Die Frage nach dem richtigen Handeln beschäftigt bis heute verschiedene moralphilosophische Lager. Sollen Handlungen moralischen Geboten folgen? Wenn ja, wer legt diese fest, was wären die richtigen moralischen Gebote? Oder sollten unsere Handlungen danach beurteilt werden, welche Folgen sie nach sich ziehen? Welche Folgen sind gut, welche schlecht? Hier handelt es sich um einige Beispiele aus dem Fragenkatalog moralphilosophischer Fragestellungen. An dieser Stelle möchte ich eben diese Fragen kurz aus der Perspektive eines Konsequentialistischen Moralkonzeptes betrachten.
Ob nun eine Handlung richtig oder falsch ist, hängt ausschließlich von ihren Konsequenzen ab. Wenn wir vor der Entscheidung stehen, welche Handlung wir in einer bestimmten Situation ausführen sollten, werden wir mit verschiedenen Handlungsalternativen konfrontiert. Wir müssen diese Handlungsalternativen also miteinander vergleichen. Als Vergleichsaspekt dient uns die jeweils berechnete Konsequenz jeder Handlung. Allgemein können wir hier vorerst festlegen, dass diejenige Handlung, die gute Konsequenzen nach sich zieht, derjenigen, die schlechte Konsequenzen nach sich zieht, vorzuziehen ist.
Die Frage, die sich unmittelbar anschließt, ist, woran man „gute“ und „schlechte“ Konsequenzen festmachen kann. Was sind gute Konsequenzen? Woran müssen sich die Konsequenzen messen? Sollen die besten Konsequenzen für mich gelten oder die besten Konsequenzen für die gesamte Menschheit oder für eine bestimmte Mehrheit gelten?
Antwort finden diese Fragen von Moraltheorien, wie dem Handlungsutilitarimus. Die besten Konsequenzen einer Handlung sind beispielsweise diejenigen, welche den Gesamtnutzen maximieren. Das heißt, die besten Konsequenzen beziehen sich eben nicht auf die einzelne Person oder gar auf einen selbst. Die Konsequentialistische Theorie ist keine egoistische Theorie. Der Nutzen sollte für die Gesamtheit gesteigert werden, wobei Einbüßungen einiger weniger in Kauf genommen werden. Nutzen kann und wird wiederrum unterschiedlich definiert und aufgefasst, weshalb ich es an dieser Stelle unter Vorbehalt schlicht und einfach bei „Nutzen“ belasse. Aus diesem Grund kann man den Konsequentialisten unterstellen, dass sie, in einem Fall, in dem Sklaverei den Gesamtnutzen einer Gesellschaft maximierte, diese nicht
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nur tolerieren würden, sondern sogar gebieten. Machen wird dies doch an einem fiktiven Beispiel fest:
Nehmen wir an, es gibt zwei Inseln, von denen eine, „Juba“, Sklaverei betreibt und die andere, „Camaica“ Sklaverei abgeschafft hat. Während Juba zum ökonomischen Wohlstand gelangt und die Sklaverei durch politische Rahmenbedingungen eingeschränkt wurde (keine harten Strafen, Lohn für die Sklaven), verarmt Camaica nach der Abschaffung der Sklaverei; dem Volk und den ehemaligen Sklaven geht es insgesamt schlechter als denjenigen auf Juba.
In diesem Beispiel stellt Sklaverei eindeutig eine Maximierung des Gesamtnutzens der Inselbevölkerung da. Ist es aber diejenige Alternative mit den besten Konsequenzen? Ginge es Juba vielleicht nicht ohne Sklaverei noch besser? Die Frage, auf die ich eigentlich hinaus will, ist diejenige, ob es ausreichend ist zu sagen, nur weil es Camaica ohne Sklaverei schlechter geht als Juba, dass Juba die Alternative mit den besten Konsequenzen gewählt hat. Immerhin muss eingeräumt werden, dass hier nur zwei konkrete Alternativen betrachtet werden, wobei es sicherlich weitere gibt. Man kann doch wohl kaum annehmen, die Lösungen von Juba und Camaica seien die einzigen beiden möglichen Alternativen. Nur weil Camaica es nicht schafft, ihrer Bevölkerung ohne Sklaverei zu Wohlstand zu verhelfen, ist dies kein Indiz dafür, dass es generell unmöglich ist, eine wohlständige Gesellschaft ohne Sklaverei aufrecht zu erhalten. Weiterhin ist es auch nicht ersichtlich, ob nicht eine andere Form ohne Sklaverei, beispielsweise durch eine bestimmte politische Organisation, den Gesamtnutzen der jeweiligen Gesellschaft weitaus mehr maximieren würde, als Jubas Alternative. Also ist es auch erst einmal fraglich, ob nicht auch Konsequentialisten hier einräumten, dass Jubas Alternative vielleicht gar nicht diejenige Alternative mit den besten Konsequenzen ist.
Nehmen wir aber an, es existieren nur diese beiden Alternativen, auf deren Grundlage wir entscheiden könnten. Dann würde der Konsequentialist postulieren, die Sklaverei- Alternative sei diejenige mit den besten Konsequenzen, weil sie den Gesamtnutzen maximiert. Handlungsvorschlag an Camaica von den Konsequentialisten: Führt die Sklaverei wieder ein. Nehmt euch ein Beispiel an Juba. Aber nicht nur unser moralisches Alltagsgefühl, sondern auch andere Moraltheorien, welche nicht der Konsequentialistischen Quelle entspringen, wie die Deontologie,
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Arbeit zitieren:
Mendina Morgenthal, 2009, Können wir den Konsequentialismus entkräften, indem wir mit moralischen Intuitionen argumentieren?, München, GRIN Verlag GmbH
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