INHALTSVERZEICHNIS
Inhalt Seite
1. Einleitung 2
2. Sachanalyse 3
3. Bedingungsanalyse 8
3.1 Analyse der Lerngruppe 8
3.1 Analyse des Umfeldes 8
4. Ziele der Stunde 9
4.1 Groblernziel 9
4.2 Feinlernziele 9
4.2.1 Motorische Lernziele 9
4.2.2 Kognitive Lernziele 9
4.2.3 Sozial-affektive Lernziele 9
5. Methodisch-Didaktische Strukturierung 10
6. Unterrichtspraktische Planung 13
7. Literaturverzeichnis 14
1
1. Einleitung
Das Thema dieses Lehrversuchs ist das Erarbeiten und Präsentieren von Menschenpyramiden. Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Verbesserung der sozialen Kompetenzen der Schüler, die in dieser Unterrichtsstunde im Team agieren sollen. Gerade die sozialen Kompetenzen bekommen im Alltags, Schul- und Berufsleben immer größere Bedeutung. So stellt Gebken (2002) fest: „Durch die veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen erhalten Erziehung und
Sozialerziehung in der Schule und damit auch im Schulsport eine wachsende
Bedeutung.“ 1
Geradezu ideal dafür scheint der Bereich der Akrobatik und dort genauer der Partnerakrobatik (zu der sowohl Übungen zu zweit, als auch die hier angestrebten Menschenpyramiden mit mehreren Personen zählen), da dort diese sozialen Kompetenzen wie Teamgeist, Kooperationsbereitschaft, Kommunikation, sich und anderen vertrauen und gemeinsames Handeln gefordert und gefördert werden. 2 Auch weitere Aspekte wie das Sammeln neuer Bewegungserfahrungen, die Schulung und Entwicklung koordinativer und konditioneller Fähigkeiten sowie die Förderung der Kreativität werden in der Akrobatik angesprochen. 3
Ballreich und von Grabowiecki sehen sogar eine volksgesundheitlich hohe Bedeutung der akrobatischen Praktiken im Hinblick auf die bei Kindern und Jugendlichen häufig verbreiteten Haltungsschwächen. 4 Und nicht zuletzt die Motivation und auch das Steigern des Selbstbewusstseins für jeden selbst und innerhalb der Gruppe nach Erreichen der Bewegungsziele, in diesem Fall der Menschenpyramiden, sind eine nicht zu unterschätzende Wirkung des Akrobatikunterrichts, wie Ballreich und von Grabowiecki sowie Blume unisono erklären.
Im Rahmen meines Halbjahrespraktikums beobachtete ich eine Unterrichtseinheit mit dem Thema Akrobatik und führte einen eigenen Unterrichtsversuch zu diesem
1 Gebken, 2002, S. 6.
2 Vgl. Blume, 2007.
3 Vgl. ebd.
4 Vgl. Ballreich & von Grabowiecki, 1999.
2
Thema durch. Darin liegt auch meine Themenwahl begründet, denn die Begeisterung, mit der die Schüler diese Akrobatikstunden absolvierten und die offensichtlich positiven Bewertungen seitens der Schüler und Lehrer weckten mein Interesse an der Thematik, die einmal weg von „traditionellen“ Sportarten in eine neue, erlebnisorientiertere Richtung geht, in der Schüler durch Abenteuer, Risiko und Wagnis und deren gemeinsame Bewältigung neue Erfahrungen sammeln und sich insbesondere im sozialen Handeln entwickeln. 5
Im Folgenden wird nun in der Sachanalyse auf Sicherheits- und Verhaltensregeln bei der Akrobatik sowie auf technische und biomechanische Grundlagen eingegangen. Die Vielzahl an positiven Aspekten, warum Akrobatik nach Meinung der Fachautoren, deren Sichtweise ich teile, im Sportunterricht unbedingt seine Berechtigung hat, wird ebenfalls in der Sachanalyse erläutert. In der Bedingungsanalyse werden die Eigenschaften der Lerngruppe und des Umfeldes des Lehrversuchs geschildert, bevor die Ziele der Stunde beschrieben werden. In der methodisch-didaktischen Strukturierung wird auf die Methodenwahl eingegangen und diese begründet und darüber hinaus erklärt, in welchem übergeordneten Unterrichtszusammenhang eine solche Stunde Raum finden könnte.
2. Sachanalyse
Die Sportart Akrobatik umfasst verschiedene turnerische Aspekte und dort insbesondere das Bodenturnen. 6 Melczer-Lukacs und Zwiefka beschreiben die Akrobatik von der Wortbedeutung her im Allgemeinen als „Turnkunst (ohne Geräte)“. 7 Die Sportart ist offiziell in regionalen Vertretungen organisiert und verfügt über international anerkannte Regeln 8 , auf die hier allerdings nicht näher eingegangen werden soll, da sie sehr umfangreich sind und für den Schulunterricht keine große Rolle spielen. 9 Unterschieden wird in der Akrobatik zwischen Boden-
5 Vgl.Baumann & Hundeloh, 1996.
6 Vgl. Fodero & Furblur, 1996.
7 Melczer-Lukacs & Zwiefka, 1989, S. 7.
8 Vgl. Fodero & Furblur, 1996.
9 Nachzulesen unter http://www.sportakrobatikbund.de/index.php?mid=3
3
und Luftakrobatik. 10 Die hier beschriebene Form der Menschenpyramiden (ab drei Personen) zählen zur Form der Bodenakrobatik.
Wichtig für eine Unterrichtsstunde, deren Ziel das Erarbeiten von Menschenpyramiden ist, sind gewisse Sicherheits- und Verhaltensregeln, sowie Basistechniken, die in vorigen Stunden mit den Schülern bereits erarbeitet werden müssen. 11 Dazu zählen insbesondere Gleichgewichts- und Balanceübungen, die zunächst in Kleingruppen ausgeführt werden sollten. 12 Erst wenn die Schüler sich durch diese Übungen sicherer fühlen, sollten sie zu kleineren Pyramiden übergehen.
Bevor es jedoch zu den ersten praktischen Übungen kommt, müssen die Sicherheits-und Verhaltensregeln den Schülern bekannt sein. Nach Blume gibt es folgende Regeln zum Pyramidenbau:
- Vor dem Bau Absprachen treffen (Wer nimmt welche Position ein? Wer gibt Kommandos?)
- Schnell, aber nicht hastig aufbauen!
- Die Pyramide höchstens 3 bis 4 Sekunden präsentieren.
- Kontrolliert, niemals unkontrolliert von einer Pyramide abspringen.
- Bei Schmerzen, falschen Stellungen, nachlassenden Kräften, Instabilität sofort Kommando „ab!“ (=Abbau) rufen.
- Ständig auf eine gerade Körperhaltung achten. 13
Weitere Sicherheits- und Verhaltensregeln wie keine rutschige Trainingskleidung und den Unterricht mit einer gewissen Konzentration und Verantwortung zu absolvieren, sollten ebenfalls thematisiert werden. 14 Zudem müssen stets genügend Personen zur Hilfestellung zur Verfügung stehen und die akrobatischen Übungen sollten nur im Anschluss an ein intensives Aufwärmprogramm durchgeführt werden. 15
10 Vgl. Melczer-Lukacs & Zwiefka, 1989.
11 Vgl. Kapitel 5.
12 Vgl. Fodero & Furblur, 1996.
13 Blume, 2007, S. 79.
14 Vgl. Blume, 2007.
15 Vgl. Butte, 1996.
4
Arbeit zitieren:
Sören Haß, 2007, Akrobatik – Erarbeiten und Darstellen von Menschenpyramiden , München, GRIN Verlag GmbH
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