Inhaltsverzeichnis
1. Rahmenbedingungen 3
2. Didaktische Analyse 3
2.1 Begründung des Stundeninhalts 4
2.2 Lehrplanbezug und Unterrichtsziele 5
2.3 Stundenverlauf 6
2.4 Feinziele 6
2.5 Handlungs- und Sozialform 7
2.6 Medien 7
2.7 Geplanter Stundenverlauf in der Übersicht 8
3. Kritische Nachbetrachtung 9
Lehrplan und Literaturverzeichnis 12
Anhang
Folie 13
Arbeitsblatt 14
Tafelbild (Entwurf) 15
2
1. Rahmenbedingungen
Der Unterrichtsversuch, der im Folgenden vorgestellt werden soll, fand im Rahmen des studienbegleitenden-fachdidaktischen Praktikums in einer 6. Gymnasialklasse statt und wurde sowohl von einem schulischen als auch von einem universitären Betreuer begleitet. Die betreffende Stunde war eingebettet in eine Unterrichtssequenz mit der übergeordneten Thematik ‚Vorgangsbeschreibung’. Inhaltlich sollte der Unterricht nach Absprache mit der Deutschlehrerin der Klasse dazu dienen, den Schülern, die sich bereits seit einigen Stunden mit dem Beschreiben von Vorgängen beschäftigt und zwei entsprechende Texte schon selbstständig produziert hatten, eine weitere Gelegenheit zum spezifischen Üben unter funktionalem Sprachaspekt zu geben, um dadurch zu einer Verbesserung ihres Sprachverständnisses und damit ihrer Schreibkompetenz beizutragen. Die Durchführung des Unterrichts bedurfte der Anpassung an eine verkürzte Schulstunde von etwa 35-40 Minuten.
2. Didaktische Analyse
Streng genommen weist das Unterrichtskonzept, nach welchem die Schüler den Textentwurf einer Vorgangsbeschreibung inhaltlich und formal verbessern sollten, Kriterien aus (mindestens) zwei didaktischen Bereichen auf: Unmittelbar dominieren Komponenten aus dem Lernbereich der Sprachbetrachtung, da weniger im direkt schreibproduktiven Sinne als vielmehr integrativ-funktional untersuchend 1 vorgegangen wurde. 2 Im betreffenden Unterricht wurde nämlich von den Schülern keine Beschreibung selbstständig verfasst, sondern eine Textvorlage kritisch diskutiert und verbessert. Solche Überarbeitungen sind dennoch auf verschiedene Weise mit dem Erlernen des Verfassens von Texten verknüpft 3 , weswegen sich mittelbar auch schreibdidaktische Aspekte feststellen lassen, da die Schreibkompetenz ebenso durch „spracherarbeitende Vorstufen des Verfassens von Sachtexten“, genauer durch „intensive Arbeit an Sachtextentwürfen vor allem im Hinblick auf Satzverknüpfungen
1 Denn Konjunktionen und adverbiale Bestimmungen wurden anhand und gerade wegen der
Bearbeitung der Textvorlage wiederholt.
2 Vgl. Gattermaier, Klaus u. Siebauer, Ulrike: Deutsch in A4. Deutschunterricht im Praxisformat.
Regensburg: Edition Vulpes 2009, S. 101.
3 Vgl. Baurmann, Jürgen: Schulisches Schreiben. In: Kämper van den Boogart (Hg): Deutschdidaktik.
Leitfaden für die Sekundarstufen I und II. Berlin: Cornelsen 2006, S. 265.
3
(...) und begriffliche Klarheit (...)“ 4 gefördert wird wie durch das eigenständige Erstellen von Schreibprodukten. Beides sind somit unerlässliche und sich ergänzende Maßnahmen zur Schulung von Sprach- sowie Schreibkompetenz.
2.1 Begründung des Stundeninhalts
Wie bereits in Punkt 1 erwähnt, ergibt sich der Stundeninhalt im Generellen aus dem Zusammenhang einer Unterrichtssequenz und war somit als ein Ausschnitt des Gesamtkonzepts thematisch grob eingegrenzt. Demnach trägt auch die hier dargestellte Unterrichtsstunde als ein Teil des Ganzen die Hauptüberschrift „Vorgangsbeschreibung“, welche zur Sorte der Sachtexte oder pragmatischen Texte zählt, deren Wesenhaftigkeit und Zweck in der einschlägigen Literatur wie folgt umrissen wird:
„Sachtexte sind Texte, in denen ein bestimmter Wirklichkeitsausschnitt aus der Sicht eines Schreibers und mit einer bestimmten Absicht erfasst ist. Sie haben demnach (...) eine wirklichkeitskonstituierende Funktion, sind immer auch
adressatenbezogen [und] sie haben dialogischen Charakter (...).“ 5 In Bezug auf obige Einordnung war es mir hinsichtlich meines Unterrichts ein besonderes Anliegen, den Schülern die Unverzichtbarkeit von Wirklichkeitskonstitution sowie des Adressatenbezugs einer Vorgangsbeschreibung möglichst plastisch zu vermitteln, ja greifbar zu machen. Um dies umzusetzen, wurde der Klasse eine Beschreibung des Partyspiels „Topfschlagen“ präsentiert. Dies bot sich an, weil es nach wie vor auf Kindergeburtstagen etc. ein beliebter Zeitvertreib ist und somit quasi gesichert war, dass dieses Spiel der gesamten Klasse bekannt ist. Diese Tatsache stellte nämlich eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen meines Konzepts dar, denn es gilt die Prämisse, die Schüler weder Vorgänge beschreiben noch sie selbige nachvollziehen zu lassen, die außerhalb ihres Erfahrungshorizonts liegen und somit keinen Lebensweltbezug aufweisen. Wird dies nicht beachtet, würde man nämlich als Lehrkraft nicht nur die Motivation und Aufmerksamkeit der Klasse gefährden, sondern darüber hinaus auch das Eintreten von Wortschatzproblemen und logischen
Strukturschwächen provozieren. 6
4 Vgl. Abraham, Ulf, u.a.: Praxis des Deutschunterrichts. Arbeitsfelder - Tätigkeiten - Methoden.
Donauwörth: Auer 2007, S. 242.
5 Abraham, S. 239-240.
6 Vgl. Deutsch in A4, S. 69.
4
Da ich in derselben Klasse kurze Zeit zuvor eine Stunde zur Wiederholung von Konjunktionen, adverbialen Bestimmungen und Adverbialsätzen gehalten hatte, ergab die Vorbesprechung meines Lehrversuchs mit der zuständigen Lehrkraft, dass es sich nun anbieten würde, beide Themenkomplexe miteinander zu verbinden, damit die Schüler sowohl ihr in meiner vorherigen Stunde erworbenes bzw. vertieftes Wissen aus dem Gebiet der Sprachbetrachtung im praktischen Kontext der Textproduktion anwenden und festigen können, als auch damit sie bezüglich des Verfassens einer Beschreibung ein Gefühl für die Verwendungsweise der entsprechenden grammatikalischen Phänomene und für deren Notwendigkeit hinsichtlich der Qualität eines Sachtextes, besonders im Bezug auf dessen Verständlichkeit und Sinnhaftigkeit, entwickeln.
2.2 Lehrplanbezug und Unterrichtsziele
Neben anderen didaktischen Teilgebieten, die es im Deutschunterricht der 6. Klasse zu beachten gilt, spielt selbstverständlich auch der Lernbereich ‚Schreiben’ im Lehrplan eine wesentliche Rolle. Innerhalb des für die vorgestellte Stunde relevanten Unterpunkts des ‚informierenden Schreibens’ wird neben dem Verfassen weiterer Textsorten auch das Beschreiben überschaubarer Vorgänge angegeben, das die Schüler unter Einhaltung des Sachstils, einer sachlogischen Abfolge sowie unter
Verwendung übersichtlicher Informationen erlernen bzw. festigen sollen. 7 Überdies sollen bereits bekannte Überarbeitungsmethoden intensiviert werden. 8 Um dies umzusetzen, rücken in Hinsicht dieses Unterrichts einige konkrete Punkte in den Mittelpunkt, die die Schüler reflektieren bzw. erlernen sollen: Zum einen das Beachten des Adressaten- und Situationsbezug beim Verfassen von Texten sowie ihr folgerichtiger Aufbau; zum anderen das Anwenden dieses Könnens bei der Textkorrektur und -überarbeitung. 9 Besonders bezüglich Letzterem bietet es sich an, Übungen zu gestalten, die sprachliche Muster in neue Zusammenhänge stellen 10 und somit ihre Funktion verdeutlichen. Hierbei wird ein integrativer Bogen zur
7 Vgl.: http://www.isb-gym8-
lehrplan.de/contentserv/3.1.neu/g8.de/index.php?StoryID=26314&PHPSESSID=e4e9987b7db6781e31f3
078bc6a91bae (Lehrplan 6. Klasse Gymnasium); D 6.2 Schreiben.
8 Vgl.: Ebd.
9 Vgl.: Ebd.
10 Siehe Anmerkung 7; D 6.3 Sprache untersuchen, verwenden und gestalten - Sprachbetrachtung.
5
Arbeit zitieren:
Susanne Schwank, 2010, Praktikumsbericht zum studienbegleitenden Praktikum an Gymnasien, München, GRIN Verlag GmbH
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