Inhaltsverzeichnis
1. Themenbegründung Seiten:
1.1. Allgemeine Situation 1
1.2. Bildungsplan 1
1.3. Persönliche Gründe 2
1.4. Eingrenzung des Themas 3
2. Situationsbeschreibung
2.1. Schule 4
2.2. Klassenstruktur und Besonderheiten 4
3. Analyse
3.1. Präventionsmodelle und -theorien 5
3.1.1. Informationsvermittlung 5
3.1.2. Affektive Erziehung 5
3.1.3. Alternative Erlebnisformen 6
3.1.4. Standfestigkeitstraining 6
3.1.5. Life-skills- Ansatz 6
3.2. Übertragbarkeit der Modelle 7
3.3. Meine Methode 7
4. Umsetzung und Ergebnisse
4.1. Unterricht (HuS) 9
4.2. Praxisteil (Sport) 12
4.3. Beobachtungen und Rückmeldung der Schüler 12
II
5. Reflexion
5.1. Auswirkungen auf Lehrer, Schüler und Klasse 13
5.2. Bewertung der Methode und der Durchführung 14 5.3. Konsequenzen 15
6. Literatur
7. Anhang
III
1. Themenbegründung
1.1. Allgemeine Situation
Kinder befinden sich heute in einer anderen Lebenssituation als noch vor wenigen Jahrzehnten. Das Schlagwort „veränderte Kindheit“ ist hinlänglich bekannt und umfasst sämtliche Veränderungen der Lebenswirklichkeit der Kinder.
Im gesellschaftlichen Bereich wird Deutschland oft als „familienfeindlich“ bezeichnet, was den Trend zur Kleinfamilie stärkt. Familiär gesehen haben sich sicherlich die größten Änderungen ergeben. Viele Kinder wachsen mit nur einem Elternteil auf, leiden unter Scheidungen oder der Berufstätigkeit beider Eltern. Diese Kinder lernen schon sehr früh alleine zurechtzukommen, stehen somit aber auch unter großem Druck, verursacht durch die frühe Verantwortung.
Auch die gesundheitlichen Aspekte der veränderten Umwelt haben große Auswirkungen. Man denke nur an die zunehmende Zahl allergiekranker Kinder, die aufgrund ihrer Krankheit in ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit sehr eingeschränkt sind.
Viele Kinder wachsen in Städten und Ballungsgebieten auf, in denen sie kaum Möglichkeiten haben, Natur zu erfahren. Im Gegenteil: sie sind verschmutzter Luft ausgesetzt, Straßenlärm und Verkehrsgefahren.
Es würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen, alle Faktoren der „veränderten Kindheit“ aufzuzählen. Die wichtigsten wurden kurz angesprochen, weitere Schlagworte könnten z.B. „Gruppendruck“ , „Konsumgesellschaft“ etc. sein.
Diese Veränderungen wirken sich drastisch auf den Geist und Körper von Kindern aus. Um dem steigenden Druck, der Verantwortung, dem wachsenden Einfluss von peer-groups und der Verlockung durch Rauschgifte stark gegenüber stehen zu können, bedarf es viel Selbstbewusstseins.
1.2. Bildungsplan
Der Bildungsplan trägt dieser Entwicklung Rechnung, indem er die Thematik aufgreift. Unter „Inhalte und Fächer“ findet sich bei Heimat- und Sachunterricht schon im einleitenden Teil:
1
„ Die Entwicklung und Förderung von Persönlichkeit von Kindern findet ihren Ausdruck in der Stärkung des Willens und der Kraft zu verantwortungsbewusstem Handeln.“ ( S.22) Im Jahrgangsplan der Klasse 4 steht das Thema im Arbeitsbereich 2 des Faches HuS „Leben und Gesundheit“. In den zwei Teilgebieten dieses Arbeitsbereiches taucht die Formulierung meiner Arbeit auf. Unter dem Abschnitt „Zum Schutz von Suchtmitteln beitragen“ kann man bereits in der Zielformulierung lesen: „Ihr Selbstwertgefühl soll gestärkt werden, damit sie in kritischen Situationen NEIN sagen können.“ (S.196)
Im Teilbereich „Begreifen, dass Geschlechtlichkeit zum Menschen gehört“ ist in den Zielen formuliert: „ Ihr Selbstbewusstsein soll so gestärkt werden, dass sie sich Übergriffen entziehen können.“ (S.197).
Ein Inhalt dieses Bereiches lautet „sich behaupten lernen“ (S. 197), während als Hinweis wieder „NEIN sagen können“ aufgeführt wird.
Auffällig ist im Bildungsplan die wiederholte Aufforderung zur Stärkung des Selbstbewusstseins.
1.3. Persönliche Gründe
Abgesehen von der verbindlichen Forderung des Bildungsplanes und der offensichtlich veränderten Kindheit spielten bei der Wahl des Themas auch persönliche Beweggründe eine Rolle.
Zum einen ist meines Erachtens die Klasse an sich sehr geeignet für die Umsetzung. Die Gründe hierfür werde ich im nächsten Kapitel (2.2) aufführen. Zum anderen habe ich privat eine große Vorliebe und langjährige Erfahrung im Bereich Selbstverteidigung, welche in erster Linie auf einer Stärkung des Selbstbewusstseins (psychisch und physisch) basiert. Ausgehend von meinen Trainererfahrungen mit Kindern, habe ich meine Erfahrungen in die Umsetzung eingebracht. In Kapitel 3.3. werde ich dies genauer beschreiben.
2
1.4. Eingrenzung des Themas
Zunächst einmal stellt sich die Frage, welche Inhalte und Probleme mit der Thematik verbunden sind. Unter dem Begriff „sich behaupten“ kann man u.a. verstehen: eine eigene Meinung haben und diese vertreten, sich einsetzen für etwas, das einem wichtig ist, Gruppendruck widerstehen, sich durchsetzen, an sich glauben etc. Diese Liste ließe sich ewig weiterführen.
Deutlich wird allerdings, dass für all die genannten Ziele Selbstbewusstsein und Persönlichkeit gefordert sind. Selbstbewusstsein ist dabei Basis und Voraussetzung für die Entwicklung einer stabilen Persönlichkeit.
Das Ziel „Nein“ sagen zu können steht damit in engem Zusammenhang. Wer selbstbewusst ist kann zu Drogen, Alkohol, Zigaretten, Gruppendruck und Übergriffen „Nein“ sagen. Eine starke Persönlichkeit hat die Kraft, selbst zu entscheiden, was gut für sie ist. Der Umfang dieses so wichtigen Themas steht in keiner Relation zu dessen Umfang im Bildungsplan. Für den gesamten Arbeitsbereich 2 sind 9 Stunden vorgeschlagen, wobei meine Themenwahl nur ein kleiner Unterpunkt ist. In Anbetracht der außerordentlichen Wichtigkeit des Themas, habe ich im Rahmen meiner pädagogischen Freiheit entschieden, diesem Thema eine größere Bedeutung zukommen zu lassen. Ich habe nur für den gewählten Teilbereich 9 Stunden verwendet, was 3 Wochen Unterricht entspricht. Meines Erachtens hätte eine kürzere Unterrichtseinheit nicht die erwünschte Wirkung erzielt. Selbst diese 3 Wochen hätten nicht gereicht, um die Thematik bis ins Detail zu behandeln. So habe ich meinen Schwerpunkt auf die Förderung von Selbstbewusstsein gelegt.
Auch in Hinblick auf das Alter der Schüler scheint mir diese Eigenschaft wichtiger als explizites Wissen über Rauschgifte und Alkohol. Selbst in verschiedensten Ansätzen zur Prävention von sexuellem Missbrauch steht der Aufbau von Selbstbewusstsein an erster Stelle.
3
Arbeit zitieren:
2002, Sich behaupten lernen, München, GRIN Verlag GmbH
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