Gliederung:
1. Einleitung 3
2. Vergleich von Personencharakteristiken aus dem Roman 4
Der zerrissene Rosenkranz von Fröhling Reuß
2.1. Charakterisierung von Josef Maria Hüttenberger 4
2.1.1. Zu seiner Person 4
2.1.2. Exerzitienhaus Zu den Schmerzen Mariens 6
2.2. Charakterisierung von Dr. Philipp Laubmann 8
2.2.1. Zu seiner Person 8
2.2.2. Das moralische Verhalten Philipp Laubmanns 9
2.2.3. Hätte nur ein Moraltheologe bei der Aufklärung
des Falls helfen können? 12
2.3. Vergleich der Charakteristiken Hüttenbergers und
Laubmanns S. 13
3. Resümee 14
4. Literaturverzeichnis 15
5. Siglenverzeichnis 15
2
2
1. Einleitung
Im Roman Der zerrissene Rosenkranz von Stefan Fröhling und Andreas Reuß geht es vornehmlich um die Religion, genauer gesagt um die katholische Kirche. Hierfür bietet sich das Erzbistum Bamberg mit seiner katholischen Fakultät geradezu an. Auch die beiden Autoren stammen aus Bamberg, daher lag es wohl auf der Hand über ihre Heimatstadt einen Roman zu schreiben. In einem Interview sagt Fröhling: „Was liegt näher, als Kriminalgeschichten mit einem Moraltheologen zu erzählen? In seiner Disziplin geht es elementar um Gut und Böse. Und genau darum geht es im Krimi.“ 1 So haben es die beiden Autoren letztlich auch umgesetzt, sowohl der größte Teil der Handlung spielt im kirchlichen Umfeld, als auch die geführten Gespräche drehen sich um religiöse Praktiken oder andere Dinge aus der Tradition der Kirche. Der „ehrenamtlich“ Ermittelnde ist Moraltheologe, er geht den beiden Kommissaren, die mit den kirchlichen Praktiken nicht allzu sehr vertraut sind, zur Hand. Er ist es auch, der letztlich den Fall lösen kann. Auch die vier Verdächtigen stehen alle durch ihre Arbeit in Verbindung mit der katholischen Fakultät und somit der katholischen Kirche an sich. Es werden diverse Themen, wie der Zölibat angesprochen, die schon lange für Diskussionen innerhalb der Kirche sorgen. Dabei vertreten einzelne Parteien innerhalb des Romans verschiedene Standpunkte, was zwangsläufig zu Spannungen und Auseinandersetzungen führen muss. Der Leser darf gespannt sein. In der folgenden Arbeit werden zwei für den Roman aussagekräftige Personen - unter Berücksichtigung ihrer religiösen und moralischen Ansichten - charakterisiert. Dies dient dazu herauszuarbeiten, inwiefern das moralische und religiöse Setting der einzelnen Personen für den Roman von Bedeutung ist oder nicht. Genauer gesagt geht es darum, ob die Personen gänzlich andere religiöse Ansichten vertreten könnten, ohne dass dies den Handlungsverlauf des Romans beeinträchtigen würde. Natürlich ist in dem begrenzten Umfang dieser Arbeit keine vollständige Analyse jeder einzelnen, für die Handlung wichtigen, Person möglich, daher werden exemplarisch die jeweils aussagekräftigste Haupt- und Nebenfigur herangezogen, um eine Charakteristik zu erstellen.
1 Heinzelmann, Herbert: http://www.magazin66.de/2008/11/der‐morder‐spricht‐frankisch‐krimis‐mit‐
regionalbezug/, aufgerufen am 11.07.2010 um 16.45h.
3
Desweiteren wird am Rande der Personencharakteristik bei Josef Maria Hüttenberger ebenfalls auf den Ort, an dem sich in Kapitel XXIV befindet, einzugehen sein, um dadurch einen Blick darauf zu werfen, wie der Ort von den Autoren inszeniert wird und welche Wirkung das wiederum auf den Leser hat. Dieser Ort korrespondiert hierbei durchaus, wie im Laufe der Analyse deutlich zu Tage treten wird, mit der moralischen und religiösen Gesinnung, des sich dort befindenden Josef Maria Hüttenberger.
2. Vergleich von Personencharakteristiken aus dem Roman
Der zerrissene Rosenkranz von Fröhling & Reuß
2.1. Charakterisierung von Josef Maria Hüttenberger
2.1.1. Zu seiner Person
Josef Maria Hüttenberger wird gleich bei seiner ersten Erwähnung in Kapitel V als anders und merkwürdig dargestellt. Es scheint keine Diskussion zu geben „bei der Hüttenbergers Meinung nicht von vorneherein unverrückbar festgelegt gewesen wäre“ 2 . Auch wird ihm von Laubmann „Mangel an Kritikfähigkeit, an Problembewusstsein und echtem Differenzierungsvermögen“ (ZR, S. 53) bescheinigt. Ebenfalls beschreibt er ihn als „erzkonservativ“ (ZR, S. 53), wobei er versucht der Kirchenobrigkeit nach dem Mund zu reden.
Selbst die Menschen, die er sich aussucht, um mit ihnen zu diskutieren, sind „Opfer“ (ZR, S. 54), die keine Chance haben ihre wirkliche Meinung vorzubringen. Laubmann geht sogar so weit zu sagen, dass Hüttenberger immer nach dem gleichen Muster ein „Gespräch“ führt. Gespräch wird hier in Anführungszeichen gesetzt, da man bei den meisten Auseinandersetzungen mit Hüttenberger kaum von einem echten auf Gegenseitigkeit beruhenden Gespräch ausgehen kann. Josef Maria scheint „extrem konservative Bemerkungen“ (ebd.) zu streuen wie Köder und wartet dann darauf, dass jemand darauf eingeht, um diesem die Grundsätze der katholischen Kirche zu erläutern und harte Strafen zu fordern für im Moment gar nicht vorhandene Täter. Laubmann beschreibt das als die reinste „Inquisition“ (ebd.). Genau in dieses Bild von
2 Fröhling, Stefan / Reuß, Andreas: Der zerrissene Rosenkranz. Philipp Laubmanns erster Fall, Frankfurt a.M.
2005, S. 52f. (=ZR).
4
Hüttenberger passen auch die Drohbriefe, die von „Höllenstrafen“ (ZR, S. 62) sprechen, wenn Professor Konrad seine „Liebesbeziehung nicht sofort beende[t], weil [ihm] das als Kleriker nicht erlaubt sei“ (ebd.). Laubmann traut ihm das zu, da Hüttenberger ein „verzweifelter Mensch“ (ZR, S. 64) ist, der seine „gestrengen Ansichten“ (ebd.) durchaus auch mit „Rücksichtslosigkeit“ (ebd.) durchsetzen würde. Vor allem bei einem so gravierenden Verstoß eines Priesters gegen den Zölibat. Doch Hüttenberger ist dennoch aufrichtig genug zuzugeben, dass er der nun nicht mehr anonyme Briefeschreiber gewesen ist, als Philipp Laubmann ihn zu sich nach Hause zum Essen einlädt, um ihn auszuhorchen.
Als Hüttenberger in Kapitel VIII zum Abendessen erscheint, wird dieser von Laubmann auch als ein „Martyriumsaspirant“ (ZR, S. 85) bezeichnet, zwar nicht ihm direkt, sondern dem Leser gegenüber, bevor Hüttenberger eintrifft. Darauf wird im Verlauf der Arbeit noch genauer einzugehen sein. Als Philipp seine vorzeigbaren theologischen Werke vor die eventuell bei Hüttenberger zu Diskussionen herausfordernden Bücher stellt, nimmt Laubmann damit Rücksicht auf die „geistige Enge seines Besuchers“ (ZR, S. 87). Hier wird deutlich, dass Laubmann weiß, dass Hüttenberger gar nicht anders könnte, als darüber mit ihm zu diskutieren. Doch Laubmann möchte ihn in diesem Fall des Drohbriefschreibens überführen, daher kann er derartige Ablenkungen nicht gebrauchen. In dieser Szene ist auch das erste Mal von Hüttenberger als „Fanatiker“ (ZR, S. 88) die Rede, was durchaus eine nicht unerhebliche Steigerung dazu ist, dass er vorher nur als erzkonservativ bezeichnet wurde. Wieso dieser als Fanatiker bezeichnet wird, zeigt sich in einem der folgenden Kapitel, in der auch auf das Martyrium des Josef Maria eingegangen wird. „Das Leid ist oft am anregendsten“ (ZR, S. 91), sagt Hüttenberger noch beim Essen, doch während sich Laubmann mit dem Leid von Franziska Ruhland beschäftigt, spielt dieser wohl eher auf sein eigenes Leid an. Er scheint sich am wohlsten zu fühlen, wenn er selbst für Sünden büßt, die er gar nicht selbst begangen hat.
In Kapitel XV entfaltet sich die Sicht Josef Maria Hüttenbergers auf die Sünde der Welt. Er befindet sich gerade auf einem Bußmarsch von Bamberg aus zum Exerzitienhaus
Arbeit zitieren:
Michael Rößlein, 2010, Vergleich von Personencharakteristiken aus dem Roman "Der zerrissene Rosenkranz" von Fröhling & Reuß , München, GRIN Verlag GmbH
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