Inhaltsverzeichnis
Gliederung Seite
1. Einleitung 3
2. Popkulturelle Elemente im Spielfilm „Schindlers Liste“ 6
2.1 Die Konsumenten Orientierung 6
2.2 Der Aufbau der Handlung 8
2.3 Der Realismus Anspruch des Films 9
2.4 Konsumismus 11
2.5 Zusammenfassung 12
3. Der Holocaust als Teil der Popkultur? 14
3.1 Die Kritik zum Film 14
3.2 Die Umsetzung des Holocaust in fiktiven Filmen 16
4. Schindlers Liste Ein Film für den Geschichtsunterricht? 21
4.1 Vorteile des Einsatzes von „Schindlers Liste“ im Geschichtsunterricht 22
4.2 Nachteile des Einsatzes von „Schindlers Liste“ im Geschichtsunterricht 22
4.3 Schindlers Liste Ein Film für den Geschichtsunterricht 23
4.4 Möglichkeiten zum Umgang mit „Schindlers Liste“ 24
4.4.1 Unterrichtspraktische Hinweise zum Einsatz von „Schindlers Liste“ im
Geschichtsunterricht 25
5. Fazit 27
5. 27
Literaturverzeichnis
Anmerkungen
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2
1. Einleitung
Dieses Semester hospitierte ich im Rahmen meines Fachpraktikums in dem Geschichtsunterricht einer zehnten Klasse. Das behandelte Thema war das Dritte Reich. Zu dem Zeitpunkt, an dem ich zu der Klasse stieß, war diese bereits beim Thema der Judenverfolgung und -vernichtung angelangt. In diesem Zusammenhang zeigte die Lehrerin den Film „Schindlers Liste“. Wie zu erwarten, waren die Schüler durch den Film sehr erschüttert. Was mich jedoch an dieser Stelle störte, war das der Film weder vorher noch nachher ausführlich behandelt wurde. Die Nachbereitung bestand allein darin, dass die Schüler und Schülerinnen ihre Eindrücke zum Film schildern sollten.
Ich fragte mich, ob der Einsatz des Films so überhaupt irgendein Nutzen für die Schüler hatte, außer der Tatsache, dass sie nun Emotionen mit dem Thema verbanden. Daher möchte ich mich in der vorliegenden Hausarbeit mit der Frage beschäftigen, ob der Film „Schindlers Liste“ überhaupt ein Film für den Geschichtsunterricht ist. Ausgangspunkt der Auseinandersetzung mit dem Film, ist meine Behauptung, dass „Schindlers Liste“ popkulturell 1 ist. Ausgehend von der Popkultur Theorie von Gabriele Klein 2 werde ich diese These im ersten Kapitel prüfen. Daran schließt die Frage an, ob ein popkulturelles Medium sich überhaupt eignet, um ein Ereignis, wie den Holocaust, angemessen darzustellen. Ich werde in diesem Rahmen auf die Diskussion zu dieser Frage eingehen, die mit dem Erscheinen des Films losgetreten wurde und mich mit den Argumenten auseinandersetzen. Ich orientiere mich hier vor allem an der von Christoph Weiss veröffentlichen Sammlung verschiedener Kritiken zu „Schindlers Liste“. 3
Weiterhin werde ich im dritten Kapitel erörtern, ob unter diesen Umständen der Einsatz des Films im Geschichtsunterricht noch zu empfehlen ist. Insbesondere ist hinterfragungswürdig, ob damit nicht eine Anbiederung an die Eigenwelten der Schüler und damit ein Eindringen des Pop in den Unterricht darstellt. Hier wird diskutiert, ob damit, wie Thomas Ziehe es behauptet, verhindert wird, dass Schüler sich mit ihnen fremden Medien/ Themen auseinanderzusetzen lernen. In diesem Zusammenhang erörtere ich Vor- und Nachteile des Filmeinsatzes im GU, am Beispiel von „Schindlers Liste“. Zum Abschluss werde ich auf die Möglichkeiten des Filmeinsatzes im Unterricht eingehen.
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Exkurs: Der Film „Schindlers Liste“.
Der Film „ Schindlers Liste“ von Steven Spielberg 4 erzählt die Geschichte des deutschen Industriellen Oskar Schindler. Grundlage für den Film war der 1982 in den USA erschienene, gleichnamige Roman des australischen Journalisten Thomas Keneally 5 , der auf den Erzählungen der sogenannten „Schindlerjuden“ beruht.
1993 begannen die fünfmonatigen Dreharbeiten, die hauptsächlich in Polen stattfanden. Der Film beginnt im Herbst 1939 mit der Ankunft Oskar Schindlers in Krakau. Er ist ein genusssüchtiger, nach Macht und Einfluss strebender Industrieller, der sein ganzes Geld und Charme einsetzt, um sich mit den Machthabern gutzustellen. Er erwirbt eine alte Emaillewarenfabrik und stellt den jüdischen Buchalter Itzhak Stern ein. Obwohl dieser auch jüdische Intellektuelle, Künstler, Alte und Kinder als „kriegswichtige Arbeiter“ einstellt, beginnt die Fabrik zu florieren. Nach der Räumung des Krakauer Ghettos gelingt es Schindler durch Bestechung dem brutalen KZ-Kommandanten Amon Göth, die Genehmigung für die Errichtung eines Außenlagers in seiner Fabrik abzukaufen.
Um 1944 den drohenden Abtransport der Juden aus dem Konzentrationslager Plaszow, nach Auschwitz zu verhindern, entwickelt der inzwischen gewandelte Schindler mit seinem Buchhalter den Plan, Göth die Juden abzuhandeln. Er und Stern erstellen fieberhaft eine Liste mit Juden, die gerettet werden sollen. Schindler verlegt seine Fabrik und seine jüdischen Arbeiter nach Brünnlitz in Mähren. Sieben Monate verpflegen er und seine Frau die jüdischen Arbeiter und müssen für die Scheinproduktion von Munition bezahlen, bis Deutschland kapituliert. Er verhindert die geplante Ermordung der Lagerinsassen durch die deutsche Wachmannschaft und muss dann, als Parteimitglied, Sklavenhalter und Rüstungsfabrikant, fliehen. Die Erwartungen an den Erfolg des Filmes waren vonseiten der Produktionsfirma Universal ziemlich gering. So wurde das Budget mit 23 Millionen Dollar vergleichsweise niedrig angelegt. Man hoffte, wenigstens die Produktionskosten decken zu können. 6
Der Film kam in den Vereinigten Staaten im Dezember 1993 in die Kinos. Die Reaktionen der Kritiker waren weitestgehend positiv und der Film kam trotz aller Befürchtungen beim Publikum gut an. Er spielte weltweit 321 Millionen Dollar ein, davon 96 Millionen durch den US- amerikanischen Verleih. 7 Auch in Deutschland und Österreich wurde der Film sehr positiv aufgenommen. Schuldezernate organisierten verbilligte Sondervorstellungen für Schulklassen.
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Der Film erhielt von den Kritikern in New York und Los Angeles den Golden Globe als bester Film und wurde elf Mal für den Oskar nominiert, von denen sieben der begehrten Auszeichnungen an „Schindlers Liste“ gingen, unter anderem für das beste Drehbuch, die beste Regie, beste Musik und für den besten Film.
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2. Popkulturelle Elemente im Spielfilm „Schindlers Liste“
Der Arbeit liegt eine postmodernisirende Definition von Popkultur zugrunde. „Pop, das meinte eine populäre Kunst, die unmittelbar mit der Kultur- und Konsumgüterindustrie verhaftet ist und deren Produkte sich an die 'Massen' der urbanen Industriekultur richten.“ 8
Populärkultur wird als eine Auflösung der Grenzen zwischen Kommerz und Kultur betrachtet. Kennzeichnendes Element ist erstens, der Konsum durch eine Masse, (wobei 'Masse“ in diesem Zusammenhang quantitativ gemeint ist und nicht negativ konnotiert ist) und zweitens, seine mediale Vermittlung, durch die Massenmedien: „Ohne Popkultur keine Medien, ohne Medien keine Popkultur“. 9
Verschiedene Mechanismen prägen die Popkultur. Popkultur ist ambivalent: Es erfolgt eine Aufhebung scheinbarer Gegensätze, wie zwischen Massen- und Elitekultur, Kunst und Kapitalismus oder Virtualität und Realität. 10 Der Gebrauch von Massenmedien, ein weiterer Mechanismus, ergibt sich schon aus der oben genannten Definition. Die Massenmedien sind zentrales Element zur Verbreitung der Kultur und Orientierungspunkt für den Konsumenten.
Auch die Befriedigung des Spaßbedürfnisses und des Bedürfnisses nach intensiven Erlebnissen ist ein Mechanismus der Popkultur. Pop ist „physikal und sensual“ 11 . Im Folgenden werde ich anhand bestimmter Merkmale der 'popular culture' zeigen, dass Steven Spielbergs Film „Schindlers Liste“ verschiedene popkulturelle Elemente aufweist: Erstens orientiert sich der Film in seiner Machart an den Bedürfnissen des potenziellen Publikums, er ist also ein Kunstwerk, das kommerzialisiert wird. Auch die Handlung weist typische Merkmale eines populären Films auf. Drittens erfüllt der Konsum des Filmes wesentliche Bedürfnisse des Zuschauers, ein weiteres Element von Popkultur.
2.1 Konsumenten Orientierung
Schon die Marke „Steven Spielberg“ ist ein Garant für den Erfolg des Filmes. Steven Spielberg feierte im Jahr des Erscheinens von „Schindlers Liste“ mit „Jurassik Park“ Millionenerfolge an den Kinokassen. Sein Name steht für eine bestimmte Art von Unterhaltungsfilm, die Erfolg garantiert. Auch der gleichnamige Roman von Robert Kenally, auf dem der Film basiert, wurde in den 80er Jahren erfolgreich verkauft. Dass
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die Produktionskosten sich auf „nur“ 23 Millionen Dollar beliefen, ändern nichts an der Tatsache, dass der finanzielle Erfolg des Films für die Produktionsfirma im Vordergrund stand. Mit dieser Summe im Hintergrund ist der Film kaum als „Low-Budget-Movie“ zu bezeichnen.
Die Orientierung am Publikum zeigt sich besonders gut an der Machart des Films, die der eines typischen Spielbergfilms entspricht. Ziele und Motive gleichen denen anderer erfolgreicher Filme des Regisseurs. Georg Seeßlen zeigt in seinem Werk „Steven Spielberg und seine Filme“ 12 , dass die „Versöhnung“ ein immer wiederkehrendes Motiv in Spielbergs Filmen ist:
„So ist das Kino des Steven Spielberg,[...],das umfassendste Projekt der Versöhnung in der populären Kultur der Nachkriegsgeschichte: die Versöhnung der jüdischen und der christlichen Elemente […], der weißen und der schwarzen Kultur, der Gegner und der Befürworter und der Opfer des Vietnamkrieges, der Generationen und der Geschlechter.[...] und alle seine Filme, die etwas anderes als dieses Ziel im Auge hatten […] wurden Misserfolge.“ 13
Auch „Schindlers Liste“ weist das Versöhnungsmotiv auf. Spielberg sagt selber, dass die Hoffnung, die von dem Film ausgehen, daraus resultiert „dass Leben gerettet werden und es Generationen gibt, die nur durch das Eingreifen Oskar Schindlers - und das anderer überzeugter Christen- am Leben sind.“ 14 Die christliche- jüdische Versöhnung ist für Spielberg also ein wesentliches Element des Films.
Ein weiteres Motiv, das Seeßlen ausmacht, ist das „Heimbringen der Kinder“ 15 . Sowohl in „Hook“, als auch in „ET“, in „Sugarland Express“, in „Der Soldat James Ryan“ und nicht zuletzt in „Schindlers Liste“, geht es darum, die verlorenen „Kinder“ zu retten und sie nach Hause zubringen. Im Fall von „Schindlers Liste“ rettet Oskar Schindler „seine Juden“ und ermöglicht ihnen die Flucht und verhindert so das „totale Opfer“. 16 Wie man sieht, bildet „Schindlers Liste“ keine Ausnahme in der Filmografie von Steven Spielberg. Dieser arbeitet mit seinen bekannten Motiven, die das Publikum gerade an seinem Filmen schätzt. Man kann also sagen, dass „Schindlers Liste“ ein Film ist, der ein breites Publikum ansprechen soll.
Auch der Aufbau der Handlung ist eines der Elemente, die ein populärer Film aufweist, und richtet sich nach den Gewohnheiten und Bedürfnissen eines großen Publikums.
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Arbeit zitieren:
Bachelor of Arts Charlotte Baier, 2010, „Schindlers Liste“ - Ein Film für den Geschichtsunterricht?, München, GRIN Verlag GmbH
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