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Inhaltsverzeichnis
Einleitung. 3
1. Wer waren die Ritter? 3
1. 2 Herleitung des Begriffes. 3
1. 2 Entwicklung des Rittertums. 4
2. Wie wurde man zum Ritter? 6
3. Was versteht man unter dem höfisch-ritterlichen Ethos? 7
4. Wie zeigt sich der ritterlich-höfische Ethos im Erec? 8
Schlussbetrachtung. 11
Literaturverzeichnis. 12
Prim ärliteratur. 12
Sekund ärliteratur 12
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Einleitung
Diese Arbeit befasst sich mit dem Rittertum. Es wird der Frage nachgegangen, wer die Ritter waren, Dies wird, wie in der Forschung üblich, erstens anhand der begrifflichen Entwicklung des Wortfelds „Ritter“ dargestellt und anschließend kulturhistorisch anhand der spätantiken bis mittelalterlichen Fortentwicklung vom Krieger zum Ritter. Anschließend wird dargelegt, wie man als junger Adliger zum Ritter wurde, das heißt welche Ausbildungsschritte man durchlaufen musste, um ein Ritter zu werden. Ein ganzes Kapitel wird den Tugenden der Ritter gewidmet. Insbesondere interessiert hierbei die Frage, was man unter dem höfisch-ritterlichen Ethos versteht. Das Hauptaugenmerk liegt schließlich auf dem höfisch-ritterlichen Ideal in der Literatur des Mittelalters und zwar im Erec. Anhand von Textausschnitten aus Erec wird das literarische Ritterideal aufgezeigt.
1. Wer waren die Ritter?
Im Folgenden wird das Rittertum zweigeteilt betrachtet. Zuerst wird der Begriff erläutert, anschließend die historische Entwicklung hin zum Rittertum.
1. 2 Herleitung des Begriffes.
Josef Fleckenstein, der Althistoriker, hat in seinem grundlegenden Aufsatz „Über den engeren und weiteren Begriff von Ritter und Rittertum (miles und militia)“ dargelegt, wie sich mit dem Begriff auch das Bild des Ritters wandelte. Sein Ansatz ist dabei philologischer Natur. Miles bezeichnete zuerst nur den einfachen Krieger und war als Begriff auch dieser Schicht vorbehalten. Ab dem 9. Jahrhundert wird dem Begriff miles der Begriff vassus und vasallus zugeordnet, was eine Abgrenzung zu miles und rusticus, Krieger und Bauer, bedeutet. Seit dem 11. Jahrhundert gibt es neben miles auch ministerialis (vor allem im deutschsprachigen Gebiet). Ministeriales bilden zusammen mit den nobiles die militia. Nobiles gehören dabei dem niederen und mittleren Adel an, nicht der höchsten Schicht den principes. Milita sind also kleiner und mittlerer Adel und ministeriales zusammen - das versteht man unter dem engeren Ritterbegriff. Beide Gruppen haben im wesentlichen die gleichen Funktionen. Beide sind zu Dienst verpflichtet. Wenn man die
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principes noch dazurechnet, gelangt man zum erweiterten Ritterbegriff, der ab der ersten Hälfte des
12. Jahrhunderts Gültigkeit besitzt. Die Akzeptanz der Bezeichnung miles für die principes führt Fleckenstein auf das in der Kreuzzugsbewegung enstandene Bild des miles Christi zurück. Das bedeutet eine Aufwertung des Kriegers. Es entsteht eine Standesethik der Ritter (miles), dahinter steht das christliche Leitbild. Dazu gehört der Schutz der Witwen und Waisen und der Dienst für Gott.Der mittelhochdeutsche Begriff ritter korrespondiert mit dem engeren miles Begriff.
1. 2 Entwicklung des Rittertums
Das Rittertum entwickelte sich aus Vorstufen, diese Vorgeschichte, die nicht geradlinig verlief, soll hier erläutert werden. Vorgänger des Ritters ist in jedem Fall der Krieger, wobei Ritter ein umfassenderer Begriff ist und nicht nur die Tätigkeiten des Kriegers beinhaltet. Fleckenstein nimmt in seiner Herleitung der Entwicklung des Rittertums Bezug auf ethnologische Forschung und stellt fest, dass in der Frühzeit der Krieger nur zeitweise ein Krieger war, da er gleichzeitig ein Bauer war. Zur Zeit der Völkerwanderung entstand kurzzeitig eine Gruppe von reinen Kriegern, die aber nach der Landnahme wieder zu Bauern wurden. 1 Fleckenstein hält es für legitim, die Betrachtung des Rittertums eng an die Entwicklung im Reich der Franken anzulehnen, da dieses Reich bestimmend für alle übrigen in Europa wurde. 2 Die Zuordung der Krieger wurde verändert. Der Rahmen wird durch den Herrschaft des Königs gesteckt und nicht mehr durch den Stamm (gens). Fleckenstein hierzu: „Für die Zuordnung ist wesentlich, dass die älteren, kleineren Einheiten zwar fortbestehen, aber den jüngeren, größeren untergeordnet sind, nämlich die Sippe der gens (dem „Stamm“), die gens dem Volk, das seinerseits der Idee nach zusammen mit dem König das Reich verkörpert.“ 3 Eine wichtige Stellung nahm in jedem Fall der Adel ein, der zusammen mit den freien Bauern das Heer bildete; ausgeschlossen waren die Unfreien, die nicht nur dem Sachrecht unterlagen. Allerdings ist zu beachten, dass noch unter Karl dem Großen die Adligen kein eigener Stand waren, Karl selbst erklärte, dass es nur Freie und Unfreie gebe und sonst nichts. Damit werden die Adligen zu den Freien gezählt und stehen damit auf einer Stufe mit den freien Bauern. 4 Allerdings haben gerade zu seiner Zeit die Adligen einen enormen Machtzuwachs erzielt, der diese Auskunft Karls des Großen erst nötig machte. Aus der Sicht der Heeresentwicklung betrachtet, ist der Zuwachs der Reiterei ein wichtiges Faktum der Entwicklung. In der Zeit Karls des Großen wurde die Belastungen
1 Vgl. dazu: Josef Fleckenstein: Rittertum und ritterliche Welt, Berlin 2002, S. 26ff.
2 Vgl. dazu: ebd., S. 28.
3 Ebd., S. 29.
4 Vgl. dazu: Ebd, S. 32.
Arbeit zitieren:
M. A. Silke Herzer, 2010, Das ritterlich-höfische Ideal im Erec, München, GRIN Verlag GmbH
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