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Selbst- oder Fremderlösung?

Buddhistische und christliche Erlösungswege im Vergleich

Title: Selbst- oder Fremderlösung?

Term Paper , 2010 , 14 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Linda Lau (Author)

Theology - Comparative Religion Studies
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Buddha – der Erleuchtete, im Sitzen meditierend, in völliger Harmonie und geistiger Ruhe in sich selbst versunken und Christus – der Gekreuzigte, am Kreuz hängend, als Sohn Gottes, als Heiland, gestorben für die ganze Menschheit. Zwei Bilder wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Es sind Bilder wie sie uns im Alltag begegnen, eine äußerliche Sicht auf zwei Religionen, die in ihrem Kern scheinbar sehr weit auseinander liegen.
[...]
Ist ein christlich-buddhistischer Dialog angesichts dieser grundlegenden Gegensätze überhaupt möglich? Unter Beachtung dieser Leitfrage werde ich im Folgenden unterschiedliche Erlösungsvorstellungen gegenüberstellen und vergleichen. Ich beginne mit der buddhistischen Auffassung, indem ich zunächst den allgemeinen Erlösungsweg aufzeige, der für die verschiedenen Schulen Geltung hat, sowie das einheitliche Ziel des Wegs, die Erleuchtung bzw. das Nirvana. Darüber hinaus werde ich die Unterschiede in der jeweiligen Auffassung des Erlösungswegs im Mahayana- und Theravada-Buddhismus aufzeigen. Im zweiten Teil werde ich das christliche Erlösungsverständnis sowohl im Alten als auch im Neuen Testament darstellen und im letzen Abschnitt schließlich konkret auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Buddhismus und Christentum eingehen. Der Schwerpunkt wird dabei einerseits auf der buddhistischen Lehre und andererseits auf einem direkten interreligiösen Vergleich liegen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Buddhistische Erlösungswege

2.1. Die „Vier Edlen Wahrheiten“

2.2. Was ist Nirvana?

2.3. Erlösung in Mahayana und Theravada im Vergleich

3. Der christliche Weg zum Heil

3.1. Erlösung im Alten Testament: Der Exodus

3.2. Erlösung im Neuen Testament: Erlöst durch Jesus Christus

4. Buddhismus und Christentum im Vergleich

4.1. Gemeinsamkeiten des christlichen und buddhistischen Erlösungsverständnisses

4.2. Unterschiede und Konsequenzen

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die grundlegenden Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den Erlösungsvorstellungen im Buddhismus und im Christentum, um die Möglichkeit eines interreligiösen Dialogs zu erörtern.

  • Gegenüberstellung von Selbsterlösung (Buddhismus) und Fremderlösung (Christentum).
  • Analyse der zentralen Konzepte wie der „Vier Edlen Wahrheiten“ und des Nirvanas.
  • Untersuchung des christlichen Heilsweges durch Jesus Christus und den Schöpfungsglauben.
  • Vergleich der ethischen Konsequenzen und des Verständnisses von Nächstenliebe in beiden Traditionen.
  • Reflexion über die Voraussetzungen eines erfolgreichen interreligiösen Austauschs.

Auszug aus dem Buch

2.3. Erlösung in Mahayana und Theravada im Vergleich

Die zwei Hauptrichtungen des Buddhismus, Mahayana (das ‚Große Fahrzeug‘) und Theravada (das ‚Kleine Fahrzeug‘), unterscheiden sich bezüglich ihrer Erlösungsvorstellung hauptsächlich in zwei Punkten: erstens in ihrem Verständnis der ‚Leere‘ und zweitens in ihrer Ansicht über das Ideal eines Bodhisattvas.

Der Mahayana-Buddhismus hat die Vorstellung der Leere übernommen. Demnach seien nicht nur das irdische Leben der Verblendung leer, sondern auch das Nirvana und gar die Erlösung an sich. Der große Unterschied zwischen den beiden Fahrzeugen liegt nun darin, dass nur im Mahayana die Vorstellung besteht, dass wirklich jeder prinzipiell dazu berechtigt ist, ein Buddha zu werden. Durch die „Erkenntnis der wahren Natur der eigenen Existenz“ kann laut Nakamura jeder das Nirvana erreichen. Im Theravada dagegen streben Mönche nach der sogenannten ‚Arahatschaft‘, können allerdings letzten Endes keine Buddhas werden. Einem Laien bleibt selbst das Erreichen der Arahatschaft meist vorbehalten, er kann lediglich in einem der Himmel wiedergeboren werden. Allerdings vertreten beide Richtungen die Überzeugung, dass auch besonders lasterhafte Menschen zur Erleuchtung gelangen können.

Nakamura verdeutlicht den Unterschied beider Ideale: „Im Theravada-Buddhismus muß der Mensch dieses Ziel durch seinen eigenen freien Willen und seine eigenen Anstrengungen erreichen; nach der Mahayana-Lehre können diese Anstrengungen durch die Hilfe von Buddhas und Bodhisattvas unterstützt werden.“

Ein Bodhisattva ist laut Nakamura ein „Mahayana-Asket, dessen Inneres erfüllt ist mit der großen Liebe und dem großen Mitgefühl gegenüber allen Lebewesen.“ Der harte und schwierige Weg eines Bodhisattvas erfolgt über folgende zehn Stufen: die Freudenvolle, die Makellose, die Leuchtende, die Strahlende, die, die schwer zu bewältigen ist, die des Gerichtetseins, die Weitgehende, die Unbewegliche, die Segensreiche und schließlich die Wolke des Dharma als Abschluss und Höhepunkt. Im Theravada erkannte man die Idee des Bodhisattva nur in einem beschränkten Maße an. Theravada-Buddhisten verstanden darunter lediglich einen künftigen Buddha und sein Wirken. Besonders im Mahayana ergibt sich aus diesem Ideal eine praktische Ethik. Der Bodhisattva, einer der eine höhere Vollkommenheit erreicht hat, lebt nicht mehr für sich selbst, sondern lebt sein Leben aus Liebe zu anderen mit dem Ziel Leidende zu erlösen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die zentralen Thesen über die gegensätzlichen Erlösungsvorstellungen von Buddhismus und Christentum vor und skizziert das methodische Vorgehen der Arbeit.

2. Buddhistische Erlösungswege: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen des buddhistischen Heilsstrebens, insbesondere die Vier Edlen Wahrheiten, den Begriff des Nirvanas und die Unterschiede zwischen Mahayana und Theravada.

3. Der christliche Weg zum Heil: Hier wird das christliche Verständnis von Erlösung als Fremderlösung durch Jesus Christus beleuchtet, sowohl mit Bezug auf das Alte als auch das Neue Testament.

4. Buddhismus und Christentum im Vergleich: Dieses Kapitel führt einen systematischen Vergleich durch, der sowohl die Gemeinsamkeiten in der Weltabkehr als auch die fundamentalen Unterschiede in der Erlösungstheologie herausarbeitet.

5. Schluss: Das Schlusskapitel resümiert die Ergebnisse und reflektiert über die Möglichkeiten und Bedingungen eines ehrlichen interreligiösen Dialogs.

Schlüsselwörter

Buddhismus, Christentum, Erlösung, Selbsterlösung, Fremderlösung, Nirvana, Jesus Christus, Mahayana, Theravada, Interreligiöser Dialog, Vier Edle Wahrheiten, Bodhisattva, Erleuchtung, Nächstenliebe, Schöpfungsglaube.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht die buddhistischen und christlichen Erlösungsvorstellungen, um Gemeinsamkeiten und fundamentale Unterschiede in der Lehre und Praxis aufzuzeigen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind das Verständnis von Leiden, das Ziel der Erlösung, der Weg der Erlösung (Selbst- vs. Fremderlösung) sowie die ethische Haltung des Menschen zur Welt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Stereotypen über beide Religionen kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, ob trotz der gegensätzlichen Dogmen ein konstruktiver interreligiöser Dialog möglich ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Methode, bei der die religiösen Lehren und deren Interpretation durch Experten gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die buddhistischen Schulen (Theravada/Mahayana) und danach das christliche Heilsverständnis (Altes/Neues Testament) detailliert analysiert, gefolgt von einer vergleichenden Gegenüberstellung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Selbsterlösung, Fremderlösung, Nirvana, Bodhisattva und die Frage nach dem „Wie“ der Erlösung charakterisiert.

Inwieweit unterscheiden sich Mahayana und Theravada beim Ziel der Erlösung?

Während Theravada-Mönche nach der eigenen Arahatschaft streben, betont das Mahayana das Bodhisattva-Ideal, bei dem der Erleuchtete aus Mitgefühl für das Heil aller anderen Lebewesen handelt.

Warum hält der Autor einen Dialog für möglich?

Der Autor argumentiert, dass ein Dialog dann möglich und sinnvoll ist, wenn man die Eigenheiten der Religionen respektiert, anstatt eine oberflächliche Vermischung oder Angleichung anzustreben.

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Details

Title
Selbst- oder Fremderlösung?
Subtitle
Buddhistische und christliche Erlösungswege im Vergleich
College
University of Frankfurt (Main)
Grade
1,0
Author
Linda Lau (Author)
Publication Year
2010
Pages
14
Catalog Number
V166131
ISBN (eBook)
9783640818891
ISBN (Book)
9783640822270
Language
German
Tags
Buddhismus Christentum Erlösung; Selbsterlösung; Fremderlösung; Interreligiöser Vergleich; Nirvana; Mahayana; Theravada;
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Linda Lau (Author), 2010, Selbst- oder Fremderlösung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166131
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