Inhaltsverzeichnis II
ABBILDUNGSVERZEICHNIS IV
ABK ÜRZUNGSVERZEICHNIS VI
ANHANGSVERZEICHNIS VI
1 EINLEITUNG. 1
1.1 RELEVANZ DER THEMATIK 1
1.2 ZIELSETZUNG DER ARBEIT 2
1.3 AUFBAU DER ARBEIT 3
2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN DES LERNENS 5
2.1 LERNEN 5
2.1.1 Etymologie des Begriffs 6
2.1.2 Begriffsbestimmungen aus unterschiedlichen Wissensbereichen 6
2.1.3 Bereiche und Berührungspunkte des Lernens 8
2.1.4 Neuroplastizität des Gehirns als Grundlage des Lebens und Lernens 9
2.2 ARTEN DES LERNENS 10
2.3 LERNTHEORIEN 11
2.3.1 Einfache Lernformen 13
2.3.1.1 Nicht-assoziatives Lernen 13
2.3.1.1.1 Habituation 13
2.3.1.1.2 Sensitivierung 14
2.3.1.2 Assoziative Lerntheorien 14
2.3.1.2.1 Behavioristisches Lernen 14
2.3.1.2.2 Klassische Konditionierung 15
2.3.1.2.3 Operante Konditionierung 16
2.3.1.2.4 Lernen durch Versuch und Irrtum 17
2.3.2 Komplexe Lernformen. 18
2.3.2.1 Kognitives Lernen 18
2.3.2.1.1 Lernen durch Einsicht 19
2.3.2.1.2 Lernen durch Beobachtung Lernen am Modell 20
2.3.2.2 Konstruktivistisches Lernen 21
2.4 WIE LERNEN WIR ZU LERNEN? 22
2.4.1 Gehirn und Lernen 24
2.4.2 Ein Blick auf die Anatomie des Gehirns 24
2.4.3 Lernen aufgrund synaptischer Plastizität 27
2.4.4 Gedächtnis und Erinnerungen. 30
2.4.4.1 Drei-Stufen-Modell des Gedächtnisses 31
2.4.4.1.1 Das sensorische Gedächtnis. 31
2.4.4.1.2 Das Kurzzeit- und Arbeitsgedächtnis. 32
2.4.4.1.3 Das Langzeitgedächtnis 33
2.4.4.2 Arten des Abrufs aus dem Langzeitgedächtnis 33
Inhaltsverzeichnis III
2.4.4.2.1 Implizites Gedächtnis 33
2.4.4.2.2 Explizites Gedächtnis. 34
2.4.4.2.3 Vergessen 35
2.4.5 Der Weg des (Er-)Lernens 36
2.5 LERNPROZESSE. 38
2.6 LERNTYPEN UND LERNSTILE 40
2.7 LERNERFOLGE 43
3 EINFLUSSFAKTOREN 44
3.1 EINFLUSSFAKTOREN IN DER PERSON 45
3.1.1 Individualität und Authentizität. 45
3.1.2 Reife 46
3.1.3 Ziele 47
3.1.4 Bedeutung 48
3.1.5 Motivation 48
3.1.6 Vertrauen 54
3.1.7 Ängste Versagensangst 55
3.1.8 Hemmungen und Blockaden 57
3.1.9 Selbstkonzept und Selbstwert 57
3.1.10 Balance Anspannung und Entspannung 59
3.1.11 Selbstbestimmung versus Bequemlichkeit 62
3.2 EINFLUSSFAKTOREN AUßERHALB DER PERSON 63
3.2.1 Lernender Lehrender 63
3.2.1.1 Beziehung Begeisterung Glaubwürdigkeit 63
3.2.1.2 Förderung von Individualität und Gelassenheit 64
3.2.1.3 Transparenz Vorhersehbarkeit 66
3.2.1.4 Zielfindung - Erwartungen - Commitment schaffen 67
3.2.1.5 Optimismus und Vertrauen wecken durch positives Feedback 68
3.2.1.6 Gedankliches Konstrukt Pygmalion Effekt 69
3.2.2 Lernender Lernumfeld 70
3.2.2.1 Wahlmöglichkeiten. 70
3.2.2.2 Unterrichtsklima 71
3.2.2.3 Soziale Beziehungen - Gruppenaspekte 73
3.2.2.4 Leistungs- und Konkurrenzdruck 75
3.2.3 Lernender - Eltern 75
3.2.3.1 Prägung Werte Einstellungen - Vertrauen 75
3.2.3.2 Erziehungsstil 77
3.3 ABSCHLIEßENDE GEDANKEN AUS DEN ERKENNTNISSEN DER LITERATUR. 80
4 KONZEPTION UND METHODIK DER BEFRAGUNG 82
4.1 UNTERSUCHUNGSLEITENDE FRAGESTELLUNGEN 82
4.2 UNTERSUCHUNGSDESIGN 83
Inhaltsverzeichnis IV
4.3 DEFINITION DER GRUNDGESAMTHEIT UND DER STICHPROBENGRÖßE 84
4.4 OPERATIONALISIERUNG DER FRAGESTELLUNGEN 85
4.5 RELIABILITÄT, VALIDITÄT UND PRETESTS. 89
4.6 DURCHFÜHRUNG DER BEFRAGUNG 90
5 AUSWERTUNG DER BEFRAGUNG 90
5.1 BESCHREIBUNG DER POPULATION. 90
5.2 ERGEBNISSE DER BEFRAGUNG 91
5.2.1 Deskriptiver Teil der Auswertung. 91
5.2.2 Interferenzstatistischer Teil der Auswertung 97
6 DISKUSSION 103
7 AUSBLICK. 104
8 ANHANG 108
8.1 ANSCHREIBEN DER BEFRAGUNG 108
8.2 FRAGEBOGEN 109
9 LITERATURVERZEICHNIS 115
Abbildungsverzeichnis
ABBILDUNG 1: VIELE "SCHRITTE" HINTERLASSEN SPUREN 7
ABBILDUNG 2: BEREICHE DES LERNENS. 9
ABBILDUNG 3: GRUNDLEGENDE LERNARTEN 10
ABBILDUNG 4: ÜBERBLICK LERNTHEORIEN 12
ABBILDUNG 5: THEORIEN DES LERNENS 13
ABBILDUNG 6: BEHAVIORISTISCHE BETRACHTUNG DES LERNENS 15
ABBILDUNG 7: SCHULANGST - KLASSISCH KONDITIONIERT 16
ABBILDUNG 8: LERNEN DURCH VERSUCH UND IRRTUM 18
ABBILDUNG 9: KOGNITIVE BETRACHTUNG DES LERNENS 19
ABBILDUNG 10: LERNEN DURCH EINSICHT 19
ABBILDUNG 11: LERNEN AM MODELL. 20
ABBILDUNG 12: CEREBRALER CORTEX 26
ABBILDUNG 13: SUBCORTIKALE STRUKTUREN 27
ABBILDUNG 14: BAUPLAN DES NEURONS 28
ABBILDUNG 15: KOMMUNIKATION VON NEURONEN 29
ABBILDUNG 16: WACHSTUM DES SYNAPTISCHEN KONTAKTS AUFGRUND VON NUTZUNG 30
ABBILDUNG 17: PROZESS DER INFORMATIONSVERARBEITUNG. 31
ABBILDUNG 18: FORMEN DES ABRUFS AUS DEM LANGZEITGEDÄCHTNIS 35
Inhaltsverzeichnis
ABBILDUNG 19: VON DER INKOMPETENZ ZUR KOMPETENZ
ABBILDUNG 20: DER LERNPROZESS
ABBILDUNG 21: LERNSTILE NACH KOLB
ABBILDUNG 22: EINFLUSSFAKTOREN AUF LERNPROZESSE UND LERNERFOLGE
ABBILDUNG 23: MASLOWS BEDÜRFNISPYRAMIDE.
ABBILDUNG 24: ERFOLGS-/MISSERFOLGSMOTIVATION
ABBILDUNG 25: GRUNDMODELL DER MOTIVATIONSPSYCHOLOGIE.
ABBILDUNG 26: RISIKOWAHLMODELL NACH ATKINSON (1957)
ABBILDUNG 27: MODELL DER KAUSALATTRIBUTION NACH WEINER.
ABBILDUNG 28: YERKES-DODSO-NGESETZ
ABBILDUNG 29: FLOW-ERLEBEN
ABBILDUNG 30: POSITIVER LERNPROZESS
ABBILDUNG 31: NEGATIVER LERNPROZESS
ABBILDUNG 32: EBENEN UND INHALTE DES SOZIALKLIMAS IM LER-N UND LEISTUNGSKONTEXT.
ABBILDUNG 33: ERZIEHUNGSSTILE
ABBILDUNG 34: AUSWIRKUNGEN ENTSPRECHENDER ERZIEHUNGSSTILE
ABBILDUNG 35: GRAPHISCHE SKALA ZUR EINSTUFUNG
ABBILDUNG 36: FRAGE ZUM LERNERFOLG
ABBILDUNG 37: WIE ZEIGT SICH LERNERFOLG?
ABBILDUNG 38: BEWEGGRÜNDE FÜR DAS STUDIUM
ABBILDUNG 39: MOTIVATION IN BEZUG AUF DEN GRUND FÜR DAS STUDIUM.
ABBILDUNG 40: MOTIVATION IN BEZUG AUF DAS LERNEN (EXTRINSISCH / INTRINSISCH)
ABBILDUNG 41: MOTIVATION IN BEZUG AUF DAS LERNEN (ERFOLGSMOTIVIERT / MISSERFOLGSMOTIVIERT)
ABBILDUNG 42: VERBESSERUNG IM VERGLEICH ZU DEN SCHULNOTEN
ABBILDUNG 43: EINFLUSS AUF DIE PERSÖNLICHKEIT
ABBILDUNG 44: BEWERTUNG DES ELTERLICHEN ERZIEHUNGSSTILS
ABBILDUNG 45: LERNEBENEN
ABBILDUNG 46: ÄNDERUNGEN IM LERNPROZESS
ABBILDUNG 47: KORRELATIONSMATRIX ZUR MOTIVATION, ATTRIBUTION, STUDIENERGEBNISSEN SOWIE
IDENTIFIKATION DER ELTERN
ABBILDUNG 48: DESKRIPTIVE DATEN DER ABITURNOTEN NACH ERZIEHUNGSSTIL
ABBILDUNG 49: VARIANZANALYSE DER ABITURNOTEN NACH ERZIEHUNGSSTIL
ABBILDUNG 50: BONFERRONI-TEST DER ABITURNOTEN NACH ERZIEHUNGSSTIL
ABBILDUNG 51: MITTELWERTSVERGLEICHE ZUR GESCHLECHTSSPEZIFISCHEN ATTRIBUTION UND MOTIVATION
ABBILDUNG 52: T-TEST GESCHLECHTSSPEZIFISCHER ATTRIBUTIONS- UND MOTIVATIONSUNTERSCHIEDE
Inhaltsverzeichnis VI
Abkürzungsverzeichnis
BCC: blind carbon copy (deutsch: Blindkopie) CS: Conditioned Stimulus (deutsch: konditionierter Reiz) CR: Conditioned Response (deutsch: konditionierte Reaktion) ELLI European Lifelong Learning Indicator nAch-Wert: need for achievement Wert NLP Neurolinguistisches Programmieren NS: Neutral Stimulus (deutsch: neutraler Reiz)
PISA Programme for International Student Assessment R: Response (Deutsch: Reaktion / Verhalten) S: Stimulus (Deutsch: Reiz) TAT: Thematischer Apperationstest US: Unconditioned Stimulus (deutsch: unkonditionierter Reiz) UR: Unconditioned Response (deutsch: unkonditionierte Reaktion)
Anhangsverzeichnis
Anhang 1: Anschreiben Befragung Anhang 2: Fragebogen
1 Einleitung 1
1 Einleitung
Das Märchen von der größten Kraft des Universums
Ein altes Märchen erzählt von den Göttern, die zu entscheiden hatten, wo sie die größte Kraft des Universums verstecken sollten, damit sie der Mensch nicht finden könne, bevor er dazu reif sei, sie verantwortungsbewusst zu gebrauchen.
Ein Gott schlug vor, sie auf der Spitze des höchsten Berges zu verstecken, aber sie erkannten, dass der Mensch den höchsten Berg ersteigen und die größte Kraft des Universums finden würde, bevor er dazu reif sei. Ein anderer Gott sagte, lass uns diese Kraft auf dem Grund des Meeres verstecken. Aber wieder erkannten sie, dass der Mensch auch diese Region erforschen und die größte Kraft des Universums finden würde, bevor er dazu reif sei. Sc
Menschen selbst verstecken. Er wird niemals dort danach suchen, bevor er reif genug ist, den Weg nach innen zu gehen."
Und so versteckten die Götter die größte Kraft des Universums im Menschen selbst und dort ist sie noch
immer und wartet darauf, dass wir sie in Besitz nehmen und weisen Gebrauch davon machen. 1
1.1 Relevanz der Thematik
Bildung wird immer wichtiger für unsere Gesellschaft und in Folge dessen für den Einzelnen. Bildung bedeutet Weiterentwicklung sowie Entfaltung und ist insofern in einer sich schnell wandelnden Gesellschaft und Umwelt von Nöten, um individuellen als auch gesellschaftlichen Stillstand vorzubeugen. Lebenslanges Lernen wird gefordert, denn Bildung und Lernen haben Auswirkungen auf den Wohlstand, die Produktivität und die Wettbewerbsfähigkeit einer Nation. Es fördert zudem den Zusammenhalt und das Vertrauen innerhalb einer Gesellschaft. 2 In Studien zum lebenslangen Lernen (European Lifelong Learning Indicators, ELLI) oder auch der PISA Studie (Programme for International Student Assessment) schneidet Deutschland immer wieder nur durchschnittlich ab und landet im Mittelfeld. 3 Führend in diesen Studien sind Nationen wie Finnland und Südkorea, die jedoch sehr unterschiedliche Bildungskonzepte haben. Während Finnland bemüht ist, dass die Schüler sich beim Lernen wohl und glücklich fühlen und viel lesen - seine Politiker wissen, dass Bildungskonzepte nicht einfach übertragbar sind, sondern individuelle und kulturelle Aspekte berücksichtigt werden müssen 4 - herrscht in Südkorea ein enormer Leistungs- und Konkurrenzdruck. Der Schultag dauert doppelt so lang wie in Finnland, so dass Schüler einen Tagesplan wie Topmanager haben mit Unterricht bis zum Nachmittag, Nachhilfe am Abend und Hausaufgaben nachts
1 Tepperwein, K. (1999); S. 25f.
2 Vgl. Hoskins, B. (2010); S.13 ff.
3 Vgl. OECD (2010). S. 6.
4 Vgl. Virkkunen, H. (2010).
1 Einleitung 2
erledigen müssen. Lernen heißt hier auch leiden. 5 Doch welches Konzept ist das bessere und nachhaltig erfolgreichere? Welche Faktoren sind im Lernprozess entscheidend?
1.2 Zielsetzung der Arbeit
Um den Leser nicht im Unklaren über die Entstehung und die Bedeutung meines Arbeitstitels zu lassen, soll an dieser Stelle erläutert werden, was mich dazu bewogen hat, den Titel - Der Begriff als Kurzform ,
steht für eine Wissenschaft, welche sich mit dem Erleben, den geistigen Vorgängen und dem Verhalten der Menschen befasst. 6 Logik wird als die Lehre des vernünftigen und richtigen Schlussfolgerns bezeichnet. 7
Diesen Aspekten will sich die vorliegende Arbeit widmen. Zum einen um das, was unsere Person ausmacht. Die Individualität, welche sich in unserem Ich, unserer Psyche und Seele aufgrund verschiedenartiger Erfahrungen, differenten Verhaltens und Agierens ausdrückt, in Verbindung mit dem Inhalt, welcher für die Begrifflichkeit der Logik steht, der Suche nach der stimmigen Lösung eines Problems in Bezug auf die zu bearbeitende Thematik des Lernens, des Lernprozesses und schlussendlich auch des Lernerfolges. Dass jene Faktoren nie getrennt voneinander betrachtet werden sollten und einander bedingen, scheint aufgrund neuester Erkenntnisse der Neurowissenschaften, basierend auf psychologischen Gegebenheiten, die logische Konsequenz. Dass unsere Psyche enormen Einfluss auf unsere physischen Prozesse und Abläufe hat, wurde in der bisherigen Forschung vielfach bestätigt. Insofern entspricht rgleichen Abhängigkeiten nicht unberücksichtigt zu lassen.
Jedoch scheint hier nach wie vor noch immenser Aufklärungs- und Reformbedarf zu bestehen, wenn man aktuelle Lehr- und Lernsituationen betrachtet. Faktoren der Individualität, bedingt durch persönliches Erleben und Verhalten, von Erfahrungen und Prägungen werden vielfach vernachlässigt. Erstrebenswert wäre deshalb eine intensivere Sensibilisierung für diese Problematik, sowie die Schaffung eines Commitments, welches es Lernenden und Lehrenden sowie dem mit diesen Personen verbundenen Umfeld ermöglicht, Lernprozesse und -erfolge unter positiven Gesichtspunkten zu vollziehen, um gestärkt daraus hervor gehen zu können. In vergangenen Zeiten wie auch heute sollte es den Menschen ein Anliegen sein, sich mittels Bildung persönlich als auch fachlich weiterzuentwickeln, um der eigenen Zukunft mit Sicherheit und Zuversicht entgegentreten zu können. Wie Manfred Spitzer in nahezu all
5 Vgl. Kollenberg, M. E. (2010).
6 Vgl. Myers, D.G. (2008); S. 3.
7 Vgl. Pfeifer, W. (2005); S. 810.
1 Einleitung 3
seinen Publikationen und Vorträgen nachhaltig darlegt, macht das menschliche Gehirn nichts lieber und besser als zu lernen. 8 Und obgleich dies so ist, haben viele Menschen das Lernen Wie sie wieder Freude daran gewinnen können, soll die vorliegende Arbeit in Ansätzen eruieren und dem Leser somit einen Einblick in die umfassende und spannende Welt des menschlichen Denkens, Erinnerns und Handelns vermitteln. Hierbei werden insbesondere die Sichtweise der Neurowissenschaften und der psychologischen Pädagogik mit Hauptfokus auf die speziellen Einflussfaktoren von erfolgreichen Lernprozessen und daraus resultierenden Lernerfolgen berücksichtigt. Zudem soll mittels einer Befragung versucht werden, die Einflussfaktoren auf den Lernprozess von Studenten zu ergründen. Vorweg sei angemerkt, dass einige der aktuellen neurowissenschaftlichen Erkenntnisse versucht wurden unmittelbar in die Arbeit zu integrieren, mittels entsprechender Abbildungen, welche dem Leser Folge dessen ein besseres Verständnis für die Thematik liefern sollen.
Des Weiteren wurde ein Schreibstil gewählt, welcher mitunter anschaulicher und reicher an Adjektiven ist, als dies bei wissenschaftlichen Arbeiten sonst üblich ist. Dieser soll dem Leser ermöglichen, das Gelesene mit Interesse aufnehmen zu können und somit gut im Gedächtnis zu behalten. So beginnen manche Kapitel mit Sprichwörtern, welche die Intention verfolgen, den Leser vorab anzuregen, sich eigene Gedanken zu machen, den gedanklichen Entwurf von Assoziationen zuzulassen, an welche das Gelesene dann angeknüpft werden kann. Diese Form der geistigen Vorbereitung wird in der Literatur auch als Priming bezeichnet. 9 Aus Gründen einer vereinfachten Lesbarkeit, wurde vielfach auf die gleichzeitige Verwendung von männlichen sowie weiblichen Sprachformen verzichtet. Personenbezeichnungen, wie beispielsweise Studenten stehen somit für die Gesamtheit sprich sowohl für weibliche als auch männliche Studierende.
1.3 Aufbau der Arbeit
Grundlegend ist die vorliegende Arbeit in sieben Teile untergliedert. Nach einer Einleitung über die Relevanz der Thematik, die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit, wird dem Leser im zweiten Abschnitt ein grundlegendes Verständnis für theoretische Bedingungen und Gegebenheiten rund um das Gebiet des Lernens vermittelt.
Ein Blick auf anatomische und physiologische Funktionen und Abläufe des im Lernprozess wichtigsten Organs - dem Gehirn - soll helfen Zusammenhänge anschaulich zu vermitteln und somit zum besseren Verständnis beitragen. Zudem werden Feststellungen und Anschauungen aus der Neurowissenschaft, der Neurodidaktik sowie der psychologischen Pä- 8 Vgl.Spitzer, M. (2007); S. 14; vgl. Spitzer, M. (2010); S. 62.
9 Vgl. Karsten, G. (2007); S. 37f.
1 Einleitung 4
dagogik behandelt. , eine
vollständige Betrachtung aller Aspekte im Rahmen einer Bachelorarbeit vorzunehmen. Da bei partiellen Betrachtungen immer die Gefahr besteht, bestimmte Interdependenzen unberücksichtigt zu lassen, wurde unter dem Gesichtspunkt der Vollständigkeit weniger auf eine strikte Eingrenzung geachtet, da es dem Autor auch unter dem Aspekt eines tiefgreifenden Verständnisses wichtig erschien, detailliert auf physiologische und anatomische Gegebenheiten einzugehen. Daher wird dieser Teil etwas umfangreicher ausfallen und die wesentlichen, für diese Arbeit relevanten Faktoren behandeln.
Der dritte Teil beinhaltet die Einflussfaktoren auf den Lernprozess, es wird zwischen Ein-flussfaktoren innerhalb und außerhalb des Lernenden unterschieden. Hier fließen sowohl die bisherigen Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft, als auch der psychologischen Pädagogik mit ein.
Im vierten Teil der Arbeit werden die untersuchungsleitenden Fragestellungen dargelegt sowie die Operationalisierung dieser für den Fragebogen beschrieben. Zudem wird auf die Grundgesamtheit, die für die Befragung berücksichtigte Stichprobe und die Vorgehensweise eingegangen. Ebenso werden die Gütekriterien der empirischen Forschung (Reliabilität, Validität und Objektivität) für diesen Fragebogen untersucht.
Das fünfte Kapitel beinhaltet die Datenbereinigung mit Beschreibung der zugrundeliegenden Population sowie die Auswertung der Befragung. Hierbei wird zwischen einem deskriptiven und einem interferenzstatistischen Teil unterschieden. Die Beantwortung der Frage, wie die Probanden und somit die Lernenden die entsprechenden Einflussfaktoren aus ihrer Sicht wahrnehmen und bewerten steht dabei im Vordergrund.
Anschließend erfolgt eine kritische Diskussion zu den erzielten Erkenntnissen, im Hinblick auf Übereinstimmung als auch Widersprüchlichkeit zur theoretischen Basis und der persönlichen Meinung des Autors.
Der Ausblick widmet abschließend sich der Fragestellung, inwiefern die gewonnenen Erkenntnisse helfen könnten, Lernprozesse zu verbessern um somit nachhaltigeren Lernerfolg sicherzustellen.
2 Theoretische Grundlagen des Lernens 5
2 Theoretische Grundlagen des Lernens
Das Leben übersteigt unendlich alle Theorien, die man in Bezug auf das Leben zu bilden vermag (Boris Leonidowitsch Pasternak)
nur einen Aspekt der Betrachtung als auch der Wahrheit darstellen kann. Um sich ein ganzheitliches Bild zu verschaffen, bedarf es der persönlichen Erfahrung und Reflexion, mitunter in Form des praktischen Überprüfens.
Funktion bzw. Sinn einer Theorie besteht darin, gewisse Sachverhalte und Beobachtungen zu vereinfachen und zu erklären, um somit der Beurteilung bzw. Organisation jener Gegebenheiten zu dienen und daraus letztlich Ableitungen als auch Vorhersagen aufgrund von Fakten machen zu können. 10
Da sich in der vorliegenden Arbeit die an die Theorie folgende, praktische Umsetzung auf Fakten und bisherige Erkenntnisse berufen muss, bedarf es zunächst eines Grundverständnisses durch einen theoretischen Einblick in das zu behandelnde Themengebiet. Nur so kann und wird es im Anschluss daran möglich sein, die Postulate durch das in der Praxis erfahrene und erworbene Wissen zu bestätigen und möglicherweise auch zu revidieren, was wiederum eine Art des Lernens und des Lernprozesses durch Erfahrungen und eines Abgleichens mit bisher vorhandenem Wissen, Thesen sowie Hypothesen stützt.
2.1 Lernen
Teaching is more than imparting knowledge, it is inspiring change. Learning is more than absorbing facts, it
Einen Wandel zu vollziehen und Verständnis zu bewirken, ist mitunter die höchste und effizienteste Form des Lernens. Eine Form des Lernens, die erstrebenswert scheint und mittels welcher auch ein persönlicher Gewinn erzielt werden kann. Leider wird unter dem Begriff des Lernens jedoch nach wie vor vielfach verstanden, sich etwas kurzzeitig zu Gemüte zu führen, um das Wissen dann zu späterem Zeitpunkt reproduzieren zu können. Jedoch drückt dies in keiner Weise aus, zu was das menschliche Gehirn in der Lage ist und schöpft somit weder Möglichkeiten der menschlichen Gehirnleistung aus noch kommt es der individuellen Möglichkeit der eigenen Entwicklung zugute. Es sollte beim Erlernen von Neuem nicht um das Aufnehmen einzelner Fakten gehen, sondern im Sinne der Ganzheitlichkeit versucht werden, Informationen kognitiv und affektiv aufzunehmen, sich ein eigenes Wissensnetz zu Bekanntem verknüpft wird und infolgedessen der Ler-
10 Vgl. Lefrançois, G. R. (2006); S. 9f.
2 Theoretische Grundlagen des Lernens 6
nende in die Lage kommt, dieses aktiv anzuwenden sowie auf neue Situationen und Lehrinhalte zu übertragen. 11 Nun stellt sich die Frage, wie diese Art des Lernens erreicht werden kann und welche Voraussetzungen hierfür nötig sind. Wird diese Art des Lernens in Schulen und Hörsälen erzielt? Wenn ja, wodurch, und falls nicht, aufgrund welcher Faktoren wird der Lernerfolg minimiert? Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen und zu klären, wie wir die für uns erstrebenswerte Art des effizienten Lernens erreichen, soll nachfolgend zunächst untersucht werden, was sich hinter der Begrifflichkeit des Lernens verbirgt und welche unterschiedlichen Arten und Formen mit entsprechenden Kennzeichen und Ausprägungen es hat.
2.1.1 Etymologie des Begriffs
Um einen Begriff besser verstehen zu können, bietet es sich an, nach seinem Ursprung, seiner ursprünglichen Herkunft und Bedeutung zu forschen. Einen guten Zugang hierfür stellt die Etymologie dar. Etymologisch lässt sich eine Verwandtschaft von lernenf- fen feststellen, die wiederum zum Wortstamm gehören. Dieses Verb bedeutet einer Spur zu folgen, nachzugehen, mitunter auch Furchen und Spuren zu hinterlassen. Hier lässt sich wiederum eine Verbindung zu dem aktuellen neurowissenschaftlichen Verständnis des Lernens - in Form des Erlebens und Erfahrens - herstellen lässt. 12
, 13
2.1.2 Begriffsbestimmungen aus unterschiedlichen Wissensbereichen
Lernen definiert sich in der einschlägigen Literatur als ein Prozess, welcher aufgrund von neuen Erfahrungen einen Wandel bewirkt, welcher sich in einer mehr oder minder stabilen Veränderung des bisherig erworbenen oder gezeigten Verhaltens(-potentials) sowie Wissens ausdrückt. 14 Aus den oben erwähnten Veränderungen sind jedoch jene auszugrenzen, welche ihre Ursache in Faktoren der Müdigkeit, des Reifungsprozesses oder des Drogengebrauches haben. Ebenso auszuschließen sind Veränderungen, welche durch Verletzung oder Krankheit hervorgerufen wurden. 15 Nach neurobiologischen Erkenntnissen lässt sich Lernen wie folgt beschreiben: Unser Gehirn besteht aus Milliarden von Nervenzellen 16 , welche darauf spezialisiert sind, Informationen zu speichern und zu verarbeiten. 17 Diese Neuronen kommunizieren miteinander mittels elektrischer Impulse, die Informationen repräsentieren und Aktionspotentiale genannt werden. Diese Impulse bzw. deren Übertragung findet an
11 Vgl. Spitzer, M. (2007); S. 161.
12 Vgl. ebd.; S. 12.
13 Vgl. Pfeifer,W. (2005); S. 789; 792.
14 Vgl. Myers, D. G. (2008); S. 340, vgl. Zimbardo, P. G.; Gerrig, R. J. (2004); S. 243, vgl. Woolfolk, A. (2008);
S.257.
15 Vgl. Lefrançois, G. R. (2006); S. 7.
16 Vgl. Spitzer, M. (2007); S. 14.
17 Vgl. ebd. S. 41.
2 Theoretische Grundlagen des Lernens 7
den Synapsen, den Verbindungen der Neuronen, statt. 18 Durch die rege Kommunikation der Neuronen untereinander und somit deren Gebrauch vollzieht sich eine Änderung an deren Verbindungen, den Synapsen. Dies bedeutet einfach ausgedrückt, dass sich das Gehirn verändert, was unter dem Fachbegriff der Neuroplastizität bekannt ist. 19 Neuroplastizität steht für die Fähigkeit des zentralen Nervensystems im Speziellen des Gehirns sich im Hinblick auf die benötigten Anforderungen des individuellen Gebrauchs in optimalster Weise anpassen zu können. Hierbei können mitunter neurale Netzwerke reorganisiert werden, insofern neue Synapsen Verbindungen zwischen den Nervenzellen - geknüpft, sowie bestehende gelöst werden. 20 Diese Erläuterung zeigt die Wichtigkeit der Wiederholung 21 und somit
Spuren hinterlassen und abgespeichert werden, umso stärker bleiben sie letztlich im Gedächtnis bestehen. 22
Das Lernen als Prozess kann jedoch nicht beobachtet werden, sondern zeigt sich vielmehr erst im anschließenden Wandel, der Veränderung des Verhaltens, in neuen Fähigkeiten und
18 Vgl. Spitzer, M. (2007); S. 42f, vgl. Spitzer, M. (2010); S. 50f.
19 Vgl. Spitzer, M. (2010); S. 50.
20 Vgl. Rüegg, J. C. (2007); S. 19.
21 Vgl. Spitzer, M. (2010); S. 55.
22 Vgl. Spitzer, M. (2004); S.29ff.
23 In Anlehnung an Spitzer, M. (2010); S. 54.
2 Theoretische Grundlagen des Lernens 8
Potentialen. 24 Beim Lernen entstehen, wie einleitend bereits erwähnt, Spuren. Spuren der von uns wahrgenommenen Eindrücke dessen, was um uns geschieht. Sie werden auch als Repräsentationen der Außenwelt bezeichnet, welche sich mitunter durch neue Eindrücke und neu erworbene Erfahrungen verändern können bzw. aufeinander aufbauen und letztlich den Vorgang des Lernens darstellen. Die Frage, wie wir die Außenwelt erleben, sowie, wie oder woher wir wissen, dass das, was wir für die Realität halten, auch dem entspricht, was wirklich um uns existiert, jener Fragestellung widmet sich die Epistemologie. Jene Frage, welche von Aristoteles mit der Hypothese beantwortet wurde, dass alles, was wir wahrnehmen, als eine Art Kopie in uns bzw. unserem Gehirn gespeichert wird, die jedoch nie der Realität entspricht, da sie nur ein Abbild dessen sein kann, was wir wirklich in der Lage sind wahrzunehmen. 25 Lernen verändert den Menschen, insofern Lernen auch mit Zweifeln und Ängsten verbunden sein mag, 26 zum Beispiel der Sorge, am Ende eines Lernprozesses etwas erfahren oder bewirkt zu haben, was man sich vorab nicht in dem Maße erdacht oder erwünscht hat. Nicht immer lässt sich der Lernfortschritt bzw. der Zugewinn des Lernens direkt beobachten, sondern erst im Anschluss durch kritische Reflexion erkennen. Die Zweifel, die sich aufgrund des durch das Lernen bewirkten und hervorgerufenen Wandels ergeben können, gründen in der anfänglichen Ungewissheit des Lernenden, ob dieser Wandel auch der persönlichen Vorstellung, den individuellen Wünschen entspricht. Deshalb gehört zum Anstoß eines bewussten Lernprozesses auch die nötige Portion an Willen, Mut und Engagement. 27 Anders beim unbewussten Lernen, welches ständig erfolgt. Es scheint den Geschöpfen dieser Erde gar nicht möglich zu sein, nicht zu lernen. 28 In allen Dingen, die wir tun oder auch unterlassen, spielen Erfahrungen, Erlebnisse und Emotionen mit, die Spuren in uns, in unserem Gedächtnis hinterlassen und somit eine neue Repräsentation in uns bewirken einen Lerneffekt haben. 29 Lernen ist für unsere Spezies lebensnotwenig, da wir nur so in der Lage sind, uns immer wieder neuen Gegebenheiten und Situationen anzupassen. Damit wir uns in neuen Situationen und Umgebungen nicht sprichwörtlich verlieren. Gerade in einer Zeit, die regem Wandel und Schnelllebigkeit unterliegt, kann die Fähigkeit des Lernens helfen, uns entsprechend anzupassen und somit aktionsfähig zu bleiben beziehungsweise erneut zu werden.
2.1.3 Bereiche und Berührungspunkte des Lernens
Um einen kleinen Überblick zu geben, wie umfassend und weitreichend die Thematik des Lernens ist und in welchen Bereichen Lernen stattfinden kann, sei nachfolgende Graphik
24 Vgl. Lefrançois, G. R. (2006); S. 7.
25 Vgl. ebd.; S. 4.
26 Vgl. Spitzer, M. (2007); S. 11f.
27 Vgl. Ludwig, H.; Fischer, R.; Klein-Landeck, M. (2007); S. 12.
28 Vgl. Spitzer, M. (2008a).
29 Vgl. Spitzer, M. (2007); S. 13.
2 Theoretische Grundlagen des Lernens 9
eingefügt. Wie hier erkennbar ist, ist es der Menschheit kaum möglich, nicht zu lernen, da das Lernen in nahezu allen Bereichen des menschlichen Daseins eine große Rolle spielt.
2.1.4 Neuroplastizität des Gehirns als Grundlage des Lebens und Lernens
Auch wenn das Wissensgebiet der Neuroplastizität sich erst in den letzten Jahren durchset-
seit Beginn der Neuzeit finden. Bereits 1762 stellte der Philosoph Jean-Jacques Rousseau fest, dass die Natur lebendig und im Laufe der Zeit wandelbar ist. Auch unser Nervensystem sei als lebendig und wandel- sowie formbar zu betrachten wäre und entspreche keinem maschinellen System. Ebenfalls vertrat er die Ansicht, dass unser Gehirn durch Erfahrung geprägt werde und wir es deshalb ähnlich wie unseren Körper, unsere Muskeln trainieren müssten. Dies begründet er durch Hinweis auf die besonderen Fähigkeit des Menschen zur Formbarkeit, zur Veränderbarkeit, zur Plastizität in seinen Worten: der menschlichen Ver- vollkommnungsfähigkeit, n- terscheide.Der Mensch sei im Gegensatz zum Tier lebenslang zur Veränderung in der Lage. Wodurch wir was mit den neuesten Erkenntnissen der Neurowissenschaften übereinstimmt auch lebenslang in der Lage sind, uns und unsere geistigen Fähigkeiten zu entwickeln, sozusagen dazu zu lernen, was wiederum bedeutet, dass in keiner Phase unseres Lebens die Entwicklung unserer Person sowie unseres Gehirns abgeschlossen und somit endgültig
30 Eigene Darstellung.
2 Theoretische Grundlagen des Lernens 10
ist, sondern wir immer in der Lage sind zu lernen und zu wachsen, Wandlungen und Veränderungen zu vollziehen. 31
2.2 Arten des Lernens
Lernen lässt sich grundlegend unterteilen in folgende drei Bereiche: Das explizite/ intentionale oder direkte Lernen das gewollte und bewusst angestrebte bzw. eingeleitete Lernen, welches in der Regel von dem Lernenden unter dem Aspekt einer bestimmten Zielerreichung geplant und durchgeführt wird und letztlich einen gewollten und angestrebten Zugewinn an Wissen, Fertigkeiten, und (Er-) Kenntnissen zur Folge hat.
Das implizite oder indirekte Lernen das beiläufige, unbeabsichtigte Lernen, welchem sich der Lernende nicht bewusst ist, welches mitunter als Folge einer Handlung
Das durch Dritte, sprich von außen bewirktes Lernen Lernen, welches durch eine außenstehende Person, in der Regel eines Lehrenden angestoßen wird. Hier ist der als das zu lernende Gebiet oder Stoff
durch den Lehrenden vorgegeben wird und somit nicht das primäre Ziel verfolgt wird, dem Lernenden und dessen Wünschen oder Zielen zu entsprechen. 32
31 Vgl. Doidge, N. (2008); S. 301ff.
32 Vgl. Straka, G. A.; Macke, G. (2006); S. 43f.
33 Eigene Darstellung.
2 Theoretische Grundlagen des Lernens 11
Letztlich wird jedoch mittels aller drei Arten ein Zugewinn von Wissen, Fertigkeiten und (Er-) Kenntnissen erreicht, welcher auf Erlebnissen, Erfahrungen, Ansichten oder Reflexionen gründet. 34 Grundlage und Basis für unser Lernen stellt unser Gehirn dar, mittels welchem wir in der Lage sind, Informationen aufzunehmen, zu verarbeiten und weiterzugeben und somit zur Entwicklung, vielmehr der Evolution beizutragen. 35 Jedoch geht es beim Lernen um weit mehr als die bloße Abspeicherung oder Aufnahme von Fakten, Situationen, Erlebnissen oder Gegebenheiten. Dank unseres Gehirns und aufgrund von bisher gemachten Erfahrungen, Haltungen und Prägungen sind wir in der Lage, diese neuen Informationen entsprechend zu strukturieren, auf Altem aufzubauen und diese entsprechend abzugleichen als auch zu werten. Je mehr Wissen wir erreichen, umso umfassender und ganzheitlicher wird unser Bild von unserer Umwelt sowie unsere Fähigkeit, kritisch zu werten und zu entscheiden, welche Informationen uns dienlich sind und diese entsprechend zu sortieren. Unser Gehirn dient uns als Steuerzentrale dessen, was wichtig und interessant erscheint und somit den Anspruch verdient, im System verarbeitet und behalten zu werden, um schlussendlich hilfreich und dienlich im Hinblick auf die Bewältigung neuer Situationen und somit einer effizienten Lebensführung zu sein. 36
2.3 Lerntheorien
Anhand von Lerntheorien wird in der Lernpsychologie versucht, unterschiedliche Erklärungsansätze des Lernens und entsprechender Lernprozesse zu systematisieren, zu veranschaulichen und somit verständlich und nachvollziehbar zu beschreiben und erklärbar zu machen. Jedoch ist es bisher nicht gelungen, das Lernen an sich als eine allgemeingültige Lerntheorie zu formulieren. Deshalb werden im Folgenden die grundlegenden und mitunter wichtigsten Lerntheorien dargestellt.
34 Vgl. Wanzel, C. (2010); S. 94.
35 Vgl. Lefrançois, G. R. (2006); S. 192.
36 Vgl. Schirp, H. (2009). S. 246ff.
2 Theoretische Grundlagen des Lernens 12
Das nicht-assoziative Lernen ist die grundlegendste und einfachste Form des Lernens. Hier wird aufgrund nur eines Reizes ein Lerneffekt erzielt. Nicht-assoziative Lerntheorien sind: Habituation Sensitivierung Assoziative Lerntheorien sind:
Behavioristische Theorien mit bekannten Vertretern der klassischen Konditionierung wie Pawlow (Hunde-Experiment) und Watson, sowie Stellvertreter des Operanten Konditionierens wie Thorndike und Skinner (Ratten-Experimente). Kognitive Theorien, welche maßgebend durch Bandura (Lernen am Modell), Köhler und Wertheimer (Lernen durch Einsicht) und Piaget (Entwicklungsstufenmodell) geprägt wurden.
37 Eigene Darstellung.
2 Theoretische Grundlagen des Lernens 13
Theorie vom Konstruktivistischen Lernen mit dem bekanntesten Vertreter Paul Watzlawick 38
2.3.1 Einfache Lernformen
2.3.1.1 Nicht-assoziatives Lernen
2.3.1.1.1 Habituation
Beim nicht-assoziativen Lernen erfolgt ein Lernprozess bzw. Lernerfolg aufgrund einer Reizwiederholung. Im Gegensatz zum assoziativen Lernen - welchem sich die nachfolgenden Lerntheorien widmen - wird dem Lernenden nur ein Reiz präsentiert, welcher aufgrund der Wiederholung zur sogenannten Habituation führen kann.
Die wiederholte Darbietung des Reizes kann zur Abnahme der Reaktion des Organismus auf ihn und somit zur Gewöhnung zur Habituation führen. Der Organismus lernt somit mit der Zeit unwichtige oder nebensächliche Reize gänzlich zu ignorieren. 40 Entscheidend für den Habituationsprozess ist jedoch die Reizspezifität, was bedeutet, dass ein neuer und anderer Reiz wieder eine Reaktion zur Folge hat und eine Gewöhnung nur auf konstante und gleichbleibende Stimulationen folgt, somit nicht übertragbar auf andere Reizdarbietungen ist. 41
38 Vgl. Plassmann, A. A.; Schmitt, G. (2007).
39 Eigene Darstellung in Anlehnung an Hußmann, H. (2008); S. 53.
40 Vgl. Myers, D. G. (2008); S. 154.
41 Vgl. Gluck, M. A. et. Al. (2010); S. 217.
2 Theoretische Grundlagen des Lernens 14
Deutlich erkennen lässt sich diese Form des Lerneffekts, wenn man sich in einer neuen, ungewohnten Umgebung befindet, was beispielsweise nach einem Umzug der Fall ist. Zu Beginn wird den neuen Gegebenheiten noch verstärkte Aufmerksamkeit geschenkt. Nach einer gewissen Zeit jedoch sind die umgebenden Reize nicht mehr so präsent, wie dies anfangs der Fall war, da sich die Person an sie gewöhnt hat.
Es hat somit ein Habituationsprozess stattgefunden, welcher die Aufmerksamkeit verringerte. Dieser Gewöhnungsprozess ist nötig und wichtig, da das Individuum sonst sofern es sich allen Reizen in gleichem Ausmaße widmen würde aufgrund der Vielzahl an Reizen schnell überfordert wäre und der Reizüberflutung erliegen würde. 42
2.3.1.1.2 Sensitivierung
Ein wiederholter Reiz muss jedoch nicht zwingend zum Habituationsprozess führen. Im Falle einer sehr intensiven und unangenehmen Reizdarbietung kann die bereits erfolgte Habituation ins Gegenteil umschlagen und somit den Prozess der Sensibilisierung auslösen, welcher den Organismus zu einer sehr starken Reaktion auf die Stimulation veranlasst. 43 Im Unterschied zur Habituation ist die Sensitivierung jedoch nicht reizspezifisch, was bedeutet, dass nach Auslösung einer Schreckensreaktion auf einen sehr unangenehmen Reiz auch andere Reize in der Lage sind entsprechende Reaktionen auszulösen. 44
2.3.1.2 Assoziative Lerntheorien
2.3.1.2.1 Behavioristisches Lernen
Kennzeichnend für die Theorie des Behaviorismus ist die Konzentration auf das menschliche Verhalten als Untersuchungsgegenstand. Verhalten soll erklärt, vorhergesagt und modifiziert werden. Das Bewusstsein eines Menschen, die inneren Vorgänge, die ihn zu einem bestimmten Verhalten veranlassen, bleiben jedoch außen vor und werden nicht Bestandteil der Betrachtung, da diese laut den Behavioristen nicht beobachtbar sind. 45 Komplexere Themengebiete werden somit kategorisch abgelehnt, es bleibt bei einer bloßen Konzentration auf objektiv beobachtbares Verhalten. 46
Beim Lernen durch Assoziationen dem Konditionieren wird zwischen dem klassischen Konditionieren, den sogenannten Signallernen, welches darauf abzielt, wichtige Ereignisse vorherzusagen, 47 und dem operanten bzw. instrumentellen Konditionieren, dem Reiz-
42 Vgl.Gluck, M. A. et. Al. (2010); S. 212ff.
43 Vgl. Lefrançois, G. R. (2006); S. 158.
44 Vgl. Gluck, M. A. et Al. (2010); S. 217.
45 Vgl. Plassmann, A. A.; Schmitt, G. (2007).
46 Vgl. Lefrançois, G. R. (2006); S. 20.
47 Vgl. Gluck, M. A. et. Al. (2010); S. 249ff.
2 Theoretische Grundlagen des Lernens 15
Reaktions-Lernen, bei welchem gelernt werden soll, dass auf ein Verhalten entsprechende Konsequenzen folgen können, unterschieden. 48
2.3.1.2.2 Klassische Konditionierung
Die klassische Konditionierung beschreibt jene Form des Lernens, bei welcher ein Organismus (Mensch oder Tier) bestimmte Reize sogenannte Stimuli miteinander verbindet und aufgrund dieser Assoziation anschließend ein entsprechendes Verhalten zeigt. Hierbei wird ein vorerst neutraler Reiz (NS) durch wiederkehrendes Auftreten mit einem sogenannten unkonditionierten Reiz (US) gekoppelt, so dass dieser zum Signal für das Auftreten des unkonditionierten Reizes (US) wird. So wird es möglich, alleine durch die Darbietung des neutralen Reizes (NS) eine entsprechend konditioniere Reaktion (CR) hervorzurufen, wodurch der neutrale Reiz zum konditionierten Reiz (CS) wird. 50 Sofern diese Reizverbindung bzw. Assoziation im Gedächtnis entsprechend verankert, also gelernt ist, bedarf es nur noch eines entsprechenden Reizes (CS), um die vorab eingeprägte Verbindung/ Assoziation auszulösen und somit wiederum ein Verhalten (CR) in Gang zu setzten.
Das folgende Beispiel zeigt eine Handlung des Schülers aufgrund vorab erfolgter Assoziation der Bestrafung durch den Lehrer mit dem Faktor Schule. Insofern verbindet der Schüler eine entsprechend negative Erinnerung oder Situation, in diesem Falle den Stimulus des bestrafenden Lehrers, mit dem Schulgebäude und wird insofern künftig Probleme haben, ohne Angst diesen Ort, welcher nun mit einer negativen Assoziation und Emotion verbunden ist, zu betreten. 51
Bekannt ist diese Form des Lernens durch den Russen Iwan Pawlow, der durch Zufall bei seinen Experimenten zur Erforschung verschiedener Verdauungssäfte auf den Zusammenhang der Assoziation aufeinanderfolgender Stimuli und deren Auswirkung bei seinen Labor-hunden stieß. 52
48 Vgl. Zimbardo, P. G.; Gerrig, R. J. (2004); S.261ff.
49 Eigene Darstellung in Anlehnung an Plassmann, A. A.; Schmitt, G. (2007).
50 Vgl. Myers, D. G. (2008); S. 343.
51 Vgl. Sobczyk, M. (o.J.a); S. 87.
52 Vgl. Lefrançois, G. R. (2006); S. 32f.
2 Theoretische Grundlagen des Lernens 16
2.3.1.2.3 Operante Konditionierung
Bei der operanten Konditionierung, welche auch unter dem Begriff des instrumentellen Lernens bekannt ist, wird versucht, ein Verhalten bzw. eine Verhaltensänderung durch sogenannte Verstärker zu bewirken. 54 Jene Verstärker können positiver als auch negativer Natur sein und letztlich als Belohnung oder Bestrafung eingesetzt werden. Als Verstärker scheint grundsätzlich alles sinnvoll, was die Wahrscheinlichkeit einer bestimmten, gewollten Ausführung einer Handlung unterstützt. 55
Positive Verstärkung kann die Belohnung eines gewissenhaften und fleißigen Lernenden durch eine gute Note oder positive Rückmeldung sein. Es ist wahrscheinlich, dass, sofern Arbeit und Fleiß belohnt werden, sein Verhalten auch in Zukunft dahin tendiert, Fleiß und Arbeit zu investieren in der Aussicht auf entsprechende Belohnung in Form einer guten Note. 56 Die Motivation erfolgt hier somit durch positive Verstärkung und die Hoffnung auf Erfolg. 57 Als negative Verstärkung und somit als Bestrafung würde die schlechte Zensur bzw. das Versagen stehen. Eine Folge könnte sein, dass ein Student, der zwar fleißig war, jedoch trotzdem eine schlechte Note erhalten hat, sein zukünftiges Verhalten insofern ändert, dass er weniger Aufwand und Fleiß investiert, da er ja gelernt hat, dass Fleiß nicht zum Erfolg oder zur Belohnung führt. Die Konsequenz hat somit negativen Charakter. Jedoch könnte hier auch die Art und Weise der Attribution eine Rolle spielen. Möglich wäre, dass der Stu-
53 Sobczyk,M. (o.J.a); S. 87.
54 Vgl. Myers, D. G. (2008); S. 354.
55 Vgl. Klauk, J. B. (2001); Folie 15.
56 Vgl. Myers, D. G. (2008); S. 354ff, vgl. Sobczyk, M. (o.J.b); S. 103.
57 Vgl. Klauk, J. B. (2001); Folie 16.
2 Theoretische Grundlagen des Lernens 17
dent nicht wie im obigen Beispiel Arbeit und Zeit in die Vorbereitung auf eine Prüfung investiert hat sprich eher faul war und als logische Konsequenz darauf eine schlechte Zensur erhielt, und das nachlässige Verhal-
ten korrigiert, da er gelernt hat, dass auf Faulheit und Gleichgültigkeit eine Konsequenz erfolgt, die wenig erstrebenswert scheint. So wird er diese Verhalten nicht mehr zeigen, da es nicht zum gewünschten Ziel oder Erfolg führt. Er ändert vielmehr sein Verhalten um den gewünschten positiven Effekt in Form einer Belohnung zu erhalten. Diese Zusammenhänge im Motivationsprozess wurden von Atkinson und Heckhausen im sogenannten Leistungsmotiv dargestellt, welches eine Unterscheidung in zwei Komponenten dem Erfolgsmotiv und dem Misserfolgsmotiv vollzieht. 58
Diese Art des Lernens wurde maßgeblich bekannt durch die bekannten Rattenexperimente von Burrhus F. Skinner, welche wiederum auf dem Effektgesetz von L. Thorndike aufbauten, welches besagt, dass ein Verhalten, welches belohnt wird, aller Wahrscheinlichkeit nach erneut gezeigt und wiederholt wird. 59
Hier lässt sich auch ein Bezug zu den Lehren des Neurolinguistischen Programmierens (NLP) ziehen:
NLP is the art and science of excellence derived from studying how top people in different fields obtain
their outstanding results 60
Beim NLP werden ähnliche Darstellungen mittels der Motivationsrichtung und dementsprechender Unterscheidung sowie zwei Arten der Motivation vorgenommen. Die Hin-zu-Motivation, welche einen Menschen bewegt auf ein Ziel hinzuarbeiten, der daraus die eigene persönliche Motivation zieht, als auch die Weg-von Motivation, die eine Person ebenfalls antreibt eine Handlung zu vollziehen und somit motiviert zu arbeiten, allerdings wird hier etwas in der Regel ein negativer Zustand vermieden oder umgangen. 61
2.3.1.2.4 Lernen durch Versuch und Irrtum
Thorndikes Theorie basiert auf der Annahme, dass sich ein Lerneffekt nicht aufgrund einer Einsicht einstellt, sondern vielmehr auf dem mehrmaligen Versuch eine Lösung für ein Problem zu finden, basiert. Es würde somit durch einen wiederholten Versuch probiert, zu der Lösung zu kommen, bis schlussendlich ein Erfolg durch die richtige Aktion erfolgt und somit letztlich auch der Lerneffekt dem Einprägen der erfolgreichen Handlung. Des Weiteren konnte Thorndike auch einen Zusammenhang zwischen dem Verhalten und den entsprechenden Konsequenzen herstellen. Die Verhaltensweisen, welche zu einem befriedigenden
58 Vgl. Rheinberg, F. (2006); S. 73f.
59 Vgl. Myers, D. G. (2008); S. 354f.
60 O´Connor, J.; Seymour, J. (1993); S. xii.
61 Vgl. Andreas, S.; Faulkner, C. (2007); S. 64ff.
2 Theoretische Grundlagen des Lernens 18
Ergebnis führten, wurden infolgedessen verstärkt gezeigt sie zeigten eine entsprechende Wirkung, einen entsprechenden Effekt. Diese Tatsache war Grundlage eines des bekanntesten Gesetzes von Thorndike dem Gesetz der Wirkung. 62 Gesetz des Effektes (law of effect)
Ein grundlegendes Lerngesetz, das besagt, dass die Kraft eines Stimulus, eine Reaktion hervorzurufen, verstärkt wird, wenn der Reaktion eine Belohnung folgt, und geschwächt wird, wenn keine Belohnung
2.3.2 Komplexe Lernformen
2.3.2.1 Kognitives Lernen
Der Kognitivismus verstand sich unter anderem als Gegenbewegung zu den behavioristischen Lehren und übte insofern Kritik an diesen, als laut kognitivistischer Ansichten der Lernvorgang als ein aktiver und bewusst ablaufender Prozess anzusehen ist, in welchem das Individuum Informationen, welche ihm in seiner Umwelt zugänglich sind, entsprechend verarbeitet und es aufgrund eines Denkprozesses Lösungen entwirft. Dies führt letztlich auch zu einem Verständnis dessen, was hinter der gegebenen Problematik steht. Der Lernende ist in der Lage ein eigenes Bewusstsein zu entwickeln und wird nicht als Objekt betrachtet, welches lediglich ohne gedanklichen Nachvollzug auf Reaktionen von außen reagiert, wie dies die behavioristische Theorie annahm. 65
Das Hauptaugenmerk richtet sich also, im Gegensatz zu behavioristischen Lehren, auf die inneren Prozesse, das Bewusstsein und Gedächtnis. Als Begründer der kognitivistischen Lehren gelten Bandura und Piaget. 66
62 Vgl. Lefrançois, G. R. (2006); S. 63ff.
63 Vgl. Zimbardo, P. G.; Gerrig, R. J. (2004); S.262.
64 Sobczyk, M. (o.J.c); S. 81.
65 Vgl. Tettenhammer, C.; (o.J.).
66 Vgl. Plassmann, A. A.; Schmitt, G. (2007).
2 Theoretische Grundlagen des Lernens 19
2.3.2.1.1 Lernen durch Einsicht
Beim Lernen durch Einsicht, welches auch unter dem Begriff des kognitiven Lernens bekannt ist, erfolgt der Lerneffekt in Form einer Verhaltensänderung im Gegensatz zum operanten Lernen ganz plötzlich. Der Lernende steht vor einem Problem, welches es zu lösen gilt. Jedoch wird bald klar, dass die Erzielung einer Lösung aufgrund der eingeschränkten oder falschen Betrachtungsweise bisher nicht möglich war. Insofern der Lernende bereit ist, neue Wege zu beschreiten und von alten, eingefahrenen Handlungs- und Verhaltensmustern Ab-stand zu nehmen, sich letztlich neuer Wahrnehmungsansätze zu bedienen und den bisherigen gedanklichen Vollzug neu zu strukturieren, sollte es ihm auch möglich sein, auf die Lösung plötzlich, mittels sogenanntem AHA-Effekt, zu stoßen. 68 Folgende Merkmale kennzeichnen das Lernen durch Einsicht: Die zu erzielende Einsicht ist bedingt durch die Anordnung der Problemsituation. Der Lernerfolg kommt plötzlich in Form eines sogenannten Aha-Erlebnisses. Die erzielte Lösung oder das neue Wissen kann auch auf andere Situationen übertragen und angewandt werden. 69
67 Eigene Darstellung in Anlehnung an Plassmann, A. A.; Schmitt, G. (2007).
68 Vgl. Lefrançois, G. R. (2006); S. 171ff; vgl. Plassmann, A. A.; Schmitt, G. (2007).
69 Vgl. Stangl, W. (2010a).
2 Theoretische Grundlagen des Lernens 20
2.3.2.1.2 Lernen durch Beobachtung Lernen am Modell
Most human behavior is learned observationally through modeling: from observing others, one forms an idea of how new behaviors are performed, and on later occasions this coded information serves as a guide for
Zuschauen Zuhören Erinnern - vom Beobachtungslernen, auch als soziales Lernen oder Modelllernen bezeichnet, wird in der Psychologie gesprochen, wenn der Lernende mittels aufmerksamer Beobachtung eines Geschehens, einer Situation oder Handlung im Anschluss daran ein auf diesen Beobachtungen und der persönlichen Wertung jener Beobachtungen ein Verhalten zeigt und wählt, welches auf den vorherigen Beobachtungen gründet und durch dieses geprägt wurde. 72 Dies kann sich zum einen in einem Nachahmen aufgrund positiver Bewertung zeigen, wenn der Beobachter beobachtet hat, dass ein entsprechendes Verhalten zum Erfolg führt. Oder in einer Ablehnung aufgrund negativer Bewertung gründen, da das beobachtete Verhalten nicht als erfolgsversprechend empfunden wurde und somit ineffizient bewertet wird. 73 Das Lernprinzip des Modelllernens, welches auf den Psychologen Albert Bandura zurückgeht, unterscheidet grundlegend drei Effekte der Imitation: 1. Den Modelleffekt
Dieser Effekt wird durch die Beobachtung und Nachahmung eines für den Beobachter attraktiven Modells (Vorbilds) ausgelöst. Das Verhalten wird somit neu erworben oder entsprechend angepasst.
70 Sobczyk, M.(o.J.c); S. 81.
71 Schworm, S.; Heckner, M. (2007-2010).
72 Vgl. Gluck, M. A. et. Al. (2010); S. 430f.
73 Vgl. Zimbardo, P. G.; Gerrig, R. J. (2004); S. 285ff.
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Nadine Hoin, 2011, Die Psycho-Logik des Lernens , München, GRIN Verlag GmbH
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