ines der besten und wichtigsten Werkzeuge zur Schaffung des Guten in jeder freien Nati- E
on ist eine freie Presse. Deutschland wird auf seinem langen und beschwerlichen Wege zum wahren Frieden und zur wahren Freiheit unendlich gewinnen durch eine sich immer mehr ausbreitende freie Presse. Die Grundlage einer solchen Presse ist die Verbreitung von Wahrheit. Die Grundlage einer freien Nation ist die Wahrhaftigkeit.
(Leslie H. Norins, Maj., CE, Director, anläßlich des ersten Erscheinens des „Donau-Kuriers“, Ingolstadt. Quelle: „Donau-Kurier“, Erstausgabe vom 11.12.1945)
ch bin nie der Ansicht gewesen, daß alle Deutschen mit jener Horde von Rowdies identisch I
sind, die 1933 in Deutschland die politische Macht an sich rissen. Ich habe mir zu allen Zeiten die Hoffnung auf ein besseres Deutschland bewahrt. (...) Ein Mephisto hat uns die Macht der Presse demonstriert. Presse kann vergiften, Presse kann Gegensätze stiften, den Un-verstand züchten und Feindschaften entfachen. Presse kann aber auch Ausdruck warmer, tiefer Menschlichkeit sein und selbst in ihrer Kritik angemessen, taktvoll zur Wahrheitsliebe, zum Wissen um Höheres und Bleibenderes erziehen.
(Dr. Joseph Dunner von der Nachrichtenkontrolle der amerikanischen Armee gab diese Worte der „Süddeutschen Zeitung“ mit auf den Weg. Quelle: „50 Jahre Süddeutsche Zeitung“, Beilage der „Süddeutschen Zeitung“ vom 6. Oktober 1995, Seite J3.)
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Die erste Versorgung mit Informationen nach dem Krieg 5
2. 1. Die „Stunde Null“ der deutschen Presse 5
2.2. Der „Black-out“ der Medien 6
2.3. Nachrichtenblätter und Heeresgruppenzeitungen 6
2.4. Strenge Informationskontrolle 8
3. Das Lizenzierungssystem der Alliierten 9
3.1. Vorstellungen und Ziele 9
3.2. Die Suche nach geeigneten Lizenzträgern 9
3.3. Lizenzpresse „keine Patentlösung“ 11
3.4. Großes Feedback und Kritik: Das US-Zonenblatt „Die Neue Zeitung“ 12
4. Das Gesetz Nr. 5 und seine Folgen 13
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1. Einleitung
„Nach zwölfjähriger zentraler politischer Lenkung und Kontrolle waren trotz des allgemeinen Nachrichtenhungers die Bedingungen für den Neuaufbau der deutschen Presse 1945 denkbar schlecht. Das gesprochene Wort war hoffnungslos kompromittiert. Die Presse mußte das Vertrauen der nun skeptisch gewordenen Leser zurückgewinnen, ihre Nachrichten mußten wieder glaubwürdig werden.“ 1
Für den Aufbau eines neuen deutschen Staates nach dem 2. Weltkrieg war eine freie Presse unentbehrlich. Die damals gegründeten Zeitungen können mittlerweile auf eine über 50jährige Geschichte zurückblicken. Sie alle haben sich weiterentwickelt. Und mit der Zeit kamen auch noch zahlreiche weitere Titel hinzu.
Heute gibt es einen großen und vielfältigen Blätterwald, der sich aber nach den Vorgaben der Besatzer aus ganz bescheidenen Mitteln heraus entwickelt hat. In den ersten Nachkriegsjahren gab es zum Beispiel noch keine Tageszeitungen. Wegen hoher Produktionskosten und Papiermangels erschienen die Zeitungen anfangs nur zweimal pro Woche. Erst allmählich gelang es, die technischen, finanziellen und organisatorischen Hürden zu überwinden; und es kehrte eine gewisse Regelmäßigkeit ins Tagesgeschäft ein.
Den Grundstein für eine freie Presse legten damals die alliierten Besatzungsmächte; in Bayern also die Vertreter der Vereinigten Staaten von Amerika. Unter den Schlagworten Demilitarisierung, Demokratisierung und Denazifizierung sollte neben einem neuen deutschen Staat auch eine neue Presselandschaft entstehen. Die Alliierten setzten damals Lizenzträger ein, die - zuerst unter Aufsicht, später frei - die neu aus der Taufe gehobenen Zeitungen führten. Den Anfang in Bayern machte damals die „Süddeutsche Zeitung“.
Doch bis es soweit war, war ein steiniger Weg zu gehen, an dessen Ende erst Druckwerke ent-standen, die dem Namen Zeitung gerecht wurden. Dazwischen gab es aus Flugzeugen abgeworfene Informationsblätter, Heeresgruppenzeitungen und Zonenblätter. Doch dies waren nur die Ergebnisse bürokratischer und organisatorischer Leistungen. Dahinter standen zahlreiche Direktiven, Gesetze, Verordnungen und Befehle.
Welche Hürden von der sogenannten Stunde Null der deutschen Presse bis hin zum Erscheinen der neuen Zeitungen zu nehmen waren, und wie die Besatzer vorgingen, das soll diese Arbeit in groben Zügen für Bayern darstellen. Aus Platzgründen soll dabei nicht eigens auf die Entwicklung der Nachrichtenagenturen eingegangen werden.
1 Meyn, Hermann: Massenmedien in Deutschland. Konstanz: UVK Medien 1999, S. 79. Im folgenden: Meyn.
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2. Die erste Versorgung mit Informationen nach dem Krieg
2. 1. Die „Stunde Null“ der deutschen Presse
Mit dem Zusammenbruch des Nationalsozialismus und der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands gegenüber den Alliierten war der 2. Weltkrieg am 7. Mai 1945 zu Ende. 2 Damit wurde auch der deutschen Presse ein definitiver Schlußpunkt gesetzt, der häufig als „Stunde Null“ bezeichnet wird. Ab sofort übernahmen die alliierten Besatzungsmächte die völlige Kontrolle über das besetzte Deutschland.
Bereits in den letzten Kriegsjahren hatten sich die westlichen Alliierten (USA, Großbritannien und Frankreich) Gedanken über den Aufbau eines neuen, demokratischen Informationswesens in Deutschland gemacht. Die wichtigsten und grundsätzlichen Übereinkünfte trafen die Alliierten auf den Konferenzen der sogenannten Anti-Hitler-Koalition in Casablanca (Januar 1943), Teheran (November 1943), Jalta (Februar 1945) und Potsdam (Juli 1945). Für den Aufbau einer künftigen anglo-amerikanischen Informationspolitik hatte die Abteilung für psychologische Kriegsführung im Hauptquartier der alliierten Streitkräfte im Oktober 1944 ein detailliertes Programm entwickelt. Demnach sollte sich der Neuaufbau der westdeutschen Presse in drei Stufen vollziehen:
Stufe eins sah ein totales Verbot auf dem Gebiet des Informations- und Unterhaltungswesens sowie die Schließung aller entsprechenden Betriebe vor. Als zweite Stufe wurde die Herausgabe offizieller Nachrichtenblätter der Militärregierung angeordnet, die in beschlagnahmten Betrieben zu drucken waren. Mittels dieser Blätter sollte die deutsche Öffentlichkeit über die Vorgänge in der Welt unterrichtet werden. In der dritten Phase sollten Kontrolloffiziere der Militärregierung geeignete deutsche Personen auswählen, denen die Leitung selbstverantwortlicher Zeitungen - anfangs noch unter alliierter Kontrolle - anvertraut werden konnte. Dieser letzte Schritt, die Übergabe der Presse in deutsche Hände, wird in einigen Quellen auch als eigene Phase aufgeführt. Diese Etappe „ist in dem Abschnitt der alliierten Kontrolle aller personellen und technischen Fragen im Publikationsbereich zu sehen, mit der ein allfälliges Wiederaufleben nationalsozialistischen Gedankengutes unbedingt verhindert werden sollte“. 3
2 Am 30. April 1945 beging Adolf Hitler Selbstmord. Am 7. Mai 1945 unterzeichnete Generaloberst Alfred Jodl in Reims, im Hauptquartier General Dwight D. Eisenhowers, die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Einen Tag später setzte Generalfeldmarschall Keitel im sowjetischen Hauptquartier von Karlhorst seinen Namen unter die Kapitulationsurkunde. Am 9. Mai trat dann die Gesamtkapitulation in Kraft. Mussolini war inzwischen in Italien von Partisanen erschossen worden. Roosevelt, im November 1944 wieder zum US-Präsidenten gewählt, starb am 12.April 1945 an den Folgen eines schweren Schlaganfalles. So ging der Krieg in Europa zu Ende.
3 Pürer Heinz; Raabe, Johannes: Medien in Deutschland. Band 1: Presse. Konstanz: UVK Medien 1996, S. 93. Im folgenden: Pürer/Raabe.
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Arbeit zitieren:
Tobias Zell, 2000, Publizistische Alliiertenpolitik in Bayern von der Stunde Null bis zur Generallizenz, München, GRIN Verlag GmbH
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Effects of gender marketing on consumer behaviour
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Seminararbeit, 23 Seiten
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