Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Trauma und PTBS 2
2.1 Definition Trauma 2
2.2 Arten von Traumata 2
2.3 Definition Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) 3
2.4 Risikofaktoren für die Entwicklung einer PTBS 4
2.4.1 Demografische Variablen 4
2.4.2 Prätraumatische Variablen 5
2.4.3 Peritraumatische Variablen 6
2.6 Das Trias-Modell zur Entstehung der Drogenabhängigkeit 8
2.7 Mögliche kausale Zusammenhänge zwischen Sucht und Trauma 10
3. Bewältigungsformen von PTBS im Kontext einer komplexen Personen-Umwelt-
Beziehung 11
3.1 Posttraumatische Attributionen und Kognitionen 12
3.2 Dimensionen der Bewältigung 13
3.3 Soziale Unterstützung 15
4. Entstehung einer Alkoholabhängigkeit aufgrund einer PTBS 15
4.1 Hypothese der Selbstmedikamention 16
4.2 Teufelskreismodell der Sucht 17
5. Folgen für die Behandlung der Sucht 18
6. Eigene kritische Analyse 19
Literaturliste 25
Anhang A: Trias-Modell
Anhang B: Teufelskreismodell
Entstehung und Zusammenhänge zwischen Alkoholabhängigkeit und einer posttraumatischen Belastungsstörung
1. Einleitung
Aufgrund mehrerer Studien lassen sich Zusammenhänge zwischen Traumatisierungen und Substanzabhängigkeit belegen. In der folgenden Ausarbeitung werden wir uns mit der Thematik auseinandersetzen, worin diese Zusammenhänge bestehen, wie diese sich äußern und gegenseitig beeinflussen. Um eine weitreichende Vertiefung in diese Thematik gewährleisten zu können, werden wir uns nur auf eine Folge einer Traumatisierung, die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), beschränken. Zudem werden wir uns aus den zuvor genannten Gründen, auf den Alkoholismus konzentrieren, da Alkoholismus generell die häufigste Prävalenz für Missbrauch und Abhängigkeit darstellt.
In dem Großteil der von uns verwendeten Literatur, die wir zur Ausarbeitung unserer Thematik verwenden werden, wird zumeist die allumfassende Bezeichnung „Substanzabhängigkeit“ verwendet. Im Folgenden werden wir ebenfalls den Begriff „Substanz“ einsetzen, welcher immer auch den Alkohol einschließt. Um den Einstieg in diese komplexe Thematik zu erleichtern, werden wir uns zu Beginn umfassend mit der Definition und den damit zusammenhängenden Auswirkungen eines traumatischen Ereignisses befassen. Ebenfalls werden wir auf die Arten eines Traumas eingehen, da diese auf die PTBS-Symptome Einfluss nehmen und somit die individuelle Personen-Umwelt-Bewältigung beeinflussen. Desweiteren werden wir sowohl auf die Risikofaktoren für die Entstehung einer PTBS, als auch einer Alkoholabhängigkeit eingehen, denn diese spielen eine entscheidende Rolle, inwieweit das Individuum mit seinen Schutzfaktoren auf diese Risikofaktoren einwirken kann. Um dieses multifaktorielle Geschehen in Verbindung zu bringen, werden wir das Trias-Modell zur Entstehung der Drogenabhängigkeit anführen und erläutern. Darauf folgen zwei Hypothesen, die Kunzke (2008) als mögliche kausale Zusammenhänge zwischen Sucht und Trauma anführt. Diese Hypothesen dienen uns zur Verdeutlichung des wechselseitigen Verhältnisses von Person, Umwelt und Droge. Um zu veranschaulichen, dass nicht jedes traumatische Ereignis und die daraus entstandene PTBS zu einer Alkoholabhängigkeit führt, werden wir die individuellen Bewältigungsformen einer komplexen Personen-Umwelt-Beziehung darlegen. Abschließend werden wir die Entstehungszusammenhänge von Alkoholkonsum aufgrund einer PTBS anhand der Selbstmedikamentionshypotese sowie die daraus
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entstehende Abhängigkeit mittels des Teufelskreismodels von Küfner (1981) beschreiben.
2. Trauma und PTBS
2.1 Definition Trauma
Der Begriff Trauma oder Traumatisierung wird in der integrativen Traumatherapie definiert als eine extreme Stimulierungssituation, entweder außergewöhnlich kurz oder sequentiell verlängert, die für den Organismus beziehungsweise das „personale System“, die Persönlichkeit, enorm existenzbedrohende, ohnmächtig machende, überwältigende und überbelastende Wirkung hat (Hyperstress), das zu bleibenden strukturellen Schäden führen kann. Dies können massive Über- oder Unterstimulationen sein, wie Unfälle, Krankheiten, Überfälle, akute Deprivation oder extreme Isolation. Traumatisierungen sind nicht nur psychische, sondern auch körperliche Prozesse, deren Folgen allumfassend sind. 1
2.2 Arten von Traumata
Man unterscheidet hierbei drei Arten von Trauma: 1) Ursachen
2) Modi des Traumas
1 Vgl. Schay/ Liefke, 2009, S. 52
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3) sekundäres Trauma
Psychische Belastungen als Helfer von Traumatisierten 4) Typen von Traumatisierungen
2.3 Definition Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
Die Posttraumatische Belastungsstörung ist nach dem Diagnosesystem der WHO definiert. Sie gilt als die einzige Störung, die auf ein traumatisches Erlebnis folgen kann und von einer gewissen Dauerhaftigkeit gekennzeichnet ist. Im Folgenden werden die diagnostischen Kriterien des ICD-10, F43.1 dargestellt: A Kurz- oder lang anhaltendes Ereignis von außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmaß, das bei nahezu jedem tiefgreifende Verzweiflung auslösen würde. B Andauernde Erinnerungen oder Wiederbeleben des Erfahrenen in Form von Nachhallerinnerungen, lebendigen Erinnerungen, wiederkehrenden Träumen, innere Bedrängnis in ähnlichen oder in Zusammenhang stehenden Situationen. C Ähnliche oder in Zusammenhang mit der Belastung stehende Umstände werden tatsächlich oder möglichst vermieden. Dieses Vermeidungsverhalten bestand nicht vor dem belastenden Erlebnis. D Entweder 1. oder 2.
2 Vgl. Schay/ Liefke (2009) S. 53, 54
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1. Wichtige Aspekte der Belastung können teilweise oder vollständig nicht erinnert werden.
2. Anhaltende Symptome psychischer Sensitivität oder Erregung mit zwei oder
E Die Kriterien B, C, D treten innerhalb von sechs Monaten nach dem belastenden Ereignis oder nach Ende einer Belastungsperiode auf. 3
2.4 Risikofaktoren für die Entwicklung einer PTBS
Der Umgang und die Verarbeitung mit einem traumatischen Ereignis sind von Mensch zu Mensch variabel. Aufgrund dessen geht man in der Traumaforschung davon aus, dass die Reaktion auf ein Trauma und die spätere Genesung von mehreren Variablen beeinflusst wird. Diese so genannten Risikofaktoren unterteilt Resick (2003) in basale, demografische Variablen sowie prätraumatische und peritraumatische Einflüsse, die jeweils Wirkung auf das Individuum zeigen. Risikofaktoren werden beschrieben, als einen korrelativen Zusammenhang zweier Erscheinungen. Dieses Konzept zeigt also, dass eine eindeutige Erklärung für das Entstehen einer Krankheit durch einzelne Faktoren nicht möglich ist.
2.4.1 Demografische Variablen 1) Das Alter
Anhand mehrerer durchgeführter Studien stellte man fest, dass ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Alter und der Intensität der Trauma-Symptoma nicht eindeutig belegt werden kann. Jedoch wurden häufig ein mittleres bis altes Lebensalter als Indikator dafür festgestellt, um keine Posttraumatische Belastungsstörung zu entwickeln bzw. schwächere Symptome aufzuweisen. 2) Ethnische Herkunft und Geschlecht
3 Vgl. Schay/ Liefke (2009) S. 57, 58
Entstehung und Zusammenhänge zwischen Alkoholabhängigkeit und einer posttraumatischen Belastungsstörung
Hier konnten keine Untersuchungen belegen, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen diesen beiden Faktoren und der Entstehung einer PTBS gibt.
2.4.2 Prätraumatische Variablen 1) Familiäre Umgebung
Mehrere Studien belegen, dass die familiäre Umgebung die Trauma-Reaktion eines Menschen beeinflusst. Eine Studie von Breslau stellte heraus, dass Menschen mit einer Posttraumatischen Belastungsstörungen 3-mal häufiger als Kind der Wahrscheinlichkeit folgender Faktoren ausgesetzt waren, Armut der Eltern, familiären psychischen Störungen, Trennung der Eltern, Kindesmissbrauch und Drogen- und Alkoholmissbrauch. Derartige Kindheitserlebnisse, sowie mangelnde oder negative Vorbilder, können die Fähigkeit beeinträchtigen im späteren Leben mit Belastungen umzugehen und somit das Risiko an einer PTBS zu erkranken, erhöhen. 2) Lebensereignisse
Nicht nur Kindheitstrauma stellen belastende Situationen dar, sondern auch Scheidung, Tod eines nahe stehenden Menschen oder Arbeitslosigkeit. Diese Erfahrungen haben kumulative Auswirkungen, die dann zu Risikofaktoren werden können. Hierbei stellte man fest, dass geringe belastende Erfahrungen widerstandsfähiger machen, zu große Belastungen hingegen wirken einer effektiven Belastungsstrategie eher entgegen. 3) Frühere Traumata
In dieser Untersuchung mit Vergewaltigungsopfern stellte man fest, dass Frauen ohne frühere Viktimisierung nach einiger Zeit eine Abnahme der PTB-Symptomatik zeigten. Hier hingegen zeigten Frauen mit vorherigen traumatischen Erfahrungen eine Zunahme der PTB-Sympotmatik. 4) Früheres psychologisches Funktionieren
Aus einer Studie mit Vergewaltigungsopfern von Jacob und West geht hervor, dass Opfer, die Erfahrungen mit Psychopharmakaabusus, Alkoholmissbrauch und Suizidversuchen gemacht hatten angaben, die Vergewaltigung wesentlich schlechter zu verarbeiten. Hierbei kam man zu dem Ergebnis, dass Erfahrungen mit Drogen und Alkohol die Gefahr erhöhen, ein traumatisches Ereignis zu erleben und somit eine Posttraumatische Belastungsstörung zu begünstigen. Siehe hierzu weiter 2.7
Entstehung und Zusammenhänge zwischen Alkoholabhängigkeit und einer posttraumatischen Belastungsstörung
Unter peritraumatischen Variablen versteht man Faktoren, die während eines traumatischen Ereignisses auftraten und die unmittelbare Reaktion und die Gesundung beeinflussen. 1) Art des Traumas
Eine weitere Untersuchung belegt, dass eine Posttraumatische Belastungsstörung am häufigsten aus einem von Menschen zugefügtem Schaden resultiert. 2) Ausmaß der Traumaexposition
Es erwies sich als signifikant, welches Ausmaß ein traumatisierendes Ereignis hat. Gab es nur eindimensionale Faktoren, wie Verletzungen oder mehrdimensionale, wie lebensbedrohliche Situationen und finanzieller Verlust zusammen. 3) Bekanntschaftsgrad mit dem Täter
Untersuchungen zufolge ist es unbedeutend, ob zwischen Täter und Opfer eine Bekanntschaft bestand, die Traumatisierung weißt keine Unterschiede auf. 4) Einschätzung der Sicherheit
Menschen, die sich vor einem traumatisierenden Erlebnis in Sicherheit fühlen, so eine Studie, zeigen ein höheres Risiko an einer Posttraumatischen Belastungsstörung zu erkranken. 5) Selbstaufgabe
Die beschreibt einen Zustand, indem sich das Opfer selbst aufgegeben hat, aufgrund eines absoluten Ohnmachtsgefühls. Untersuchungen belegen, dass die Selbstaufgabe einen kausalen Zusammenhang hat mit der Wahrscheinlichkeit an einer PTBS zu erkranken. 6) Peritraumatische Dissoziation
Hiermit ist das Erleben von Unwirklichkeit während eines traumatischen Vorfalls gemeint (Verlust des Zeitgefühls, Blackout, Amnesie). Sie wird als natürliche biologische Reaktion verstanden, von der einige Menschen mehr und andere weniger besitzen. Wiedererwartend wurde festgestellt, dass Dissoziation während des Vorfalls auch mit einem stärkeren Ausmaß späterer PTBS zusammenhängt.
Arbeit zitieren:
Claudia Remmel, 2011, Entstehung und Zusammenhänge zwischen Alkoholabhängigkeit und einer posttraumatischen Belastungsstörung, München, GRIN Verlag GmbH
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