Inhaltsverzeichnis………………………….………………………………Seite
Abk ürzungsverzeichnis V
Tabellenverzeichnis VI
Abbildungsverzeichnis VII
Management Summary VIII
1 Einleitung 1
1.1 Begründung der Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit 2
2 Green Investments 4
2.1 Begriffsdefinition „Green Investments“ 4
2.2 Abgrenzungen 5
2.2.1 Abgrenzung zu anderen Geldanlagen 5
2.2.2 Abgrenzung zu „Green Finance“ 6
2.3 Arten von Green Investments 7
2.3.1 Anlageformen 7
2.3.2 Wirkungsklassen 8
2.4 Chancen und Risiken der Alternativen Geldanlage 9
3 Der Markt für Green Investments 11
3.1 Die Akteure auf dem Markt für Green Investments 11
3.1.1 Anleger 11
3.1.2 Finanzdienstleister 12
3.1.3 Ethische, ökologische und nachhaltige Unternehmen 13
3.2 Entwicklung von alternativen Geldanlagen 14
3.2.1 Entstehung und Geschichte 14
3.2.2 Ethisch, ökologisch und nachhaltige Indizes 16
II
3.2.3 Greenwashing 18
3.3 Bedeutung von Green Investments für den
Finanzdienstleistungssektor 20
4 Sparkassen in Bayern 22
4.1 Der Sparkassenverband Bayern 22
4.2 Geschäftsgebiet 22
4.3 Aufbau einer Sparkasse. 23
4.4 Aufgaben der Sparkassen 24
5 Befragung von Sparkassen in Bayern zu Green Investments 26
5.1 Ziel der Untersuchung 26
5.2 Die Befragungskonzeption 27
5.2.1 Art der Untersuchung 27
5.2.2 Datengewinnung durch Befragung 28
5.3 Aufbau und Ablauf der Befragung 29
5.3.1 Aufbau des Fragebogens 29
5.3.2 Befragungszeitraum 30
6 Ergebnis der Befragung 32
6.1 Die Befragungsteilnehmer 32
6.1.1 Die Teilnehmergruppen nach ihrer Bilanzsumme 32
6.1.2 Marktanteil der teilnehmenden Sparkassen 33
6.1.3 Kundenzahl der befragten Sparkassen 34
6.2 Auswertung und Interpretation der Ergebnisse 35
6.2.1 Begriffsverständnis von Green Investments 35
6.2.2 Green Investments als Ergänzung des
Finanzdienstleistungsangebots 37
6.2.3 Bevorzugte Anlagen und Anlagestrategie im Eigengeschäft 38
6.2.4 Akzeptanz und Konkurrenz in der Region 40
6.2.5 Bankberatung im Bereich Green Investments 41
6.2.6 Kunden gewinnen durch Green Investments 43
6.2.7 Produkte für ethisch-ökologisch orientierte Anleger 44
III
6.3 Bedeutung von Green Investments für Sparkassen in Bayern 45
6.4 Nachhaltigkeit vor Rendite 48
6.5 Trendbranche im Geschäftsgebiet 50
6.6 Einschätzung einzelner Befragungsteilnehmer 51
7 Abschließende Betrachtung 52
7.1 Fazit 52
7.2 Ausblick 53
Anhangsverzeichnis IX
Literaturverzeichnis XXXV
IV
Abkürzungsverzeichnis
Abb. Abbildung BP British Petroleum bzw. beziehungsweise ca. circa DJSI Dow Jones Sustainability Index DSGV Deutscher Sparkassen- und Giroverband DStGB Deutscher Städte- und Gemeindebund EUR Euro FTSE Financial Times Stock Exchange ISIN International Securities Identification Number KAG Kapitalanlagegesellschaft KWG Gesetz über das Kreditwesen LOHAS Lifestyle of Health and Sustainability Mrd. Milliarde NAI Natur-Aktien-Index o.V. ohne Verfasser SpkG Gesetz über die öffentlichen Sparkassen Ultra-HNWI Ultra High Net Worth Individuals USA United States of America usw. und so weiter Vgl. Vergleiche z.B. zum Beispiel
V
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Wirkungsklassen von Green Investments 9
Tabelle 2: Die 30 Unternehmen des NAI 17
Tabelle 3: Marktanteile im Privatkundengeschäft 26
Tabelle 4: Befragungsteilnehmer nach Bilanzsumme 32
Tabelle 5: Marktanteile der befragten Sparkassen 33
VI
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Synonyme für Green Investments
Abb. 2: Akteure auf dem Markt für Green Investments
Abb. 3: Kriterien die Unternehmen berücksichtigen müssen
Abb. 4: Die drei Säulen der Nachhaltigkeit
Abb. 5: Chartvergleich NAI vs. DAX
Abb. 6: Entwicklung des nachhaltigen Fondvermögens in Deutschland
Abb. 7: Aufbau einer Sparkasse
Abb. 8: Die fünf Phasen der Marktforschung
Abb. 9: Der Fragebogen im Überblick
Abb. 10: Rücklauf im Befragungszeitraum
Abb. 11: Kundenzahl der befragten Sparkassen
Abb. 12: Begriffsbestimmung von Green Investments
Abb. 13: Green Investments als Ergänzung des
Finanzdienstleistungsangebotes
Abb. 14: Bevorzugte Anlagen im Eigengeschäft
Abb. 15: Aspekte bei der Anlagestrategie
Abb. 16: Akzeptanz von Green Investments im Geschäftsgebiet
Abb. 17: Aktives Anbieten von Green Investments
Abb. 18: Einschätzung der Sparkassen zur Gewinnung neuer Kunden
Abb. 19: Einführung eines "Grünen Sparbuch"
Abb. 20: Bedeutung von Green Investments für Sparkassen in Bayern
Abb. 21: Durchsetzung von grünen Geldanlagen am Markt
Abb. 22: Anlage in Werte des NAI
Abb. 23: Nachhaltigkeit vor Rendite
VII
Management Summary
Green Investments haben in den letzten Jahren einen enormen Zuwachs erlebt. Im Jahr 2000 betrug das Fondsvermögen ethisch-ökologischer Fonds in Deutschland 1,5 Mrd. EUR, nur sieben Jahre später im Jahr 2007 betrug es mit 16,1 Mrd. EUR bereits mehr als das 10-fache. Angeboten wurden diese Geldanlagen bisher größtenteils nur von Umweltbanken oder kirchlichen Banken. Um Informationen über die Bedeutung und die Verbreitung dieser Geldanlage bei Sparkassen zu erhalten, wurden Sparkassen in Bayern zum Thema „Green Investments“ befragt. Von den 73 befragten Sparkassen in Bayern nahmen 13 an der Befragung teil. Bei der Befragung die sich in vier Teile gliederte wurden die Sparkassen als erstes zu Green Investments allgemein befragt. Demnach sahen viele Sparkassen diese Geldanlage als Geldanlage mit rein ökologischen Zielen, welche sich aber langfristig am Markt durchsetzten wird. Im zweiten Teil des Fragebogens wurden die Sparkassen zu ihrem Eigengeschäft befragt. Dabei stellte sich heraus, dass derzeit nur eine der befragten Sparkassen in Green Investments investiert. Eine geringere Rendite für den „guten Zweck“ würden hingegen drei der Befragten akzeptieren. Im Kundengeschäft gaben die befragten Sparkassen an, dass eine Akzeptanz für diese Art der Geldanlage in ihrem Geschäftsgebiet vorhanden ist. Durch diese aber neue Kunden zu gewinnen, schätzten die Befragten als eher mittelmäßig ein. Dennoch könnten sich acht der befragten Sparkassen vorstellen, ein eigenes Produkt im Bereich Green Investments für ihre Kunden zu entwerfen. Bei zwei der befragten Sparkassen ist dies sogar schon in Planung bzw. eingeführt. Im letzten Teil der Befragung wurden Daten zum Institut erfasst, um eventuelle Zusammenhänge zu erkennen. Bei den Kunden der befragten Sparkassen sind Green Investments sehr verbreitet, bei den Sparkassen selbst hingegen werden oftmals zugunsten der Rendite konventionelle Geldanlagen vorgezogen.
VIII
1 Einleitung
1.1 Begründung der Problemstellung
Am 20. April 2010 wurde durch eine Explosion auf der Hochsee-Ölbohrplattform „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko die wohl größte Ölkatastrophe der Geschichte ausgelöst. 1 Die ökologischen Folgen und die Folgekosten dieser Katastrophe sind heute noch nicht absehbar. Aber gerade durch dieses Beispiel wird deutlich, dass die Wiederherstellung und die Erhaltung unserer Umwelt sehr viel Engagement und vor allem Geld kosten. Dass Umweltschutz Geld kostet, wurde natürlich schon vor dieser Katastrophe erkannt, aber gerade durch solche Ereignisse wird dies nochmals verdeutlicht. Im Januar 2010 fand in Berlin die Aktionswoche „Klima und Finanzen“ statt. Diese vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit geplante Aktionswoche wurde in Kooperation mit Banken, Sparkassen und Versicherungen durchgeführt. Mit der von Bundesminister Dr. Norbert Röttgen eröffneten Aktionswoche wollte das Bundesumweltministerium zusammen mit namenhaften Finanzdienstleistern darauf aufmerksam machen, dass für die Umsetzung der deutschen Klimaschutzziele bis 2020 noch ein Finanzierungsbedarf von ca. 400 Mrd. Euro besteht. 2 So wurden während dieser Aktionswoche auch zahlreiche Geldanlagemöglichkeiten vorgestellt, die aktiv zum Umweltschutz beitragen. Deutlich wurde auf dieser Aktionswoche, dass ethische, ökologische und nachhaltige Geldanlagemöglichkeiten längst ihre Nische verlassen haben. So erhält ein Anleger mittlerweile für fast alle herkömmlichen Anlageprodukte auch ethische, ökologische und nachhaltige Anlagealternativen. 3 Diese werden aber größtenteils von Umweltbanken und kirchlichen Banken vertrieben. Wie verbreitet diese Anlagealternativen im Bereich der Sparkassen in Bayern sind, kann nicht
1 Vgl. o.V.: Biosphaere http://www.biosphaere.info/biosphaere/index.php?artnr=000435, vom 24.10.2010, Ausdruck am 24.10.2010
2 Vgl. o.V.: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit: Pressemitteilung 007/10, Berlin 25.01.2010
3 Vgl. o.V.: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit: Klima und Finanzen http://www.klima-und-finanzen.de/klima-und-finanzen/klimafreundliche-geldanlagen.html vom 28.11.2010, Ausdruck am 28.11.2010
1
gesagt werden. Ebenso ist nicht bekannt, welche Bedeutung ethische, ökologische und nachhaltige Geldanlagen für die Sparkassen in Bayern haben.
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
Das Ziel dieser Diplomarbeit ist, Erkenntnisse darüber zu erlangen, wie verbreitet Green Investments bei Sparkassen in Bayern sind und welche Bedeutung diese für Sparkassen in Bayern haben. Diese Erkenntnisse werden aus den Befragungsergebnissen gezogen die aus der Umfrage „Befragung von Sparkassen in Bayern zu Green Investments“ gewonnen wurden. Die Konzeption zu dieser Befragung wurde im vorangegangenen Projektbericht entwickelt und wird im Verlauf dieser Arbeit nochmals kurz dargestellt. 4
Diese Arbeit bezieht sich ausschließlich auf die ethische, ökologische und nachhaltige Anlage von Geldern. Der Aspekt der Kreditvergabe für ethische, ökologische und nachhaltige Unternehmen und Projekte, wie z.B. energieeffizientes Sanieren von Wohngebäuden sowie Mikrofinanzierung, werden in dieser Arbeit nicht betrachtet. Die Kreditvergabe stellt für Sparkassen zwar eine Geldanlage da, welche aber für sich betrachtet werden sollte.
Im zweiten Kapitel wird zunächst der Begriff „Green Investments“ definiert, sowie weitere synonym verwendete Begriffe für ethische, ökologische und nachhaltige Geldanlagen aufgezeigt. Anschließend werden Green Investments zu herkömmlichen Geldanlagen und zum Begriff „Green Finance“ abgegrenzt. Im weiteren Verlauf des zweiten Kapitels werden ethische, ökologische und nachhaltige Anlagemöglichkeiten und deren Wirkungsklassen aufgezeigt. Das zweite Kapitel endet mit den Chancen und Risiken von alternativen Geldanlagen.
4 Vgl. Meyer, Christian: Projektbericht „Entwicklung einer Konzeption zur Befragung von Sparkassen in Bayern zu Green Investments“ Unterdießen 2010
2
In Kapitel drei werden der Markt für Green Investments sowie dessen Akteure näher dargestellt. Des Weiteren werden in diesem Kapitel die Entstehung und Entwicklung alternativer Geldanlagemöglichkeiten erläutert. Abschließend wird noch die Bedeutung für den Finanzdienstleistungssektor hervorgehoben. Das vierte Kapitel beschäftigt sich mit den Sparkassen in Bayern. Anfangs werden die Trägerschaft einer Sparkasse und die Aufteilung der Geschäftsgebiete erläutert. Abschließend werden die Aufgaben der Sparkassen, welche diesen durch das Gesetz über die öffentlichen Sparkassen auferlegt werden, erläutert, soweit diese für die Arbeit von Relevanz sind.
Kapitel fünf stellt anfangs das Ziel der Untersuchung nochmals dar. Im weiteren Verlauf wird zunächst die Befragungskonzeption, die im vorangegangenen Projektbericht erstellt wurde, erläutert. Im Anschluss daran wird noch auf den Aufbau und den Ablauf der durchgeführten Befragung eingegangen. Im sechsten Kapitel werden die Befragungsergebnisse ausgewertet und interpretiert, sowie die Stellungnahmen einzelner Befragungsteilnehmer kommentiert. Mit dem siebten Kapitel schließt diese Arbeit ab. Es wird eine Schlussbetrachtung zu den aus der Arbeit erlangten Informationen und Erkenntnissen gezogen. Ein Ausblick in die Zukunft und die weitere Entwicklung dieser Art der Geldanlage beenden diese Arbeit.
3
2 Green Investments
2.1 Begriffsdefinition „Green Investments“
Für Green Investments gibt es zurzeit noch keine einheitliche und allgemeingültige Definition. Eine sehr weit gefasste Definition besagt, dass “Green Investments” alle Investments sind, die neben den herkömmlichen Investitionszielen auch ethischen, ökologischen und nachhaltigen Zielen Aufmerksamkeit schenken. 5 Eine weitere, etwas präzisere, Definition beschreibt auch den Einfluss, den diese Geldanlage auf ihre Umwelt haben soll. So werden in dieser Definition „Green Investments“ als Investitionen, die erfolgreich negativen Umwelteinflüssen entgegenwirken oder einen positiven Einfluss auf ihre Umwelt haben, verstanden. 6 Durch diese beiden Definitionen wird aber deutlich, dass es sich bei Green Investments um Geldanlagen mit einem positiven Nebeneffekt handelt. Bei Green Investments ist vor allem die Mittelverwendung von Bedeutung. Bei diesen Investments geht es nicht um den kurzfristen Ertrag der Anlage, im Vordergrund steht hier das langfristig ausgerichtete und verantwortungsvolle Handeln. Mit Green Investments soll also neben der Rendite auch auf die Interessen zukünftiger Generationen Rücksicht genommen werden. 7 Das Handelsblatt beschreibt das Ziel, welches mit Green Investments erreicht werden soll, folgendermaßen: „Ziel ist, dass Unternehmen und Staaten wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, Umweltverträglichkeit und soziale Gerechtigkeit in Einklang bringen. Anleger setzen auf solch langfristig orientierte Produkte nicht nur weil sie das Gewissen beruhigen, sondern auch weil sie die Renditen der „klassischen“
5 Vgl. Kahlenborn, Walter: Transparency and the green investment market, in Bouma, Jan Jaap; Juecken, Marcel; Klinkers Leon: Sustainable Banking - The Greening of Finance, Sheffield (UK) 2001, Seite 174ff.
6 Vgl. Kahlenborn, Walter: Transparency and the green investment market, in Bouma, Jan Jaap; Juecken, Marcel; Klinkers Leon: Sustainable Banking - The Greening of Finance, Sheffield (UK) 2001, Seite 174ff.
7 Vgl. Pinner, Wolfgang: Nachhaltig investieren & gewinnen: Profitieren vom ökologischen Megatrend; Wien 2008, Seite 21ff.
4
Produkte erreichen und in Einzelfällen übertreffen.“ 8 Als „Green Investments“ werden in dieser Arbeit Anlagemöglichkeiten bezeichnet, die neben der Rendite auch ethische, ökologische und nachhaltige Aspekte berücksichtigen. 9 Oftmals werden auch andere Begriffe für diese Art der Geldanlage synonym verwendet. Im deutschsprachigen Raum sind die Begriffe der nachhaltigen und grünen Geldanlage am verbreitetsten. Aber auch weitere Begriffe werden häufig verwendet, welche in der folgenden Abbildung beispielhaft dargestellt werden.
Abb.1: Synonyme für Green Investments
Green Investments bieten somit dem Anleger die Möglichkeit, mit seiner Geldanlage eine Rendite zu erwirtschaften und gleichzeitig noch etwas „Gutes“ zu tun.
2.2 Abgrenzungen
2.2.1 Abgrenzung zu anderen Geldanlagen
Zu anderen Geldanlagemöglichkeiten unterscheiden sich Green Investments durch die Art der Mittelverwendung. Die Besonderheit bei der Mittelverwendung ist, dass
8 o.V.: Handelsblatt.de - Definition http://www.handelsblatt.com/finanzen/anlagestrategie /stichwort-nachhaltige-geldanlage;695156 vom 03.10.2010, Ausdruck am 03.10.2010
9 Vgl. Rotthaus, Stephan: Erfolgreich investieren in grüne Geldanlagen: Ökologisch, ethisch, nachhaltig, Frankfurt am Main / New York 2009, Seite 22ff.
5
die angelegten Mittel ethischen, ökologischen und nachhaltigen Unternehmen und Projekten zugutekommen. 10 Viele der neu erschaffenen Indizes haben einen Kriterienkatalog, der für die Aufnahme in diesen Index erfüllt sein muss. So besagen beispielsweise die Kriterien des Natur-Aktien-Index (NAI), dass die darin gelisteten Unternehmen Produkte oder Dienstleistungen anbieten müssen, die wesentlich dazu beitragen, Menschheitsprobleme ökologisch, sozial und nachhaltig zu lösen. Auch Ausschlusskriterien sind durch den NAI definiert.
Nicht in den NAI aufgenommen oder verbleiben dürfen beispielsweise Unternehmen die:
Frauen oder soziale und ethnische Minderheiten diskriminieren, Atomenergie erzeugen oder diese Technologien fördern, Zulieferteile beziehen, die durch Kinder- oder Zwangsarbeit gefertigt wurden,
genetisch veränderte Lebensmittel herstellen oder vertreiben, sowie die in der Rüstungsindustrie tätigen Unternehmen und deren Zulieferer,
um nur einige wenige Kriterien zu nennen. 11 Aber nicht jeder Index hat dieselben Vorgaben bzw. Ausschlusskriterien an die darin aufgeführten Unternehmen. Dennoch fordern aber alle dieser Indizes von den darin gelisteten Unternehmen, dass diese bestimmte ethische, ökologische und nachhaltige Anforderungen erfüllen.
2.2.2 Abgrenzung zu „Green Finance“
Green Finance und Green Investment dienen zwar beide der Finanzierung und Förderung der Grünen Ökonomie, können aber nicht synonym verwendet werden.
10 Vgl. Rotthaus, Stephan: Erfolgreich investieren in grüne Geldanlagen: Ökologisch, ethisch, nachhaltig, Frankfurt am Main / New York 2009, Seite 45
11 Vgl. o.V.: Natur-Aktien-Index - Kriterien http://www.nai-index.de/pdf/nai_kriterien.pdf vom 10.10.2010, Ausdruck am 10.10.2010
6
Green Finance beschreibt die von der öffentlichen Hand (Bund, Länder und Kommunen) zur Förderung bestimmter Umweltprojekte bereitgestellten Mittel. Der Begriff Green Finance wird unabhängig davon verwendet, ob diese Mittel über die jeweilige Körperschaft direkt oder über öffentliche Unternehmen bereitgestellt werden. Green Investment hingegen fasst alle Mittel zusammen, die durch den privaten Sektor zur Finanzierung von Umweltprojekten zur Verfügung gestellt werden. 12
2.3 Arten von Green Investments
2.3.1 Anlageformen
Anleger können Green Investments in jeder beliebigen Form z.B. Wertpapiere, Beteiligungen aber auch als Spareinlagen tätigen. So gibt es bereits Banken, die für ihre Kunden Sparbücher eingerichtet haben, auf denen diese ihr Geld nach ethischen, ökologischen und nachhaltigen Gesichtspunkten anlegen können. Die Spareinlagen dieser „Grünen Sparbücher“ werden nur für Kredit an ethische, ökologische und nachhaltige Unternehmen und Projekte vergeben. Die am verbreitetsten vorkommende Anlageform von Green Investments ist der Investmentfonds. Investmentfonds sind nicht nur für ethische, ökologische und nachhaltige Geldanlagen interessant, da sie ebenso im Bereich der konventionellen Geldanlage die gleichen Vorteile für den Anleger haben. Der wohl größte Vorteil für viele ist, dass der Anleger nicht selbst die einzelnen Werte des Fonds auswählen und beobachten muss. Dies übernimmt für den Anleger ein Fondsmanager. Ein weiterer Vorteil ist das keine Einmalanlage erforderlich ist. Der Investmentfond kann wie ein Sparbuch in monatlichen Raten bespart werden. Somit wird diese Anlageart auch Anlegern mit geringen Einkommen zugänglich gemacht. 13 Banken bieten aber
12 Vgl. o.V.: Roland Berger Strategy Consultants; Innovation, Wachstum, Beschäftigung, Hamburg 2009, Seite 23http://www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/wwk_leitlinien_bf.pdf vom 01.10.2010, Ausdruckam 01.10.2010
13 Vgl. Grill, Wolfgang; Perczynski, Hans: Wirtschaftslehre des Kreditwesens, 43. Auflage Sonderausgabe, Stuttgart 2009, Seite 261
7
Kunden im Fondsbereich meist hauseigene Produkte an, so dass z.B. Sparkassen meist auf Produkte der Deka Bank zurückgreifen. Aber auch Direktinvestitionen in Form von Private-Equity-Fonds sind möglich. Diese werden aber aufgrund des hohen Beratungsaufwands nur vereinzelt von den auf das Retailbanking ausgerichteten Sparkassen vertrieben. Aus diesem Grund werden Green Investments im Bereich Privat Equity in dieser Arbeit nicht berücksichtigt. 14
2.3.2 Wirkungsklassen
Investitionen können bei Green Investments mit einem Fokus auf die Rendite oder auf die Förderung bestimmter ethisch-ökologischer Projekte getätigt werden. Legt der Anleger den Fokus auf die Rendite, so steht für ihn eine möglichst hohe Rendite im Vordergrund. Trotz dieser Renditeorientierung soll diese nur mit Rücksicht und Einhaltung der ethischen, ökologischen und nachhaltigen Aspekte dieser Geldanlage erreicht werden. Bei förderorientierten Green Investments liegt der Schwerpunkt in der sinnvollen Verwendung des Anlagebetrages. Im Vordergrund steht die direkte Investition in ethische, ökologische und nachhaltige Projekte und Unternehmen. Spenden oder Zahlungen, welche ohne Anspruch auf Rendite oder Rückzahlung ebenfalls direkt ethisch, ökologischen und nachhaltigen Projekten oder Unternehmen zugutekommen, werden in dieser Arbeit nicht als Green Investments betrachtet. 15
Die Einteilung in Wirkungsklassen verdeutlicht, dass es bei Green Investments vor allem auf den ethischen, ökologischen und nachhaltigen Effekt der Anlage ankommt. Die Wirkungsklassen geben Auskunft über die Förderwirkung sowie die Intensität des ethischen, ökologischen und nachhaltigen Effekts von Green Investments. 16
14 Vgl. Werner, Thomas: Ökologische Investments - Chancen und Risiken grüner Geldanlagen, 1. Auflage, Wiesbaden 2009, Seite 191ff.
15 Vgl. Werner, Thomas: Ökologische Investments - Chancen und Risiken grüner Geldanlagen, 1. Auflage, Wiesbaden 2009, Seite 20
16 Vgl. Rotthaus, Stephan: Erfolgreich investieren in grüne Geldanlagen: Ökologisch, ethisch, nachhaltig, Frankfurt am Main / New York 2009, Seite 46ff.
8
Hohe Wirkung Mittlere Wirkung Geringe Wirkung
Tabelle 1: Wirkungsklassen von Green Investments 17
Anlageformen, bei denen das Geld dem jeweiligen Zweck abzüglich Gebühren und Provisionen vollständig zufließt, haben einen hohen Wirkungsgrad und sind somit förderungsorientiert ausgerichtet. Bei renditeorientierten Green Investments, die eine geringe Wirkungsklasse aufweisen, kommt meist nur ein kleiner Teil der Anlage dem eigentlichen Zweck zugute. 18 Am Beispiel einer Geldanlage in Aktien wird dies deutlich. Bei der Neuemission von Aktien kauft der Anleger junge Aktien, d.h. er führt der Aktiengesellschaft direkt Kapital zu. Erwirbt der Anleger die Aktien allerdings über den Sekundärmarkt, so fließt der Aktiengesellschaft kein neues Kapital zu, da hier die Aktien nur von Anleger zu Anleger weitergegeben werden.
2.4 Chancen und Risiken der Alternativen Geldanlage
Eine Studie der „Roland Berger Strategy Consultants“ im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit im Jahre 2009 ergab, dass trotz des schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfelds immer mehr private Anleger in die Grüne Ökonomie investieren. Der Grund hierfür ist ganz einfach, Green Investments sind oft profitabler und im Vergleich deutlich stabiler als der Gesamtmarkt. Vor allem bei vermögenden Privatanlegern, den so genannten
17 Vgl. Rotthaus, Stephan: Erfolgreich investieren in grüne Geldanlagen: Ökologisch, ethisch, nachhaltig, Frankfurt am Main / New York 2009, Seite 46ff.
18 Vgl. Rotthaus, Stephan: Erfolgreich investieren in grüne Geldanlagen: Ökologisch, ethisch, nachhaltig, Frankfurt am Main / New York 2009, Seite 46ff.
9
„Ultra High Net Worth Individuals“ (Ultra-HNWI) ist das Interesse an "Green Investments" extrem hoch. Zudem hat die Einführung von verschiedenen grünen Börsenindizes dazu beigetragen, dass Anleger auch die Renditechancen dieser Art der Geldanlage stärker wahrnehmen. 19 Aber auch für Privatanleger, die nur kleine Summen zur Verfügung haben, öffnet der stetig wachsende Markt der Grünen Ökonomie neue Wege der Geldanlage. So haben die neu eingeführten Börsenindizes wie z.B. der Natur-Aktien-Index (NAI) oder der Domini-Social-Index dafür gesorgt, dass die Märkte in diesem Bereich vor allem für Privatanleger transparenter werden. Auch für Banken bieten die Green Investments eine große Chance durch eine neue Lebenseinstellung vieler Menschen, die ihr Leben möglichst ganzheitlich auf die Gesundheit und die Nachhaltigkeit ausrichten. Dieser neue Lebensstil wird „Lifestyles of Health and Sustainability“ (LOHAS) genannt. Auch die Anhänger dieses Lebensstils werden oft als LOHAS bezeichnet. Ziel dieser Bewegung ist ein neues Bewusstsein, eine Umkehr der Lebensweise sowie Stressfreiheit, Gesundheit, Nachhaltigkeit und Beständigkeit. Dies alles mündet in eine Nachfrage von wirtschaftlich, gesundheitlich und ökonomisch sinnvollen Produkten und
Dienstleistungen. 20 Natürlich bergen auch Green Investments Risiken, die aber zu vergleichen sind mit denen von konventionellen Geldanlagemöglichkeiten. 21
19 Vgl. o.V.: Roland Berger Strategy Consultants; Innovation, Wachstum, Beschäftigung, Hamburg 2009, Seite 23http://www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/wwk_leitlinien_bf.pdf vom 01.10.2010, Ausdruckam 01.10.2010
20 Vgl. o.V.: LOHAS - Ausrichtung der Lebensweise http://www.lohas.de/component/option,com_ frontpage/Itemid,1/ vom 03.10.2010, Ausdruck vom 03.10.2010
21 Vgl. Pinner, Wolfgang: Nachhaltig investieren & gewinnen: Profitieren vom ökologischen Megatrend; Wien 2008, Seite 57ff.
10
3 Der Markt für Green Investments
3.1 Die Akteure auf dem Markt für Green Investments
Die folgende Abbildung stellt vereinfacht die einzelnen Akteure und ihre Beziehungen auf dem Markt für Green Investments dar, welche in den folgenden Kapiteln näher betrachtet werden.
Abb.2: Akteure auf dem Markt für Green Investments
3.1.1 Anleger
Anleger, die in Green Investments investieren, können in konventionelle Anleger und in ethisch-ökologisch orientierte Anleger unterschieden werden. Als konventionelle Anleger werden in dieser Arbeit Anleger bezeichnet, dessen einziges Ziel die Gewinnmaximierung ist. Für konventionelle Anleger spielt daher die Rendite eine große Rolle bei der Geldanlage. Anleger, für die vor allem die Mittelverwendung ihres eingesetzten Kapitals eine zentrale Rolle spielt, werden in dieser Arbeit als ethischökologisch orientiere Anleger bezeichnet. Die Rendite spielt bei ethisch-ökologisch
11
Arbeit zitieren:
Christian Meyer, 2010, Alternative Geldanlagen - Eine Untersuchung zur Verbreitung von Green Investments und deren Bedeutung im Bereich der Sparkassen in Bayern, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
BWL - Bank, Börse, Versicherung: Alternative Geldanlagen - Eine Untersuchung zur Verbreitung von Green Investments und deren Bedeutung im Bereich der Sparkassen in Bayern ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
BWL - Bank, Börse, Versicherung: neuer Titel erschienen: Alternative Geldanlagen - Eine Untersuchung zur Verbreitung von Green Investments und deren Bedeutung im Bereich der Sparkassen in Bayern
Geldanlage auf Konten
Ist Österreichs Umweltrecht nachhaltig? Eine ethische und rechtliche U...
Patrick Pfeifenberger
Blaupause für einen Neuanfang
Wolfgang Sachs, Uwe Demele, Gerhard Scherhorn, Klaus Burmeister, Klaus Gabriel
0 Kommentare