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a)
Bei dem Zeitungsartikel des Elberfelder Kaplans und Religionslehrers Adolph Kolping, handelt es sich um eine Tradition. Sie ist einem Aufsatz „über den Gesellenverein“ entnommen, welcher von Kolping im Oktober 1848 zu Elberfeld verfasst wurde.
Adolph Kolping vertritt in seinem Artikel die katholische, also die kirchliche Seite bei seiner Sicht auf die Lösung der sozialen Frage. Er hat die Idee einen Versammlungsort zu gründen, wo junge Arbeiter unter der Leitung eines Vorstandes zusammenfinden und unter geistlicher Führung ihren Körper und ihre Seele ausruhen und sich durch den Zugang zu Büchern, Zeitungen und durch Austausch mit den anderen Anwesenden weiterbilden können. (vgl. S.1, Zeile 19-21) und (S.2, Zeile 35-38) Diese Gruppierung möchte er als einen katholischen Arbeiterverein aufbauen. Es soll den Arbeitern dort möglich sein, ihr berufliches und allgemeines Wissen zu erweitern. (vgl. S.1, Zeile 22-23)
Zusammenfassend sollen die Arbeiter zu „tüchtigen“ Bürgern erzogen werden (S.2, Zeile 43) und durch ihre aufgefrischte Religion im Herzen auch tüchtige Christen werden. (vgl. S.1, Zeile 28 und S.2, Zeile 44) Meines Erachtens liefert Adolph Kolping einen durchaus funktionellen und vernünftig durchdachten Lösungsvorschlag zur sozialen Frage. Er lässt die christlichen Grundwerte in die Idee seines katholischen Arbeitervereins einfließen, wodurch gewährleistet werden soll, dass sich die Arbeiter ihrer Umwelt gegenüber friedlich verhalten und gleichzeitig der Kirche als Gläubige nicht verloren gehen.
Durch das Ermöglichen der Wissenserweiterung, welche Kolping den Arbeitern auf möglichst vielen Gebieten zugänglich machen will, erreicht er, dass die Arbeiter eine Chance bekommen aus ihrem sozial schwachen Status „auszubrechen“ und sich die Möglichkeit schaffen, besser bezahlte Tätigkeiten zu ergreifen.
Auch möchte Kolping, dass die Arbeiter Gelegenheit bekommen sich aus ihrem alltäglichen Trott herauszulösen und in dem Verein „Vergnügen“,
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„Erheiterung“ und „Unterhaltung“ erfahren. Dies halte ich ebenfalls für eine sehr lobenswerte Absicht den Arbeitern gegenüber.
b)
Neben dem kirchlich geprägten Lösungsansatz von Kolping gab es zur damaligen Zeit auch noch andere Lösungsansätze. Hier sind vor allem die Ansätze seitens der Unternehmer und seitens der Marxisten bedeutsam. Die Unternehmer versuchten das firmeneigene soziale Angebot zu verbessern. Hierzu wurden Programme entwickelt und diverse Ideen umgesetzt. Es wurden beispielsweise betriebseigene Rentenkassen und Versicherungen gegründet, die betriebsärztliche Versorgung verbessert oder Vergünstigungen, die Arbeitszeit betreffend, durchgesetzt.
Manche große Unternehmen bauten sogar betriebseigene Siedlungen in der Nähe ihrer Werke um den Arbeitern nahe an der Firma ein Zuhause zu geben und diese an die Firma zu „binden“.
Die radikalste Lösung strebten die Marxisten, benannt nach Karl Marx, dem geistigen Urheber der Theorie, an.
Sie waren der Ansicht, dass seit jeher in der Menschheitsgeschichte die Menschen in ihren Gesellschaften in zwei Klassen eingeteilt waren. Zur Zeit des industriellen Aufschwungs unterteilt sich die Bevölkerung ihrer Meinung nach einfach nur in bürgerliche „Besitzende“, die sogenannte Bourgeoisie und dem gegenüber die „besitzlose“ Klasse der Arbeiterschaft, das „Proletariat“. Ziel der Marxisten war es nun, die Klassengesellschaft vollständig aufzulösen und allen Menschen im Land im gleichen Maße den Zugang zu den Produktionsmitteln zur Verfügung zu stellen.
Dieses Ziel konnte nach Meinung von Karl Marx nur durch eine radikale, aggressive Revolution erreicht werden, welche die Besitzenden „enteignen“ und die Klassenunterteilung somit auflösen würde.
Es ist noch zu erwähnen, dass innerhalb der kommunistischen Bewegung ein gemäßigter Flügel existierte, welcher unter Führung von F. Lassalle den
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Allgemeinen deutschen Arbeiterverein gründete, aus dem später die SPD ent-stand. Dieser gemäßigte Flügel strebte eine Vergesellschaftung der Produktionsmittel und Auflösung der Klassengesellschaft auf friedliche Weise durch Diskussion und Dialog und nicht durch Revolution an.
c)
Es ist festzustellen, dass sämtliche, unter a) und b) beschriebenen, Lösungsansätze, ausgenommen derjenige des radikalen linken Flügels eine friedliche Lösung der sozialen Frage wünschen.
Nichtsdestotrotz verfolgen die verschiedenen Entwickler der Lösungsansätze unterschiedliche Absichten mit der Durchsetzung ihrer Vorstellungen. Während Kolping, wie bereits beschrieben, eine Verbesserung der seelischen, geistigen und körperlichen Gesundheit der Arbeiter wünscht und diesen den Zugang zu Bildung und Religion ermöglichen will, setzen die Unternehmer auf andere Ziele.
Sie wünschen sich durch ihre Maßnahmen einen „gegängelten“ Arbeiter, welchen sie an ihr Unternehmen binden können. Sie versuchen die Gesundheit der Arbeiter zu verbessern, damit diese besser für sie arbeiten und Kapital erwirtschaften können.
Die Marxisten möchten (die einen auf friedliche, die anderen auf revolutionäre Art), dass die Produktionsmittel z.B. Fabriken, Ressourcen etc. allen Einwohnern des Landes zu gleichen Teilen gehören. Die Klassen sollen wegfallen und dadurch soll letztlich Friede und Einigkeit im Volk herrschen.
Arbeit zitieren:
Christian Johannes von Rüden, 2007, Quellenanalyse zum Auszug aus "über den Gesellenverein" von Adolph Kolping (Elberfeld, Oktober 1848) und weitergehende Reflexionen zu anderen Lösungsansätzen der sozialen Frage, München, GRIN Verlag GmbH
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