpropaganda und die Kundenbindung 97
10 ZUSAMMENFASSUNG 98
11 LITERATURVERZEICHNIS VII
12 ANHANG. X
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Vorwort
Das Phänomen Tourismus entstand schon im Altertum. Seitdem entwickelt es sich kontinuierlich und gilt als einer der dynamischsten Wirtschaftszweige in der modernen Welt.
Der Tourismus in Bulgarien hat eine entscheidende Bedeutung für die kulturelle und die sozioökonomische Entwicklung des Landes. Der Anteil am Bruttoinlandsprodukt und die Touristenankünfte nehmen in den letzten Jahren deutlich zu. Der internationale Tourismus hat eine lange Tradition in Bulgarien und gilt als Priorität der staatlichen und der privaten Institutionen. Die ersten organisierten Gruppen haben Bulgarien in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts besucht. Danach, in der Mitte des vorigen Jahrhunderts, begann der Aufbau der bekanntesten bulgarischen Meer- und Gebirgsferienorte unter den Bedingungen der zentralen Planwirtschaft und dem kollektiven Staatseigentum.
In der Übergangsperiode zur Marktwirtschaft, nach der Wende, musste Bulgarien ein Trans-formationsprozess erleben und viele wirtschaftliche und sozialen Problemen bekämpfen, wie z.B. hohe Arbeitslosigkeit, Krisen im Bankensektor, Rückgabe der Landesgrundstücke an die privaten Eigentümer. In diesem Zusammenhang begann auch der Privatisierungsprozess der touristischen Objekte. Daraus resultierten qualitative Veränderungen in der touristischen Angebotstruktur. Mit einem hohen Tempo wurden viele moderne Familienhotels, Ferienwohnungen und Gasthäuser außerhalb der schon bekannten Ferienorte gebaut.
Als ein Teil der Europäischen Union kommt Bulgarien in den Genuss, die subventionierten Förderungsprogramme im Tourismus und Landwirtschaft zu nutzen, die Infrastruktur zu verbessern und die Chance sein touristisches Potential in eine neue Richtung zu entwickeln. Außer dem traditionellen Tourismus kann das Land auch neue touristische Produkte der alternativen Tourismusformen den Reisenden anbieten.
Ein großes touristisches Potential besitzen auch die vielen bulgarischen Dörfer - Architekturreservate. Sie haben bis heute ihre Individualität erhalten. Es sind Orte mit besonderem Charme, umrahmt von dichten Wäldern und „jungfräulicher“ Natur, in einer äußerst malerischen Landschaften, wo die Folklore erhalten ist und die Zeit einfach stehen geblieben zu sein scheint.
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Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Landkarte von Bulgarien.
Abbildung 2: Elementen des gesamten touristischen Erlebnisses
Abbildung 3: Elemente des Landtourismus
Abbildung 4: Elemente des touristischen Produktes des Landtourismus in Bulgarien.
Abbildung 5: Perperikon - die thrakische Felsstadt.
Abbildung 6: Tatul
Abbildung 7: Belintasch, ein Felsenphänomen.
Abbildung 8: Die Wunderbrücken
Abbildung 9: Die Trigradschlucht.
Abbildung 10: Festung Asenova und der Bachkovo Kloster.
Abbildung 11: Rhodopische Gerichte
Abbildung 12: Rojen Volksfest.
Abbildung 13: Kukeri - Maskenritual
Abbildung 14: Zlatograd - Architekturreservat.
Abbildung 15: EU Länder Anteil
Abbildung 16: Reisemotive 2006 nach Bulgarien (Januar -September 2006)
Abbildung 17: Urlaubsreisenden in Bulgarien in Prozent (2006)
Abbildung 18: Urlaubsreisen der Deutschen
Abbildung 19: Entwicklung Interesse für Reiseziele 2001 und 2003 Quelle: F..UR.2003
Abbildung 20: Positionierung des Landtourismus in Bulgarien im Preis-Qualitätsmodell
Abbildung 21: Der Marketingprozess nach Cooper
Abbildung 22: Servicekette “Ferienerlebnis
Abbildung 23: Hauptinstrumente der Kommunikationspolitik.
Abbildung 24: Rojenski sabor 2006 (Rojen Volksfest)
Abbildung 25: Dolen - Dorf Architekturreservat
Abbildung 26: Kovacheviza - Architekturreservat.
Abbildung 27: Shiroka Laka
Abbildung 28: Dolen - Architekturreservat
Abbildung 29: Rojen Volksfest.
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Grundsätze des Landtourismus
Tabelle 2: Kategorien für die touristischen Aktivitäten im ländlichen Raum.
Tabelle 3: Besucher aus Nicht EU Länder
Tabelle 4: Urlaubsreise - Kennziffern
Tabelle 5: Urlaubsziele.
Tabelle 6: Formen der Preisdifferenzierung.
Tabelle 7: Touristenankünfte aus der EU Länder 2006
Tabelle 8: Beispiel für eine Horse Riding Tour in den Westrhodopen.
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Abkürzungsverzeichnis
NSI Nationales Statistisches Institut WTO World Trade Organization BAAT Bulgarischen Assoziation für den Alternativen Tourismus BSP Bruttosozialprodukt BASET Bulgarische Assoziation für den Land- und Ökotourismus SAPARD The Special pre-Accession Program for Agriculture and Rural Development BHRA Bulgarische Hotel & Restaurant Assoziation UNESCO United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization SWOT Strengths, Weaknesses, Opportunities, Threats USP Unique Selling Preposition FITUR Feria Internacional de Turismo ITB Internationale Tourismusbörse WTM World Travel Market USP Unique Selling Preposition
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1 Einleitung
1.1 Ziel der Arbeit
Die Aufgabe der vorliegenden Arbeit ist die Vorstellung eines Marketingkonzeptes für den Landtourismus im bulgarischen Rhodopa Gebirge sowie die traditionellen bulgarischen Dörfer, die sich in den Westrhodopen befinden und mit einem einmaligen Architekturstil beeindrucken. Das Potential des bulgarischen Landtourismus wird in Hinsicht auf den deutschen Reisemarkt untersucht. Dabei ist das Ziel dieser Arbeit die ausgewählten Kundensegmente durch die Auswahl der passenden Marketingstrategie und das Ergreifen von konkreten Maßnahmen anzusprechen.
In diesem Konzept wird die gesamte Produktpalette des Landtourismus zusammen mit allen möglichen Aktivitäten in den rhodopischen Dörfern dargestellt. Der Fokus wird auf den außergewöhnlichen authentischen Besonderheiten, der einzigartigen Folklore der Einheimischen und auf den natürlichen und kulturellen Reichtum der Region gerichtet.
1.2 Methodisches Vorgehen
Im zweiten Kapitel wird die allgemeine Information (geografische Lage, Naturraum, Kulturerbe, Bevölkerung etc.) über Bulgarien vermittelt. Des Weiteren wird die Bedeutung des Tourismussek-tors für die bulgarische Wirtschaft aufgezeigt.
In Kapitel drei wird als erstes der Begriff des Landtourismus erläutert. Hier wird ein besonderer Wert auf die Möglichkeit für die Entdeckung der örtlichen Kultur durch einen unmittelbaren Kontakt mit den Gästen gelegt. Als Nächstes werden die Entstehung und die Evolution des Landtourismus im Laufe der Zeit untersucht und die Zukunftsperspektiven für seine Entwicklung näher dargestellt. Zum Abschluss dieses Kapitels werden die negativen und die positiven Auswirkungen auf ein touristisches Reiseziel erläutert und die Leistungselemente des touristischen Produktes des Landtourismus kurz zusammengefasst.
Im vierten Kapitel werden die Tendenzen und die Voraussetzungen für die Entwicklung der Landregionen in Bulgarien aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Für ein erfolgreiches Marketing und für die Förderung einer nachhaltigen Tourismusstrategie spielt die bulgarische Regierung, die
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staatlichen Institutionen und die privaten Branchenassoziationen eine entscheidende Rolle. Im Anschluss folgt eine Situationsanalyse der Dorfregionen in Bulgarien.
Im Rahmen der Marktanalyse im fünften Kapitel wird zunächst die Produktpalette des Rhodopa Gebirges durch die Kombination von ursprünglichen und abgeleiteten Angeboten aufzeigt. Eine Basis des touristischen Angebots sind die traditionellen bulgarischen Dörfer-Architekturreservate und die natürlichen Ressourcen, die in der Region vorhanden sind. Analysiert werden auch die Erwartungen und die Motive der Reisenden bei der Nachfrage nach dem Land Bulgarien. Spezielle Aufmerksamkeit soll bei der Bedeutung der Nachfrage aus dem deutschen Reisemarktes gelegt werden.
Nach der systematischen Erfassung der Informationen aus der Marktanalyse wird eine SWOT Analyse im sechsten Kapitel durchgeführt. In diesem Zusammenhang sollen die wesentlichen Stärken und Schwächen gegenüber der Konkurrenz, sowie die Wachstumschancen und möglichen Risiken für das Rhodopa Gebirge als Reiseziel für Landtourismus dargestellt werden.
Im siebten Kapitel werden die Marketingziele festgelegt. Sie umfassen den Imageaufbau der Region, Qualitätsverbesserung bei dem touristischen Aufenthalt, Steigerung der Kundenzufriedenheit und Motivation der Einheimischen für das touristische Konzept.
Die strategischen Entscheidungen des Marketingkonzeptes werden im Kapitel acht getroffen. Das Marketingkonzept setzt sich aus Marketingziele, -strategie und -mix zusammen. Dabei wird die Strategie entsprechend der Wettbewerber und der Positionierung auf dem Markt geplant.
Die operativen Marketingentscheidungen für konkrete Aktionsgrundlagen sollen im neunten Kapitel im Rahmen des Marketing-Mix dargestellt werden. Durch die Kombination der Instrumente der Leistungs-, Distributions-, Preis- und Kommunikationspolitik werden die Voraussetzungen für die Erreichung der Ziele geschaffen. Es wird versucht nicht nur die theoretischen Ansätze zu erklären, sondern auch konkrete Vorschläge für den Imageaufbau der Destination hervorzuheben.
Als letztes werden im zehnten Kapitel die durch dieses Konzept gewonnenen Erkenntnisse zusammengefasst und die daraus resultierende Schlussfolgerung präsentiert.
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2 Einführung Bulgarien
2.1 Geografische Lage
Bulgarien befindet sich im Südosten Europas, auf der Osthälfte der Balkanhalbinsel und nimmt insgesamt 22% seiner Oberfläche ein. Die Länge Bulgariens umschließenden Grenzen betragen insgesamt 2245 km. Der Staat grenzt im Norden an Rumänien, geteilt durch die Donau. Die Donau ist der Schifffahrtsweg Bulgariens, der das Land mit Zentral- und Westeuropa verbindet. Im Südosten grenzt Bulgarien an die Türkei, im Süden an Griechenland, im Westen an Mazedonien und Serbien. Im Osten bildet das Schwarze Meer die natürliche Grenze Bulgariens, indem die Küstenlinie 378 km beträgt. 1
Abbildung 1: Landkarte von Bulgarien
Quelle: Vgl. http://www.uni-koblenz.de/ist/ewis/bgkurz.html
1 Vgl. http://www.bulgariatravel.org/de/brochures.php, S.1, 23.12.06, 15:54 Uhr
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2.2 Naturraum, Relief und Klima
Die Oberfläche Bulgariens beträgt 110.994 km 2 . Ein Drittel der Fläche Bulgariens ist von Gebirgen durchzogen, im Herzen des Balkans, bezaubert das Land durch seine vielseitige und abwechslungsreiche Landschaft.
2.2.1 Naturschutzgebiete
Ungefähr 20% der Landesfläche ist als „Schutzgebiet“ nach dem Programm „Natura 2000“ 2 erklärt worden. In Bulgarien gibt es 3 Nationalparks (Pirin, Rila und Zentralbalkan), 9 Naturparks, 89 Naturreservate, 2234 Natursehenswürdigkeiten. Einzigartige Naturschönheiten mit einer reichen Vielfalt an Formen: Felsbildungen (Brücken, Karstschluchten, Felspyramiden), über 2000 Höhlen, Schluchten, eindrucksvolle Wasserfälle sind auch typisch für das Relief des Landes. Bulgarien ist reich an natürlichen Mineralquellen (über 1600). Tief aus dem Erdinneren entspringen die mineralsalzigen heißen Quellen, mit einer Temperatur von 37 ° bis 100°. Durch das Land fließen eine große Anzahl von Flüssen (1200 Flüsse). Ungefähr 400 Gebirgsseen sowie viele Stauseen bilden den Wasserreichtum des Landes. 3
Das größte Massiv, der Balkan (Stara Planina) ist die südliche Fortsetzung des Karpatenbogens und teilt Bulgarien in den Nord- und Südteil. Er durchzieht Bulgarien auf der gesamten Länge. Der Balkan bildet die Wasserscheide zwischen Schwarzem Meer und Ägäischem Meer. Sein höchster Berg ist Botev (2.376m).
Im Südwesten Bulgariens erhebt sich das zweitgrößte Hochgebirge Bulgariens - Pirin. Trotz seinem alpinen Charakter ist es leicht zugänglich. Seine über 2800 m hohen Spitzen, die sich in den tiefen, blauen Gebirgsseen spiegeln, sind attraktive Ziele für die Wander- und Naturfreunde. Über allem ragt das gewaltige Trapez des Vichrengipfels mit seinen 2914 m. Wegen des Reichtums und der Vielfalt an seltenen Pflanzen und Tieren wurde das Piringebirge zum Nationalpark ernannt, der unter UNESCO-Schutz steht. 4
2 Natur 2000 - ist ein zusammenhängendes ökologisches Netz besonderer europäischer Schutzgebiete.
3 Vgl. www.bulgariatravel.org/de/brochures, S. 2, 23.12.2006, 13:15 Uhr
4 Vgl: http://www.bulgarienreise.com/html/body_bansko.html
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Das alpine Hochgebirge Rila hat 78 Gipfel, die über 2.500m hoch sind. Der Musala (2.925m) ist die höchste Bergspitze auf der Balkanhalbinsel. Aus dem thrakischen überliefert bedeutet Rila „Seenreiches Gebiet“. So liegen zwischen den Bergspitzen in klar umrissenen Gletschertälern die „Augen“ des Rilagebirges: 150 Seen aus der Eiszeit.
Die Rhodopen bestehen aus ineinander greifenden grünen Höhenzügen. Ungefähr 83% des Rhodopa Gebirges befindet sich im Süden Bulgariens. Der höchste Gipfel ist mit 2.191 m der Goljam Perelik. Hier befinden sich zahlreichen Höhlen, tief eingeschnittenen Schluchten und außergewöhnlichen Naturphänomene.
2.2.2 Flora und Fauna
Bulgarien ist eines der reichsten Länder Europas in Bezug auf die vorherrschende Flora und Fauna. Im Land gibt es etwa 4 Mio. Hektar Waldflächen, was ungefähr 34 Prozent des Territoriums des Landes ausmacht. Fast zwei Drittel der Wälder sind Laubwald. Dort wachsen Buchen, Eichen, Akazienbäume und Pappeln. Den Rest machen Nadelwald mit Fichten, Tannen, Kiefern u. a. aus. 5 Die Wälder sichern fast 85 Prozent der Wasserressourcen des Landes. 60 Prozent der gefährdeten Tierarten leben dort, sowie zwei Drittel der seltenen Pflanzen. Bekannt sind 94 Säugetierarten, 383 Vogeltypen, 36 Arten von Reptilien, 16 Amphibien, 207 Schwarzmeer- und Süßwasserfische, 27 000 Insekten und andere wirbellosen Tiere, über 3750 hohe Pflanzenarten und 6500 niedrige Pflanzen und Pilzen. 6
2.2.3 Das Klima
Bulgarien liegt im südlichen Teil der mäßigkontinentalen Klimazone Europas - d. h. heißer Sommer und relativ kalter Winter, sowie ausgeprägte Jahreszeiten. Seine Übergangsstellung zu Gebieten des Mittelmeerraumes, die Lage am Schwarzen Meer und die Ausprägung des Reliefs mit dem
5 Vgl. http://www.bnr.bg/RadioBulgaria/Emission_German/Theme_Wissenschaft_und_Umwelt, 02.01. 07, 18:36
6 Vgl. Nationale Strategie für die Erhaltung der Biovielfalt in Bulgarien http://chm.moew.government.bg/IndexDetailsE.cfm?vID=12&vPage=1, 02.01. 07, 16:45 Uhr
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Balkan als „Klimascheide“ sind die Ursachen für die große klimatische Mannigfaltigkeit des Landes. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 10,5°C. 7
Die Wintertemperaturen im Land liegen im Bereich zwischen 0° und 7°C. Der Frühling ist typisch für das mäßigkontinentale Klima. Der Sommer ist heiß und feucht - besonders in Nordbulgarien, die Donau entlang. Die Sommertemperaturen in Südbulgarien nähern sich den Temperaturen der Mittelmeerländer - 28 bis 30 °C an. Der Herbst ist mild und angenehm. Es regnet am häufigsten im Mai, Oktober und November(durchschnittliche Jahresniederschläge: 400 - 900 mm (Ebenen u. Hügelgebiete); 800 - 1200 mm (Gebirge)). 8
2.3 Kulturerbe Bulgariens
Das Kulturerbe Bulgariens ist immens. Darunter zählen 40 000 Kulturdenkmäler - thrakische Grabmäler und Kultstätten (4., 5. Jh. vor Chr.), mittelalterliche Burgen, 162 Klöster, mittelalterliche Felsenkloester, 330 Museen und Galerien, 36 ethnografische und historische Kulturreservate, 7 Unesco - Kulturdenkmäler. Diese kulturellen Sehenswürdigkeiten stammen aus verschiedenen historischen Zeiten: altertümliche Ruinen, thrakische Grabmäler, archäologische Reste aus der hellenistischen Epoche, römische und byzantinische Festungen, historische Denkmäler aus dem Ersten und Zweiten Bulgarischen Reich und aus der Periode der nationalen Wiedergeburt, erhaltene Architekturdenkmäler in den Großstädten und ganze Dörfer mit authentischer Atmosphäre. 9
Die Kultur der Bulgaren kann man auch in der lebendigen Traditionen, ausgeübten Kunsthandwerke, zahlreichen Folklore Festivals für authentische bulgarische Lieder und Tänze entdecken.
2.4 Bevölkerung, Religion und Sprache 10
Bulgarien hat etwa 7,72 Millionen Einwohner (Stand 2005). Die Bevölkerungsdichte liegt bei 70 Einwohnern/ km 2 . Die Wachstumsrate der Bevölkerung nahm in den vergangenen Jahren immer stärker ab und betrug 2001 -1,14 Prozent. Etwa 85% der Bevölkerung sind ethnische Bulgaren und
7 Vgl. Universität Osnabrück, Dr. Gisbert Döpke, www.gisbert.doepke.gidw-online.de/lehre/bulgarien/klima.ppt, 26.03.07, 15:31 Uhr
8 Vgl. www.bulgariatravel.org/de/brochures, S.2, 05.01. 07, 17:00 Uhr
9 Vgl. www.bulgariatravel.org/de/brochures, S.2, 05.01. 07, 17:15 Uhr
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9,4% ethnische Türken. Außerdem leben noch Romas (4,7%), Rumänen, Armenier, Slawische Mazedonier, Juden und Griechen im Land.
Die städtische Bevölkerung beträgt 68% und 32% leben auf dem Lande. Die Hauptstadt Sofia hat rund 1,2 Mio. Einwohner. Die offizielle Religion ist bulgarisch-orthodox, circa 83,7% der Bevölkerung sind Christen. Ungefähr 12% sind Moslems. Die Minderheit gehört dem katholischen, protestantischen und jüdischen Glauben an. Die Amtsprache des Landes ist bulgarisch. Die offizielle Schrift ist kyrillisch.
2.5 Wirtschaft und Tourismus in Bulgarien
Bulgarien zeichnet ein hohes Wirtschaftswachstum aus, das sich in den letzten Jahren, durch finanzwirtschaftliche Konsolidierungsprozesse und ausländische Investitionen entwickelt hat. Ein Beweis für die stabile Wirtschaftslage ist sein solides Finanzsystem und seine guten volkswirtschaftlichen Kennziffern wie niedrige Inflation und andauerndes Wirtschaftswachstum. Das Land hat eine ausgezeichnete Lage für wirtschaftliche Expansion. Die qualifizierten Fachkräfte, sowie der Reichtum an Ressourcen ist hierfür ein Förderungsfaktor. Bulgarien hat gute Aussichten und ein gutes Wachstumspotential, die auf eine mit den europäischen Vorschriften vereinheitlichten Gesetzgebung und gesicherten Schutz des materiellen und geistigen Eigentums basieren. 11
Eine der Prioritäten im Regierungsprogramm ist die Verwirklichung einer einheitlichen Strategie zur Entwicklung des Tourismus als führender Zweig in dem nationalen Wirtschaft und Instrument für ein sozialwirtschaftliches Wachstum. Es ist ein neues Gesetz zum Tourismus, synchronisiert mit der europäischen Gesetzgebung und eine neue Rechtsvorschriftengrundlage bezüglich des Aufbaus einer spezialisierten Infrastruktur in Kraft getreten. Geplant ist die Einführung von Kriterien und Vorschriften für die Bildung, Vorbereitung und Weiterqualifizierung der Fach- und Führungskräfte im Tourismussektor. In den letzten Jahren wurde eine Reihe von Maßnahmen für die Integration des Tourismus in die nationalen Infrastrukturprojekte unternommen. Ausländische und bulgarische Investitionen werden zur Entwicklung der touristischen Infrastruktur herangezogen. Es wird außerdem „das Nationale Informationssystem für den Tourismus“ aufgebaut. 12
10 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Bulgarien, 07.01.07, 22:46 Uhr
11 Vgl. http://www.integron.de/de/pdf/iNTEGRON_itb2005-pressemappe-bulgarien.pdf, 25.03.07, 15:43 Uhr
12 Vgl. http://www.bulgarien-insight.de/business.htm, 15.01.07, 22:42 Uhr
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Tendenzen für die Entwicklung des Tourismus in Bulgarien
Die Tourismusbranche stellt 14% des Bruttoinlandsproduktes(2006) dar und deckt damit einen wesentlichen Wirtschaftsanteil ab. Im Tourismussektor arbeiten insgesamt 371 000 Beschäftigte (12,3 % von alle Erwerbstätigen). Die touristischen Investitionen betragen 2,7% der gesamten betätigten Investitionen in Bulgarien. 13 Der Trend auf dem europäischen Tourismusmarkt kann die Entwicklung der Segmente auf dem bulgarischen Landtourismusmarkt positiv beeinflussen. In den letzten Jahren sind die Anstrengungen der Regierung ausgerichtet nach 14 :
o dem Ende des Privatisierungsprozesses von touristischen Objekten.
o der Anziehung von ausländischen Investoren und führenden international anerkannten Un-
ternehmen durch verbesserte Rahmenbedingungen und daraus resultierende zukünftige Entwicklung und praktische Anwendung innovativer Technologien. Das Management und die Integration mit der europäischen und internationalen touristischen Struktur können durch diesen Integrationsprozess stimuliert werden. o dem Wachstum des relativen touristischen Anteils an dem BIP o der Stimulierung der mit dem Tourismus verbundenen Branchen und Regionen o der Verbesserung der Arbeitskraftverteilung und des Qualitätsniveaus der Beschäftigung o der Entwicklung einer langfristigen Tourismusstrategie entsprechend der nationalen Inte-ressen, durch aktivere Beteiligung und Vorschläge der nationalen und regionalen touristischen Assoziationen, sowie der Staatsbürger.
o der Erhaltung und Neubelebung der nationalen touristischen Ressourcen o dem Schutz und Vermarktung des historischen und kulturellen Erbes Bulgariens o der Schaffung eines guten Images durch umweltorientiertes Tourismusmanagement und
internationale Werbung für den Tourismus.
Die wirtschaftlichen Reformen in Bulgarien und besonders diese in die Landwirtschaft schaffen gute Bedingungen für die vielfältigen Aktivitätsmöglichkeiten der privaten Unternehmen. Das Wiederbekommen des ländlichen Eigentums ist ein Grund für die Förderung wesentlicher Veränderungen und Diversifikation der Aktivitäten in der Landwirtschaft.
13 Vgl. World Travel & Tourism Council (2007), http://www.wttc.org/TSA%202007/1.Bulgaria.pdf, 15.02.07, 15:48 Uhr
14 Vgl. Alexieva J./ Stamov S., Spezialisierte Tourismusarten - Landtourismus Teil II (2005), S.73
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In den ländlichen Gebieten hat der Tourismus eine wichtige regional- sowie strukturpolitische Wirkung, indem er kaufkräftige Nachfrage in strukturschwächere Regionen lenkt. Die mit einer Tourismusentwicklung realisierte Verbesserung der Infrastruktur trägt zudem zur Steigerung der Standortattraktivität für die Wirtschaft und für die einheimische Bevölkerung bei. Allgemeine Werbeaktivitäten, spezielle Veranstaltungen etc. im Rahmen des Tourismusmarketings erhöhen den Bekanntheitsgrad der ländlichen Regionen.
3 Landtourismus - Definition, Entstehung und Entwicklung
3.1 Was versteht man unter Landtourismus?
Der Landtourismus umfasst alle touristischen Aktivitäten in einem ländlichen Raum und basiert auf naturräumlichen, sozioökonomischen und kulturellen Gegebenheiten. 15
Jedes Land hat seine eigenen Kriterien für die Abgrenzung einer Region als ländlich, deswegen kann die Definition für den Landtourismus nicht genau formuliert werden. Der Landtourismus wird als Alternative des Massentourismus gekennzeichnet und ist durch verschiedene Leistungen (Unterkunft, Verpflegung, Service, touristische Aktivitäten) organisiert.
Nach Lane (1994) entwickelt sich der Landtourismus außerhalb der Stadt und ist in einem Gebiet lokalisiert, das nach seinem Maßstab (kleine Gebäuden und Häuser), seinem Charakter (verlässt sich auf die kulturellen Merkmale; entwickelt sich unter der Kontrolle der lokalen Bevölkerung) und seine Funktion (basiert auf traditionelle Tätigkeiten, kleine Betriebe, Naturgegebenheiten und Kulturerbe) als ländlich gekennzeichnet ist. 16
Der Landtourismus widerspiegelt das außergewöhnliche Muster für die Umwelt, Ökonomie, Geschichte und geografische Lage. Gemäß Lane, wenn eine Aktivität, kein wesentlicher Teil von dem „rural“ Struktur ist und keine lokalen Ressourcen verwendet, kann nicht als „rural tourism“ betrachtet werden.
15 Vgl. http://www.landwirtschaft.sachsen.de/de/wu/Landwirtschaft/lfl/inhalt/download/05Vortrag_Vogel.pdf, S.3, 17.02. 07, 15:12 Uhr
16 Vgl. Lane, B. (1994) “What is Rural Tourism?”, Journal of sustainable tourism, 2: 7-21
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Die Landtourismusindustrie kann in ihre Produkte kategorisiert werden - Urlaub auf dem Bauernhof, Agrotourismus (Farmtourismus), Green Tourismus, Eco Tourismus. Jedes einzelnes Produkt verbindet sich mit den unterschiedlichen Aspekten von dem Rural Hintergrund.
Der Agrotourismus ist ein touristisches Angebot im ländlichen Raum, welches Aufenthalt mit Erlebnischarakter auf oder in der Nähe eines Agrarbetriebes angeboten ist, hauptsächlich von Landwirten organisiert wird und dem Bauernhof ein Zusatzeinkommen ermöglicht. 17
Der Agrotourismus ist eine spezielle Form des Landtourismus und bietet ein spezifisches touristisches Produkt an. Er vereint das traditionelle Leben auf noch intakten Bauernhöfen mit modernen erlebnisreichen Kultur- und Freizeitangeboten. Der Urlaub auf dem Bauernhof ermöglicht die Wiederentdeckung von Kultur und Tradition und trägt zum Umweltschutz bei. Viele Produkte werden auf dem Hof produziert und verarbeitet und können im Rahmen der bäuerlichen Aktivitäten angeboten werden. Für die Gastwirte, die landwirtschaftlichen Aktivitäten bieten, sind die Gäste ein wichtiger Erwerbszweig.
Die Bauernhöfe liegen meistens in intakten Dorfgemeinschaften. Die Gäste werden in einem typischen Bauernhof untergebracht. Auch die Pflege des ländlichen Brauchtums wird den Gästen näher gebracht. Hierzu gehört neben dem Angebot der heimlichen und traditionellen Küche, auch die Vermittlung alter Handwerkskünste, die Vorstellung der Pflanzen- und Tierzucht, das Bekanntmachen mit dem Landwirtschafsproduktion und mit den spezifischen Tätigkeiten wie Herstellung köstlicher Schnapse oder Weine. Die Weisheit der Landwirt wird damit vorgestellt.
Seit den 80er Jahren ist die Zahl der Bauernhöfe, die der Agrotourismus in England, Frankreich und Italien anbieten, doppelt so hoch geworden. Immer noch ist der Agrotourismus ein sehr kleiner Teil des Landtourismus - 2% der Einnahmen des Landtourismus und 0,3% der Einnahmen der Landwirtschaft in Westeuropa. 18
17 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Agrotourismus, 25.02.07, 12:15 Uhr
18 Alexieva J./ Stamov S., Spezialisierte Tourismusarten - Landtourismus Teil II (2005)
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3.2 Entstehung und Entwicklung des Landtourismus
Im siebzehnten Jahrhundert war die Grand Tour ("Kavalierreise") die Bezeichnung für eine obli-gatorische Reise der aristokratischen Jugend durch Mitteleuropa. Die Adeligen besichtigten bedeutende europäische Kunststädte, reisten durch „malerische“ Landschaften. Dabei sollten sie Kultur und Sitten fremder Länder kennen lernen. 19
Nach Sharpley 20 erscheint der Landtourismus als erkennbare soziale Freizeitaktivität in Europa in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Ende des achtzehnten Jahrhunderts änderte sich der Bildungscharakter der Grand Tour in eine neue Richtung. Die Leute aus der Mittleren Klasse reisten durch Europa mit einem neuen Ziel - den Reiz der Natur zu genießen und zu erleben. Viele Dorf-und Gebirgsregionen in Europa, besonders die Schweizer Alpen und the English Lake District waren sehr attraktiv und populär unter den Touristen.
1863 bietet Thomas Cook die erste organisierte Pauschalreise in die „rural“ Schweiz an. 21 Das war der Anfang der touristischen Aktivitäten in diesem ländlichen Gebiet, basierend auf zwei Aspekten - den Kuraufenthalt und das Bergsteigen in den Alpen. Neue Swiss Ressorts entwickelten sich als touristische Destinationen dank der technischen Fortschritt und dem Eisenbahnbau.
Der Landtourismus ist eine günstigere Alternative zum Massentourismus. Erst in den 90er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts wird das Produkt des Landtourismus weltweit etabliert und gefördert. Der Urlaub auf den ländlichen Regionen wurde immer beliebter. Mit der Verbesserung der Transportmöglichkeiten und der Infrastruktur wurden die Landregionen zugänglich für die Reisenden.
Der Landtourismus ist ein Ergebnis der politischen Initiative der EU Länder für die Entwicklung der Dorfregionen. Die Union hat entschieden, über 17 Mrd. US Dollar von 2007 bis 2013 in touristischen Projekten für „ rural areas“ zu investieren. Die Abwanderung der Bevölkerung nach den größeren Städten bedeutet Verlust von kultureller Identität. Um die Landflucht aufzuhalten und die mit dem steigenden Autoverkehr verbundene Umweltschäden möglichst gering zu halten, ist
19 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Grand_Tour, 26.02.07, 16 :04 Uhr
20 Vgl. Sharpley Julia and Richard, Rural tourism - an introduction (1997)
21 Vgl. http://www.viastoria.ch/D/Kulturwege/ViaCook.htm, 20.03.07, 11:15 Uhr
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es notwendig die Ziele der EU Politik zu erreichen, die eine höhere Lebensqualität für die lokale Bevölkerung sichern und den Dorfregion als Ort zum Leben und Arbeiten attraktiv machen. 22
Ein aktueller Trendwandel in den Verhaltensweisen vieler Reisenden zeigt, dass die Nachfrage nach dem Landtourismus wächst. Die Untersuchungen zeigen, dass im Jahr 1974 die Zahl der Reisenden aufs Land ca. 240 Millionen betrug. Die Prognose für das Jahr 2010 ist 1 Mrd. Touristen. Ungefähr 30% der europäischen Bevölkerung verbringen ihren Urlaub auf dem Lande. 23
3.3 Besonderheiten und Charakteristik des Landtourismus
Bei dem Landtourismus wird das Interesse der Reisenden, bei ungezwungenen menschlichen Beziehungen, nach Traditionen, Sitten und Bräuche, Landwirtschaftsaktivitäten, sowie nach der Natur - und Kulturgegebenheiten befriedigt.
3.3.1 Charakteristik des Landtourismus
Der Tourismus außerhalb der Stadt entwickelt sich in Land- und Naturgebiete. Die Landregion ist traditionell für Europa und entsteht gemeinsam mit der Landwirtschafts-, Viehzucht- und Marktwirtschaftsaktivitäten. In einem Dorf betreibt die lokale Bevölkerung ihre gewöhnlichen Tätigkeiten. Gebiete, wo den Landtourismus angeboten wird, zeichnen sich mit vielen Kultur- und Naturgegebenheiten und stellen eine Anziehungskraft für die Touristen dar.
Als Folge der Urbanisierung, Industrialisierung und des technischen Fortschritts, erfuhren die ökonomischen und sozialen Strukturen in den Landregionen grundlegende Veränderungen. Die Arbeitslosigkeit erhöhte sich, das Einkommen der Einheimischen wurde geringer, die lokalen Dienstleistungen (Geschäfte, Schulen, Bibliotheken, Transport, Banken und Poststellen) wurden beschränkt. Auf der Suche nach besseren Arbeitsbedingungen und Bildungsmöglichkeiten wanderten immer mehr junge Leute in die größeren Städten aus.
22 Vgl. Michel Barnier, der für Regionalpolitik zuständige EU-Kommissar , http://europa.eu/rapid/pressReleases
23 Vgl. Alexieva J./ Stamov S., Spezialisierte Tourismusarten - Landtourismus Teil II (2005), s. 68
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Der Landtourismus entwickelte sich als neue Möglichkeit die Vorteile des ruhigen Dorflebens und die abenteuerliche Erlebnisse zu nutzen. Die Touristen bekommen die Chance näher an der Natur zu sein und vom Alltagstress zu entfliehen („to get away from it all“) 24 . Butler, Hall und Jenkins (1998) vermuten, dass die Expansion der Touristen in den Gebieten außerhalb der Stadt, die Lebensbedingungen und die Infrastruktur verbessern, erhöht das Einkommen und die Möglichkeit für Erwerbstätigkeit der lokalen Bevölkerung, bewahrt die Umwelt und die Kultur der Gegend und entwickelt die ländlichen Regionen in sozioökonomischen Aspekt. 25
Eine typische Besonderheit des touristischen Produktes des Urlaubs auf dem Bauernhof ist der persönliche Kontakt mit dem Besucher. Die Reisenden haben die Gelegenheit, die Gastfreundschaft und die authentische Ambiente der Gastgeber zu erleben und an verschiedenen traditionellen Tätigkeiten, typisch für die Lebensart der Einheimischen, teilzunehmen. Es gibt ein sehr spezifisches kulturelles Element in dieser Form des Tourismus. Die meisten Anhänger des Landtourismus sind von der mittleren und der wohlhabenden Volksschicht. Diese Menschen verleihen den örtlichen Werten und der kulturellen Identität eine große Bedeutung.
Der Landtourismus wird durch die Einheimischen entwickelt und kontrolliert. Als Ergebnis der örtlichen Initiative und Regierung wird der Landtourismus durch die Popularisierung der Landschaft und der Traditionen in einer bestimmten Region vermarktet. Deswegen ist diese Form des Tourismus sehr attraktiv für viele Menschen, die eine beruhigende Umgebung suchen. Je angespannter das Leben in einer Stadt ist, desto entspannter ist die Provinz. Je aggressiver ist die Gegenwart, desto idyllischer ist die Vergangenheit. Einfache und wahre Gefühle und Erlebnisse werden immer öfter gesucht.
Grundprinzipien für den Tourismus in den Landregionen
24 Vgl. Hopfenbeck W./ Zimmer P., Umweltorientiertes Tourismusmanagement (1993), S. 34
25 Vgl. Butler R. / Hall C.M. / Jenkins J. (1998): Tourism and Recreation in Rural Areas, S. 48
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Tabelle 1: Grundsätze des Landtourismus
Quelle: Sharpley R. & Sharpley J., Rural Tourism - an Introduction (1997), S.19 In Anlehnung von: English Tourist Board, Countryside Commission, 1989
3.3.2 Die positiven Effekte des Landtourismus
Die Rolle des Landtourismus wird immer signifikanter durch eine höhere Servicequalität und ein Angebot von innovativen Produkten und Dienstleistungen, die der zunehmenden Nachfrage entsprechen. Die Entwicklung dieser Art Tourismus ist kein universelles Mittel für die Lösung aller ökonomischen und sozialen Probleme in den Dorfregionen. Der Tourismus muss mit der Entwicklung anderer Wirtschaftssektoren als Teil eines Modells für die integrierte Entwicklung der Dorfgebiete ausgeglichen sein.
Das Know - How des Landtourismus umfasst die offenherzige Mentalität der Landwirte, ihre Einstellung zur Lebensweise und der Traditionen, ihre Kontaktfreudigkeit und ihr freundliches Verhältnis zu den Touristen, die sich schon von der ländlichen Umgebung entfremdet haben. Die Ambiente und die Natur präsentieren die Quelle der Erlebnisse und des Reichtums der einfachen Dinge im Leben.
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Bei dem Urlaub auf dem Bauernhof wird ein Widerspruch zwischen der Notwendigkeit der Bewahrung des authentischen Ambientes und dem Wunsch nach Komfort festgestellt. Die bescheidene Ausstattung ist ein Kennzeichen für eine traditionelle und besondere Art der Qualität und für ein natürliches Produkt. Es ist schwierig eine Balance zwischen den Werten der Vergangenheit und dem Suchen nach der Gegenwart, zwischen den Erwartungen des Gastes und der bäuerlichen Realität zu erreichen. Einerseits muss die Vorstellung für die Beherbergung ihre natürliche Art und ihre Simplizität behalten, andererseits muss sie den Qualitätsstandards entsprechen. Der Verbraucher des Landtourismus sucht die Bequemlichkeiten, an die er gewohnt ist. Der Luxus ist nicht obligatorisch, aber die Bedingungen müssen die best möglichen sein.
Die Unternehmer, die sich erfolgreich mit dem Landtourismus beschäftigen, sind auf einem höheren intellektuellen Niveau, was die Nützlichkeit dieser alternativen Form des Tourismus angeht. Sie wissen genau, welche Erwartungen der Touristen für die Organisation der Unterkunft zu erfüllen sind. Der Landtourismus konzentriert sich auf kleinere touristische Gruppen. Das Individuum steht im Mittelpunkt als Objekt des Kundenservices.
Bei den großen internationalen Hotelketten werden die realisierten Gewinne in anderen Regionen investiert oder fließen zurück an die Länder, zu denen die Hotels gehören. Im Vergleich dazu bleiben die Einnahmen aus dem Landtourismus bei der Gastgebergemeinschaft. Die lokale Führung der Dörfer kann allein entscheiden, wie die Einnahmen verteilt und investiert werden sollen, um das Landschaftsbild des eigenen Gebiets attraktiver und origineller für die Touristen zu gestalten.
3.3.3 Die negativen Effekte des Landtourismus
Die Zerstörung traditioneller Sozial- und Wertesysteme kann die angebotenen Dienstleistungen verschlechtern und vereinheitlichen. Die Überschätzung des Beitrags des Landtourismus zur Entwicklung der Region führt zur Stagnation, zur Reduzierung und sogar zur vollständigen Ruinierung des lokalen Tourismus und seiner Authentizität. Diese Übertreibungsfehler verursachen überflüssige Geldmittel für die Unterbringung, Spekulationen von der lokalen Bevölkerung, Belastung der Umwelt und Verlieren des humanen Elements und des persönlichen Kontakts, der sehr wichtig für die Anhänger des Landtourismus ist.
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Noch negativer sind die Konsequenzen von dem Fehlen korrekter Institutionen, die für den Entwicklungsprozess zuständig sind, vom Streben nach schnellem Gewinn, von einem niedrigen Niveau der Berufsausbildung und von der Führung unter dem Anforderungsniveau des qualitativen touristischen Kundenservices.
Andere potentielle negative Auswirkungen sind die schädlichen Effekte auf die Umwelt 26 . Man kann diese so resümieren: o Abfallberge in den Fremdenverkehrsorten o erhöhte Luftverschmutzung durch den touristischen Verkehr o Bodenerosion
o Wasserverschmutzung durch zu wenig Kläranlagen o Gefährdung des natürlichen Lebensraums (Tier - und Pflanzenwelt) o Bedrohung des ökologischen Gleichgewichts o Verlust an Wäldern, Naturzerstörung durch Bau von Sportanlagen o Landschaftszerstörung und -zersiedelung
Hinzu kommen soziokulturellen Belastungen:
o Kommerzialisierung der Kultur o Prostitution, Alkoholismus, Kriminalität o Verteuerung der Grundstücke o Urbanisierung und Landflucht o unterbezahlte Arbeitsplätze, Saisonarbeit
Die Reisenden suchen immer unbekannte und entlegene Regionen, die unberührte Natur besitzen. Die Touristen reisen mit dem Anspruch, nicht mit Armut, Ausbeutung oder „Unterentwicklung“ konfrontiert zu werden. Die Einheimischen müssen die Last der ökonomischen, sozialen und kulturellen Anpassung tragen. Über die Vorstellung von Menschen in Trachten, intakter Landschaft und einfacher Lebensart wird eine imaginäre Kultur vermittelt, die das Bedürfnis nach Zeitlosigkeit und Dauerhaftigkeit in einer dynamischen Welt befriedigt. 27
26 Umweltorientiertes Tourismusmanagement; Hopfenbeck und Zimmer (1993), S.45/ 46
27 Vgl. www.univie.ac.at/ie/de/services/skripte/Kultur_als_umkaempftes_Terrain.doc, S.1, 18.03.07, 16:12 Uhr
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Die massive Entwicklung der Attraktionen und die riesige Touristenmenge können alle diese Annehmlichkeiten, die die Attraktivität der ländlichen Umgebung definieren, beschädigen oder sogar ruinieren. Deswegen muss diese Landtourismusevolution die Balance zwischen den sich widersprechenden Erhaltungszielen und der Entwicklung aufrechterhalten.
Die öffentliche Intervention in ländlichen Gebieten beeinflusst die Tourismusindustrie entweder direkt oder indirekt. Beim Fehlen von definierter Landtourismuspolitik und Entscheidungstreffen in solchen Bereichen als Beförderung, Kommunikation, Infrastruktur, Land- und Wasserressourcenmanagement entstehen viele negativen Konsequenzen für den Landtourismus.
3.3.4 Perspektiven für die Entwicklung des Landtourismus
Nach der Charakterisierung dieser alternativen Tourismusart und deren Besonderheiten können die wichtigsten Tendenzen im Landtourismus zusammengefasst werden 28 :
o Landtourismus stellt ein wesentliches Segment des europäischen Tourismus dar o Urlaub auf dem Lande ist wichtig für die Wirtschaft der ländlichen Gebiete. o Die Nachfrage steigt weiter. Die Bewertung der Welttourismusorganisation bestätigt, dass
die Markttendenzen bezogen auf den Landtourismus Erfolg versprechend sind. In den letzten fünfzehn Jahren wuchs die Nachfrage nach dieser alternativen Tourismusart. Die Änderungen in der touristischen Nachfrage und Verhalten sind günstig für das Produkt des Landtourismus. Die internationale Nachfrage ist für einige ländliche Regionen wichtiger als die nationale. Die Basis der Philosophie dieses touristischen Produktes ist die Nachhaltigkeit bestimmter Destinationen.
o Landtourismus ist in vielen europäischen Ländern sehr gut organisiert. Die Unternehmer
vereinigen sich, um ihre Position auf dem europäischen Markt zu stärken und konkurrenzfähiger zu sein. Er ist auf die assoziative Konzeption basiert, inländische und regionale Vertreter und Strukturen decken die Nachfrage in ganz Europa ab. o Das Management des Landtourismus ist autonom. Die Unternehmer sind verantwortlich
für die Kontrolle der erforderlichen Dienstleistungen. In Europa wird der Landtourismus
28 Vgl. Alexieva J./ Stamov S., Spezialisierte Tourismusarten - Landtourismus Teil II (2005), S. 81
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Arbeit zitieren:
Maya Boycheva, 2007, Landtourismus in Bulgarien, München, GRIN Verlag GmbH
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