Inhaltsangabe:
1.) Einleitung
2.) Begriffserklärung
3.) Religiöse Kunst im 20. Jahrhundert
4.) Beuys
4. 1) Biographie
4. 2) Stil
4. 3.) Darstellung: „Sonnenkreuz“
4. 3. 1) Daten zur Darstellung
4. 3. 2) Darstellungsaufbau
4. 3. 3) Materialien
4. 3. 4) Darstellungsanalyse
4. 3. 5) Intention des Künstlers
4. 3. 6) Meine persönliche Stellungnahme
5.) Grosz
5. 1) Biographie
5. 2) Stil
5. 3) Bild: „Widmung an Oskar Panizza“
5. 3. 1) Daten zum Bild
5. 3. 2) Bildaufbau
5. 3. 3) Farben
5. 3. 4) Bildanalyse
5. 3. 5) Intention des Künstlers
5. 3 6) Meine persönliche Stelllungnahme
1.) Einleitung
Das Thema meiner Hausarbeit ist Kreuzesdarstellungen im 20. Jahrhundert. Die Kreuzesdarstellung kann an hand von Beispielen am besten behandelt werden. Deswegen befasse ich mich im Weiteren mit den beiden Künstlern Beuys und Grosz, deren künstlerische Darstellungen des Kreuzes in verschiedenen Bereichen große Beachtung fanden.
2.) Begriffserklärung
Das Kreuz:
Das Kreuz ist ein Symbol dafür, dass Gott, in Form seines Sohnes, der für die gesamte Menschheit das Heil erwarb, indem er am Kreuz starb, in die Welt kam.1 Das typische am Kreuz ist die Vierzahl, sowie die schneidenden Achsen einer Vertikalen und einer Horizontalen, was seit jeher in Verbindung mit der Welt gesehen wird. Aus diesem Grund ist auf den Grabsteinen oft das Kreuz zu finden.
Es gibt viele verschiedene Kreuzesformen, und obwohl die Vierzahl als kreuztypisch gilt, gibt es auch Kreuze, bei denen dies nicht zutrifft. (Siehe Kreuzesdarstellungen) 2, 3 Im Christentum hat das Kreuz den Symbolcharakter des Lebens und Lichtes erhalten. Als sich die Kreuzesdarstellung durchsetzte, wurden am häufigsten das griechische und später im Westen das lateinische Kreuz in die Kunst eingebracht. 4
Vom Kreuz abgeleitet kam auch das Kreuzzeichen in die katholische Kirche und steht mit dem Gedächtnis an die Kreuzigung, mit Leid, Schmerz und Tod des Retters, aber auch mit der Auferstehung und der Hoffnung auf Vollendung im Zusammenhang. 5
Das Kreuz als Form, aber auch als christliches Zeichen in die Kunst einzubringen war schon immer Anreiz vieler Künstler, allerdings war das Kreuz bis in das vierte Jahrhundert verrufen und wurde kaum dargestellt. Es galt als Zeichen des Sterbens eines Provinzialen. _________________
1 „Symboldidaktik“, Neukirchener Verlag, 2001
2 „Das Kreuz - das Ausgespannt-sein“, Riedel Ingrid, Formen, Kreis, Kreuz…, S. 50-51 3 „Kreuz“, Hannelore Sachs, Stichwortverzeichnis, S. 212 4 „Das Kreuz - das Ausgaspannt-sein“, S. 48 5 „Das Kreuz - das Ausgespannt-sein“, S. 48
Im vierten Jahrhundert wurde das Kreuz jedoch als Symbol der Unbesiegbarkeit, als Symbol des Leidens und der Macht Christi immer beliebter und demzufolge immer öfter in der Kunst verarbeitet. Das Kreuz als wichtigstes Symbol des Christentums durchlebte seit dem vierten Jahrhundert zwar Höhen und Tiefen, wurde aber in jeder Epoche dargestellt, wenn auch aus verschiedenen Sichten. 6
3.) Religiöse Kunst im 20. Jahrhundert
Den Wandel in Bezug auf die Kreuzesdarstellungen werde ich an einzelnen Beispielen verdeutlichen. Da die Kirche sich am Anfang des 20.Jahrhunderts für den Krieg einsetzte, wurden viele Kreuze als Protest gegen diese kirchliche Position benutzt. Nach dem Krieg wurde durch das Kreuz Hoffnung, aber auch Nachkriegselend symbolisiert. Da die NSDAP der Kirche schlecht besonnen gegenüberstand, versuchte sie, die Kreuze zu untersagen. Beispiel: Kreuzkampf in Oldenburg:
Am 4.11.1936 ordnete der oldenburgische Ministerpräsident an, alle Kruzifixe und Lutherbilder aus den staatlichen und kommunalen Gebäuden sowie aus Schulen zu entfernen. Aufgrund dieser Anordnung ging die Bevölkerung zu heftigen Demonstrationen über und wehrte sich erfolgreich gegen diesen Erlass. Am 25.11.1936 musste der oldenburgische Ministerpräsident diesen Erlass zurücknehmen.
Dies zeigt, welche Bedeutung das Kreuz und auch die Lutherbilder zu jener Zeit für die gesamte Bevölkerung hatte. Das Kreuz ist das Symbol, welches die ganze Christenheit integriert und sie unter diesem Zeichen versammelt. 7
Am Anfang der NS-Zeit malten etliche Künstler Bilder des Protestes, in denen sie auch oft Kreuze verwendeten um ihren Unwillen gegen diese Regierung zum Ausdruck zu bringen. So gibt es einige bekannte Protestbilder dieser Zeit die Kreuzigungsbilder sind, wie zum ____________ 6 „Bibel“, Neukirchener Verlag, 2001 7 „Kreuzkampf in Oldenburg (1936)“, Neukirchener Verlag, 2001
Beispiel „Die weiße Kreuzigung“ von dem Juden Marc Chagall. Allerdings griff die NSDAP schließlich hart durch. Beispiel: Entartete Kunst
Die NSDAP vollzog eine Aussonderung von Büchern und Kunstwerken, die sie öffentlich verbrannten oder in Museen ausstellten unter dem Titel entartete Kunst. Als entartete Kunst galt alles, was nichtarisch schien, also nicht ihren Grundsätzen wie Tapferkeit und Heldentum entsprach, aber auch viele Kreuzesdarstellungen. So wurden etliche wertvolle Gemälde vernichtet oder ins Ausland verkauft. Dadurch erlitt die deutsche Kunst einen erheblichen Schaden, von dem sie sich nie wieder richtig erholen konnte. Viele Künstler tauchten ab, emigrierten ins Ausland oder änderten ihren Stil. Viele, die ihren Stil weiterhin verfolgten, mussten dafür mit dem Tod oder mit Haft bezahlen. So begann Erich Kästner zum Beispiel Kindergeschichten zu schreiben. Andere verpackten in verschlüsselten Geschichten ihre Botschaften. Grosz´s Kunst wurde ebenfalls als entartet erklärt, so dass Grosz ins Ausland ging. Nach dem zweiten Weltkrieg waren Kreuzigungsszenen in der Kunst wieder hoch angesehen, da sie oftmals als Hoffnungsträger verstanden werden konnten und gerade in solch einer Zeit brauchte man wieder Hoffnung. So ist das Bild „In memory of the children in Europe, who have to die of Cold and Hunger this Christmas“ von Kokoschka eines der bedeutsamsten Kreuzigungsdarstellungen dieser Nachkriegszeit.
Ende des 20. Jahrhunderts verlor das Kreuz immer mehr an Bedeutung in unserer Gesellschaft und demzufolge auch in der Kunst. Beispiel: Der Kruzifixbeschluß:
Religiöse und vor allem christliche Einflüsse sollen mit in die Schule einfließen, dies ist gesetzlich festgehalten worden. So galt es als völlig normal, Kreuze in der Klasse hängen zu haben, bis es im Jahre 1995 zum Kruzifixbeschluss in Bayern kam.
In diesem Jahr stellten Eltern eines nicht-christlichen Kindes den Antrag, die Kreuze in den bayrischen Schulen abzunehmen, da es nicht-christlichen Kindern nicht zugemutet werden könne, unter einem christlichen Symbol zu lernen. Das Kreuz sei als Eingriff in die negative Religionsfreiheit des Kindes zu werten.
Arbeit zitieren:
Stefanie Kinast, 2008, Kreuzesdarstellung im 20. Jahrhundert, München, GRIN Verlag GmbH
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