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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Der Aristokrat Hugo von Hofmannsthal 3
3. Hofmannsthals Verhältnis zum Judentum 6
4. Krise und Sprachskepsis am Beispiel „ein Brief“ 8
5. Das Werk Hofmannsthals vor dem Hintergrund
der Wiener Moderne 11
6. Hofmannsthals Weggefährten 14
6.1 Stefan George 15
6.2 Richard Strauss 16
7. Fazit 17
8. Literaturverzeichnis S 18
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1. Einleitung
Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit einem, in jeder Hinsicht herausragenden, österreichischen Schriftsteller der Wiener Moderne - Hugo von Hofmannsthal.
Unsere Vorgehensweise hierbei ist es, zunächst kurz auf Hofmannsthals Biographie in Bezugnahme auf seine aristokratisch-snobistische Haltung und sein prekäres Verhältnis zum Judentum einzugehen. Daran anschließend soll dessen (Sprach-) Krise von 1902, unter eingehender Betrachtung des Chandos-Briefs, analysiert, sowie eine Dramenauswahl vor dem Hintergrund der Wiener Moderne umfassend dargelegt werden. Vor unserer Abschlussbetrachtung werden wir noch einen Blick auf Stefan George und Richard Strauss werfen, welche das Leben und Wirken des Dichters maßgeblich mit geprägt haben.
Für das Verfassen dieser Arbeit haben wir uns überwiegend auf Ulrich Weinzierls „Hofmannsthal - Skizzen zu einem Bild“ von 2005 gestützt, da in dieser Biographie auch kritisch und unbeschönigt über Hofmannsthal referiert und durch ein Konglomerat von Zitaten eine gute Gesamtübersicht geliefert wird.
2. Der Aristokrat Hugo von Hofmannsthal
Will man Hugo von Hofmannsthal beschreiben, so lässt man am besten jene sprechen, die ihn kannten. Felix Salten, ein österreichisch -ungarischer Schriftsteller, bemerkte seinerzeit über von Hofmannsthal, er hatte „als Knabe schon, hatte nachher als junger Mann die Allüren eines Prinzen“. Der dt. Schriftsteller Jakob Wassermann sprach gar seine Bewunderung für den Wiener Freund und Kollegen aus: „Er war der vornehmste Mensch, dem ich begegnet bin. Seine Noblesse war vom höchsten Rang, nämlich dem der Selbstverständlichkeit und des Nichts -Davon -Wissens. Er war vornehm geboren, und wenn er sich überzeugen musste, dass andere anders geboren waren, verwunderte er sich, das war alles“.
Doch man hörte durchaus auch weniger begeisterte Stimmen zu Hugo von Hofmannsthal. Er sei „herablassend“ gewesen, „wenn er volkstümlich sein wollte“, so Ludwig Bauer und Willy Haas, ein deutscher Publizist und Drehbuchautor, stellte fest:„Er sprach den Dialekt der alten österreichischen Aristokratie, der er angehörte, etwas hoch, flachtönig, halb im Fallsett, oft durch die Nase, […], auch der alte Kaiser Franz Joseph sprach so.“ 1 Tatsächlich war Hofmannsthal stolz auf seinen Stand. Dies erklärt auch seine Wut über folgende Episode: H. von Hofmannsthal war
1 Zit. nach: Weinzierl: 2005, S. 42
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des Öfteren Gast im Lanckorónskischen Palais. Graf Lanckorónski war zu diesem Zeitpunkt bereits ein alter Herr und galt als einer der reichsten und kultiviertesten Adligen Österreich-Ungarns. Es war bekannt, dass sich die Herren sehr schätzten. Wie kam es also dazu, dass von Hofmannsthal später schrieb, er bedauere Lanckorónski je kennengelernt zu haben, da ihm von dessen Seite eine unbeschreibliche Unhöflichkeit widerfahren sei?
Hofmannsthal war, wie auch schon des Öfteren zuvor, zu einem großen Diner im Lanckorónskischen Hause eingeladen, seine Frau allerdings als einzige nicht, da sie gesellschaftlich, als geborene Schlesinger, zu niedrig gestellt war. Von Hofmannsthal hatte somit zwar finanziell durchaus eine gute Partie gemacht. Schließlich entstammte die Mutter seiner Frau „Gerty“ der Familie der jüdischen Bierbrauer Kuffner. Gesellschaftlich hatte er aber „hinunter“ geheiratet und der Hochadel hätte eine solche Frau nur im absoluten Notfall empfangen. Erst viele Jahre später kam es zur symbolischen Aussöhnung, als das Ehepaar samt Sohn Franz zum Grafen eingeladen wurde.
Ab dem Oktober 1892 studierte der Schriftsteller Jura und lernte schon bald zwei gesellschaftlich gegensätzliche Gruppen kennen. Das waren einmal die „Proletarier mit Socialismus [!], modernen Ideen und großer Intelligenz, und Theresianisten mit guten Manieren, hübschem Namen und Ballcomitégedanken“ 2 Es verwundert nicht, dass der junge von Hofmannsthal sich lieber an die Absolventen des Elitegymnasiums „Theresianische Akademie“ hielt, schließlich waren diese Aristokratensöhne wie er.
Seine Verbindungen zum pädagogischen Nobelmilieu wurden schon früh durch seinen privaten Französischlehrer Gabriel Dubray geknüpft. Dieser war in den ersten Kreisen Wiens beschäftigt und hinterließ auch beim jungen von Hofmannsthal einen bleibenden Eindruck. Französisch sollte im weiteren Verlauf seines Lebens immer die schönste Sprache für ihn bleiben, was auch den Studienwechsel von Jura zur französischen Philologie erklärt. Nur um Gefühle der Zuneigung auszudrückeneine Schwachstelle von Hofmannsthals - bediente er sich oft des Englischen. Passend zu seinem Sinn für Ästhetik, war auch die äußere Etikette besonders wichtig für den „Aristokraten“ Hugo von Hofmannsthal. Wie es sich für einen jungen Mann seines Standes gehörte, besuchte er mit 17 Jahren die Fechtschule und begann im Oktober 1894 sein einjähriges Freiwilligenjahr beim Mährischen Dragonerregiment.
2 Zit. nach: Weinzierl: 2005, S. 43
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Danach begann er eine typische militärische Karriere. So war er 1897 bereits Leutnant der Reserve und hatte so hochherrschaftlichen Umgang. Von diesem Milieu und der edel geschichtsträchtigen Atmosphäre war der junge von Hofmannsthal stark beeindruckt. Noch lange nach dieser Zeit beschreibt Hofmannstahl die Disziplin, die er dort erfuhr, als eine Art Therapie. Nie wieder hätte er sich so wenig Sorgen und Gedanken gemacht, wie in seiner Zeit bei der Armee. Der Grund dafür war nicht zuletzt auch das Reiten, welches er für einen männlich eleganten, fast ritterlichen Sport hielt.
Der Schnitt erfolgte 1912, als er aus der Landwehrkavallerie austrat. Die Gründe dafür sind unklar geblieben. Sicher sind allerdings die Folgen, die sehr schlecht ausfallen sollten. Im Mobilisierungsfall wäre er nun nur noch ein „ehemaliger Leutnant“, also ein einfacher Infanterist, oder mit anderen Worten „Kanonenfutter“. Dies brachte ihn zu beginn des Ersten Weltkrieges 1914 in eine prekäre Lage und erklärt vielleicht sein unehrenhaftes Verhalten, denn er verweigerte den Heldentod. Als er tatsächlich zu Kriegsbeginn der Feldkompanie des
Landsturminfanterieregiments zugewiesen wurde, geriet Hofmannsthal in Panik und bat Freunde um Hilfe, ihm dieses Schicksal zu ersparen. Durch deren Unterstützung blieb er auch ur kurz an seinem Einsatzort. Am 30. Juli kam es zu einer amtlichen Abberufung vom Truppendienst aus Gesundheitsgründen, die da waren, Nervenschwäche mittleren Grades und Zuckerkrankheit. Schon in den ersten Augustwochen 1914 war Hofmannsthal wieder in Wien. Dort angekommen zeigte er sich plötzlich auch von dem patriotischen Fieber angesteckt: „Das was gestern in Deutschland vorgegangen ist, muss einen für immer stolz und glücklich machen, diesem Volk anzugehören. Ein solches Volk kann auch nicht besiegt werden.“ Er focht nun quasi mit der Feder für Gott, Kaiser und Vaterland und arbeitete unter anderem in der Pressegruppe des Kriegsfürsorgeamtes mit und engagierte sich in einer Unmenge publizistischer Aktivitäten, wie der Herausgabe der „Österreichischen Bibliothek“. Auch seine Vortragstätigkeit im neutralen Ausland und in den von deutschen Truppen besetzten Gebieten war sehr stark, was ihm auch die willkommene Möglichkeit zu exklusiven Kontakten bot. Er wurde ein „berühmter Mann im Ausland“.
Der verweigerte Heldentod an sich mag verständlich sein. Ehrlos war allerdings die Verlogenheit, sein Vorgehen als heldenhaft darzustellen und sich selbst sowie seiner Familie etwas vorzuspielen. So hatte er zum Beispiel seinem liebsten Komponisten
Arbeit zitieren:
Sarah Böhme, 2009, Hugo von Hofmannsthal - Eine kurze Biographie, München, GRIN Verlag GmbH
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