Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis II
1. Einleitung. 1
2. Makroökonomische Verwerfungen als Wegbereiter der Krise 1
2.1. Deleveraging und Bremsung der Weltwirtschaft 2
2.2. Anstieg der Häufigkeit staatlicher Eingriffe. 2
2.3. Verlangsamung des Tempos der Globalisierung. 2
3. Die Entwicklung der Finanzbranche im Zeitraum von 2009 2012. 3
3.1. Neue Richtlinien für die Finanzwirtschaft. 3
3.2. Der G20-Gipfel in London und Pittsburgh sowie aktuelle Entwicklungen. 4
3.2.1. Der G20-Gipfel in London. 4
3.2.2. Der G20-Gipfel in Pittsburgh 5
3.2.3. Aktuelle Entwicklungen 5
3.3. Entwicklung im Bankensektor. 6
3.4. Entwicklung bei alternativen Investments (Private Equity, Hedgefonds) 7
3.5. Entwicklung im Versicherungssektor. 10
3.6. Gewinner und Verlierer der Finanzkrise in der kurzen Frist. 12
4. Die Entwicklung der Finanzbranche in der fernen Zukunft (2012 2020) 13
4.1 Zweck der Szenarioanalyse 13
4.2. Methodik der Szenarioanalyse. 13
4.3. Formulierung der Szenarien 14
4.3.1. Financial Regionalism. 14
4.3.2. Re-engineered Western-Centrism 15
4.3.3. Fragmented Protectionism. 15
4.3.4. Rebalanced Multilateralism. 15
5. Fazit. 16
Literaturverzeichnis. 17
I
Abkürzungsverzeichnis
a. a. O. ...................... am angegebenen Ort
AIG .......................... American International Group
AUM ........................ Assets Under Management
BIP ........................... Bruttoinlandsprodukt
BIZ ........................... Bank für Internationalen Zahlungsausgleich
BRIC ........................ Brasilien, Russland, Indien, China
CDS .......................... Credit Default Swap
CRE .......................... Commercial-Real-Estate-Loan
EUR ......................... Euro
f ................................ folgend
ff ............................... fortfolgend
GBP .......................... Pfund Sterling
IWF .......................... Internationaler Währungsfonds
KGV ......................... Kursgewinnverhältnis
MBS ......................... Mortgage Backed Securities
OECD ....................... Organisation for Economic Co-operation and Development
Q2-08 ....................... zweites Quartal 2008
Q3-08 ....................... drittes Quartal 2008
SWF ......................... Sovereignwealth-Fund
USD ......................... US-Dollar
WEF ......................... World Economic Forum
II
1. Einleitung
Unmittelbar nach der Finanzmarktkrise besteht die Möglichkeit, das weltweite Finanzsystem neu zu gestalten, um zukünftiges Wachstum und Stabilität zu gewährleisten. Während der Krise sind die Schwachstellen der globalen Zusammenarbeit und Regulierung sowie die Schwachstellen im Risikomanagement zu Tage getreten. Um für die Zukunft besser gerüstet zu sein, sind neue Ansätze und Lösungen erforderlich. Im Rahmen dieser Überlegungen stellt sich die zentrale Frage: s- temevolve over both the near-term and long- (WEF, 2009a, S. 4) Im Rahmen dieser Hausarbeit 1 wird dieser Frage für den Zeitraum 2009-2012 und für eine etwas fernere Zukunft (2012-2020) nachgegangen.
2. Makroökonomische Verwerfungen als Wegbereiter der Krise
Die letzten 20 Jahre waren von relativer wirtschaftlicher Stabilität gekennzeichnet. In diesem prosperierenden Umfeld, zusätzlich gekennzeichnet durch eine expansive Geldpolitik, konnte die Finanzwirtschaft beachtliche Gewinne erzielen. In einem allgemein gestiegenen Verschuldungsgrad zeigte sich die Niedrigzinspolitik der Notenbanken. Das Verhältnis der Gesamtkreditaufnahmen der USA zum BIP erhöhte sich von 160 % im Jahre 1980 auf 350 % im Jahr 2008. Günstige Finanzierungsmöglichkeiten und ein gestiegener Risikoappetit führten zu starken Mittelzuflüssen in Richtung Hedgefonds und Privat Equity, was die Geschäfts- und Investmentbanken dazu veranlasste, sich ebenfalls den alternativen Investments zu widmen. Mit der Aufhebung des Glass-Steagall-Acts zeichnete sich auf dem US-Finanzmarkt eine Tendenz zur Deregulierung ab. Zusätzlich wurden die US-Kapitalmärkte mit Liquidität geflutet, was aus der weltweit eher expansiv ausgerichteten Geldpolitik resultierte. Viele asiatische Länder strebten danach, ihre Währungen zum USD stabil zu halten. Darüber hinaus legten viele Staaten ihre Handelsüberschüsse bzw. Petrodollar in festverzinsliche auf USD lautende Wertpapiere an. Diese hohe Liquidität schuf ein Niedrigzinsumfeld, das kombiniert mit Einkommenszuwachs aufgrund der Asset-Price-Inflation zu sinkenden Sparquoten in den OECD-Ländern führte. Der Mangel an renditeträchtigen Anlagen, aber auch die geringen Finanzierungskosten führten zunehmend zu gehebelten Investments. Die weltweite Finanzkrise ist
1 Diese Hausarbeit basiert hauptsächlich auf einer Veröffentlichung des World Economic Forums (WEF). Bei der Hauptquelle handelt es sich um einen Report, der Managern und ähnlichen Entscheidungsträger als Orientierungshilfe zur künftigen Entwicklungen des Finanzsektors nach der Krise dienen soll. Der Abschnitt 4.2 nebst Unterpunkten basiert auf anderen Quellen.
1
somit ein Ausdruck der Entflechtung der oben beschriebenen Ungleichgewichte. Die Finanzwelt wird nach der Krise im Wesentlichen durch die drei nachfolgend aufgeführten grundsätzlichen Veränderungen bestimmt (a. a. O., S. 12ff).
2.1. Deleveraging und Bremsung der Weltwirtschaft
Banken sowie private Haushalte haben ihr Kreditengagement deutlich zurückgefahren, was einen Abverkauf über alle Anlageklassen hinweg auslöste. Der daraus resultierende starke Preisrückgang vieler Vermögenswerte führte zu Wohlstandsminderungen, wodurch die weltweiten Sparquoten zunahmen und der Konsum zurückging. Vor diesem Hintergrund wird es dem Finanzsektor schwerfallen, attraktive Ertragsquellen zu finden. Die Realwirtschaft wird mit einer Kreditklemme zu kämpfen haben, wodurch dem Finanzsektor weitere Abschreibungen aufgrund von Unternehmensinsolvenzen drohen (a. a. O., S. 16f).
2.2. Anstieg der Häufigkeit staatlicher Eingriffe
Auf dem vorläufigen Höhepunkt der Krise kam es weltweit zu massiven, ähnlich gelagerten Staatseingriffen in den heimischen Finanzsektor, wobei die staatliche Rettung mit verstärkter Regulierung und Aufsicht erkauft wurde. In den halbstaatlichen Instituten werden gegenläufige Interessen (Staat vs. private Investoren) aufeinandertreffen. Wettbewerbsnachteile bei nicht staatlich gestützten Instituten sind wahrscheinlich (a. a. O., S. 17ff).
2.3. Verlangsamung des Tempos der Globalisierung
Im Rahmen der Globalisierung konnten die westlichen Finanzinstitute hohe Gewinne sowie Diversifizierungseffekte in den Emerging Markets erzielen. Ein Vordringen der Krise in die Emerging Markets könnte zu verstärkten protektionistischen Maßnahmen und evtl. zu Kapitalkontrollen führen. Für den Finanzsektor bedeutet dies geringere Wachstumschancen und ein eingeengtes Anlageuniversum. Erstes Anzeichen hierfür ist neben einem Rückgang der Kapitalströme in die Emerging Markets eine gesunkene Wachstumsrate des Welthandels (a. a. O., S. 19).
Die Zunahme verstaatlichter Banken wird die Wettbewerbssituation einschränken und ausländischen Banken den Zugang zum jeweiligen Markt erschweren. Der allgemein hohe Kreditbedarf wird letzteren Effekt jedoch lindern. Inwieweit sich dies auf das Tempo der Globalisierung auswirkt, lässt sich schwer vorhersagen. Einige Länder werden sich abschotten, ande-
2
re werden jedoch die überwiegenden Nachteile einer derartigen Politik erkennen. Eine vollständige Abkehr vom bisher erreichten Grad der weltenweiten Integration ist nahezu ausgeschlossen, ein gewisser Grad der Abkehr jedoch möglich (a. a. O., S. 19f).
3. Die Entwicklung der Finanzbranche im Zeitraum von 2009 2012
3.1. Neue Richtlinien für die Finanzwirtschaft
In den vergangenen Jahrzehnten ging der Trend eher in Richtung Deregulierung. Angesichts der Krise kommt es nun verstärkt zu staatlichen Stützungsmaßnahmen. Beim G20-Gipfel in Washington ist bereits ein Rahmenwerk für eine künftige Regulierung aufgestellt worden, das auf fünf Prinzipien beruht: Transparenz und Verantwortlichkeit, Ausbau solider Regulierung, Integrität, weltweite Zusammenarbeit und Reformierung internationaler Finanzinstitutionen. Dies ermöglicht einen ersten Blick auf das künftige Finanzsystem. Ein stark regulierter Fi-nanzsektor mit höheren Ausweis- und Transparenzerfordernissen hat folgende Konsequenzen (a. a. O., S. 22):
1. Ausweitung der Bandbreite regulierter Institute. Jede systemisch relevante Finanzinstitution (z. B. Hedgefonds) soll künftig reguliert werden. Dies verschlechtert den Ausblick der zuvor weniger regulierten Finanzmarktteilnehmer (a. a. O., S. 24).
2. Es wird deutlich zwischen den systemrelevanten Instituten und dem Rest unterschieden werden. Für Erstere gelten beachtliche Restriktionen und erhöhte Ausweiserfordernisse, um eventuelle Bonitätsrisiken transparent zu machen. Der verstärkte Aufbau von Liquiditäts- und Risikomesssystemen wird zu einem erhöhten Ressourceneinsatz führen. Die gestiegenen laufenden Kosten werden die Banken davon abhalten, komplexe und schwer zu bewertende Wertpapiere in ihre Portfolios aufzunehmen. Auf-grund höherer Liquiditätsanforderungen werden stabilere Kundeneinlagen gegenüber kurzfristigen Kapitalmarktfinanzierungen vorgezogen. Die Kapitalkosten der Branche steigen, die Zinsmargen sinken, wodurch dem Kostenmanagement eine größere Bedeutung zukommt. Die systemrelevanten Banken werden das solide Kundengeschäft spekulativen Kapitalmarkttransaktionen vorziehen (a. a. O., S. 24). Institute von nicht systemisch relevanter Größe stehen vor dem Dilemma, dass sie eine bestimmte Größe nicht übersteigen dürfen, was wiederum ihre Wachstumsaussichten einschränkt. Folglich müssen sie ihr Geschäftsmodell überdenken, um im neuen Umfeld zu überleben (a. a. O., S. 24).
3
Arbeit zitieren:
Diplom-Ökonom Christian Warnecke, 2010, Ausblick auf die globalen Finanzmärkte in der Zukunft, München, GRIN Verlag GmbH
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