Inhalt
1. Einleitung 3
2. Der Begriff „Wohnungslosigkeit“ 4
3. Anzahl von wohnungslosen Frauen in Deutschland. 5
4. Hintergründe und Probleme von wohnungslosen Frauen 6
5. Herausforderungen und Aufgaben für die Wohnungslosenhilfe 8
6. Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe speziell für Frauen 10
7. Zusammenfassung. 12
8. Literatur- und Quellenangaben. 13
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1. Einleitung
Jeder hat sie schon gesehen. Sie treiben sich in Innenstädten, Bahnhöfen und öffentlichen Parks herum. Nachts findet man sie schlafend in Häusereingängen, unter Brücken oder auch einfach zusammengerollt direkt auf dem Bürgersteig. Wohnungslose Menschen! Die oft als sonderbar belächelt und/oder verachtet und als „Penner“ beschimpft werden. Das vorherrschende Bild: Sie sind männlich, alt und (sucht-) krank. Oder es sind „Punks 1 “. Mit bunt gestylten Haaren, vielen Tattoos und Piercings, die nur Alkohol trinken und keine Lust haben zu arbeiten.
Diese Gruppe von Menschen stellt den auffälligsten und sichtbarsten Teil von Wohnungslosigkeit dar und gerade in Bezug auf Frauen, auch den geringsten. Seit ungefähr zwanzig Jahren treten wohnungslose Frauen in den Vordergrund und bilden auch für die Wohnungslosenhilfe eine eigene Zielgruppe mit spezifischen Problemen und Bedürfnissen. Auf Initiative der Frauenbewegung und der Frauenforschung wurden sie in die wissenschaftlichen Fachdiskussionen einbezogen (vgl. Enders-Dragässer u. a. 2000).
Die vorliegende Arbeit legt ihren Fokus ebenfalls auf die Problematiken von wohnungslosen Frauen. Einführend wird der Begriff „Wohnungslosigkeit“ erläutert werden und kurz die drei Typen, sichtbare, verdeckte und latente Wohnungslosigkeit, beschrieben werden. Danach folgt ein kurzer Blick auf die Zahlen der von Wohnungslosigkeit betroffenen Menschen, mit speziellem Blick auf die Frauen. Im Weiteren folgen zwei Kapitel zu den spezifischen Hintergründen und Problem der Frauen und welche Angebote das Hilfesystem den Betroffenen bereitstellt. Zum Schluss folgt eine kurze Zusammenfassung zur Problematik der Frauen in der Wohnungslosenhilfe.
1 „Die Bezeichnung „Punk“ stammt ursprünglich aus dem Angloamerikanischen und hatte
immer eine abschätzige Bedeutung. […]Punk gilt […} als Inbegriff einer rebellischen und provokanten
Jugendkultur“ (vgl. Jugendszenen 2007). Allerdings gibt es diese Jugendkultur schon seit so vielen
Jahren, dass unter den Punks nicht nur Jugendliche, sondern auch eine Vielzahl von Erwachsenen zu
finden sind.
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2. Der Begriff „Wohnungslosigkeit“
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e. V. (BAG W) definiert Wohnungslosigkeit als einen Zustand von Menschen, die über keinen rechtlich, über einen Mietvertrag geschützten Wohnraum verfügen. (Vgl. BAG Wohnungslosenhilfe)
Drunter fallen Personen und Personengruppen, denen mit Hilfe des Polizei- und Ordnungsrechtes Wohnraum oder Notunterkünfte zugewiesen wurden oder die nach bestehendem Sozialrecht in Frauenhäuser, Übergangsheimen oder in Billigpensionen untergekommen sind. Auch Personen, die kurzfristig bei Freunden und Bekannten wohnen können oder ganz ohne Bleibe auf der Straße leben zählen dazu. Den Zuwanderungssektor betreffend, sind wohnungslose Menschen, diejenigen, die in Aussiedlerunterkünften aufgenommen wurden (vgl. BAG Wohnungslosenhilfe). Im Hinblick auf Wohnungslose Frauen ist es wichtig, dass zwischen sichtbarer, verdeckter und latenter Wohnungslosigkeit unterschieden wird. Sichtbare Wohnungslosigkeit bedeutet, dass die betroffenen Frauen 2 auf der Straße leben, wo sie jeder sehen kann. Sie beschreibt das allgemein vorherrschende Bild von „Obdachlosen“ oder „Pennern“.
Verdeckte Wohnungslosigkeit betrifft den Großteil der wohnungslosen Frauen. Diese Frauen kann man nicht auf der Straße sehen. Sie leben verdeckt im Verborgenen, bei Freunden und Bekannten, oft in finanzieller und/oder sexueller Abhängigkeit. Sie leben in Zweckpartnerschaften und „erhalten dadurch eine gewisse Basis-versorgung und ihr Status, eine Frau zu sein, wird nicht in Abrede gestellt“ (Lutz/Simon 2007, S. 158).
Latente Wohnungslosigkeit betrifft Frauen, die vorübergehend von Wohnungslosigkeit bedroht sind. Darunter fallen Frauen, die nicht selbst im Mietvertrag der Wohnung stehen, in der sie leben, sondern nur der Ehemann, Freund oder Vater etc. Sie besitzen keinerlei rechtliche Handhabe, um im Falle von Konflikten o. ä. in der Wohnung zu bleiben. Auch Frauen, die in Bordellen, Hostessenwohnungen oder in vom Arbeitgeber gestellten Wohnungen leben zählen zu dieser Gruppe, ebenso Frauen,
2 Die drei Unterschiedlichen Gruppen von Wohnungslosigkeit sind natürlich auch bei Männern zu fin-
den. Hier werden allerdings, aufgrund des Oberthemas, nur die Frauen erwähnt.
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Arbeit zitieren:
Verena Senne, 2010, Weibliche Wohnungslosigkeit, München, GRIN Verlag GmbH
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