Inhaltsverzeichnis
Einleitung
I. Phänologische Grundlagen und Methodik
I.1. Phänologische Grundbegriffe
I.1.a. Phänostufen
I.1.b. phänologische Pflanzentypen
I.1.c. Phänophasen
I.2. Aufnahme und Auswertung phänologischer Daten
I.2.a. Aufnahme von Beobachtungsdaten
I.2.b. phänologische Tabellen
I.2.c. Phänospektren
II. Das Stadtklima - Einfluss auf die Phänologie am Beispiel München
II.1. Aufnahmeumstände
II.2. Datenerfassung und Ergebnisse
II.2.a. Vergleich der Extremata
II.2.b. Trends in der Pflanzenentwicklung
III. Zusammenfassung
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Einleitung
So wie sich auf unserer Erde die Großklimate je nach geographischer Lage verändern zeigt sich in verschiedenen Klimazonen auch eine unterschiedliche, für diese Klimazone typische, Vegetation. Der Einfluss des Klimas, und damit des auf Dauer vorherrschenden Wetters auf die Pflanzendecke der Erde liegt also auf der Hand. Das Klima ändert sich aber lokal, je nach geographischer Breite mehr oder weniger, auch über ein Jahr gesehen und bringt so die uns bekannten Jahreszeiten hervor. Die Pflanzendecke unterliegt auch in diesen kurzzeitigen Klimawechseln einer starken Veränderung. Jede Jahreszeit hat also eine für sie typische Vegetation. Die Veränderung des Bewuchses über ein Jahr ist vor allem in den mittleren Breiten gut zu beobachten. Dort sind die Temperatur- und Feuchtigkeitsunterschiede der verschiedenen Jahreszeiten am größten, diese zwei Größen sind demnach auch die Hauptmerkmale für die Pflanzenentwicklung.
Die wissenschaftliche Disziplin die sich mit der Veränderung einzelner Pflanzen, aber auch ganzer Pflanzengesellschaften beschäftigt, ist die Phänologie. Untersucht wird die Entwicklung der Vegetation in Abhängigkeit der Klimaänderung im Jahresgang. Es wird beobachtet wann bestimmte Pflanzen oder Gesellschaften bestimmte Entwicklungsstadien durchlaufen, als Beispiel wäre etwa der Zeitpunkt des Erblühens zu nennen. Das Jahresklima folgt aber von Jahr zu Jahr nicht immer dem gleichen Muster, sondern es gibt Veränderungen je nach Entwicklung des Klimas auf der Erde. So können bestimmte Termine wie der genannte Blühbeginn in aufeinanderfolgenden Jahren stark variieren. Der Mensch ist vor allem in der Landwirtschaft stark vom Wissen über das Verhalten der Pflanzen unter bestimmten Witterungsverhältnissen abhängig. Er verändert sie aber auch selbst, durch Eingriffe in den Wuchs etwa beim Züchten und der anschließenden Mahd, oder auch durch allgemeine Eingriffe in die Natur wie etwa der Bau von Städten und Straßen. Der folgende Text befasst sich mit der Phänologie wie sie unter natürlichen Bedingungen zu beobachten ist, aber auch mit dem Einfluss den eine Großstadt auf die Periodizität der Vegetation hat, in diesem Falle München. Im ersten Teil sollen aber zunächst Definitionen einiger in der Phänologie gebräuchlichen Ausdrücke vermittelt werden um das Thema dann später genauer betrachten zu können.
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I. Phänologische Grundlagen und Methodik
I.1. Phänologische Grundbegriffe
Um den Erscheinungswandel der Vegetation beschreiben zu können gibt es Begriffe in der Phänologie die einer genaueren Betrachtung bedürfen. Sie beziehen sich auf Merkmale einzelner Pflanzen, aber auch auf die Betrachtung der gesamten Entwicklung über ein Jahr, und die Einteilung in verschiedene Gruppen.
I.1.a. Phänostufen
Phänostufen sind die verschiedenen Stufen der Entwicklung einer einzelnen Pflanze. Im Jahresverlauf durchläuft eine Pflanze immer die gleichen Veränderungen bezüglich ihrer äußeren Erscheinung und der Ausbildung von verschiedenen Organen. Wann sich aber eine bestimmte Stufe einstellt ist von dem Verlauf des Jahresklimas abhängig und kann von Jahr zu Jahr stark variieren. Die Merkmale zu Bestimmung der Phänostufen wurden in einem 11 stufigen Schlüssel zusammengefasst (Abb. 1). Der Schlüssel ist unterteilt in Laubhölzer, Kräuter und Gräser, und gibt die verschiedenen Entwicklungsstadien für die vegetative und generative Entwicklung an. Die vegetativen Merkmale beziehen sich auf die äußere Erscheinung des Sprosses und der Laubblätter, die generativen Merkmale dagegen auf die Form der Blüte bzw. des Blütenstandes. Eine gleiche Ziffer bedeutet dass sich die Pflanzen, obwohl sie sich grundlegend voneinander unterscheiden, in einem ähnlichen Entwicklungszustand befinden (Dierschke,1994,366). Solche Schlüssel gibt es in ähnlicher Form auch für Farne, Bärlappe und Schachtelhalme.
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Statt einzelne Merkmale zu erfassen gibt es auch die Möglichkeit, quantitative Angaben zur Entwicklung von Pflanzenbeständen zu machen. Auf eigens abgegrenzten Flächen, sog. Dauerflächen, werden dabei die Einzelpflanzen gezählt um den Deckungsgrad einer Art auf dieser Fläche festzustellen. Ist dies nicht möglich wird der Deckungsgrad geschätzt. Aber auch Messungen, etwa der Sprosshöhe und -dichte oder der Blattgröße, werden durchgeführt. Eine quantitative Angabe für generative Phänostufen gibt Abb.2. Anhand dieses Schlüssels kann man die Blühintensität einer einzelnen Art festlegen. Handelt es sich um fruchtende Pflanzen kann auch z.B. die Zahl der Früchte oder Samen pro Einzelpflanze als quantitative Angabe angewandt werden.
I.1.b. Phänologische Pflanzentypen
Mit den genannten Angaben zu Entwicklung einer Pflanze lassen sich jetzt verschiedene Pflanzenarten in Gruppen unterteilen. Diese phänologischen Pflanzentypen beinhalten verschiedene Arten die jedoch einen gleichen oder annähernd gleichen Entwicklungsrhythmus aufweisen. Auch diese Pflanzentypen sind nach vegetativen und generativen Merkmalen unterschieden, es gibt aber auch Einteilungen die so viele phänologische Merkmale berücksichtigen wie möglich. Beispiele für eine solche Differenzierung zeigen die Abbildungen 3 und 4. Die erste Gliederung von DIELS (1918) zeigt 3 Typen von Laubwaldpflanzen, unterschieden nach vegetativen Merkmalen, die zweite von DIERSCHKE (1982) kombiniert die vegetative Blattentwicklung mit dem generativen Merkmal der Blütenbildung.
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Abb. 3: vegetative Pflanzentypen in einem
Laubwald nach DIELS
(Quelle: Dierschke, 1994, 374)
Die Blüte einer Pflanze ist bei einer solchen Einteilung auch ein wichtiges, und zugleich gut erkennbares Merkmal. Während jedoch die Blühdauer verschiedener Pflanzen stark variieren lässt der Blühbeginn bzw. der Zeitraum bis zur Vollblüte eine recht gute Einteilung in Pflanzentypen zu.
I.1.c. Phänophasen
Die Beobachtung ähnlicher Entwicklung bei verschiedenen Pflanzen, und vor allem der Blühbeginn, haben in der Vergangenheit zu einer Gliederung des Jahres in verschiedene Abschnitte geführt. Diese Abschnitte, Phänophasen genannt, werden von genau diesen Pflanzenmerkmalen an verschiedenen Arten eingeteilt. Da sich über mehrere Jahre der Rhythmus zwar leicht, aber nicht grundlegend, ändert weil die Entwicklung der Pflanzen vom Klima, also von den Jahreszeiten abhängt, nennt man diese Phasen auch phänologische Jahreszeiten. Auch der Mensch wird in diese Einteilung miteinbezogen Die Einteilung nach SCHNELLE gliedert die Hauptvegetationszeit in 9 Phänophasen: (aus: Schmidt, 1969, 81f.)
Arbeit zitieren:
Dipl. Geogr. (Univ.) Matthias Jüttner, 2005, Phänologie - Entwicklung der Vegetation in Abhängigkeit der Klimaänderung im Jahresgang, München, GRIN Verlag GmbH
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