- 1 -
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis - 1 -
Vorwort - 2 -
Religi öse Identitäten in der Diaspora. - 3 -
Globalisierte Religionen - Hindus aus Surinam in der niederländischen Diaspora. - 4 -
Migrationsgeschichte - 4 -
Hindustani in den Niederlanden. - 6 -
Historischer Abriss der Migration - 6 -
Entwicklung in Surinam. - 8 -
Die Niederlande - 10 -
Organisation und Institutionalisierung. - 11 -
Religi öse Identität im Umbruch. - 13 -
Fazit - 14 -
Literaturverzeichnis:...................................................................................................... - 16 -
- 2 - Vorwort
Wohl kaum ein Begriff ist mit solch einer Vielzahl von unterschiedlichen Bedeutungen aufgeladen wie der der Globalisierung. Nicht zuletzt liegt dies daran, dass sich Globalisierung nicht auf ein bestimmtes Gebiet beschränkt sondern vielmehr nahezu alle Bereiche des öffentlichen und des privaten Lebens beeinflusst. Die Geschwindigkeit mit der das Leben der Menschen sich verändert ist oftmals atemberaubend weshalb es nachvollziehbar ist dass wir „es auf allen Kontinenten (insofern weltweit) mit einer wachsenden Religiosität, mit einer Renaissance menschlicher Suche nach göttlicher religio - d.h. Rückbindung an Gott, an Transzendenz, an metaphysisch begründbaren Lebenssinn - zu tun haben“ (Tetzlaff, 2006: 4). Darüber hinaus lässt sich bemerken „dass sich mit Globalisierung und durch Globalisierung auch Religion und religiöse Praktiken als Bestandteil von Kultur ändern und politisiert werden“ (Tetzlaff, 2006: 1). Allerdings ist Globalisierung kein Prozess der wie so oft angenommen erst in den vergangenen Jahrzehnten aufgekommen ist. Vielmehr sind bestimmte Gruppen und Religionen seit langem Teil einer Globalisierung die sich oftmals in starken Migrationsbewegungen und der Bildung von Diasporagemeinschaften niederschlägt. Diese Arbeit widmet sich den Hindustani in den Niederlanden, die innerhalb eines Jahrhunderts gleich zweimal ihre Heimat verließen und völlig neue Gemeinschaften aufbauen mussten. Im Zentrum der folgenden Untersuchung steht die Entwicklung der religiösen Identität, und inwiefern diese sich verändert hat. Außerdem wird ein kurzer Überblick über die Lebensbedingungen der Hindustani in ihrer neuen Heimat gegeben. Zum Zweck dieser Untersuchung wird zunächst der kurz der geschichtliche Abriss der Migration erläutert. Anschließend wird auf die besondere Situation der surinamesischen Hindustani eingegangen, die im 20. Jahrhundert in die Niederlande einwanderten. Um diese zu verstehen, wird zunächst die Entwicklung der Hindus in Surinam analysiert, um dann auf die Gemeinschaft der Hindustani in den Niederlanden einzugehen. Im Zentrum steht dabei die Frage nach einer religiösen Identität, ob und wie sich diese verändert hat.
- 3 - ReligiöseIdentitäten in der Diaspora
Einer der zahlreichen Prozesse die mit Globalisierung zusammenhängen ist die Bildung von Diasporas, bedingt durch die Verschiebung oder Umplatzierung von Kulturen deren Ergebnis hybride, vermischte Kulturen sind (Pandharipande, 2001: 231). Diese hybriden Kulturen sind gekennzeichnet durch das Wohnen in einer neuen Umgebung ausgelöst durch Migrationsbewegungen ohne dass deren Ursachen einflussnehmend sind und durch die Kreation einer neuen, aber dennoch mit der ursprünglichen Kultur verknüpften Identität (ibid.). Das Resultat dieser Entwicklung sind neue, multiple Identitäten (Gray, 2004: 60). Identität wird in diesem Zusammenhang als eine bestimmte Form von
Gemeinschaftsbewusstsein und Solidarität betrachtet die eine Verbindung zur ursprünglichen Heimat innerhalb des neuen regionalen und sozialen Lebensumfeldes herstellt um innerhalb der Diaspora mit der Unterschiedlichkeit zu den anderen Bürgern leben zu können (ibid.).
Darum kann in der Diaspora die Konstruktion einer hybriden Identität die Fortführung der kulturellen Wurzeln sowie die Aufnahme von ausgewählten Eigenschaften des neuen sozio-kulturellen Umfeldes. Diaspora in diesem Kontext ist das Zusammentreffen von Globalisierungsprozessen (dargestellt durch die Reise in und die Anpassung an neue Gesellschaften) und die Lokalisation (manifestiert durch die Identität die siech von den neuen Gastländern unterscheidet aber eher an der ursprünglichen Kultur orientiert ist) (Pandharipande, 2001: 232).
Dennoch muss betont werden, dass die Bildung einer Diasporaidentität nicht von soziopolitischen und kulturellen Kontexten isoliert analysiert werden kann und es keinen homogenen Prozess in der Herausbildung einer neuen Diasporaidentität gibt (Kokot, Tölöyan und Alfonso, 2004: 7).
Im Zuge der Globalisierung wird üblicherweise die These vertreten dass sie eine Erscheinung der letzten 30 Jahre ist oder „dass die genannten Entwicklungen doch zumindest in diesem Zeitraum durch die ungeahnte Beschleunigung und Intensivierung der globalen Vernetzung eine neue Qualität gewonnen hätten“
- 4 - (Pink,2005: 46). Allerdings ist es fraglich ob im Zusammenhang mit der Migration der surinamesischen Hindus diese These noch haltbar ist.
Globalisierte Religionen - Hindus aus Surinam in der niederländischen Diaspora
Migrationsgeschichte
Um Hintergründe und Motivationen zu erläutern soll an dieser Stelle kurz auf die über 1000 - jährige Migrationsgeschichte der Hindustani aus dem indischen Mutterland eingegangen werden. In diesem Kontext bedeutet Migration die Abwanderung aus den angestammten Wohngebieten und die dauerhafte Niederlassung in anderen Regionen der Erde. Während der ersten Migrationsphase die im 7. Jahrhundert belegt wurde verließen viele Inder ihre Heimat, zum damaligen Zeitpunkt entlang der neue erschlossenen Handelsrouten nach Afrika oder in den fernen Osten (Indian Overseas, 1972: 3). Zu Beginn der einsetzenden Kolonialisierung setzte eine deutlich stärkere Migrationsbewegung ein bedingt durch die großen Kolonialmächte. Viele Inder, besonders Angehörige der niederen Kasten verließen ihre Heimat um den ärmlichen und trostlosen Lebensbedingungen zu entgehen und die Möglichkeiten zu nutzen, die die neuen und aufstrebenden Kolonien boten. Häufig übernahmen sie dort Verwaltungsaufgaben oder gründeten eigene Klein- oder Kleinstunternehmen und nicht selten wurden die wirtschaftlichen Fähigkeiten der Kolonialherren durch die der indischen Einwanderer übertroffen. Deswegen und nicht zuletzt wegen Ihres Beharrens auf ihre eigene Identität und Religionszugehörigkeit wurden viele der indischen Migranten skeptisch oder sogar feindselig betrachtet.
Mitte des 19. Jahrhunderts begann eine erneute, diesmal deutlich größere und umfassendere Migrationsbewegung. Erneut waren wirtschaftliche Gründe die Auslöser für die Abwanderung aus dem indischen Mutterland (vgl. hierzu: Dabydeen, Samaroo, 1987) und die extrem schlechten Bedingungen,
Arbeit zitieren:
MSc. M.A. Robert Fiedler, 2009, Globalisierte Religionen – Hindus aus Surinam in der niederländischen Diaspora, München, GRIN Verlag GmbH
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