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Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Brandon und Darwin 3
2. Brandons Bedingungen für eine Definition der relativen Angepasstheit. 6
3. Statistische Definitionen der relativen Angepasstheit. 8
4. Künstliche Selektion 9
5. Definition der relativen Angepasstheit nach Bock und von Wahlert. 10
6. Konflikt zwischen Bedingung (c) und (d) 11
7. Brandons Vorschlag für eine Definition der relativen Angepasstheit. 13
8. D als grundsätzliches Gesetz der revolutionären Theorie 16
Schluss. 17
Literaturverzeichnis 18
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Einleitung
Robert N. Brandon beschäftigt sich in seinem Aufsatz „Adaptation and Evolutionary Theory“ mit der relativen Angepasstheit von Organismen. Er stellt bereits existente Definitionen der relativen Angepasstheit vor, um diese dann jedoch zu entkräften oder gar zu falsifizieren. Schließlich formuliert er einen eigenen Vorschlag für eine Definition. Um die jeweiligen Ansätze bewerten zu können, stellt er Bedingungen auf, die eine Definition der relativen Angepasstheit erfüllen muss.
Diese Arbeit wird Brandons Aufsatz vorstellen und gleichzeitig kritisieren. Dabei wird sie sich auf den letzten Teil des Aufsatzes konzentrieren, in dem Brandon seine eigene Definition der relativen Angepasstheit vorstellt.
1. Brandon und Darwin
Der Aufsatz Brandons behandelt die Anpassungs- und Entwicklungstheorie. Dafür geht er auf Darwin ein und bezeichnet seine Theorie als ein radikales neues Konzept der Anpassung. Brandon will den Anpassungsbegriff eingrenzen, um Darwins Evolutionstheorie besser erklären zu können.
Brandons Arbeit analysiert einen Aspekt des Anpassungskonzeptes mit dem hauptsächlichen Ziel, eine adäquate Definition der relativen Angepasstheit zu finden. Nach Brandon ist es hierfür notwendig, auch die Evolutionstheorie zu berücksichtigen. Das zweite Ziel ist es, die Struktur der Evolutionstheorie zu beschreiben und aufzuzeigen, welche Unterschiede es bezüglich des Standards von philosophischen Modellen der Wissenschaft gibt. Zunächst erklärt Brandon, dass meistens zwischen zwei Arten von Definitionen unterschieden wird. Zum einen gibt es deskriptive, also beschreibende, Definitionen und zum anderen rein stipulative Definitionen, bei denen spezielle Bedingungen für einen Begriff gegeben werden. Der Autor ist der Ansicht, dass diese strikte Unterscheidung falsch sei. Er möchte beide Ansätze der Definition kombinieren, da es sich bei seinem Aufsatz auch um ein komplexes Projekt handle. Außerdem betont er, dass er sich bei seiner Arbeit auf die natürliche Selektion und somit auf die Angepasstheit individueller Organismen konzentrieren wolle. Nach diesem einleitenden Beginn des Aufsatzes folgt das erste Unterthema, die Rolle des Konzeptes der relativen Angepasstheit innerhalb der Evolutionstheorie. Dabei stellt er drei Punkte heraus, die entscheidend für die Evolutionstheorie Darwins sind. Zuerst verweist er auf die Variation. So gibt es auch innerhalb einer Spezies Unterschiede hinsichtlich der
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Morphologie, der Physiologie und den Verhaltenseigenschaften zwischen den einzelnen Mitgliedern. Der zweite Punkt beinhaltet die Heredität. Diese besagt, dass einige Eigenschaften von Organismen vererbbar sind, so dass Individuen „Verwandten“ mehr gleichen oder ähneln als anderen, zu denen kein Bezug besteht. Diese Ähnlichkeit ist vor allem zwischen dem Nachwuchs und den jeweiligen Eltern anzutreffen. Der letzte Punkt ist die differentielle Fitness. So lassen unterschiedliche Varianten einer Spezies auch unterschiedliche Anzahl von Nachkommen in gegenwärtigen oder zukünftigen Generationen zurück.
Wenn diese drei Konditionen gewährleistet sind, kann organisierte Evolution stattfinden. Brandon erklärt daraufhin, dass der erste Punkt trivial sei, aber durch die moderne Wissenschaft erklärt und bewiesen werden könne. So ist es keinesfalls notwendig, dass Nachkommen ihren Eltern ähneln. Dies ist aber der Fall und lässt sich beispielweise durch einen modernen DNA-Vergleich beweisen.
Brandon fokussiert seinen Aufsatz auf die differentielle Fitness, da dies der entscheidende Faktor der Darwinischen Theorie sei. Darwin erklärt evolutionäre Veränderungen durch natürliche Auslese. Neben dieser Theorie gibt es aber auch noch alternative Ansätze zur Erklärung der Evolution, die Brandon ebenfalls vorstellt. In Darwins Zeit gab es viele Vertreter der göttlichen Intervention. Diese Richtung ist der Auffassung, dass die Evolution ein Resultat eines vorher von Gott gefassten Planes darstelle. Dies ist jedoch wissenschaftlich nicht mehr akzeptabel, da bereits die Existenz Gottes, die Voraussetzung für die göttliche Intervention, zu beweisen viele Differenzen hervorruft. Daneben gibt es aber noch eine weitere Theorie zur Erklärung der Evolution. Diese nennt sich „random walk“ oder auch Neutralitätstheorie. Dabei stellt der Zufall den auslösenden Punkt für die Evolution dar. Nun stellt Brandon die Frage, ob die Hypothese der natürlichen Auslese überhaupt noch notwendig ist, falls die Evolution nur ein „Beiprodukt des Zufalls“ darstellt. Brandon ist der Ansicht, dass die Neutralitätstheorie nur für Erklärungen kurzfristiger Veränderungen akzeptabel sein kann, nicht aber bei langfristigen Veränderungen. Somit kann man nicht ausschließen, dass die Neutralitätstheorie teilweise zutrifft. Deshalb vertritt der Evolutionsbiologe die Meinung, dass man die Theorie des „random walk“ mit in Betracht ziehen sollte. Damit könne man prüfen, dass Darwins Erklärungen auch wirklich unterschiedlich sind. Dafür gibt Brandon drei Beispiele.
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Zum einen weist er auf das menschliche Auge hin. Dieses komplexe Merkmal des Organismus beinhaltet offensichtlich eine beträchtliche Nützlichkeit für den Menschen. Somit ist Darwins Erklärung bei diesem Beispiel einleuchtender als die Neutralitätstheorie. Das zweite Beispiel sind die „lateral lines“ bei Fischen, also die Seitenlinien. Bei diesen war in der Vergangenheit die Nützlichkeit noch nicht gewiss. Heutzutage ist jedoch bewiesen, dass die Seitenlinien Sinnesorgane für Bewegungsreize sind. 1 Durch diese können Fische andere Lebewesen oder sich bewegende Körper im Wasser spüren und sich dementsprechend besser orientieren.
Das dritte Beispiel beinhaltet die Rasse der Manx-Katzen. Manche Organismen dieser Art besitzen keinen Schwanz, der auch kein komplexes Merkmal wie das Auge darstellt. Außerdem ist die Schwanzlosigkeit selbst innerhalb dieser Spezies nicht konstant wie es bei den „lateral-lines“ der Fische der Fall ist. Bei diesem Beispiel sieht Brandon die Möglichkeit, dass der Zufall für diese evolutionäre Veränderung verantwortlich ist. Den größten Beitrag Darwins sieht Brandon in den von Spencer gesprochenen Worten: „the survival of the fittest“ 2 . Dies wird im Deutschen meistens mit „das Überleben des Stärkeren“ übersetzt. Dies kann allerdings zur Verwirrung führen, da hierbei nicht nur Muskeln und Kraft eine Rolle spielen. Richtig müsste die Übersetzung „das Überleben des Angepassteren“ lauten.
Die Darwin-Fitness beschreibt die tatsächliche Anzahl von Nachkommen, die ein Organismus oder eine Generation einer Spezies hinterlässt. Es handelt sich als um den tatsächlich reproduktiven Erfolg. Somit setzt Darwin die Angepasstheit mit der Fitness gleich. Brandon aber geht hierbei einen anderen Weg.
Grundsätzlich geht es bei der Angepasstheit um den Kampf eines Organismus innerhalb seines Umfelds, ergo seiner Umgebung. Bei diesem Kampf verfügen die unterschiedlichen Individuen über verschiedene Merkmale. Einige davon verleihen bessere Chancen im Kampf und somit auch eine bessere Angepasstheit. Daraus wird nun gefolgert, dass diejenigen, die besser angepasst sind, also fitter, sind auch mehr Nachkommen haben. Daraufhin schließt Brandon auf ein Gesetz der Natur:
D: Wenn a besser angepasst ist als b in der Umwelt E, dann wird a wahrscheinlich
1 Vgl. Wikipedia: Seitenlinienorgan. http://de.wikipedia.org/wiki/Seitenlinienorgan. 15.07.10.
2 Brandon, Robert: Adaptation and Evolutionary Theory“. In: Rosenberg, Alex und Arp, Robert (Hrsg.):
Philosoph of Biology. An Anthology. Wiley-Blackwell: 2010. S. 106.
Arbeit zitieren:
Jana Hölters, 2010, Robert N. Brandon: Adaptation and Evolutionary Theory , München, GRIN Verlag GmbH
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