FOSE Theaterwissenschaft: Burgtheater Arabella Schoots
WS 2008/09
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 3
2. Anfänge 4
3. Stuttgart 5
4. Bochum 7
5. Wien 8
5.1. Was Claus Peymann änderte: Die Burgtheaterreformen 11
6. Resümee 12
7. Bibliografie und Internetquellen 13
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FOSE Theaterwissenschaft: Burgtheater Arabella Schoots WS 2008/09
1. Einleitung
Selten hat es um einen Burgtheater Direktor soviel Tumult gegeben wie um Claus Peymann. In seiner Amtszeit von 1986 bis 1999 fand er nicht nur Freunde sondern auch viele Kritiker, Bewunderer und Gegner. Seine Geschichte ist eine Geschichte der künstlerischen Erfolge und Misserfolge, aber auch der öffentlich und immer wieder auch politischen Aufregungen sowie einiger Skandale 1 . Als er in Wien 1984 zum Burgtheaterdirektor gewählt wurde, gestaltete sich seine Aufnahme alles andere als gastfreundlich. Bezeichnend dafür ist ein Zitat von Hans Weigel bei aus einer Rede anlässlich der Verleihung des „österreichischen Staatspreises für die Verdienste um die österreichische Kultur im Ausland“ 1998: Wenn ein Burgtheaterdirektor nicht Chance sagt, sondern Schangse, dann
gehört er zurück nach Bochum und hat hier nichts zu suchen. […] Wir haben die Jahre des dritten Reichs überlebt, wir werden auch das überleben. 2
Die österreichischen Politiker hingegen waren für eine Erneuerung in der österreichischen (Burg-)Theaterlandschaft.
Grund genug, um seine Direktionszeit in Wien etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Ich werde mich in meiner Arbeit jedoch auf seine Anfangszeit spezialisieren, da die gesamte Zeit in Wien den Rahmen meiner Seminararbeit sprengen würde. Auch werde ich seine Zeit vor Wien beleuchten, damit es uns leichter fällt, ein umfassendes Bild des Regisseurs zu bekommen.
1 Vgl. Bader, Karl: Die Rolle der Theaterkritik in der Ära Peymann am Wiener Burgtheater am Beispiel
ausgewählter österreichischer Printmedien. Wien: Diss., 2001, S. 67.
2 Ebd. S. 65., zit. nach Beil Hermann: Weltkomödie Österreich. 13 Jahre Burgtheater, 1986 - 1999.
Band II Chronik. Wien: Paul Zsolnay Verlag, 1999. S. 72
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FOSE Theaterwissenschaft: Burgtheater Arabella Schoots WS 2008/09
2. Anfänge
Bereits in seinen Studententagen beschäftigte Peymann sich mit Regie. Über das Studententheater versuchte er, zu einer gewissen Bekanntheit zu gelangen, leider ist ihm das aber nur mäßig gelungen. Erstes Aufsehen erregte er 1962 mit seiner Inszenierung von Der Tag des großen gelehrten Wu. Das chinesische Volksstück ließ er in einer Brechtschen Bearbeitung aufführen und verhalf ihm zum ersten Publikumserfolg. Im selben Jahr brachte Peymann auch seine erste Uraufführung eines zeitgenössischen Autors auf die Bühne: Neuer Lübecker Totentanz von Hans Henny Jahnn. Dieser Schritt, nämlich das Herausbringen eines Autors, dessen Stücke zuvor kaum jemanden aufgefallen sind, sollte ein richtungweisender für seine Zukunft werden. Wir werden das später anhand von Bernhard und Handke genauer betrachten.
Eine von ihm angestrebte Zusammenarbeit mit Peter Zadek (in Bremen) oder Helene Weigel (Berliner Ensemble) ging nicht in Erfüllung und es blieb jahrelang bei nur mäßigen Inszenierungen.
1966 wurde er Oberspielleiter des Theaters am Turm in Frankfurt am Main. Hier konnte er erste Erfolge verbuchen, vor allem aber verhalf er der jungen Theaterliteratur zu vielbeachteten Aufführungen- darunter befanden sich Namen wie Peter Handke, Gerlind Reinshagen, Harald Mueller, Botho Strauß und Thomas Bernhard. Vor allem aber machte er sich endgültig einen Namen, indem er Handkes Publikumbeschimpfung uraufführte. Von 1966 bis 1974 darf man seine Karriere als zwiespältig betrachten: Einerseits konnte er sich als Entdecker und Förderer der jungen Schriftstellergeneration etablieren und damit auch die eine oder andere anerkannte Regiearbeit abliefern, andererseits produzierte er auch eine Reihe von wenig erfolgreichen Arbeiten. 3 Vor allem blieb er von seinem Ziel, ein großes Theaterhaus zu führen, noch weit entfernt.
In diesen Jahren jedoch lernte Peymann einen Autor namens Thomas Bernhard kennen und diese Begegnung sollte folgenreich bleiben. Die erste Bewährungsprobe für die beiden war eine Uraufführung von Bernhards „Frost“ am Deutschen
3 Vgl. Ebd., S. 69
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Arbeit zitieren:
Arabella Schoots, 2009, Claus Peymann und seine Anfänge am Burgtheater, München, GRIN Verlag GmbH
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