Inhalt
1. Einleitung. - 3 -
2. Bedeutung der ersten Olympischen Spiele - 4 -
3. Ziele der Olympischen Idee. - 6 -
4. Deutschlands Bedeutung in der Entstehungsgeschichte der Olympischen Idee. - 9 -
Bibliographie : - 12 -
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1. Einleitung
„Citius, altius, fortius“ oder im Deutschen „schneller, höher, stärker“ - dieser Leitspruch des französischen Barons Pierre de Coubertin aus dem Jahr 1891 drückt den Grundgedanken der modernen Olympischen Spiele aus und ist auch noch heute nach wie vor Leitbegriff für die Olympische Bewegung. Diese Komparative standen zum Ende des 19. Jahrhunderts in engem Zusammenhang mit dem allgemeinen sozialen, wirtschaftlichen und kolonialistischen Rekord- und Expansionsstreben der führenden Industriestaaten und sollten in der Folgezeit eben auch für die Sport-und Olympia-Bewegung des 20. und 21. Jahrhunderts zum Grundsatz werden. Die modernen Olympischen Spiele sind in den vergangenen 114 Jahren zu einem fest etablierten Bestandteil des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens geworden. Für die Völkerverständigung und Annäherung der unterschiedlichsten Kulturen haben die Olympischen Spiele eine große Bedeutung erlangt. Die Olympische Bewegung expandierte vor allem seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in rasantem Ausmaß, was sich auf Teilnehmer, Zuschauer, Wettbewerbe, Medieninteresse sowie auch die sportliche Leistung bezieht. Die Olympischen Spiele erlebten vor allem durch die Medialisierung der Gesellschaft einen erheblichen Aufstieg und haben inzwischen eine enorme kulturelle, soziale sowie wirtschaftliche Bedeutung erlangt. Bei den insgesamt 46. Olympischen Spielen und 29. Sommer-Spielen im Jahr 2008 in Peking nahmen 11.126 Sportler aus 204 Nationen an insgesamt 302 Wettbewerben in 28 Sportarten teil. Weltweit verfolgten das Ereignis etwa 4,7 Milliarden Zuschauer im Fernsehen, was rund 70 Prozent der Weltbevölkerung entspricht. Die Einnahmen des Internationalen Olympischen Komitees aus Fernsehrechten und Sponsorengeldern betrugen für die Spiele im Jahr 2008 rund drei Milliarden Euro 1 .
Die Olympischen Spiele hatten zudem einen entscheidenden Einfluss auf die „Versportlichung“ der Gesellschaft im 20. Jahrhundert. Die Expansion der Olympischen Spiele bewirkte einen weltweiten „Sport-Boom“, der vor allem seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in den Industriestaaten zu verzeichnen ist. Dies bezieht sich sowohl auf den Aktivensport, als auch auf den Zuschauersport. Hierbei hat die Entwicklung der Olympischen Spiele einen entscheidenden Anteil. Darüber hinaus hatten die Olympischen Spiele seit jeher große politische Bedeutung. Bereits die Entstehungsgeschichte der ersten Olympischen Spiele war von erheblichen politischen Widerständen geprägt. Im deutschen Nationalsozialismus wurden die Olympischen Spiele im Jahr 1936 in Berlin zum Instrument der „Nazi-Propaganda“. Auch in den 80er Jahren, bei den Spielen 1980 in Moskau und 1984 in Los Angeles, wurden sie zu einem Politikum, das aufgrund des „Kalten Krieges“ in Boykottierungen mündete. Nicht nur die Olympischen Spiele, sondern überhaupt ist Sport im Laufe der Jahrhunderte immer wieder instrumentalisiert worden. Hier sind die römischen Gladiatorenkämpfe als Kaiserpropaganda, der italienische „Calcio“ als Popularitätssteigerung der „Medici“, die
1 Zahlen bei http://www.olympic.org, 04.08.2010
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mittelalterlichen Ritterturniere als Stärkung der Ritter-Position oder die deutsche Turnbewegung als Verbesserung der Militärtüchtigkeit zu nennen.
Die rasante Entwicklung der Olympischen Spiele hätte wohl auch ihr Initiator, der französische Baron Pierre de Coubertin, nicht für möglich gehalten, als er im Jahr 1880 die Idee zur Wiederbelebung der antiken Olympischen Spiele hatte. Diese Idee des Pariser Pädagogen und Historikers, der von 1863 bis 1937 gelebt hat, stand im engen Zusammenhang mit den archäologischen Ausgrabungen der antiken olympischen Sportstätten der Jahre 1875 bis 1881, einer steigenden Mobilität sowie einer weltweit aufstrebenden Sportbewegung gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Die antiken Olympischen Spiele, die sich über eine Zeitspanne von knapp 1.200 Jahre erstreckten und im griechischen Olympia zwischen 776 vor Christus und 393 nach Christus stattfanden, sollten wiederbelebt werden, sodass Coubertin daher auch Athen als Austragungsstätte für die ersten neuzeitlichen Olympischen Spiele auserkoren hatte. Die Renaissance der Olympischen Idee erfuhr in den Folgejahren jedoch große Widerstände, die in großem Maße auch die Frage nach einer Beteiligung Deutschlands mit sich brachte. Protektionistische, nationalistische und chauvinistische Gründe spielten dabei eine wesentliche Rolle. Hinzu kamen finanzielle, strukturelle und inhaltliche Bedenken der Olympia-Gegner.
2. Bedeutung der ersten Olympischen Spiele
Der französische Baron Pierre de Coubertin, ein adeliger Historiker und Pädagoge, hatte Ende der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts erstmals die Idee von der Wiederbelebung der Olympischen Spiele, nachdem er die antike Olympia-Kultur der Hellenen mit großer Akribie und voller Faszination studiert hatte und sich davon begeistern ließ. 2 Mit dem Hintergrund von pädagogischen sowie sportpolitischen Zielen entwickelte Pierre de Coubertin seine Olympische Idee, die im Gegensatz zu den antiken Olympischen Spielen eine internationale Wettkampfform mit Teilnehmern aus den unterschiedlichsten Ländern vorsah. Gemeinsam mit dem französischen Dominikanerpater Henri Didon, der ihn in seinen Planungen unterstütze, schuf der Baron das olympische Motto „Citius, altius, fortius“ oder im Deutschen „höher, schneller, stärker“. 3 Durch den aufkommenden Sportgedanken und der zunehmenden Bedeutung von immer mehr Sportarten sah Coubertin die Zeit als geeignet für eine Renaissance der Olympischen Spiele. Auch die Ausgrabungen der olympischen Wettkampfstätten Ende der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts und die damit verbundene Renaissance der hellenischen Kultur bestätigten Coubertins Vorhaben und verstärkten seine Hoffnung auf die Erfolgsaussichten seiner Idee. Zu dieser Zeit war die Neuentdeckung Olympias durch den weit verbreiteten Philhellenismus des 19. Jahrhunderts befruchtet worden. 4 Daher trat er im Jahr 1880 erstmals an die Öffentlichkeit heran und propagierte fortan in Frankreich die Olympische Bewegung. Im Jahr 1892 hielt Coubertin in der Pariser Sorbonne vor großem französischem Publikum einen Vortrag zu seinem Vorhaben und bezeichnete sein „Olympisches Manifest“ dabei selbst als „großartiges und heilsames
2 Vgl. Frenzen: Olympische Spiele, S. 9 f.
3 Vgl. Malter: Olympismus, S. 4 f.
4 Vgl. Müller: Internationale Olympische Akademie, S. 5
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Arbeit zitieren:
Master of Arts Christian Werth, 2010, Pierre de Coubertins Olympische Idee, München, GRIN Verlag GmbH
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